1. EINLEITUNG

 

Es handelt sich beim folgenden Artikel um den topografischen Teil der Untersuchung „Trauungen in der Pfarre Mariahilf in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts“, zu finden unter „Kirchenbücher, Matriken“ auf dieser Homepage.

 

Im ersten Teil standen folgende Fragen in Bezug auf die Brautleute im Vordergrund:

  • woher sie kamen
  • warum sie gerade Mariahilf als Trauungspfarre wählten

 

Im zweiten Teil sollte – unter einem neuen Titel – das Hauptaugenmerk darauf gerichtet sein,

  • wo (bzw. auch wie) sie wohnten

 

Ursprünglich sollte lediglich untersucht werden, warum vier Adressen in den Trauungsbüchern so oft als Wohnorte der Brautleute genannt wurden, warum bestimmte Häuser bei den Heiratswilligen offenbar besonders beliebt waren.

 

Im Laufe der Beschäftigung mit dieser Frage stellte sich heraus, dass es sinnvoller war, verlässliche Grundlagen für die Orientierung im Gewirr von wechselnden Straßennamen und Nummerierungen in diesem Teil des Pfarrbezirks Mariahilf zu erstellen, Grundsätzliches zu erarbeiten, das anderen, die sich mit dieser Wohngegend beschäftigen, zur Verfügung stehen soll.

 

An den Anfang wurde eine Art von Definition für den Begriff „Mariahilf“ gestellt. (Kapitel 2)

Im nächsten Kapitel wurden 4 Adressen genannt, die bei der Indexerstellung der Trauungen in der Pfarre Mariahilf besonders aufgefallen sind. Hier wurde offenkundig, dass die Zuordnung zu Pfarren und Vorstädten nicht immer deckungsgleich war. (Kapitel 3)

 

Die Vorstadt Magdalenengrund rückte in den Mittelpunkt des Interesses und veranlasste mich, die Leser wegen der Namensgebung nach der hl. Maria Magdalena visuell auf den Stephansplatz zu führen.(Kapitel 4)

 

Anschließend wurde auf den Ursprung der zweiten Bezeichnung „Ratzenstadl“ eingegangen, die für die Siedlung am Kaunitzberg ebenfalls immer wieder verwendet wurde, und es wurden schöne und unerfreuliche Seiten dieser Wohngegend gezeigt. Besonders eine der vier oben genannten Adressen, die mir besonders aufgefallen war, stellte für mich eine große Herausforderung dar. (Kapitel 5)

 

Bei der exemplarischen Suche nach diesem Haus wurden Schwierigkeiten und Hilfen festgehalten, die für andere Forscher von Interesse sein könnten. Ganz besondere Informationen und Eindrücke vom Ratzenstadl erhielt ich durch meine Besuche im Bezirksmuseum Mariahilf, wo das großartige Ratzenstadl-Modell von Anton Bienert zu sehen ist. (Kapitel 6.1-3)

 

 

In einem eigenen Kapitel wurde das zuvor erwähnte, für diese Siedlung typische Haus – es lag, wie sich herausstellte, im Zentrum des Ratzenstadls und führte von der Magdalenenstraße hinauf bis zur Kaunitzgasse – möglichst genau beschrieben und mit Bildern dokumentiert. (Kapitel 6.4)

  

Mit der Häuserfront der Kaunitzgasse, die den Bereich der Magdalenenvorstadt bzw. des Ratzenstadls abschloss, also mit den Häusern mit ungeraden Nummern, beschäftigte ich mich besonders intensiv.

Das Kapitel 7 soll vor allem optische Eindrücke (Fotos, Bilder, Kartenausschnitte) vermitteln, das Kapitel 8 liefert zahlreiche Informationen zur Geschichte der einzelnen Häuser (Verzeichnis für alle Gebäude der Kaunitzgasse mit ungeraden Nummern).

 

Sehenswerte Impressionen vom Ratzenstadl und höchst interessante Bilder von der ehemaligen Vorstadt Magdalenengrund, aber auch von anderen Vorstädten, die später zum Bezirk Mariahilf zusammengeschlossen wurden, hat bereits Erich Dimitz in „Wien-Mariahilf“ veröffentlicht (s. Kapitel 11.3. / Quellen – Sekundärliteratur). Meine Hauptinteresse galt der Orientierung im Magdalenengrund, also dem Sektor des Geografischen, Kartografischen und der Häuserverzeichnisse.

 

Da der Zusammenhang mit dem ersten Teil der Arbeit, den Untersuchungen zu den Trauungen, mit Herkunftsorten, möglichen Heiratsmotiven etc. ziemlich lose war und auch der Adressatenkreis für die topografische Untersuchung ein völlig anderer war, beschloss ich, den lokalhistorischen Teil von der Analyse anläßlich der Indexerstellung zu trennen und unter einen neuen, dem neuen Thema angemessenen Titel zu stellen.

 

Mein besonderer Dank gilt dem Bezirksmuseum Mariahilf, das die Veröffentlichung zahlreicher Fotos des Ratzenstadlmodells  gestattet hat. Ich bitte gleichzeitig die Leser um Verständnis, dass – vor allem wegen des spiegelnden Glasschutzes – nicht alle Fotos die gewünschte Qualität haben.

 

Bedanken möchte ich mich aber auch bei allen anderen Institutionen, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten, das sind insbesondere Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital, ViennaGIS, Wiener Stadt- und Landesarchiv, aber auch die Österreichische Nationalbibliothek und jene Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und Matricula/Icarus.

 

Es waren Ziele dieses Aufsatzes über Magdalenengrund bzw. Ratzenstadl

  • viele aufschlussreiche Informationen zu diesem heutigen Bezirksteil von Mariahilf zu vermitteln,
  • Grundlagen, Hilfsmittel und Anregungen für Forschungsarbeiten zur Verfügung zu stellen, die diese ehemalige Vorstadt, aber auch andere Orte betreffen könnten, 
  • vor allem aber viel Freude durch die zahlreichen Bilder zu machen, die man auch ohne genaues Studium dieses Artikels betrachten und verstehen kann. Sie sollen es ermöglichen, einen Ausflug in die Vergangenheit zu unternehmen, sie könnten vielleicht das Interesse für frühere Zeiten wecken oder verstärken, und sie erlauben einen Vergleich mit der heutigen Situation.

 

 

Wien, im April 2018                                                                                                                   Günter Oppitz