Magdalenengrund, auch Ratzenstadl genannt –

ein Teil des Pfarrbezirks Mariahilf

 

Abb. 1. „Wien – Ratzenstadel“. Wiener Künstler-Postkarte im Privatbesitz des Autors.

Die Häuser Kaunitzgasse 15, 21, 23, 25 und 27 – Nummerierung von 1863

 

IMPRESSUM

 

Copyright © 2018 by Günter Oppitz, Wien

 

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 INHALT

 

 

1. Einleitung

 

2. Pfarre Mariahilf – Vorstadt Mariahilf – Bezirk Mariahilf

 

3. Vier besondere Wohnadressen in der Pfarre Mariahilf

 

4. Magdalenengrund – Wiener Vorstadt bzw. Bezirksteil von Mariahilf

 

5. Ratzenstadl – Razenstadtl

 

5.1. Die Bezeichnung Ratzenstadl

 

5.2. Überlegungen zur Lokalisierung des Ratzenstadls

 

5.3. Zwischen sanitärer und städtebaulicher Katastrophe und Idyll

 

6. Exemplarische Suche nach dem Standort eines bestimmten Hauses

 

6.1. Verwirrende Straßenbezeichnungen und Nummernzuteilungen

 

6.2. Das Ratzenstadlmodell von Anton Bienert im Bezirksmuseum Mariahilf als topografische Hilfe

 

6.3. Beschreibung eines typischen Hauses im Ratzenstadl

 

7. Kaunitzgasse 1863 und heute

 

7.1. Konskriptionsnummern und Orientierungsnummern – Überlegungen zum Häuserbestand 1863

 

7.2. Die Häuser der Kaunitzgasse in Anton Bienerts Modell und die Zuordnung zu den Orientierungsnummern

 

7.3. Die Häuser der Kaunitzgasse im Ratzenstadlmodell (Nummerierung von 1863) im Vergleich mit der Situation von 2018

 

7.4. Anmerkungen zu einzelnen Häusern oder Standorten in der Kaunitzgasse

 

8. Kaunitzgasse – Verzeichnis der Häuser mit ungeraden Nummern

 

9. Zusammenfassung

 

10. Verzeichnis der Abkürzungen und Symbole

 

11. Quellen  

 

1. EINLEITUNG

 

Es handelt sich beim folgenden Artikel um den topografischen Teil der Untersuchung „Trauungen in der Pfarre Mariahilf in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts“, zu finden unter „Kirchenbücher, Matriken“ auf meiner Homepage.   

 

Im ersten Teil standen folgende Fragen in Bezug auf die Brautleute im Vordergrund:

  • woher sie kamen
  • warum sie gerade Mariahilf als Trauungspfarre wählten

 

Im zweiten Teil sollte – unter einem neuen Titel – das Hauptaugenmerk darauf gerichtet sein,

  • wo (bzw. auch wie) sie wohnten

 

Ursprünglich sollte lediglich untersucht werden, warum vier Adressen in den Trauungsbüchern so oft als Wohnorte der Brautleute genannt wurden, warum bestimmte Häuser bei den Heiratswilligen offenbar besonders beliebt waren.

 

Im Laufe der Beschäftigung mit dieser Frage stellte sich heraus, dass es sinnvoller war, verlässliche Grundlagen für die Orientierung im Gewirr von wechselnden Straßennamen und Nummerierungen in diesem Teil des Pfarrbezirks Mariahilf zu erstellen, Grundsätzliches zu erarbeiten, das anderen, die sich mit dieser Wohngegend beschäftigen, zur Verfügung stehen soll.

 

An den Anfang wurde eine Art von Definition für den Begriff „Mariahilf“ gestellt. (Kapitel 2)

Im nächsten Kapitel wurden 4 Adressen genannt, die bei der Indexerstellung der Trauungen in der Pfarre Mariahilf besonders aufgefallen sind. Hier wurde offenkundig, dass die Zuordnung zu Pfarren und Vorstädten nicht immer deckungsgleich war. (Kapitel 3)

 

Die Vorstadt Magdalenengrund rückte in den Mittelpunkt des Interesses und veranlasste mich, die Leser wegen der Namensgebung nach der hl. Maria Magdalena visuell auf den Stephansplatz zu führen. (Kapitel 4)

 

Anschließend wurde auf den Ursprung der zweiten Bezeichnung „Ratzenstadl“ eingegangen, die für die Siedlung am Kaunitzberg ebenfalls immer wieder verwendet wurde, und es wurden schöne und unerfreuliche Seiten dieser Wohngegend gezeigt. Besonders eine der vier oben genannten Adressen, die mir besonders aufgefallen war, stellte für mich eine große Herausforderung dar. (Kapitel 5)

 

Bei der exemplarischen Suche nach diesem Haus wurden Schwierigkeiten und Hilfen festgehalten, die für andere Forscher von Interesse sein könnten. Ganz besondere Informationen und Eindrücke vom Ratzenstadl erhielt ich durch meine Besuche im Bezirksmuseum Mariahilf, wo das großartige Ratzenstadl-Modell von Anton Bienert zu sehen ist. (Kapitel 6.1-3)

  

In einem eigenen Kapitel wurde das zuvor erwähnte, für diese Siedlung typische Haus – es lag, wie sich herausstellte, im Zentrum des Ratzenstadls und führte von der Magdalenenstraße hinauf bis zur Kaunitzgasse – möglichst genau beschrieben und mit Bildern dokumentiert. (Kapitel 6.4)

 

Mit der Häuserfront der Kaunitzgasse, die den Bereich der Magdalenenvorstadt bzw. des Ratzenstadls abschloss, also mit den Häusern mit ungeraden Nummern, beschäftigte ich mich besonders intensiv.

Das Kapitel 7 soll vor allem optische Eindrücke (Fotos, Bilder, Kartenausschnitte) vermitteln, das Kapitel 8 liefert zahlreiche Informationen zur Geschichte der einzelnen Häuser (Verzeichnis für alle Gebäude der Kaunitzgasse mit ungeraden Nummern).

 

Sehenswerte Impressionen vom Ratzenstadl und höchst interessante Bilder von der ehemaligen Vorstadt Magdalenengrund, aber auch von anderen Vorstädten, die später zum Bezirk Mariahilf zusammengeschlossen wurden, hat bereits Erich Dimitz in „Wien-Mariahilf“ veröffentlicht (s. Kapitel 11.3. / Quellen – Sekundärliteratur). Meine Hauptinteresse galt der Orientierung im Magdalenengrund, also dem Sektor des Geografischen, Kartografischen und der Häuserverzeichnisse.

 

Da der Zusammenhang mit dem ersten Teil der Arbeit, den Untersuchungen zu den Trauungen, mit Herkunftsorten, möglichen Heiratsmotiven etc. ziemlich lose war und auch der Adressatenkreis für die topografische Untersuchung ein völlig anderer war, beschloss ich, den lokalhistorischen Teil von der Analyse anläßlich der Indexerstellung zu trennen und unter einen neuen, dem neuen Thema angemessenen Titel zu stellen.

 

Mein besonderer Dank gilt dem Bezirksmuseum Mariahilf, das die Veröffentlichung zahlreicher Fotos des Ratzenstadlmodells  gestattet hat. Ich bitte gleichzeitig die Leser um Verständnis, dass – vor allem wegen des spiegelnden Glasschutzes für das Ratzenstadlmodell – nicht alle Fotos die gewünschte Qualität haben.

 

Bedanken möchte ich mich aber auch bei allen anderen Institutionen, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten, das sind insbesondere Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital, ViennaGIS, Wiener Stadt- und  Landesarchiv, aber auch die Österreichische Nationalbibliothek und jene Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und Matricula/Icarus.

 

Sinn und Zweck dieses Aufsatzes über Magdalenengrund bzw. Ratzenstadl sollte sein,

  • viele aufschlussreiche Informationen zu diesem heutigen Bezirksteil von Mariahilf zu vermitteln,
  • Grundlagen, Hilfsmittel und Anregungen für Forschungsarbeiten zur Verfügung zu stellen, die diese ehemalige Vorstadt, aber auch andere Orte betreffen könnten,
  • vor allem aber viel Freude durch die zahlreichen Bilder zu machen, die man auch ohne genaues Studium dieses Artikels betrachten und verstehen kann. Sie sollen es ermöglichen, einen Ausflug in die Vergangenheit zu unternehmen, sie könnten vielleicht das Interesse für frühere Zeiten wecken oder verstärken, und sie erlauben einen Vergleich mit der heutigen Situation.

 

 

Wien, im April 2018                                                                                                            Günter Oppitz

 

 

2. PFARRE MARIAHILF – VORSTADT MARIAHILF – BEZIRK MARIAHILF

 

Vorstadt Mariahilf

 

Bis 1850 gab es zwischen den Stadtmauern und dem Linienwall 34 Vorstädte. Eine davon war Mariahilf, flächenmäßig nicht sehr groß. Nachbarvorstädte waren Magdalenengrund, Windmühl, Laimgrube, Gumpendorf, Neubau und Spittelberg.

 

Bezirk Mariahilf

 

Laut einem Beschluss des Magistrats der Stadt Wien vom 6. März 1850 sollte durch Zusammenschluss der ummauerten Stadt mit den Vorstädten ein einheitliches Verwaltungsgebiet mit Bezirken geschaffen werden.

Aber erst im Juni 1861 konnten die bereits 1851 gewählten Bezirksvertretungen ihre Tätigkeit aufnehmen. [1]

 

Der Bezirk Mariahilf wurde aus den Vorstädten Gumpendorf, Windmühle, Magdalenengrund und Teilen der Vorstädte Mariahilf und Laimgrube gebildet.

Jene Bereiche der Vorstädte Mariahilf und Laimgrube, die nördlich der Mariahilfer Straße lagen, wurden in den Bezirk Neubau integriert. [2]

 

Aufgrund der neuen städtischen Struktur musste auch eine Änderung der früheren Konskriptionsnummern der einzelnen Vorstädte in Orientierungsnummern (Straßenbezeichnungen mit fortlaufenden geraden bzw. ungeraden Nummern für die einzelnen Bezirke) vorgenommen werden. Die neue Art der Adressangabe wurde ab dem Beginn des Jahres 1863 in den Trauungsbüchern der Pfarre Mariahilf sehr konsequent durchgeführt. Während bis zum Ende des Jahres 1862 in den Heiratsbüchern bei den Wohnadressen immer die Konskriptionsnummern angegeben wurden, trug man ab Jänner 1863 stets die Orientierungsnummern ein. Nur bei ganz wenigen Brautpaaren fehlt eine präzise Nummernangabe, weil ihnen die neue Adresse offenbar noch nicht geläufig war.

 

Das Pfarrgebiet von Mariahilf

 

Zur Pfarre Mariahilf gehörten lt. HV 1852 folgende Vorstädte [3]:

  • Magdalenagrund (zur Gänze)
  • Vorstadt Mariahilf von der KNR 1 (in der Windmühlg., heute: Windmühlg. 28 / Geyling-Haus)  bis 147 (in der damaligen Rittergasse, heute: Zollergasse).

  Die Häuser mit der KNR 148 (in der Rittergasse, heute: Zollerg.) bis KNR 158 (in der Großen Kircheng., heute:     

  Kirchengasse), die in der damaligen Vorstadt Mariahilf lagen, gehörten jedoch zur Pfarre St. Ulrich.

  • Gumpendorf KNR 397 (in der Neuen Gasse, heute: Esterhazyg.) bis 412 (in der Schmalzhofgasse) sowie Gumpendorf KNR 551(in der Rosengasse, heute: Fillgraderg.)

 

Pfarrzugehörigkeit der anderen Vorstädte, die später zum Bezirk Mariahilf gehörten:

  • Gumpendorf gehörte größtenteils zur Pfarre St. Ägyd, einige Häuser zu Mariahilf,
  • die Obere Windmühle zu St. Ägyd,
  • die Untere Windmühle zu St. Josef ob der Laimgrube,
  • Laimgrube (auch „An der Wien“ genannt) zu St. Josef ob der Laimgrube

 

EINE BEMERKENSWERTE ABWEICHUNG VON DIESEM SCHEMA

 

Die Zuteilung einiger Häuser der Vorstadt Gumpendorf zur Pfarre St. Ägyd, wie sie im HV 1852, aber auch in anderen HV angegeben ist, ist nicht richtig.

 

In der Realität gehörten nämlich die Nummern Gumpendorf KNR 1 – 15 zur Pfarre Mariahilf. Das zeigt sich nicht nur bei den Heiratseintragungen, sondern auch bei den Taufeintragungen,

Die Grenze wurde ansonsten (schon damals) durch die heutige Kaunitzgasse und die Neue Gasse (heute Esterhazygasse) gebildet.

 

Betroffen davon waren zwei Häuser in der Gumpendorfer Hauptstr., einige Häuser auf einer Seite der Berggasse sowie mehrere Häuser der Unteren Wehrgasse (heute Teile der Magdalenenstraße und der Kaunitzg.), also Häuser, die an die Vorstadt Magdalenagrund grenzten. Es soll auch erwähnt werden, dass genau diese 15 Häuser der Vorstadt Gumpendorf – im Gegensatz zu allen anderen Häusern von Gumpendorf – nicht zum Stadthauptmannschaftlichen Bezirk Gumpendorf, sondern zu Mariahilf gehörten.

 

Der Stadtplan 1858 soll diese Abweichung von den festgeschriebenen Pfarrgrenzen veranschaulichen:

15 Häuser nordöstlich der Berggasse gehörten zwar zur Vorstadt Gumpendorf, pfarrlich aber zu Mariahilf.

 

 

Der Fehler der HV wurde u.a. im HV 1867/69 korrigiert. Dort wird für die Häuser der früheren Vorstadt Gumpendorf mit den ehemaligen KNR 1 – 15 als zuständige Pfarre Mariahilf angegeben. [4]

 

 

[1] Wien Geschichte Wiki: Vorstädte; online:

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Vorst%C3%A4dte (Zugriff: 19.3.2018)

[2] Wien Geschichte Wiki: Mariahilf; online:

https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Mariahilf (Zugriff: 19.3.2018)

[3] HV 1852; online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/338000?zoom=1&lat=1316.6875&lon=530.225&layers=B (Zugriff: 19.3.2018)

[4] HV 1867/69; online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/343907 (Zugriff: 1.4.2018)

 

 

3. VIER BESONDERE WOHNADRESSEN IN DER PFARRE MARIAHILF

 

Bei der Indexerstellung für die Trauungen in Mariahilf in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts fielen 4 Wohnadressen besonders auf, weil sie in den Heiratsbüchern von Mariahilf extrem oft genannt wurden. [1]

 

Gumpendorf, KNR 12 (ab 1863 Magdalenenstr. 61, heute Magdalenenstr. 21)

Gumpendorf, KNR 14 (ab 1863 Magdalenenstr. 65, heute Magdalenenstr. 25)

Magdalenagrund, KNR 22 (ab 1863 Magdalenenstr. 82, heute im Bereich von Magdalenenstr. 12)

Magdalenagrund, KNR 31 (ab 1863 Magdalenenstr. 43, heute Magdalenenstr. 3 – 7)

 

Es ist bemerkenswert, dass alle vier Standorte sehr nah beisammen liegen und heute Orientierungsnummern der Magdalenenstraße haben.

