4. MAGDALENENGRUND – WIENER VORSTADT BZW. BEZIRKSTEIL VON MARIAHILF

 

Abb. 3. Wappen der Vorstadt Magdalenengrund

 

Beschreibung: Auf dem Wappen sieht man Jesus Christus am Kreuz, davor bzw. darunter kniet die hl. Maria Magdalena

  

Magdalenengrund war eine der kleinsten Vorstädte und wurde im Westen durch Gumpendorf, im Osten durch Laimgrube, im Süden durch den Wien-Fluss und im Nordwesten durch die Bergsteiggasse (später Kaunitzgasse) begrenzt. [1]

 

Erklärung des Namens:

Bereits um 1220 soll auf dem damaligen St. Stephans-Friedhof, am heutigen Stephansplatz, die weit in die Tiefe reichende, heute so genannte Virgil-Kapelle entstanden sein, die heute als Museum genützt wird.

Um 1300 wurde in den Raum mit ursprünglich 11 Metern Höhe ein Gewölbe eingezogen, durch das ein neues Geschoß geschaffen wurde, das noch knapp unter dem Bodenniveau lag und das einige Jahrzehnte als Karner genutzt wurde.

Die Ausnehmungen für die Deckenpfosten kann man noch heute sehen, wenn man am Eingang des Museums steht.

 

 

Abb. 4. Blick in die Virgil-Kapelle – ganz oben die Pfosten-Ausnehmungen für die Zwischendecke – Foto Autor (2018)

  

Im 14. Jahrhundert wurde über der Virgil-Kapelle und dem Karner die Maria-Magdalena-Kapelle errichtet, der Sitz der Schreiberzeche, deren Patronin Maria Magdalena war. Der Versammlungsort dieser Vereinigung war die Empore der kleinen Kirche.

Ebenfalls in der Maria-Magdalena-Kapelle, jedoch im ehemaligen Karner, hatte die Bruderschaft der Jünger Christi, auch als Gott(es)leichnamsbruderschaft bezeichnet (begleitete die Priester mit Baldachin und Lichtern bei ihren Versehgängen bzw. bei Fronleichnamsumzügen), ihren Versammlungsort. [2]

1781 wurde die Maria-Magdalena-Kapelle nach einem Brand abgerissen, und mit dem Schutt wurden die unterirdischen Räume gefüllt, die dadurch in Vergessenheit gerieten. [3]

 

Die Umrisse der ehemaligen Maria-Magdalena-Kapelle sind noch heute auf dem Stephansplatz durch eine entsprechende Pflasterung zu erkennen.

 

 

 

Abb. 5. Stephansplatz – Pflasterung entsprechend den Umrissen der ehemaligen Maria-Magdalena-Kapelle –

Foto Autor (2018)

 

Wie die Magdalena-Kapelle ungefähr ausgesehen hat, kann man an einem Bild erkennen, das in der

U-Bahn-Station Stephansplatz vor dem Eingang zum Museum der Virgil-Kapelle ohne nähere Erläuterung an der Wand befestigt ist.

 

 

Abb. 6. Die Maria-Magdalena-Kapelle neben dem Stephansdom –

Foto Autor (2018) nach einem kleinen Bild in der U-Bahn-Station Stephansplatz

 

Die Abbildung der Maria-Magdalena-Kirche aus dem Jahr 1609 nach dem Hoefnagel-Plan auf der Seite „Maria-Magdalena-Kapelle“ von Wien Geschichte Wiki ist zwar nicht völlig gleich, weist aber eine große Ähnlichkeit auf. [4]

 

Einkünfte bezog die Maria-Magdalena-Stiftung u.a. aus Grundstücken am Wienfluss, deren Lage ursprünglich folgendermaßen beschrieben wurde: „im Saugraben an der Wien auf der Gstetten“.

Mit Einwilligung der Grundherrschaft wurden diese Grundstücke, die ursprünglich als Weingärten, später als Äcker genutzt worden waren, ab 1698 in lange, schmale Streifen geteilt und verkauft und von den neuen Besitzern dann mit kleinen, armseligen Häuschen versehen, sodass es im Jahr  1713 hier 20 Häuser gab: ein großes, altes Haus und 19 kleine, zum Teil eng aneinander gebaute Häuschen.

 

Spätestens zur Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich wegen der oben erklärten Grundherrschaft der Name „Magdalenagrund“ (auch „Magdalenengrund“) durch. [5]

 

 

[1] Wikipedia: Magdalenengrund, online: https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenengrund  (Zugriff: 19.3.2018)

[2] Vgl. Kaut 1963, S. 54

[3] Wien Geschichte Wiki: Virgilkapelle; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Virgilkapelle (Zugriff: 19.3.2018)

[4] Wien Geschichte Wiki: Maria-Magdalena-Kapelle; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Maria-Magdalena-Kapelle (Zugriff: 19.3.2018)

[5] Wien Geschichte Wiki: Magdalenengrund (Vorstadt); online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Magdalenengrund_(Vorstadt) (Zugriff: 19.3.2018)