 

Die ersten beiden Häuser gehörten eigentlich zur Vorstadt Gumpendorf, lagen aber knapp an der Vorstadtgrenze zum Magdalenagrund. Deshalb war pfarrlich für sie, auch wenn in HV 1852 etwas anderes zu lesen ist, Mariahilf zuständig  (vgl. Kapitel 2) – auch in den Tauf- und Sterbebüchern der Pfarre Mariahilf kommen diese Adressen vor.

 

 

 

Um die Häufigkeit des Vorkommens innerhalb der Trauungsbücher festzustellen, wurden die Heiratsbücher im Zeitraum von 14 Jahren (1850 – 1863) nach diesen Adressen bzw. den entsprechenden Brautleuten durchsucht.

 

·         Zu Gumpendorf KNR 12:

Bei 24 Trauungen zwischen 1850 und 1863 wurde für einen Ehepartner oder sogar für beide Brautleute die Wohnadresse Gumpendorf KNR 12 angegeben.

 

·         Zu Gumpendorf KNR 14:

Bei 26 Trauungen zwischen 1850 und 1863 wurde für einen Ehepartner oder sogar für beide Brautleute die Wohnadresse Gumpendorf KNR 14 angegeben.

 

·         Zu Magdalenagrund KNR 31:

Bei 22 Trauungen zwischen 1850 und 1863 wurde für einen Ehepartner oder sogar für beide Brautleute die Wohnadresse Magdalenagrund KNR 31 angegeben.

 

·         Magdalenagrund KNR 22 wurde genauer untersucht, weil dieses Gebäude besonders im Kapitel 6.3. im

   Mittelpunkt steht.

 

Bei 8 Trauungen zwischen 1850 und 1863 wurde für beide Ehepartner die Wohnadresse Magdalenagrund KNR 22 angegeben.

 

Bei 5 Trauungen zwischen 1850 und 1863 wurde nur für die Braut die Wohnadresse Magdalenagrund KNR 22 angegeben.

 

Ab 1859 erschien das Wiener Adressenverzeichnis Lehmann. Ich durchsuchte die Jahrgänge 1859, 1860, 1861 und 1864 (1862 und 1863 erschien der Lehmann nicht) nach den 13 Namen der Bräutigame, fand aber keinen einzigen mit dieser Adresse.

 

Der Grund dafür dürfte vor allem darin liegen, dass es sich beim Lehmann-Adressbuch von Wien zwar um einen „Nachweis sämmtlicher Einwohner von Wien nebst Umgebung“, aber „mit Ausschluß der Gewerbegehülfen, Tagelöhner und Dienstboten“ handelt. [2]

 

Es scheint so, als wäre die Wohndauer jener Paare, die bei der Trauung hier ihre Wohnadresse angegeben haben, extrem kurz gewesen. Jedenfalls finden sich in den Taufbüchern fast keine Einträge ihrer Kinder mit dieser Adresse.

 

Ein einziges Paar war bei drei kirchlichen Anlässen mit dieser Wohnadresse eingetragen: [1]

Josef Hofer, Harmonikamacher ∞ Katharina Schmied –

Trauung: 22.7.1861

Taufen: 17.12.1861 und 17.10.1863

 

Der Hausbesitzer Georg Nickel hat lt. Lehmann (Stichproben 1859 und 1865) nicht in diesem Haus gewohnt.

 

Von Mai 1858 bis zum Jahr 1870 hat (laut Taufeintragungen, aber auch lt. Lehmann die Hebamme (Maria) Anna Maschka gewohnt. Vor Mai 1858 ist als Adresse Magdalenagrund 20 angegeben (zwei Häuser weiter). [1] [2]

 

Die Eintragungen in den Sterbebücher informieren uns darüber, dass in diesem Haus immer wieder Kinder gestorben sind, zum Teil von Eltern, deren Trauung offenbar nicht in der Pfarre Mariahilf stattgefunden hat, zum Teil aber auch von ledigen Müttern, deren Adresse mit „Magdalenagrund 22“ angegeben ist. Es scheint kein Zufall zu sein, dass in diesem Haus eine Hebamme wohnte. [1]

 

Die Konzentration der Hinweise auf den Magdalenagrund hat mich veranlasst, diese damalige Vorstadt, späteren Bezirksteil von Mariahilf, näher zu untersuchen.

 

 

[1] Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

[2] Lehmann (mit Jahreszahl)

Adolph Lehmann, Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger: nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichshaupt und Residenzstadt Wien und Umgebung. Wien 1859 – 1942; online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/structure/5311 (Zugriff: 29.3.2018)

 

 

4. MAGDALENENGRUND – WIENER VORSTADT BZW. BEZIRKSTEIL VON MARIAHILF

Abb. 3. Wappen der Vorstadt Magdalenengrund

 

Beschreibung: Auf dem Wappen sieht man Jesus Christus am Kreuz, davor bzw. darunter kniet die hl. Maria Magdalena.

 

Magdalenengrund war eine der kleinsten Vorstädte und wurde im Westen durch Gumpendorf, im Osten durch Laimgrube, im Süden durch den Wien-Fluss und im Nordwesten durch die Bergsteiggasse (später Kaunitzgasse) begrenzt. [1]

 

Erklärung des Namens:

 

Bereits um 1220 soll auf dem damaligen St. Stephans-Friedhof, am heutigen Stephansplatz, die weit in die Tiefe reichende, heute so genannte Virgil-Kapelle entstanden sein, die heute als Museum genützt wird.

 

Um 1300 wurde in den Raum mit ursprünglich 11 Metern Höhe ein Gewölbe eingezogen, durch das ein neues Geschoß geschaffen wurde, das noch knapp unter dem Bodenniveau lag und das einige Jahrzehnte als Karner genutzt wurde.

 

Die Ausnehmungen für die Deckenpfosten kann man noch heute sehen, wenn man am Eingang des Museums steht.

 

 

 

Abb. 4. Blick in die Virgil-Kapelle – ganz oben die Pfosten-Ausnehmungen für die Zwischendecke – Foto Autor (2018)

 

Im 14. Jahrhundert wurde über der Virgil-Kapelle und dem Karner die Maria-Magdalena-Kapelle errichtet, der Sitz der Schreiberzeche, deren Patronin Maria Magdalena war. Der Versammlungsort dieser Vereinigung war die Empore der kleinen Kirche.

Ebenfalls in der Maria-Magdalena-Kapelle, jedoch im ehemaligen Karner, hatte die Bruderschaft der Jünger Christi, auch als Gott(es)leichnamsbruderschaft bezeichnet (begleitete die Priester mit Baldachin und Lichtern bei ihren Versehgängen bzw. bei Fronleichnamsumzügen), ihren Versammlungsort. [2]

1781 wurde die Maria-Magdalena-Kapelle nach einem Brand abgerissen, und mit dem Schutt wurden die unterirdischen Räume gefüllt, die dadurch in Vergessenheit gerieten. [3]

  

Die Umrisse der ehemaligen Maria-Magdalena-Kapelle sind noch heute auf dem Stephansplatz durch eine entsprechende Pflasterung zu erkennen.

 

 

 

             Abb. 5. Stephansplatz – Pflasterung entsprechend den Umrissen der ehemaligen Maria-Magdalena-Kapelle –

             Foto Autor (2018)

 

Wie die Magdalena-Kapelle ungefähr ausgesehen hat, kann man an einem Bild erkennen, das in der U-Bahn-Station Stephansplatz vor dem Eingang zum Museum der Virgil-Kapelle ohne nähere Erläuterung an der Wand befestigt ist.

 

 

 

Abb. 6. Die Maria-Magdalena-Kapelle neben dem Stephansdom – Foto Autor (2018) nach einem kleinen Bild in der U-Bahn-Station Stephansplatz

 

Die Abbildung der Maria-Magdalena-Kirche aus dem Jahr 1609 nach dem Hoefnagel-Plan auf der Seite „Maria-Magdalena-Kapelle“ von Wien Geschichte Wiki ist zwar nicht völlig gleich, weist aber eine große Ähnlichkeit auf. [4]

 

Einkünfte bezog die Maria-Magdalena-Stiftung u.a. aus Grundstücken am Wienfluss, deren Lage ursprünglich folgendermaßen beschrieben wurde: „im Saugraben an der Wien auf der Gstetten“.

Mit Einwilligung der Grundherrschaft wurden diese Grundstücke, die ursprünglich als Weingärten, später als Äcker genutzt worden waren, ab 1698 in lange, schmale Streifen geteilt und verkauft und von den neuen Besitzern dann mit kleinen, armseligen Häuschen versehen, sodass es im Jahr  1713 hier 20 Häuser gab: ein großes, altes Haus und 19 kleine, zum Teil eng aneinander gebaute Häuschen.

 

Spätestens zur Mitte des 18. Jahrhunderts setzte sich wegen der oben erklärten Grundherrschaft der Name „Magdalenagrund“ (auch „Magdalenengrund“) durch. [5]

 

 

[1] Wikipedia: Magdalenengrund, online: https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenengrund  (Zugriff: 19.3.2018)

[2] Vgl. Kaut 1963, S. 54

[3] Wien Geschichte Wiki: Virgilkapelle; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Virgilkapelle (Zugriff: 19.3.2018)

[4] Wien Geschichte Wiki: Maria-Magdalena-Kapelle; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Maria-Magdalena-Kapelle (Zugriff: 19.3.2018)

[5] Wien Geschichte Wiki: Magdalenengrund (Vorstadt); online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Magdalenengrund_(Vorstadt) (Zugriff: 19.3.2018)

 

5. RATZENSTADL - RAZENSTADTL

5.1. Die Bezeichnung Ratzenstadl

 

Bei Wikipedia wird der Ursprung dieses Begriffes, der eine Wohnsiedlung am Kaunitzberg bezeichnet, hinterfragt. Die drei hier genannten Erklärungsmöglichkeiten sollen  als Ausgangspunkt für einige Überlegungen dienen[1]:

 

1) Ein Ferdinand Ratz ließ im Magdalenagrund einst eine Gedenksäule errichten. Dies könnte zur Namensbildung vom Ratzenstadl beigetragen haben, vor allem, wenn man die unter Punkt 2 wiedergegebenen Behauptungen verifizieren kann.

 

2)  Der Name könnte sich auf die serbischen Familien beziehen, die sich im 18. Jahrhundert hier ansiedelten. In offiziellen Unterlagen wurde für Serben der Ausdruck Raizen oder Ratzen verwendet, der Familienname Ratz leitet sich davon ab (im 18. Jahrhundert wurde auch das serbische Viertel der damals habsburgischen Stadt Novi Sad Ratzenstadt genannt).

 

3) Der Magdalenengrund trug auch den umgangssprachlichen Namen Ratzenstadl, was möglicherweise auf die Rattenplage zurückzuführen ist (Erklärung bei Wikipedia: Stadel = Scheune).

 

Auseinandersetzung mit diesen drei Theorien:

 

ad 1) Von Ferdinand Ratz wissen wir nur wenig:

 

Wahrscheinlich war er ein Bau- und Steinmetzmeister, der Friedhofsbauten ausführte und Grabsteine herstellte. Er dürfte in der Nähe des Friedhofs, der ab 1656 im Bereich der heutigen Barnabitengasse angelegt wurde, seine Werkstätte, seinen „Stadel“ gehabt haben. [2][3]

Er ließ dort, wo heute die Windmühlgasse mit der Gumpendorfer Straße zusammentrifft, also auf dem Platz vor dem Apollotheater, eine Säule errichten. Diese wurde nach der Zerstörung durch die Osmanen hinter der Mariahilfer Kirche wieder errichtet und allgemein „Ratzenkreuz“ genannt [2]. Über dieses Denkmal schreibt Mathias Fuhrmann im Jahr 1767 [4]:

 

In der seiten Gasse der Kirche gegen über, nächst einen andern Brunn ein Säule mit der Bildnuß der unbefleckten Empfängnuß Mariä, und der Beyschrifft:

 

Herr Ferdinand Ratz hat diese Saulen

Erbauet Anno 1668. Anno 1683.

ist sie von dem Erbfeind ruiniret worden.

1699. ist sie von Hern F. Erhardt

Ulses wider erbauet worden.

 

Weder auf dem heutigen Fritz-Grünbaum-Platz noch an der Rückseite der Mariahilfer Kirche erinnert im Jahr 2018 irgendetwas an diese Säule.

 

Die Erinnerung daran hat Anton Bienert  in seinem Ratzenstadl-Modell bewahrt, der die Säule allerdings ungefähr an ihrem früheren Standort platziert, wo sie im 19. Jahrhundert sicher nicht mehr war – Bienerts Modell soll eigentlich den Zustand von 1820 wiedergeben. 

 

 

ad 2) Die Bezeichnung „Raitzen“ oder „Rätzen“ wird auch in Brockhaus Conversations-Lexikon auf eine bestimmte Volksgruppe angewendet: [5]

 

Die RaitzenRätzen, oder wie man sie sonst richtiger nannte, Rascier (vom Flusse Rasca in Servien) sind ein Volk Slavischen Ursprungs. Sie heißen auch Servier, weil sie in Servien sehr zahlreich sind, auch Illyrier, weil das alte Illyrien einige ihrer jetzigen Wohnplätze in sich faßte. Unter dem Namen Rascier kamen sie nach dem 9. Jahrhundert als ein kleines Volk vor, das zwischen der Morava, Donau, Sau und Drin in Servien wohnte,…

 

In diesem Artikel wird auch ein religiöser Aspekt angeschnitten.

 

In einem Wikipedia-Artikel über „Raizen“ [6] liest man als eine Art Definition:

RaizenRaitzen oder Rascier sind historische deutschsprachige Begriffe, die bis ins frühe 19. Jahrhundert als Bezeichnung für die orthodoxe serbische Bevölkerung der Habsburgermonarchie verwendet wurden. Die Begriffe beziehen sich auf die historische Region Rascien, die im heutigen serbischen Okrug Raška liegt.

 

Es werden auch zwei Beispiele für die Bezeichnung „Raitzenstadt“ genannt:

Im heutigen ersten Bezirk der Stadt Budapest wurde der Bezirksteil Tabán wegen seines hohen slawischen Anteils von deutschen Einwohnern Raizenstadt genannt. Der alte deutsche Name Raitzenstadt für Novi Sad bezog sich auf die Raizen. [6] Bereits 1694 hatte die österreichische Militärverwaltung einen Brückenkopf am gegenüber liegenden Donauufer der Peterwardein-Festung errichtet, um den herum eine Siedlung mit Soldaten, Handwerkern und Händlern heranwuchs, die anfangs Racka Varoš genannt wurde. Auf deutsch nannte man die Siedlung Ratzenstadt, womit Serbenstadt gemeint war, denn RaizenRatzen oder Rac war eine frühere deutsche und ungarische Bezeichnung für die Serben, die Bewohner von Raszien. [7]

 

Interessant im Zusammenhang mit den Überlegungen bezüglich Ferdinand Ratz ist eine bestimmte Aussage im Wikipedia-Artikel über die Raitzen: „Der Familienname Rácz bezieht sich auch auf die Raizen.“ [6]

 

Zum zweiten Wortbestandteil: „Stadel“

Es ist durchaus wahrscheinlich, dass hinter dem Wortbestandteil „Stadl“ ursprüngliche die Verkleinerungsform „Stadtl“ als Herleitung von „Stadt“ stand.

Aus verschiedenen Quellen wissen wir ja auch, dass es im Volksmund „das Ratzenstadl“ hieß. „Stadel“ im Sinne von „Scheune“ würde dagegen den Artikel „der“ verlangen.

Wenn sich im 18. Jahrhundert Serben hier angesiedelt haben, müssen sie die „Ratzenstadt“, die Novi Sad betraf, gekannt haben und könnten sie für die Siedlung an der Wien verwendet haben, auch wenn es hier keinen großen Brückenkopf, sondern nur die kleine Stegbrücke gab.

 

Die Stegbrücke, Ratzenstadlbrücke oder Magdalenenbrücke wurde ursprünglich aus Holz – wahrscheinlich um 1750 – etwa in der Höhe der heutigen Eggerthgasse errichtet. Ab 1865 gab es eine Eisenkonstruktion, die 1919 entfernt wurde.[8]

 

Bienerts Ratzenstadelmodell vermittelt einen Eindruck von der hölzernen Brücke:

 

 

Abb. 8. Hölzerne Stegbrücke im Ratzenstadel-Modell von Anton Bienert im Bezirksmuseum Mariahilf - Foto Autor (2018)

 

 

Das Bild mit der Eisenkonstruktion wird auch auf der Internetseite von „Wien Geschichte Wiki : Magdalenenbrücke“ verwendet.

 

 

Abb. 9. Ratzenstadl, Magdalenensteg 1900 / Quelle: Wienbibliothek im Rathaus / Varia / Alt-Wiener Ansichten / Bd. III/ IX

online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/2037010 (Zugriff: 21.3.2018)

 

 

ad 3) Es ist nicht anzuzweifeln, dass viele Menschen die Bezeichnung „Ratzenstadel“ verwendeten, um darauf hinzuweisen, dass es sich um eine unwirtliche, schmutzige und baulich völlig unbefriedigende Gegend handelte.

Es gab ja auch Aussagen von berühmten Menschen, in denen dieser negativ gemeinte Begriff erwähnt wurde:

a) Ein Wiener Bürgermeister machte seinem Unmut im Jahr 2002 über die „Räuberhöhle“ Luft, mit der er die Gebäude des Bahnhofs Wien-Mitte  meinte: Sollte das geplante Investment doch verhindert werden, "dann müssten diejenigen, die jetzt dagegen wettern, rechtfertigen, warum dieser Ratzenstadel nicht saniert wird" [9]

b) Angeblich soll auch Kaiser Josef II. „Ratzenstadl“ als abwertenden Begriff für die Gebäude verwendet haben, denn die kleinen, engen, finsteren und winkeligen Häuschen waren am Mariahilferberge so dicht eines über das andere gebaut, dass sie einem schmutzigen Rattenneste nicht unähnlich sahen. Leider verrät uns der Autor des entsprechenden Artikels, Ernst Blaschek, nicht, von wem die bildhafte und subjektive Deutung (von mir in Kursivschrift gesetzt) für den Ausdruck „Ratzenstadl“ stammt – vom Kaiser, vom Autor oder von einem anderen Historiker. [10]

 

 

Es ist jedoch durchaus denkbar, dass erst angesichts von Missständen, Plagen durch Ungeziefer und Ratten etc. ein ursprünglich ganz anders gemeinter Begriff durch ein abwertend gemeintes Wort ersetzt wurde.

 

Zwei Beispiele sollen zeigen, dass das Wort Ratzenstadl, in beiden Fällen wurde sogar RatzenSTADTL geschrieben, in früheren Zeiten noch keine negative Bedeutung hatte.

 

a) In einem Stiftsbrief vom 14. Januar 1768 erweist sich Joseph Johann Edler von Tepser als Wohltäter (Bezahlung von Schulgeld und Schulmaterialien) gegenüber 80 bedürftigen Kindern, darunter auch 10 von „Magdalenengrund oder Razen Stadtl“ [11]

Es wäre schwer nachzuvollziehen, wenn man in einem offiziellen Dokument eine umgangssprachliche Bezeichnung verwenden würde, die abwertend zu verstehen ist. Außerdem wird hier der Magdalenagrund „Razen STADTL“ genannt. Man darf annehmen, dass jemand, der sich mit der Not in den Vorstädten derart intensiv auseinandersetzt, auch über die Besiedlung und über damit zusammenhängende Begriffe genau Bescheid weiß.

 

Joseph Johann Edler von Tepser lebte von 1690 – 1761. Sein Vater war ein hoch angesehener Leinwandhändler, Stadtrat und 3 Jahre lang Bürgermeister von Wien, der u.a. in den Vorstädten Landstraße, Leopoldstadt und Rossau Liegenschaften erwarb. Man kann auch daraus schließen, dass der Sohn über die Vorstädte bestens informiert war.

 

b) Auch auf dem Vogelschauplan von Joseph Daniel Huber aus dem Jahr 1778 ist bei der Siedlung am Kaunitzberg vermerkt:

 

in dem Razen Stadtl (siehe Abb.10)

 

 

Abb. 10. Josef Daniel Huber, Vogelschauplan von Wien 1778 mit der Bezeichnung „in dem Razen Stadtl; radiert von J. Wagner, J. Ebersbach, C.G. Kurtz, J. Adam, Scenographie oder Geometrisch Perspect. Abbildung der Kayl: Königl: Haubt: u: Residenz Stadt Wien in Oesterreich. 1769-1778, Quelle: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Signatur 3.2.1.1.P1.11 (Digitalisat 9)

online:

https://www.wien.gv.at/actaproweb2/benutzung/image.xhtml?id=thGiG1jYHUwMQEFEmSL/CuM0+8OkdD4Jp25sfgC2ACs1 (Zugriff: 7.4.2018)

 

Zur Orientierung:

Diese Karte ist so gezeichnet, dass man, von der Innenstadt kommend, stadtauswärts blickt, also ungefähr nach Westen.

Am rechten unteren Bildrand sieht man den Mariahilfer Friedhof – die Barnabitengasse, die später hier zur Mariahilferkirche führte, gab es noch nicht. Schräg nach rechts führt die heutige Schadekgasse (früher ein Teil der Windmühlgasse). Rechts oben erkennt man einen prachtvoll angelegten Garten bzw. Park, den Kaunitzpark, später Esterhazypark, mit dem Palais.

Links daneben verläuft die heutige Gumpendorfer Straße.

Bei den Wörtern „In dem Razen…“ biegt eine Gasse schräg links ab, die heutige Kaunitzgasse.

Beim Wort „Stadtl“ biegt eine Gasse scharf links ab und wendet sich dann gleich nochmals nach links. Das war die Dürergasse, die damals zum Teil einen anderen Verlauf nahm als heute.

Am linken unteren Bildrand sehen wir den Magdalenensteg (Stegbrücke, später auch Ratzenstadlbrücke), die über den Wienfluss zur Magdalenenstraße führte. Folgte man der Magdalenenstraße nach links, dann traf man nach einiger Zeit auf die heutige Kaunitzgasse.

 

Es ist unvorstellbar, dass auf einem Plan, der von der Herrscherin Maria Theresia 1769 beauftragt wurde und ihr 1773 als Federzeichnung vorgelegt wurde, umgangssprachliche bzw. volkstümliche Bezeichnungen aufschienen. [12]

 

Zusammenfassung:

Es ist verständlich, wenn die Bevölkerung, der die Ansiedlung der Serben bzw. die Bezeichnung „Razen“ für diese Einwanderer unbekannt war, den Begriff angesichts der katastrophalen sanitären Missstände allmählich umdeutete. Auch die Erinnerung an Ferdinand Ratz war, sobald es keine sichtbaren Zeichen mehr gab, irgendwann verschwunden. Spöttische Vergleiche von hohen Persönlichkeiten, die über den wahren Ursprung des Begriffes möglicherweise sogar Bescheid wussten, könnten die Umdeutung beschleunigt haben.

Aber die ursprüngliche Bedeutung scheint nichts mit „Ratten“ oder „Stadel“ zu tun gehabt zu haben, wie viele, die andere Herleitungsmöglichkeiten nicht kennen, spontan glauben.

 

 

 

 

[1] Vgl. Wikipedia: Magdalenengrund, online: https://de.wikipedia.org/wiki/Magdalenengrund  (Zugriff: 19.3.2018)

[2] Vgl. Bezirksmuseum Mariahilf, kein Autor, möglicherweise Fritz Illing (1933): 250 Jahre Ratzenstadl, zitiert nach einer Broschüre des Bezirksmuseums Mariahilf (2018) „Anton Bienert und sein Modell vom ‚Ratzenstadel um 1820‘ “

[3] Internetseite Pfarre Mariahilf – Kultur/Geschichte, online: http://www.pfarremariahilf.at/mariahilf/index.php?mid=Kultur&cid=Geschichte (Zugriff: 20.3.2018)

[4] Mathias Fuhrmann, Historische Beschreibung und kurz gefaste Nachricht von d. Röm. Kais. u. Königl. Residenz-Stadt Wien und ihren Vorstädten, Band 2, Ausgabe 2, Wien 1767, S. 746; online:

https://books.google.at/books?id=AsZXAAAAcAAJ&pg=PA746&lpg=PA746&dq=Ferdinand+Ratz&source=bl&ots=MT0_gZpwSW&sig=SoQFm4PrMI3wggA8olVRaRSS42o&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiPycWHiv3ZAhXRb1AKHTZsBJwQ6AEIOTAF#v=onepage&q=Ferdinand%20Ratz&f=false (Zugriff: 21.3.2018)

[5] Brockhaus Conversations-Lexikon Bd. 4. Amsterdam 1809, S. 37-38; online: http://www.zeno.org/Brockhaus-1809/A/Die+Raitzen (Zugriff: 20.3.2018)

[6] Wikipedia: Raizen; online:

https://de.wikipedia.org/wiki/Raizen (Zugriff: 20.3.2018)

[7] Wikipedia: Novi Sad; online:

https://de.wikipedia.org/wiki/Novi_Sad (Zugriff: 20.3.2018)

[8] Wien Geschichte Wiki: Magdalenenbrücke, online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Magdalenenbr%C3%BCcke (Zugriff: 21.3.2018)

[9] Der Standard vom 19.2.2002; online:

https://derstandard.at/862478/Haeupl-Sauhaufen-Wien-Mitte-muss-weg (Zugriff: 20.3.2018)

[10] Blaschek 1926

Ernest Blaschek (Hg.), Alte Siedlungen in Mariahilf. Das Ratzenstadl, in: Mariahilf einst und jetzt (Wiener Heimatbücher), Wien 1926, S. 80

[11] Joseph Alexander von Helfert, Die österreichische Volksschule: Geschichte, System, Statistik. Die Gründung der österreichischen Volksschule durch Maria Theresia, Prag 1860, Band 1, S. 62; online:

https://books.google.at/books?id=hOlMAAAAcAAJ&pg=PA62&dq=Tepser+Razen&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiL0I-NlKPZAhUBBiwKHWiyB1gQ6AEILjAB#v=onepage&q=Tepser%20Razen&f=false (Zugriff: 20.3.2018)

[12] Wien Geschichte Wiki: Vogelschauplan, Joseph Daniel Huber (1778); online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Vogelschauplan,_Joseph_Daniel_Huber_(1778) (Zugriff: 21.3.2018)

 

 

5.2. Überlegungen zur Lokalisierung des Ratzenstadls

 oder: Welches Gebiet wurde als Ratzenstadl bezeichnet?

 

In früheren Zeiten wurden die Bezeichnungen „Magdalenengrund“ und „Ratzenstadl“ oft gleichgesetzt:

  • z.B. im Stiftsbrief des Joseph Johann Edlen von Tepser 1768 (vgl. Kapitel 5.1. / Helfert 1860 / Fußnote 11)

 

Zumindest aber wurde damit die Siedlung auf dem Kaunitzberg bezeichnet. Das ist belegbar durch

  • den Vogelschauplan von Huber (vgl. Kapitel 5.1. / Abb. 10)
  • das Ratzenstadl-Modell von Anton Bienert (vgl. Kapitel 5.1. / Abb.8)
  • zahlreiche Bilder, Fotos und andere Kunstwerke, die Gebäude zeigen, die weit voneinander entfernt sind, z. B. Kapitel 5.1. / Abb. 9 (Magdalenensteg) und Kapitel 5.3. / Abb. 21 (Haus Nr. 21 in der Kaunitzgasse)

 

So, wie die Bezeichnung im Laufe der Jahrzehnte oder Jahrhunderte eine negative Bedeutung bekommen hat, hat sich auch die Größe des damit bezeichneten Gebietes verändert.

 

Eine kleine Anekdote:

 

Bei einer Fototour, die mich auch in die Dürergasse führte, wurde ich von einer älteren Dame (Geburtsjahr wohl zwischen 1950 und 1955) gefragt, was ich hier suche. Als ich dieser Bewohnerin eines Hauses Ecke Dürergasse / Eggerthgasse mitteilte, dass ich mich mit dem früheren Ratzenstadl beschäftigte, meinte sie: „Das ist aber viel weiter da vorne gewesen“, und zeigte in die Richtung, wo heute das Ratzenstadldenkmal steht (Magdalenenstraße 12).

Einerseits wurde spürbar, dass sie sich von diesem für sie offenbar negativen Begriff distanzieren wollte, andererseits kannte sie ja ein sehr beliebtes Motiv des Ratzenstadels, das nur wenige Schritte von ihrem Wohnhaus entfernt war, nämlich die Magdalenenstiege oder Ratzenstadlstiege, nicht mehr. Die Häuser, die heute dort stehen, wurden 1902 erbaut. Das letzte Relikt des alten Ratzenstadls in der Magdalenenstraße dagegen wurde erst um 1960 abgerissen – wahrscheinlich hat sie das als Kind miterlebt.

 

 

Es ist ja bemerkenswert, dass auf dem Denkmal selbst folgender Text steht:

 

 

Abb. 11. Ratzenstadl-Denkmal in der Magdalenenstraße Nr. 12 – Foto Autor (2018)

 

AN DIESER STELLE STAND

DAS ALTE RATZENSTADL.

DIESE WOHNHAUSANLAGE WURDE IN DEN JAHREN

1965 – 1967

VON DER GEMEINDE WIEN,

WIENER STADTBAUAMT, ERRICHTET.

 

 

Diese Zeilen, die das Ratzenstadl gebietsmäßig mit der dortigen Wohnhausanlage gleichsetzen, sind irreführend und widersprechen der Verwendung der beiden Motive, die links und rechts davon zu sehen sind (vgl. Abb. 19 und Abb. 12 im Kapitel 5.3.).

1967 hat man im Stadtbauamt das Areal aus einer ähnlichen Sicht wie die „Zeitzeugin“ aus der Dürergasse gesehen.

Der Künstler Viktor Hammer dagegen, der auch die beiden bekanntesten Motive (einige Häuser in der Kaunitzgasse und die Magdalenenstiege in der Magdalenenstraße) nachbildete, hat das Gebiet – wohl entsprechend seinen Vorlagen für die künstlerische Gestaltung – wesentlich weiter gefasst. [1]

 

 

 

[1] Wikipedia: Viktor Hammer (Bildhauer), online: https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Hammer_(Bildhauer) (Zugriff: 21.3.2018)

 

5.3. Zwischen sanitärer und städtebaulicher Katastrophe und Idyll

 

Wenn man heutzutage vom Ratzenstadl spricht, kommt es zu unterschiedlichen Reaktionen: Die einen denken an die zahlreichen Bilder verschiedener Maler und Fotografen, die diese versunkene Welt festgehalten haben, die anderen an die tristen Lebensumstände, unter denen die Bewohner leben mussten bzw. an die desolaten Häuser, in denen sie wohnten.

 

Die Diskrepanz zwischen wehmütiger Erinnerung an das ehemalige Idyll mit den niedlichen kleinen Häusern auf der einen Seite und dem berechtigten Stolz, der Bevölkerung bessere Wohnmöglichkeiten gegeben zu haben auf der anderen Seite spiegelt sich darin wider, dass das Ratzenstadel-Denkmal in der Magdalenenstraße im Bereich der Nr. 12 ziemlich versteckt (und sehr schwer als gesamtes Kunst- und Erinnerungswerk zu fotografieren) ist.

 

Es befindet sich hinter einem kleinen Parkplatz, etwas erhöht zwar, aber durch eine kleine Hecke zum Teil verdeckt, sodass man auf eine kleine Mauer steigen muss, um wenigstens den Großteil des Denkmals sehen zu können.

 

In der Mitte des Denkmals wird die alte Wohnsiedlung, das Ratzenstadl, genannt, es wird aber natürlich auch der Bau  neuer Wohnanlagen gewürdigt.

Als der Bildhauer Viktor Hammer im Jahr 1967 das Steinrelief Alter Ratzenstadl schuf [1], hat er links und rechts davon die beiden beliebtesten Bild- bzw. Fotomotive in Erinnerung gerufen:

 

 

1) die so genannte Magdalenenstiege, die ungefähr dort den Kaunitzberg hinaufführte, wo damals das Haus Magdalenenstraße Nr. 74 stand (nach heutiger Nummerierung zwischen Magdalenenstr. 2 und 4).

 

 

Abb. 13: Rechter Teil des Ratzenstadldenkmals (Magdalenenstiege) – Foto Autor (2018)

 

 

Der Maler Richard Pokorny, ein Künstler des 20. Jahrhunderts, konnte Farbenpracht und Buntheit zum Ausdruck bringen. Das Bild ist von einer gewissen Beschaulichkeit und Ruhe geprägt, zeigt aber auch alltägliche Vorgänge und typische Abläufe:

 

 

Abb.14. Richard Pokorny, Ratzenstadl, Bild aus dem Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

signiert mit „RATZENSTADL, RICH. POKORNY“

 

 

Dem Fotografen der folgenden Schwarz-Weiß-Aufnahme ging es wohl eher darum, auf die Geschäftigkeit und die Hektik aufmerksam zu machen. Es gibt zwar viele Menschen, die in Bewegung sind, aber fast alle gehen weg – eine gewisse Endzeitstimmung.

 

 

Abb. 15. Fotografie „Ratzenstadl (Magdalenenstr.74) Wien“ aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf –

Foto Autor (2018)

 

Wenn man im Internet unter Ratzenstadl / Bilder sucht, findet man zahlreiche Werke von bekannten und weniger bekannten Künstlern mit diesem Motiv: u. a. von Rudolf Schima, Karl Wenzel Zajicek, Ernst Graner, Karl Zach, Richard Pokorny („Wien, Ratzenstadl und ein Herr mit Baßgeige“), Gustav Zafaurek usw. Der Vollständigkeit halber muss auch erwähnt werden, dass Adolf Hitler zwischen 1909 und 1912 ein Aquarell mit diesem Motiv anfertigte. [2]

 

 

An dieser Stelle soll auch ein Dokument eines Zeitgenossen des Abbruchs wiedergegeben werden, der in seinem Artikel in einer Zeitung den bevorstehenden Abbruch der Magdalenenstiege bzw. der Gebäude in der Umgebung bedauert.

 

 

Abb. 16. Wienbibliothek digital / Varia / Die Demolirung des alten „Ratzenstadtl“ und seine Zukunft 1902

[Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], III / 88

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/2037203?zoom=2&lat=1600&lon=1000&layers=B

 

Ein aktuelles Foto zeigt den 1902 erbauten  „Albrecht-Dürer-Hof“ und das Nachbarhaus vom Bezirk Margareten aus – Blick durch die Steggasse. Wo die beiden Häuser zusammenstoßen, muss sich die Magdalenenstiege befunden haben.

 

 

 

Abb. 17. Foto durch die Steggasse Richtung Albrecht-Dürer-Hof – Foto Autor (2018)

 

 

Diese Steggasse führte also zur Stegbrücke – heutzutage sind Wienfluss und U-Bahn hier überplattet – und man gelangt zu der Stelle, wo die Magdalenenstiege ihren Ausgang nahm, nämlich zwischen Magdalenenstraße 2 (rechtes/rosa Haus) und Magdalenenstraße 4 (linkes/braunes Haus, „Albrecht-Dürer-Hof“). Ganz rechts ist die Eggerthgasse zu sehen, die gerade bis hinauf zur Kaunitzgasse führt und die 1902 als Ersatz für die Magdalenenstiege (teilweise) neu angelegt wurde. 

 

 

Abb. 18. Magdalenenstr. 2 und Magdalenenstr. 4 (Albrecht-Dürer-Hof) – Foto Autor (2018)

 

 

2) Die zweite große Attraktion war die Kaunitzgasse mit ihren malerischen kleinen Häuschen.

 

 

 

Abb. 19: Linker Teil des Ratzenstadldenkmals (Häuserzeile in der Kaunitzgasse) – Foto Autor (2018)

 

Ein Foto dieser Häuserzeile, das vor 1910 datiert wird:

 

 

Abb. 20. Foto der Häuserzeile in der Kaunitzgasse aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf; online: https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=9435212 (gemeinfrei, Zugriff: 21.3.2018)

 

Auf diesem Foto sind Nr. 13, Nr. 15, Nr. 21, Nr. 23, Nr. 25 und Nr. 27 zu sehen. Von Nr. 29 sieht man nur mehr einen kleinen Teil.

 

Vor allem das Haus Nr. 21 mit seiner pittoresken Fassade war eines der beliebtesten Fotomotive Wiens.

 

 

 

Abb. 21. „Im Ratzenstadl das kleinste Haus in Wien“ / Wienbibliothek im Rathaus / Varia / [Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], III / 14; online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/2037017?zoom=2&lat=2676.06245&lon=1811.36473&layers=B (Zugriff: 22.3.2018)

 

Natürlich hatten die Maler und Fotografen vor allem das optisch Ansprechende im Auge, aber das ist ihnen auch nicht vorzuwerfen.

Man kann es Malern und Fotografen sicher nicht verübeln, dass sie die Kulisse des Ratzenstadls im Bild festgehalten haben.

 

 

Manchmal werden in den Bildern und Fotos auch Schattenseiten offenkundig (vgl. einige Abbildungen im Kapitel 10.3.), aber die tristen Seiten und der Verfall wurden natürlich nicht so oft zur Schau gestellt und lassen sich am besten durch die Bilder erahnen, die zum Beispiel in Hinterhöfen entstanden sind.

 

 

Abb. 22. Das Ratzenstadl (Außenansicht) demolirt 1888; Wienbibliothek im Rathaus / Varia / Alt-Wiener Ansichten;

 

[Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], Bd 1-2/71; online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/2036111?zoom=2&lat=630.39206&lon=352&layers=B

(Zugriff: 21.3.2018)

 

 

Abb. 23. Das Ratzenstadtl (Hofansicht) demolirt 1888; Wienbibliothek im Rathaus / Varia / Alt-Wiener Ansichten;

[Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], Bd II/72; online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/2036615?zoom=2&lat=630&lon=352&layers=B  

(Zugriff: 21.3.2018)

 

 

Abb. 24. Ein Theil des alten Ratzenstadtl im Jahre 1895; [Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], Bd III/27

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/2037037?zoom=2&lat=2902.99&lon=1780.677&layers=B

 

Die nette Staffage im Hof dieses Hauses kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass es schwere Feuchtigkeitsschäden gibt, die zu großen gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen können und die bei der damaligen Bauweise kaum zu beheben waren.

Dass sich die Bezeichnung „Ratzenstadl“ als abwertender Begriff in der Sprache der Bevölkerung festgesetzt hat, ist sicherlich mit den unhygienischen und unwirtlichen Lebens- und Wohnbedingungen in dieser Siedlung in Zusammenhang zu bringen.

 

Ernest Blaschek beschreibt die Folgen der extremen Wassernot im Mariahilfer Heimatbuch auf S. 80 [3]:

„Pater Fuhrmann nennt in seiner Geschichte Wiens vom Jahre 1766 als Gründe des Übelstandes, daß sich das Ungeziefer hier in so erschreckender Weise vermehrte, den großen Wassermangel, da wegen der hohen Lage fast gar keine Brunnen hier existierten. Noch im 18. Jahrhundert wissen die Chronisten nicht genug zu erzählen von den Ratten, Mäusen und Heuschrecken, die alljährlich diese Gegend und die beachbarten Gärten und Felder heimsuchten.“… „Mit dieser Landplage hängt das Auftreten von Rattenfängern zusammen, die allenthalben herumzogen und sich der geheimen Kunst rühmten, das Ungeziefer an sich zu locken und vertilgen zu können. Der in der Volkssage bekannte Rattenfänger von Korneuburg soll ein Rattenfänger vom Magdalenengrund gewesen sein.“

 

Als weitere Gründe für Krankheiten und Seuchen sind fehlende Kanalisation und unsauberes Wasser zu nennen – „auch die Lage am Fluss stempelte die Gegend bereits vor der frühen Industrialisierung als gesundheitsschädlich: Die Abwasser der Färbereien und Gerbereien zusammen mit den unregelmäßig und unangekündigt eintretenden Hochwässern führten zu zahlreichen lokalen Epidemien.“ [4]

 

Im Kapitel 5.1. wurde bereits der städtebauliche Aspekt durch die abfälligen Äußerungen zweier berühmter Persönlichkeiten thematisiert.

 

Und so kam es, dass diese niedlichen Häuser nach und nach verschwunden sind und durch Neubauten ersetzt wurden.

In der Kaunitzgasse ist nur eines von den alten Häusern übrig geblieben, Kaunitzgasse Nr. 7:

 

Eingekeilt zwischen wesentlich höheren Bauten, einer alten Baulinie folgend und etwas vernachlässigt bzw. möglicherweise unbewohnt, scheint es geduldig auf seinen Abriss zu warten.

 

 

 

 

Abb. 25. Kaunitzgasse 7 – Foto Autor (2018)

 

 

 

[1] Wikipedia: Viktor Hammer (Bildhauer), online: https://de.wikipedia.org/wiki/Viktor_Hammer_(Bildhauer)

(Zugriff: 21.3.2018)

[2] Vgl. Internet-Seite des Kansas City Business Journal, online: https://www.bizjournals.com/kansascity/blog/2012/03/hitler-paintings-go-up-for-sale-at.html (Zugriff: 21.3.2018)

[3] Blaschek 1926

Mariahilf einst und jetzt, Wiener Heimatbücher, hrg. von Ernest Blaschek, Wien und Leipzig 1926, S. 80 f.

[4] Der Bezirk und seine Vorstädte - Broschüre des Bezirksmuseums Mariahilf, hgg. von Erich Dimitz und Ulrike Ilsinger, Erstellungsjahr 2015, als PDF-Datei online unter  http://www.bezirksmuseum.at/de/bezirksmuseum_6/bezirksmuseum/geschichtstexte/contentfiles/641/Bezirke/Bezirk-06/Bezirk_-_Text_29.09.2015.pdf (Zugriff: 22.3.2018)

 

6. EXEMPLARISCHE SUCHE NACH DEM STANDORT EINES BESTIMMTEN HAUSES

 

6.1. Verwirrende Straßenbezeichnungen und Nummernzuteilungen

 

1) Dass sich Straßenbezeichnungen geändert haben, besonders um 1863, als die Orientierungsnummern eingeführt wurden, war nicht überraschend, aber dass eine Straße gewissermaßen verkürzt wurde, war unerwartet.

 

Diese Veränderung betrifft die Magdalenenstraße, die ursprünglich von der heutigen Linken Wienzeile Nr. 2 (also vom Getreidemarkt) bis zur heutigen Hofmühlgasse reichte. Ab 1912 wurde der innere Teil (vom Getreidemarkt bis zur Eggerthgasse) als Linke Wienzeile und erst der Abschnitt ab der heutigen Abzweigung, also laut heutiger Nummerierung Magdalenenstr. 1,  als Magdalenenstr. bezeichnet. Die Linke Wienzeile führt seit 1912 von hier aus direkt an der Wien weiter stadtauswärts.

 

2) Eine andere Überraschung war, dass die ungeraden Orientierungsnummern der Kaunitzgasse schon bei der Einführung Lücken aufzuweisen schienen. Aufgrund von alten Karten war dann aber zu erkennen, dass zwei Nummern, die scheinbar fehlten, an Häuser in einer kleinen Seitengasse bzw. Sackgasse (früher Kegelgasse) vergeben worden waren. Diese Gebäude (Kaunitzgasse 17 und 19) standen also gar nicht in der Häuserzeile der Kaunitzgasse. (Vgl. Abb. 49 und 50 in Kapitel 7.1.)

 

Diese Tatsache könnte die Ursache dafür sein, dass auf relativ vielen Fotos von Häusern der Kaunitzgasse falsche Hausnummern angegeben wurden.

 

Als Beleg für diese Aussage möchte ich ein Foto zeigen, das den Titel „Kinder beim Dorfbrunnen. Kaunitzgasse 25. 1900“ trägt. Das Haus, vor dem der Dorfbrunnen steht, hat jedoch, wie deutlich zu sehen ist, Nummer 21. Dass der Brunnen sich vor dem Haus mit dem pittoresken Giebel befindet, ist auf Abb. 20 (Kapitel 5.3.) noch besser zu sehen. Hier, in Kapitel 6.1., soll vor allem auf die falsche Beschriftung (Nummerierung) hingewiesen werden.

 

 

3) Das heutige Nebeneinander von Kaunitzg. 15 – 17 und Kaunitzgasse 33 ist dadurch zu erklären, dass die schmalen alten Häuser ab Kaunitzgasse 9 durch riesige Gemeindebauten ersetzt wurden und es auch in den Seitengassen keine Nummern mehr gibt, die der Kaunitzgasse zugerechnet werden. (Vgl. dazu auch Kapitel 10.2 und 11)

 

4) Seltsam ist auch, dass viele neue ungerade Orientierungsnummern im Häuserverzeichnis von Winkler aus dem Jahr 1863 in der Kaunitzgasse nicht gefunden werden konnten. Es steht zwar oben „Kaunitzgasse“, in Wirklichkeit werden aber fast durchwegs die nicht dazugehörigen Nummern von Identadressen angegeben. Die Häuser konnten nur über die alten Konskriptionsnummern, die in Winklers Häuserverzeichnis auch angeführt werden, ermittelt werden. [1]

5) Auf dem ansonsten sehr hilfreichen Stadtplan von 1887 sind die Nummern in der Kaunitzgasse nicht richtig eingezeichnet:

Mehrere Häuser bzw. Grundstücke reichen von der Magdalenenstraße bis hinauf zur Kaunitzgasse, u. a. das Haus Magdalenenstraße 82, das erwiesenermaßen gerade zu Kaunitzgasse 27 führen müsste. Die beiden Stellen sind mit roten Kreuzchen versehen – es ist klar zu erkennen, dass auf diesem Plan Kaunitzgasse 27 an einer ganz anderen Stelle eingezeichnet ist.

 

 

 

Abb. 27. Stadtplan 1887: Durchhäuser zwischen Magdalenenstraße und Kaunitzgasse – Fehler

in der Planzeichnung; online auf www.wien.gv.at / Stadtplan/ Kulturgut / Historische Stadtpläne / Stadtplan 1887

 

Erstellung eines umfassenden Häuserverzeichnisses für die

Häuser der Kaunitzgasse mit ungeraden Nummern

 

Die Verunsicherung durch unterschiedliche und widersprüchliche Nummernangaben hat mich schließlich dazu veranlasst, mich eingehender, als ursprünglich geplant, mit den Häusern der Kaunitzgasse zu befassen und ein Verzeichnis aller Gebäude mit ungeraden Nummern zu erstellen, das eine eindeutige Zuordnung zu den früheren und späteren Nummern erlaubte. Dieses Häuserschema war zuerst nur als persönlicher Arbeitsbehelf gedacht, später entschloss ich mich, die Zusammenstellung allen Lesern als eigenes Kapitel (Kapitel 8)  zur Verfügung zu stellen.

 

 

[1] HV 1863 (Winkler); online:  https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/353762?zoom=1&lat=1177.04263&lon=915.04525&layers=B (22.3.2018)

 

 

6.2. Das Ratzenstadlmodell von Anton Bienert im Bezirksmuseum Mariahilf

als topografische Hilfe

 

Es gab verschiedene sehr hilfreiche Unterlagen und Quellen, um Probleme mit Nummerierungen und mit der Lokalisierung von Häusern zu lösen:

 

Eine wichtige Grundlage dafür war das Buch Mariahilf im Vormärz von Robert Messner [1], das als Eckpunkte die KNR von 1848 und die Orientierungsnummer bzw. die topografische Situation von 1976 angibt.

 

Die Lücken dazwischen wurden vom Autor des vorliegenden Artikels durch Angaben aus mehreren Häuserverzeichnissen ausgefüllt, außerdem wurde die Geschichte der Häuser nach Möglichkeit bis zum HV 1779 von Ponty zurückverfolgt. [2]

 

Zahlreiche Pläne und Karten aus verschiedenen Zeiten (siehe Kapitel 11. Quellen) haben wichtige Informationen vermittelt.

 

Viele Fotos und Bilder sollen optische Eindrücke vermitteln, wie die Gebäude im Ratzenstadl ausgesehen haben und wie sie angeordnet waren.

 

************************************************* 

 

Ein höchst unkonventionelles Hilfsmittel, zugleich aber ein äußerst beeindruckendes Kunstwerk, ist jedoch Anton Bienerts Ratzenstadlmodell im Bezirksmuseum Mariahilf, das wegen seiner ungeheuren Präzision Aufschlüsse über die Besiedlung der Vorstadt Magdalenengrund in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts gibt.

 

Anton Bienert, geb. am 8.5.1870 in Wien, gest. am 9.4.1960 in Wien 13, Pflegeheim Lainz, war akademischer Maler, ursprünglich im Bereich der Historienmalerei, später aber schuf er vor allem Porträts, Landschafts- und Architekturbilder. [3]

 

Auszug aus einer Broschüre des Bezirksmuseums Mariahilf:

In zahlreichen Aquarellen und topogra­phischen Stu­dien hielt Anton Bienert die Erinnerung an das alte Mariahilf fest. Lokal­historisch beson­ders interes­sant ist das von ihm geschaffene Relief „Ratzenstadel um 1820" (Historisches Museum der Stadt Wien, Standort Bezirksmuseum Mariahilf). Es handelt sich hierbei um ein aus Papier und Holz gefertigtes 3.00 mal 3.20 Meter großes Diorama (Maßstab 1:60), welches die kleine Vorstadt Magdalenengrund (vulgo: Ratzenstadl) darstellt. [3]

 

 

 

 

Die Entstehungszeit dieses Kunstwerks ist nicht bekannt (vermutlich zwischen 1884 und 1904), aber auch die Datierung „1820“ gibt Rätsel auf.

Wie aus den Lebensdaten hervorgeht, ist Bienert ja erst ein halbes Jahrhundert später zur Welt gekommen und kann allenfalls Unterlagen und Quellen aus dieser Zeit verwendet haben. [3]

 

Zur Verbauung des Ratzenstadls in Bienerts Modell

 

Drei Stellen des Ratzenstadlmodells wurden in Hinblick auf den Bauzustand „um 1820“ näher untersucht:

  • Die Häuser der Kaunitzgasse
  • Die Einmündung in die Bergsteiggasse (später Magdalenenstiege)
  • Das Denkmal des Ferdinand Ratz

 

1) Exemplarisch wurde AN DEN HÄUSERN AM ANFANG UND AM ENDE DER KAUNITZGASSE untersucht, ob Bienert tatsächlich berücksichtigte, welche Häuser es 1820 schon gab und welche erst später erbaut wurden.

 

 

Im Jahr 1863 waren, wie auf dem Bezirksplan von Dirnbeck und Klein (mit zusätzlicher Angabe der früheren KNR) zu sehen ist, in der Kaunitzgasse schon alle ungeraden Nummern von 1 bis 39 vergeben. (Abb. 29)

 

 

Abb. 29. Kaunitzgasse 1863 - Wienbibliothek digital / Stadtpläne und Karten / Bezirks-Pläne der kais.königl.

Haupt- und Residenz-Stadt Wien: mit den alten und neuen Hausnummern; in 7 Blättern, Wien Dirnböck und Klein 1863

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1945935?zoom=7&lat=3798.33542&lon=5111&layers=B

 

Für den Vergleich mit einem früheren Bauzustand wurde der sehr übersichtliche Plan von Behsel aus dem Jahr 1825 gewählt. (Abb. 30)

Darauf ist übrigens auch die Grenze der Vorstadt Magdalenengrund zur Vorstadt Laimgrube rot eingezeichnet.

Laut Plan von Behsel gab es 1825 die Häuser, die 1863 die Nummern Kaunitzgasse 1, 3 sowie 31 usw. trugen, und die von Bienert in seinem Modell auch nicht dargestellt wurden, noch nicht in der späteren Form. Dort, wo rote Kreuze eingezeichnet wurden, scheint es noch keine zur Kaunitzgasse gerichteten Fassaden gegeben zu haben. 

 

 

Abb. 30 Stadtplan Mariahilf, Spittelberg 1825 von Behsel, online:

www.wien.gv.at / Stadtplan / Kulturgut / Historische Stadtpläne / Behsel 1825 / Mariahilf, Spittelberg

 

 

Der Anfang der Kaunitzgasse im Modell (Abb. 31):

 

In Bienerts Modell sieht man ganz links ein Eckhaus: Es ist jenes Haus, das 1863 die Orientierungsnummer Kaunitzgasse 5 bekam (früher: Magdalenengrund, KNR 4); das Haus daneben erhielt 1863 die Nummer Kaunitzgasse 7 (ursprünglich war es das Gebäude mit Magdalenengrund, KNR 1). Der Platz auf der anderen Seite (bei Behsel mit KNR 110 gekennzeichnet, bezogen allerdings auf die Vorstadt Laimgrube) ist 1825 sichtlich noch nicht verbaut. (rotes Kreuz)

 

 

 

Die letzten Häuser der Kaunitzgasse im Modell (Abb. 32, 33a, 33b):

 

Rechts neben dem Haus Nr. 29 (KNR 21) gibt es bei Bienert auf dem Grund von Nr. 31 zwar noch ein niedriges Gebäude, zu dem einige Stufen hinaufführen, aber dieses Gebäude ist nur von der Seite zu sehen und wesentlich kleiner, als man aufgrund des Behsel-Plans von 1825 vermuten würde.

 

 

Auf den nächsten beiden Fotos (Abb. 33a und 33b) sind beim Grundstück Nr. 33 zwei niedrige Seitenflügel des Hauses Magdalenenstraße 88 (20) zu sehen, die zur Kaunitzgasse hinführen (zu jener Stelle, wo später Nr. 33 errichtet wurde) und hier mit einer Mauer verschlossen sind.

 

Bienert versuchte, das Erscheinungsbild der Fassade von Nr. 29 von jenem der wesentlich weniger bebauten Grundstücke Nr. 31 und 33 abzuheben.

 

 

Jedenfalls scheint (die spätere) Kaunitzgasse Nr. 29 das letzte Haus mit einer ausgeprägten Fassade zur Kaunitzgasse gewesen zu sein.

 

 

 

2) Ein berühmtes Motiv des Ratzenstadels, die MAGDALENENSTIEGE ODER RATZENSTADLSTIEGE, die auch im Kapitel 5.3. in den Abb. 13, 14, 15 und 16 gezeigt wurde, hat es um 1820 vermutlich noch nicht gegeben, da sie im Ratzenstadlmodell von Anton Bienert nicht nachgebildet worden ist: In Bienerts Modell führt eine Gasse von der Stegbrücke aus gerade zu einer Querstraße, der Magdalenenstraße und läuft dann, leicht nach links versetzt, ohne dass man irgendwelche Stufen erkennen könnte, den Kaunitzberg hinauf.

 

 

Abb. 34. Anton Bienert, Ratzenstadelmodell ohne Magdalenenstiege – Foto Autor (2018)

 

3) DENKMAL DES HERRN FERDINAND RATZ (RATZENKREUZ)

 

Wie bereits im Kapitel 5.1. bei Abb. 7 angedeutet wurde, wurde diese Mariensäule zwar tatsächlich an jener Stelle errichtet, an der sie von Bienert dargestellt wurde. Nach der Zerstörung durch die Osmanen wurde sie allerdings an einem Platz in der Nähe der Mariahilfer Kirche neu erbaut, der weit außerhalb des Areals liegt, das Bienert in seinem Modell zur künstlerischen Gestaltung zur Verfügung stand. [4]

 

FASSADENGESTALTUNG UND ANDERE KLEINE DETAILS IN BIENERTS MODELL

 

Es ist ganz reizvoll, die Fassaden der drei Häuser Kaunitzgasse 29, 31 und 33 um 1900 nebeneinander zu sehen. Hier wirkt das Haus Nr. 29 gegenüber den beiden anderen, die ja wesentlich später (aus-) gebaut wurden, klein.

 

Nr. 29 und 31 stehen nicht mehr, Nr. 33 gibt es noch heute. 

 

 

 

Abb. 35a. Fassaden der Häuser Kaunitzgasse 29, 31 und 33;

Foto mit dem Titel „Kinder beim Dorfbrunnen. Kaunitzgasse 25, 1900“,

aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf – fotografiert vom Autor (2018)

 

Es handelt sich hier um ein Foto, das um 1900 entstand.

 

An dieser Stelle soll auf ein besonders interessantes Foto im Buch von Erich Dimitz hingewiesen werden: Auf Seite 59 sind die Häuser Kaunitzgasse 29, 31, 33 und 35 zu sehen. Links von Nr. 29 scheint eine Baulücke zu sein (früherer Standort des Hauses Kaunitzg. 27), ganz links ist bereits der 1952-53 errichtete Gemeindebau zu erkennen. [5]

 

Auf einem Aquarell von Rudolf Schima, das im Bezirksmuseum Mariahilf zu sehen ist, sieht die Fassade des Hauses Kaunitzgasse Nr. 29 (links auf dem Foto) im Wesentlichen völlig gleich aus.

 

 

Abb. 35b. Fassade des Hauses Kaunitzg. 29 (+ Teile von Nr. 31) –

Aquarell von Rudolf Schima im Bezirksmuseum Mariahilf (Bildausschnitt) – Foto Autor (2018)

 

Aber auch die Fassade dieses Hauses im Modell von Bienert weist eine verblüffende Ähnlichkeit mit dem Foto und dem Bild auf: Das reicht von der Dachform über die Zahl und die Form der Fenster im ersten Stock bis zur Gestaltung des unteren Teils der Fassade mit drei Fenstern in der Mitte, darunter zwei Kellerfenstern und an den Seiten je einem Hauseingang, zu dem einige Stufen hinaufführen.

 

 

Abb. 35c. Fassade des Hauses Kaunitzg. 29 im Modell von Anton Bienert im Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

Eine bemerkenswerte Übereinstimmung aller drei Abbildungen besteht darin, dass über dem rechten Hauseingang jeweils ein dunkles Schild zu sehen ist, das leicht nach links versetzt ist.

 

Man gewinnt den Eindruck, dass bei der Fassadengestaltung durch Bienert entweder bildhafte Vorlagen oder persönliche Anschauung (Bienert hat ja die meisten Gebäude noch selbst gesehen) eine große Rolle gespielt haben.

 

Bienert hat zwar darauf verzichtet, die Gebäude mit Orientierungsnummern zu versehen, die es ja um 1820 noch nicht gegeben hat, aber einzelne Häuser hat er mit Aufschriften ausgestattet, die nicht zur ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts passen.

 

Ein Beispiel:
Auf dem Haus, das 1863 die Orientierungsnummer Magdalenenstraße 88 (ab 1912: Nr. 20) hatte (es handelt sich übrigens um die Identadresse zu Kaunitzgasse 33), prangt im Modell der Name „Peter Reimer“, und an der Tür steht „Vergolder“. Dieser Peter Reimer kaufte das Haus aber erst im Jahr 1871.

1870 findet man Peter Reimer, Vergolder und Modelleur, noch an der Adresse VI., Gumpendorferstr. 29 [6]

 

 

 

Abb. 36. Haus in der Magdalenenstr. 88 (später 20), ab 1871 im Besitz des Vergolders Peter Reimer;

Anton Bienert, Ratzenstadlmodell im Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

Zusammenfassung: Man kann also festhalten, dass Anton Bienert bezüglich des Bauzustandes um 1820 relativ penibel war, dass er über die Verbauung der Vorstadt Magdalenengrund im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts offenbar bestens informiert war.

Ob es sich bei der Positionierung des „Ratzenkreuzes“ am Rande des Modells um ein Versehen handelt oder um künstlerische Freiheit, um die Erinnerung an ein Denkmal zu bewahren, das tatsächlich einmal hier gestanden war, kann nicht entschieden werden.

 

In der Fassadengestaltung und in der Ausführung bestimmter Details dürfte er sich aber an das Erscheinungsbild seiner Zeit gehalten haben, das ihm und seinen Zeitgenossen vertraut war und das die Orientierung in seinem Modell erleichterte. 

 

 

 

[1] Messner 1982

Robert Messner, Mariahilf im Vormärz. Historisch-topographische Darstellung der westlichen Vorstädte Wiens (südliche Hälfte) auf Grund der Katastralvermessung. Wien 1982

[2] Häuserschematismen und Straßenverzeichnisse der Wienbibliothek, online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbr/nav/classification/425705?s=date (Zugriff: 23.3.2018)

[3] Bezirksmuseum Mariahilf, Broschüre „Anton Bienert“

„Anton Bienert und sein Modell vom ‚Ratzenstadel um 1820‘ “, hgg. von Erich Dimitz (Stand März 2018)

[4] Mathias Fuhrmann, Historische Beschreibung und kurz gefaste Nachricht von d. Röm. Kais. u. Königl. Residenz-Stadt Wien und ihren Vorstädten, Band 2, Ausgabe 2, Wien 1767, S. 746; online:

https://books.google.at/books?id=AsZXAAAAcAAJ&pg=PA746&lpg=PA746&dq=Ferdinand+Ratz&source=bl&ots=MT0_gZpwSW&sig=SoQFm4PrMI3wggA8olVRaRSS42o&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiPycWHiv3ZAhXRb1AKHTZsBJwQ6AEIOTAF#v=onepage&q=Ferdinand%20Ratz&f=false (Zugriff: 21.3.2018)

[5] Dimitz 2008

Erich Dimitz, Wien-Mariahilf (= Die Reihe Archivbilder), Sutton-Verlag 2008, S. 59

[6] Lehmann 1870

Adolph Lehmann, Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger: nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichshaupt und Residenzstadt Wien und Umgebung. Wien 1859 – 1942; online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/zoom/30015?zoom=2&lat=989.98404&lon=364&layers=B

(Zugriff: 23.3.2018)

 

 

6.3. Beschreibung eines typischen Hauses im Ratzenstadl

 

Magdalenagrund KNR 22, ab 1863 Magdalenenstraße Nr. 82 (ab 1912 Nr. 14) / Identadresse Kaunitzgasse 27 ist eine der 4 Adressen, die auffallend oft als Wohnadressen in den Heiratsbüchern von Mariahilf in den Jahren 1850 bis 1870 genannt wurden. (Vgl. Kapitel 3 / Vier besondere Wohnadressen in der Pfarre Mariahilf)

Genau dort in der Magdalenenstraße, wo früher Magdalenagrund 22 war, befindet sich heute das Ratzenstadl-Denkmal – es steht also im Zentrum des früheren Ratzenstadls.

 

Dieses Haus, das von der Magdalenenstraße bis zur Kaunitzgasse hinaufreichte, bestand (wie die meisten anderen Häuser) aus mehreren Gebäuden, die hintereinander aufgereiht waren.

 

 

6.3.1. Beschreibung von der Magdalenenstr. Nr.82 aus (ab 1912 Nr.14):

 

Leider ist die Fassade in der Magdalenenstraße auf den meisten Fotos nicht gut zu sehen, aber in Bienerts Modell handelt es sich eindeutig um das grüne Haus, das ich mit einem Kreuz versehen habe.

 

 

Abb. 37. Magdalenenstr. 82 (später 12) / rotes Kreuz mit dazugehörigen Gebäuden (grün) – Anton Bienert, Ratzenstadlmodell im Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

Das erste Gebäude hatte 4 Fenster zur Magdalenenstraße, die weiteren drei Bauten waren mit der Schmalseite gegen die Magdalenenstraße ausgerichtet. Beim zweiten Wohntrakt, von dem auf diesem Foto nur das Dach zu sehen ist, erkennt man, dass er auf dem gleichen Niveau steht wie der erste. Die übrigen beiden (grünen) Gebäude sind jeweils um eine Etage höher gesetzt worden.

 

Im Vergleich zum Nachbarhaus in der Magdalenenstraße auf der linken Seite mit einer beachtlichen Fassade mit 7 Fenstern wirkt Magdalenastr. 82 (14) relativ klein und unscheinbar.

 

Das Haus rechts davon wirkt allerdings wesentlich ärmlicher und scheint in der Magdalenenstraße nur ebenerdig gewesen zu sein.

 

Das Haus Magdalenenstr. Nr. 14, das im Mittelpunkt dieses Kapitels steht, ist auch auf einem Bild des Malers Emmerich Kirall zu sehen:  „Magdalenenstrasse Ratzenstadl – 1915“. Links ist das Haus Nr. 14 abgebildet, rechts Nr. 12, allerdings noch ohne die Stiege, die auf späteren Fotos zu sehen ist. [1]

 

Einen sehr guten Eindruck erhält man durch ein Foto des Fotografen Franz Hula, das um 1950 entstanden ist.

 

 

Abb. 38. Franz Hula, Fotografie „6., Magdalenastr. 12, 14, 16, 18“, ohne Datum (ca. 1950),

Urheberrechte: Wiener Stadt- und Landesarchiv, Fotosammlung Hula, FC: 7017 / 1487

online unter: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Datei:Magdalenenstrasse.jpg (Zugriff: 24.3.2018)

 

Beschreibung von rechts nach links:

 

Die Stiege mit Geländer rechts im Vordergrund gehört zum Haus Magdalenenstr. 12; hier beginnt also um 1950 die Kroatenstiege. Vom Haus Nr. 12 scheinen nur mehr wenige Teile vorhanden zu sein.

Das Haus neben der Stiege (Straßenfront mit vier Fenstern im ersten Stock) hatte seit 1912 die Orientierungsnummer 14 (früher 82), das Haus mit den 7 Fenstern hatte Nr. 16, und das letzte Haus dieser Einheit, das möglicherweise zu diesem Zeitpunkt schon abgebrochen wurde, hatte Nr. 18.

 

Genau diese 4 Häuser sind auch auf einem kleinen Bild auf der Internetseite http://www.cyranos.ch/sfjeep-d.htm zu sehen: Die Magdalenenstraße war einer der Schauplätze im Film „Die Vier im Jeep“ aus dem Jahr 1951. [2]

 

Diese vier Häuser bildeten, wie auch auf dem Generalstadtplan von 1912 deutlich erkennbar ist, ein Verkehrshindernis, weil sie in die Magdalenenstraße hineinragten. Sie wurden daher nach 1950 abgerissen.

 

 

 

Abb.39. Generalstadtplan 1912 – Die Häuser Magdalenenstraße 12 – 18 als Verkehrshindernisse;

online: www.wien.gv.at  / Stadtplan / Kulturgut / Historische Stadtpläne / Generalstadtplan 1904


6.3.2. Die Kroatenstiege –

zwischen den Häusern Magdalenenstr. Nr.  80 und Nr. 82

 

 

(ab 1912 Magdalenenstr. Nr. 12 und Nr. 14)

 

Das Haus Nr. 12 wird von Alfred May im Wiener Heimatbuch Mariahilf, hg. von Hubert Kaut, Wien 1963, S. 94 im Abschnitt „Das Stadtbild von Mariahilf“/ „Die Gassen und ihr Erscheinungsbild“ beschrieben:

 

„Von den im letzten Jahrzehnt abgebrochenen Ratzenstadlhäusern Nr. 12, 14, 18 aus dem Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts war insbesondere Nr. 12 ein unregelmäßiger Bau, der sich dem hügeligen Terrain anpaßte und mit der Kroatenstiege Verbindung zum Haus Kaunitzgasse Nr. 27 hatte.“ [3]

 

 

Abb. 40: Titel „Wien 6, Magdalenenstraße 14“ (recte 12) – Aufnahme von erhöhtem Standort

über das Dach des alten Hauses auf der Hofstiege zur Kaunitzgasse.

Foto: August Stauda 1902 / ÖNB Bildarchiv/ Stauda / Inv.-nr. St 1227F 

online: http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=9965615 (Zugriff: 24.3.2018)

 

Auf dem Foto von August Stauda aus dem Bildarchiv der Österreichischen Nationalbibliothek zeigt das Schild die Nr. 80, also jene Nummer, die das Haus 1902 besaß, als Stauda es fotografierte. Der Bildtitel „Magdalenenstraße 14“ wurde erst aus späterer Sicht (nach 1912) geschaffen – richtigerweise müsste es „Magdalenenstraße 12“ heißen.

 

 

Auf der folgenden Ansichtskarte wird die Kroatenstiege als malerisches Plätzchen dargestellt:

 

 

Abb. 41. Ansichtskarte „Alt-Wien, Magdalenenstraße“ aus dem Bestand des

Bezirksmuseums Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

 

Der eher idyllische Eindruck trügt – auf einer Nahaufnahme wird deutlich, dass diese Kroatenstiege kein romantisches Plätzchen, sondern ein sanierungsbedürftiger, zum Teil verfallener Aufstieg zur Kaunitzgasse war.

 

 

Abb. 42. Titel „Wien 6, Magdalenenstraße 80“ Stiegenaufgang zur Kaunitzgasse. Nahaufnahme.

Foto: August Stauda 1902 / ÖNB Bildarchiv/ Stauda / Inv.-nr. St 843F

online: http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=2891126  (Zugriff: 24.3.2018)

 

Auch in Bienerts Modell ist jene Stelle gut erkennbar, wo die Kroatenstiege verlaufen ist. Sein Kunstwerk macht jedoch auch deutlich, dass es zwischen manchen Häusern weitere Stiegen hinauf zur Kaunitzgasse gegeben hat.

 

Vor allem dokumentiert dieses Foto aber auch die terrassenförmige Anordnung der verschiedenen Gebäude dieses Hauses, dem das Kapitel gewidmet ist.

 

 

6.3.3. Identnummer Kaunitzgasse 27 (grünes Haus):

 

 

Von dieser Seite aus ist das Haus öfter abgebildet bzw. fotografiert worden. Hier wirkt das Gebäude  fast wie ein Zwillingshaus zu Kaunitzgasse 25 (Haus links davon mit kleinem Vorgarten). Beide Häuser haben nur 2 Fenster, von der Kroatenstiege, die dazwischen zur Magdalenastraße hinunterführt, ist nichts zu erkennen. Die Gebäude erinnern an eine dörfliche Bauweise, wie man sie heute z. B. im Burgenland noch antreffen kann. Dort gibt es auch oft keine straßenseitige Haustüre, sondern der Zugang erfolgt über die Längsseite des Hauses im Hof. Die beiden Gebäude stehen jedoch bezüglich Breite und Höhe in einem großen Gegensatz zum Haus Kaunitzgasse Nr. 29, dem letzten Haus, das Anton Bienert in seinem Modell wiedergegeben hat.

 

 

 

Dieser Abschnitt der Kaunitzgasse aus einer anderen Perspektive, die zwischen den beiden niedrigen Häusern die Kroatenstiege erahnen läßt:

 

 

Abb. 45. Kaunitzgasse Nr. 25, 27 (grün) und 29 – Anton Bienert, Ratzenstadlmodell

im Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

 

Die beiden folgenden Fotos bieten einen eher unerfreulicher Anblick: Das Haus Kaunitzg. 25 gibt es 1938 nicht mehr, das Haus Kaunitzg. 27 befindet sich in keinem guten Zustand, es wird schließlich auch „vor 1962“ abgerissen.

 

Abb. 46. Postkarte 1938, rechts Kaunitzg. 27 und 29, aus dem Bestand

des Bezirksmuseums Mariahilf, Foto Autor (2018)

 

 

Abb. 47. Foto „Wien, Ratzenstadl, W. Mihich 220“ mit dem Haus Kaunitzg. 27 und einem kleinen Teil von Nr. 29,

aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf, Foto Autor (2018)

 

Das folgende Foto aus dem Jahr 2018 soll den Standort des ehemaligen Hauses Kaunitzgasse 27 im heutigen Straßenbild zeigen.

 

Es stand ungefähr dort, wo der rote Pfeil ist. An dieser Stelle stoßen die beiden städtischen Wohnhäuser mit den Nummern Kaunitzg. 13 bzw. Kaunitzg. 15-17 aneinander. Es gibt dort nichts, was an das Ratzenstadl erinnert.

 

 

 

 

Abb. 48. Kaunitzgasse Nr. 11und 13 (grünes Haus) sowie 15 und 17 (graue Häuser) – Foto Autor (2018)

 

 

[1] Emmerich Kirall, „Magdalenenstrasse Ratzenstadl – 1915“; online:

http://www.artnet.de/k%C3%BCnstler/emmerich-kirall/magdalenenstrasse-ratzenstadl-SFkXjQ2ZaIf6p47Mc9QK3w2 (Zugriff: 24.3.2018)

[2] Internetseite http://www.cyranos.ch/index.htm ; Der Schweizer Film / „Die Vier im Jeep“; online:

http://www.cyranos.ch/sfjeep-d.htm (Zugriff: 24.3.2018)

[3] Kaut 1963

Alfred May im Abschnitt „Das Stadtbild von Mariahilf“/ „Die Gassen und ihr Erscheinungsbild“ im Wiener Heimatbuch Mariahilf, hg. von Hubert Kaut, Wien 1963, S. 94 

 

 

7. DIE KAUNITZGASSE – HÄUSER AM RANDE DES RATZENSTADLS

 

Um das Haus, das in Kapitel 6.3. beschrieben wurde, auf den Karten identifizieren zu können und ihm die richtigen Nummern zuordnen zu können, war eine intensive Beschäftigung mit allen Häusern der Kaunitzgasse notwendig.

 

Die Ergebnisse meiner Recherchen habe ich in den beiden Kapiteln 7 und 8  zusammengefasst:

 

Im Kapitel 7 geht es vor allem um optische Eindrücke bzw. um die Zuordnung von Nummern zu bestimmten Gebäuden, u. a. um einen Vergleich der  Situation von 1863 mit jener von 2018

 

Im Kapitel 8 folgt dann eine Tabelle mit Angaben aus Häuserverzeichnissen zu allen Häusern der Kaunitzgasse, die im Jahr 1863 ungerade Nummern hatten.

 

 

 

7.1. Konskriptionsnummern und Orientierungsnummern – Überlegungen zum Häuserbestand 1863

 

Zuerst soll der gesamte Kaunitzberg gezeigt werden – anhand von Winklers Bezirksplan, mit den neuen Orientierungsnummern von 1863, aber auch mit den früheren Konskriptionsnummern.

 

 

Abb.49. Die frühere Vorstadt Magdalenengrund; Wienbibliothek digital / Stadtpläne und Karten / Michael Winkler, 9 Bezirks-Pläne : Grundrisse der Häuser, Gassen, Straßen und Plätze mit den alten Grundbuchs- und den neuen Orientirungs-Nummern, sammt den neuen Gassenbenennungen dann zum Handgebrauche 1 General-Gassen-Plan der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien ... / von Michael Winkler; online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1825269?zoom=6&lat=4085.61458&lon=3925.125&layers=B (Zugriff: 25.3.2018)

 

Bei der Beschreibung des Ratzenstadlmodells von Anton Bienert im Kapitel 6.2. stand die Frage nach der Verbauung der Kaunitzgasse bereits einmal im Mittelpunkt.

 

Im Zusammenhang mit dem Übergang von Konskriptionsnummern zu Orientierungsnummern und den baulichen und kartografischen Maßnahmen, die zu dieser Zeit vollzogen wurden, ist es allerdings angebracht, sich nochmals – aus anderer Sicht – mit diesem Thema zu beschäftigen.

 

.) Es scheint so, als würden bei den Orientierungsnummern der Kaunitzgasse die Nummer 17 und die Nummer 19 fehlen.

Auf Winklers Bezirksplan von 1863 ist allerdings zu erkennen, dass es zwischen Kaunitzgasse Nr. 15 und Kaunitzgasse Nr. 21 einen sehr schmalen Weg gab, der ungefähr parallel zur Bergsteiggasse verlief und der früher die Bezeichnung „Kegelgasse“ gehabt hatte. An die einzigen zwei Häuser dieser Gasse wurden die Orientierungsnummern Kaunitzgasse 17 und 19 vergeben.

 

.) Wie weit die gelb gefärbten Grundstücke verbaut waren, lässt sich nach diesem Plan allerdings nicht sagen. Es scheinen lediglich öffentliche Flächen nicht gefärbt worden zu sein. Unbebaute Flächen, die zu einer bestimmten Orientierungsnummer gehörten, wurden nicht eigens gekennzeichnet.

So ist z. B. nicht erkennbar, dass Kaunitzgasse Nr. 3 damals noch unverbaut war. Die Recherchen in den Häuserverzeichnissen beweisen, dass auf diesem ursprünglichen Gartengrund erst 1874 ein Haus errichtet wurde (vgl. Kapitel 12, Kaunitzgasse – Verzeichnis der Häuser mit ungeraden Nummern, Kaunitzgasse 3, vgl. die Untersuchungen in Kapitel 10.2. zur Verbauung der Kaunitzgasse).

 

.) Das Haus bzw. Grundstück mit der Nummer Kaunitzg. 31 ragte auf Winklers Bezirksplan 1863 eindeutig in die Straße hinein und stellte somit ein Verkehrshindernis dar. Der Plan von Smöch aus dem Jahr 1877, der die Baulinien genau wiedergibt, zeigt jedoch, dass zu diesem Zeitpunkt bereits ein anderes Gebäude dort stehen muss bzw. das Verkehrshindernis beseitigt ist. 

 

 

Abb. 50. Neubau Kaunitzgasse 31 - Smöch 1875, Wienbibliothek digital / Häuserschematismen und Straßenverzeichnisse / Häuser-Schema ... / hrsg. von Peter Smöch, online:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341752?zoom=6&lat=2368.26018&lon=3901.554&layers=B (Zugriff: 25.3.2018)

 

Es ist also anzunehmen, dass das alte, einstöckige Haus mit der KNR Magdalenagrund 20 (später Magdalenenstr. 86, ab 1912 Nr. 18), dessen niedriger Seitenflügel in die Kaunitzgasse hineinragte, nach 1863 in ein Gebäude mit 3 Stockwerken umgewandelt wurde.

Schlessinger gibt im Kataster 1885 dafür das Jahr 1868 an, Czapek nennt dasselbe Jahr, bezeichnet die Veränderung aber als „Umbau“.

Abb. 35a im Kapitel 6.2. beweist, dass die Fassade des Hauses Nr. 31 (des mittleren Hauses) offenbar jene von 1868 ist. Wenn in den HV 1905 (Lenobel) und 1929 (Salzberg) Baujahr 1785 oder gar 1767 angegeben wird, dann kann sich das auf die Substanz des Hauses oder auf bestimmte Teile beziehen.

(Vgl. Kapitel 8, Kaunitzgasse – Verzeichnis der Häuser mit ungeraden Nummern, Kaunitzgasse 31)

 

 

7.2. Die Häuser der Kaunitzgasse in Anton Bienerts Modell

und die Zuordnung zu den Orientierungsnummern

 

 

Da festgestellt werden konnte, dass sich die Darstellung der Häuser der Kaunitzgasse in Bienerts Modell mit den Angaben bei Winkler von1863 deckt, wurden diesen Häusern die entsprechenden Nummern zugeordnet.

Im Kapitel 8 werden dann alle Häuser der Kaunitzgasse mit ungeraden Nummern, die es 1863 gab, zu den heutigen Nummern in Beziehung gesetzt.

 

Zuerst eine Übersicht über die von Anton Bienert dargestellten Häuser der Kaunitzgasse – imaginärer Standort des Betrachters: heutige Gumpendorferstr. / ungefähr beim heutigen Apollo-Kino / aus einem höheren Stockwerk – Nummerierung von 1863 

 

 

7.3. Die Häuser der Kaunitzgasse im Ratzenstadlmodell (Nummerierung von 1863)

 

im Vergleich mit der Situation von 2018

 

 

 

7.4. Anmerkungen zu einzelnen Häusern oder Standorten in der Kaunitzgasse

  • Kaunitzgasse 1:

 

Der heutige Franz-Bauer-Hof (benannt nach einem ÖVP-Politiker) hat die Identadressen Gumpendorfer Straße 59 – 61 bzw. Luftbadgasse 14 – 16.

In der Luftbadgasse 14 / Gumpendorfer Straße 59 (ursprünglich das Nachbarhaus) befand sich das Esterhazy-Bad.

 

Der Erbauer des Bades, Josef Eggerth, hatte die Auflage zu erfüllen, dass das 1850 neu zu erbauende Haus hinsichtlich seiner Höhe so zu bemessen sei, dass es dem Esterhazázypalais nicht die Aussicht verstelle. 1857 wurde (mit Genehmigung Fürst Esterházys) ein drittes Stockwerk aufgesetzt und das Etablissement daraufhin "Badhaus zum Fürsten Esterházy" benannt. [1]

 

 

 

  • Kaunitzgasse 3-5 / Identadresse Eggerthgasse 11: eines der ältesten Gebäude in der Kaunitzgasse, erbaut 1874

 

 

  • Kaunitzgasse 7: das älteste Gebäude der Kaunitzgasse, Baujahr zwar nicht bekannt, aber vermutlich Ende des 18. Jh.

 

Abb. 58. Kaunitzgasse 7 – Foto Autor (2018)

  

In Bienerts Ratzenstadelmodell ist klar zu erkennen, dass es sich um einen Gastbetrieb handelte.

 

 

Abb. 59. Kaunitzgasse 7 – Anton Bienert, Ratzenstadlmodell im Bezirksmuseum Mariahilf – Foto Autor (2018)

 

 

  • Einmündung der Dürergasse in die Kaunitzgasse (1863: Kaunitzgasse 11):

 

Hier muss 1863 das Geburtshaus der Burgtheatertragödin Josefine Wessely (1860 – 1887), Tochter eines Schuhmachers, Tante der Burgschauspielerin Paula Wessely, gestanden sein:

 

 

Dieses Haus aus einer anderen Perspektive: vom Hohen Steig (heute in diesem Bereich ungefähr der Dürergasse entsprechend) aus Richtung Kaunitzgasse gesehen:

 

 

Abb. 60 c. Wienbibliothek digital / Varia / Geburtshaus der Hofschauspielerin Josefine Wessely, letztes Haus im Hohen Steig. Das Haus rechts, demoliert 1904 [Alt-Wiener Ansichten], [Sammlung von Zeitungsillustrationen und Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 - 1910 ; Konvolut] / [ges. und zsgest. von Karl Blaschke], Bd 1-2/49

 

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/2035851 (Zugriff: 28.3.2018)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 61. Josephine Wessely (1860 – 1887), österreichische Schauspielerin. Von Rudolf Krziwanek - Dieses Bild ist Teil der Porträtsammlung Friedrich Nicolas Manskopf der Universitätsbibliothek der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main.Signatur: 5544141Beachte: Diese Vorlage sagt nichts über den Urbeherrechtsstatus des verwendeten Bildes aus. Für diesen Zweck gibt es Commons:Lizenzvorlagen., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=2957797 

  • Kaunitzgasse 33 / Identadresse Magdalenenstraße 20:

 

Die Fassade dieses Hauses, das laut www.wien.gv.at 1897 erbaut wurde, ist auch auf alten Fotos um 1900 zu sehen (vgl. Abb. 35a).

 

Kaunitzgasse 33 – einige bemerkenswerte Details

 

 

 

Das Wandbild in der Magdalenenstraße 20

 

An der Identadresse von Kaunitzgasse 33 in der Magdalenenstraße 20 kann man seit 2015 ein Bild bewundern, das zum Nachdenken anregen soll. Viele Leute bringen es – wegen des nahen Ratzenstadl-Denkmals – fälschlicherweise mit einem Rattenfänger in Verbindung.

 

Kurzbeschreibung: Der dominikanische Künstler Evoca1 hat einen Mann mit Mütze dargestellt, der auf ein Aquarium mit Fischen anblickt. Zu seinen Füßen sitzt ein Windhund.

 

Das Bild ist symbolisch zu deuten: Ganz in der Nähe befindet sich im Esterhazypark ein Flakturm, dessen Errichtung auf eine Anordnung Hitlers in den 1940er Jahren zurückgeht. Er wird von vielen als Schandfleck und Mahnmal gesehen. Die dunkle Vergangenheit wird durch den Windhund repräsentiert. Hitler forderte die Jugend auf, „flink wie Windhunde“ zu sein.

 

Die Goldfische im Aquarium stehen in enger Beziehung zur heutigen Nutzung des Flakturms als „Haus des Meeres“. Es wird gezeigt, dass ein Wandel der Ziele und Ideale erfolgt ist, dass aus der schrecklichen Vergangenheit, die noch immer sichtbar ist, positive Zukunftsperspektiven erwachsen sind. [2]

 

 

  • Kaunitzgasse 35:

 

In einem Vorgängerhaus wurde Ferdinand Kürnberger geboren. Das Haus hatte damals die Konskriptionsnummer Magdalenagrund 18 – diese Adresse ist auch im Taufbuch vermerkt. [3]

 

Die Angaben bezüglich des Geburtsortes (angeblich Laimgrube) bei Wikipedia sind also nicht korrekt. [4]

Kürnberger war Dichter und Journalist, der sich schon früh von Österreich bzw. Wien distanzierte. In diesem Sinn ist auch das Zitat aus einem seiner Werke zu deuten: „Von Zeit zu Zeit seh‘ ich die Alte gern.“

Die Worte aus Goethes „Faust“ – Mephistopheles bezeichnet hier Gott als „den Alten“ – werden von Kürnberger etwas verändert, aber auch erklärt: „Unter der Alten verstehe ich meine Vaterstadt Wien.“ [5]

 

Das Haus ist leider derzeit (März 2018) eingerüstet, die Gedenktafel konnte jedoch fotografiert werden.

 

 

Abb. 64. Gedenktafel Ferdinand Kürnberger am Haus Kaunitzgasse 35 – Foto Autor (2018)

 

 

 

 

[1] Wien Geschichte Wiki: Esterházybad; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Esterh%C3%A1zybad  (Zugriff: 27.3.2018)

[2] Vgl. dazu Internetseite von „The Gap“; online: https://thegap.at/fisch-hund-flakturm/ (Zugriff: 27.3.2018)

[3] Taufeintragung von Ferdinand Kürnberger, „Magd. G. No 18", Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Taufbuch 01-07, Fol. 28, Bild 04-Taufe_0030, Taufe vom 3. Juli 1821; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/01-07/?pg=61 (Zugriff: 27.3.2018)

[4] Wikipedia: Ferdinand Kürnberger; online: https://de.wikipedia.org/wiki/Ferdinand_K%C3%BCrnberger (Zugriff: 28.3.2018)

[5] Bushell 2013

Anthony Bushell, Polemical Austria. The Rhetorics of National Identity from Empire to the Second Republic, Cardiff 2013, online: https://www.docdroid.net/hkfz/polemical-austria-the-rhetorics-of-national-identity-from-empir.pdf#page=122

 

 

8. KAUNITZGASSE –

VERZEICHNIS DER HÄUSER MIT UNGERADEN NUMMERN

 

 

In diesem Kapitel sind alle Häuser der Kaunitzgasse mit ungeraden Nummern aufgelistet, prinzipiell gereiht nach der Nummerierung von 1863 (rot).

Es wird aber bei jedem Haus auch die Nummer angegeben, die Robert Messner in seinem Buch für das Jahr 1976 anführt (blau). Schließlich wird bei jedem Haus auch die Konskriptionsnummer von 1846 festgehalten (grün).

 

Zu beachten ist, dass die ersten beiden Häuser vor Einführung der Orientierungsnummern zur Vorstadt Laimgrube gehörten (das ist auch ausdrücklich vermerkt), die anderen Gebäude jedoch zur Vorstadt Magdalenengrund (auch als Magdalenagrund bezeichnet). 

 

In der Tabelle werden die Angaben aus den wichtigsten Häuserverzeichnissen angeführt, die im „Kapitel 11.1. / Gedruckte Quellen (Häuserverzeichnisse)“ zu finden sind.

 

Es handelt sich um Informationen über

  • Entstehungsjahr des HV oder Jahr der Datenerhebung
  • KNR oder Orientierungsnummer, Straßenbezeichnung, eventuell Hausschild
  • Besitzer
  • Größe bzw. Höhe (Stockwerke), falls angegeben
  • Baujahr, EZ, Parzellennummer etc.  

 

 

Kaunitzgasse 1  (1863)   Kaunitzg. 1 = Gumpendorfer Straße 61 = Luftbadg. 16 (1976)  Laimgrube Konskriptionsnummer 136 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1821 (Gutjahr)

Laimgrube KNR 136

-       / Obere Gestättengasse

Kaspar Heim

 

 

1829 (Behsel)

Laimgrube KNR 136

-       / Obere Gestättengasse

Kaspar Heim

 

 

1846 (Messner)

Laimgrube KNR 136

 

 

 

 

1852

Laimgrube KNR 136

-       / Obere Gestättengasse

Anton Bauer

 

Holzplatz

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 1 = Gumpendorferstr. 61 = Luftbadg. 16

Magdalena Bauer

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 1 = Luftbadg. 16 = Gumpendorferstr. 61

Karl und Magdalena Markowitsch

verbaut: 259 Quadratkl. / 3 Stockw., 11 Wohnungen

Neubau 1863

1877 (Smöch)

Kaunitzg. 1 = Luftbadg. 16

 

 

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 1-3 = Gumpendorfer Straße 61 = Luftbadg. 16

August Schneider u. 5 Mitbesitzer

verbaut: 914 m2 / 3 Stockw., 32 Wohnungen

EZ: 451 / Parz.-Nr. 384 / erbaut 1868

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 1 = Luftbadg. 16 = Gumpendorferstr. 61

Anna Presl u. Karoline Blacsek

verbaut: 912 m2 / 3 Stockw., 34 Wohnungen

EZ: 451

erbaut 1872

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 1 = Gumpendorferstr. 59, 61

Maria Hlawa u. Mitbes.

3 Stockw., 8 Geschäfts- lokale, 20 Wohnungen

EZ: 451 / Eckhaus erbaut 1872

1976 (Messner)

Kaunitzg. 1 = Gumpendorfer Str. 61 = Luftbadg. 16

teilweise zum Esterhazybad gehörig, Café-Konditorei Peter Szauter, früher auch Gastwirtschaft Weißer Hahn

 

 

Laut Foto 2018

 

 

 

errichtet 1983-85

 

Kaunitzgasse 3 (siehe auch 5) (1863)   Eggerthg. 11 = Kaunitzg. 3, nördl. Teil (1976)     Laimgrube Konskriptionsnummer 110 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1812 (Fraißl)

Laimgrube KNR 100

-       / Untere Gestättengasse

Joseph Bernhuberscher Garten

 

Garten

1821 (Gutjahr)

Laimgrube KNR 110

-       / Untere Gestättengasse

 

 

unbebauter Gartenplatz

1829 (Behsel)

Laimgrube KNR 100

-       / Untere Gestättengasse

Land(olph) Schreibers Gartenplatz

 

Gartenplatz

1846 (Messner)

Laimgrube KNR 110

-       / Bauplatz

 

 

 

1852

Laimgrube KNR 110

-       / Obere Gestättengasse

Anna Schreiber

 

Gartengrund

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 3

Johann und Juliana Fraunberger

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzgasse 3

Johann und Julie Frauenberger

unverbaut: 60 Quadratkl./ ebenerdig, 1 Wohnung bzw. Partei

unverbaut

1875 (Schlesinger)

Kaunitzgasse 3

Johann Frauenberger

Gartengrund; unverbaut: 60 Quadratkl.

unverbaut

1877 (Smöch)

Kaunitzg. 3

Johann Frauenberger

4 Stockwerke, 16 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 1-3 = Gumpendorferstr. 61 = Luftbadg. 16

 

 

 

1905 (Kataster Lenobel)

Eggerthg. 11 = Kaunitzg. 3, 5

Johann Fraunberger sen. und jun.

verbaut: 504 m2 / 4 Stockwerke, 17 Wohnungen

EZ: 141

1929 (Salzberg)

Eggerthg. 11

Margarete Neufeld

verbaut: 504 m2 / 4 Stockwerke, 5 Geschäfts-lokale, 17 Wohnungen

EZ: 141, Eckhaus

erworben 1922

1976 (Messner)

Eggerthg. 11, Kaunitzg. 3, nördl. Teil

 

 

 

2018 ( www.wien.gv.at / Kulturgut)

Eggerthg. 11 = Kaunitzg. 3 (lt. Plan: Kaunitzg. 3-5)

 

fünf Geschosse

erbaut 1874

 

Kaunitzgasse 5 (1863)                      Kaunitzg. 3, südwestl. Teil (1976)                      Magdalenagrund Konskriptionsnummer 4 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr. 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

31

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Am Bergsteig

Johann Paul Höfele, bgl. Chyrurgus

 

 

1786 (Fischer)

31

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Am Bergsteig

Johann Paul Höfele, bgl. Chyrurgus

 

 

1789 (Hofer)

31

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Am Bergsteig

Johann Paul Höfele, bgl. Chyrurgus

 

 

1796

4

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Hauptstraße an der Wien

Johann Bernhuber

1 Stock

 

 

1816 (Gutjahr)

4

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Brunngassel

Johann Haßlinger

 

 

1829 (Behsel)

4

„Heilige Dreyfaltigkeit“ / Brunngasse

Landolph Schreiber

 

 

1846 (Messner)

4

„Zum blauen Stern“, auch „Zur hl. Dreifaltigkeit“

 

 

 

1852

4

„Zum blauen Stern“ / Brunngasse

Anna Schreiber

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Schreiberg. 2 = Kaunitzg. 5 

Johann und Juliana Frauenberger

 

 

1869 (Czapek)

Schreiberg. 2 = Kaunitzg. 5

Johann und Julie Frauenberger

verbaut: 64 Quadratkl. /

2 Stockw., 8 Wohnungen

erbaut vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 5 = Dürerg. 29

Johann und Juliana Traunberger (recte Fraunberger)

verbaut: 504 m2 / 3 Stockwerke, 14 Wohn.

EZ: 141 / Parz. 435

erbaut 1879

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg 3 + 5 siehe Eggerthgasse 11

Johann Fraunberger sen. und jun.

verbaut: 504 m2 /

4 Stockwerke, 17 Wohn.

EZ: 141

1929 (Salzberg)

Kaunitzg 3 + 5 siehe Eggerthgasse 11

Margarete Neufeld

4 Stockwerke, 5 Ge-schäftslokale, 17 Wohn.

EZ: 141 / Eckhaus

erworben 1922

1976 (Messner)

Kaunitzg. 3, südwestl. Teil

 

 

Neubau 1874

2018 ( www.wien.gv.at / Kulturgut)

Eggerthg. 11 = Kaunitzg. 3 (lt. Plan: Kaunitzg. 3-5)

 

fünf Geschosse

erbaut 1874

 

Kaunitzgasse 7 (1863)                                     Kaunitzg. 7 (1976)                            Magdalenagrund Konskriptionsnummer 1 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr. 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

30

„Flucht in Egypten“ / Am Bergsteig

Regina Girscheck, Hofmeisterswitwe

 

 

1786 (Fischer)

30

„Flucht in Egypten“ / Am Bergsteig

Regina Girscheck,

 

 

1789 (Hofer)

30

„Flucht in Egypten“ / Am Bergsteig

Josefa Ertscht

 

 

1796

1

„Flucht in Egypten“ / Hauptstraße an der Wien

Johann Michael Schmatz

1 Stockwerk

 

1816 (Gutjahr)

1

„Flucht in Egypten“ / Rückwärts Mariahilf am Berg

Theresia Schmatzische Erben

1 Stockwerk

 

1829 (Behsel)

1

„Flucht in Egypten“ / Rückwärts Mariahilf am Berg

Theresia Schmatz‘sche Erben

 

 

1846 (Messner)

1

„Zur Flucht nach Ägypten“, Pawlatschen

 

 

 

1852

1

-       / Berggasse

Georg und Anna Wittl

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 7 = Schreibergasse 4

Josef und Josefa Simon

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 7 = Schreibergasse 4

Josef Simon

verbaut: 52 Quadratkl.,

1 Stockw., 4 Wohnungen

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 7 = Schreibergasse 4

Josefa Simon

verbaut: 187 m2, 1 Stockw., 2 Wohn.

EZ: 458 / Parz. 436

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 7

Franz Knotz

187 m2 / 1 Stockwerk, 5 Wohnungen

EZ: 458

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 7

Franz und Theresia Knotz

1 Stockwerk, 1 Geschäfts-lokal, 3 Wohnungen

EZ: 458 / Mittelhaus,

erworben: 1900

1976 (Messner)

Kaunitzg. 7

 

 

 

2018 ( www.wien.gv.at / Kulturgut)

Kaunitzg. 7

 

 

Baualter lt. wien.gv 1781-1848

 

 Kaunitzgasse 9 (1863)                      Kaunitzg. 9, nordöstl. Teil (1976)                        Magdalenagrund Konskriptionsnummer 3 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr. 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

32

„St. Johann v. Nepomuk“ / Am Bergsteig

Jakob Fenz, bgl. Bäckermr.

 

 

1786 (Fischer)

32

„St. Johann v. Nepomuk“ / Am Bergsteig

Jakob Pfenz, bgl. Bäckermr.

 

 

1789 (Hofer)

32

„St. Johann v. Nepomuk“ / Am Bergsteig

Jakob Pfenz, bgl. Bäckermr.

 

 

1796

3

„St. Johann v. Nepomuk“ / Haupt-straße an der Wien

Jakob Fenz

 

 

1816 (Gutjahr)

3

„Johann von Nepomuk“ / Brunngassel

Jakob Fenz

 

 

1829 (Behsel)

3

-       / Brunngasse

Andreas Keller

 

 

1846 (Messner)

3

„Zum hl. Johann Nepomuk“ / -

 

 

 

1852

3

-       /  Brunngasse

Matth. u. Margaretha Gnann

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 9 = Schreiberg. 6

Josef Eggendorfer

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 9 = Schreiberg. 6

Josef Eggendorfer

verbaut: 56 Quadratkl. /

2 Stockw., 6 Wohnungen

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 9 = Schreiberg. 6

Franz und Marie Brenner

verbaut: 201 m2 /

 2 Stockw., 4 Wohnungen

EZ: 460 / Parz. 437

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 9 + 11 = Dürerg. 26

Wilhelm und Franziska Behal

 

4 Stockwerke, 16 Wohnungen

EZ: 460 + 41

erbaut 1904

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 9 + 11

Wilhelm und Franziska Behal

 

4 Stockwerke, 2 Geschäfts-lokale, 13 Wohnungen

EZ: 460 / Eckhaus

erbaut 1905

1976 (Messner)

Kaunitzg. 9, nordöstl. Teil

 

 

 

2018 ( www.wien.gv.at / Kulturgut)

Kaunitzg. 9 = Dürergasse 26

 

fünf Geschosse

erbaut 1904

 

Kaunitzgasse 11 (1863)               Kaunitzg. 9, südwestl. Teil Dürerg. 26 (1976)         Magdalenagrund Konskriptionsnummer 2 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr.

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

29

-       / Am Bergsteig

Joseph Hochfellner, bgl. Kürschnermr.

 

 

1786 (Fischer)

29

-       / Am Bergsteig

Joseph Hochfellner, bgl. Kürschnermr.

 

 

1789 (Hofer)

29

-       / Am Bergsteig

Johann Falcely, Kammerdiener

 

 

1796

2

-       /Hauptstr. an der Wien

Johann Falcety, Kammerdiener

1 Stockwerk

 

1816 (Gutjahr)

2

-       / Bergsteiggassel

Franz Nick

 

 

1829 (Behsel)

2

-       / Bergsteiggasse

Landolph Schreiber

 

 

1846 (Messner)

2

„Zum hl. Leopold“ / -

 

 

 

1852

2

-       / Bergsteiggasse

Anna Schreiber

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 11 = Bergsteiggasse 10

Johann Frauenberger

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 11 = Bergsteiggasse 10

Johann Frauenberger

verbaut: 54 Quadratkl. /

1 Stockw., 8 Wohnungen

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 11= Schreiberg. 8 = Bergsteigg. 10

Josef Wessely u. 5 Mitbesitzer

194 m2 / 1 Stock, 6 Wohnungen

EZ: 41 / Parz. 438

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 9 + 11 (= Dürerg. 26)

Wilhelm und Franziska Behal

4 Stockwerke, 16 Wohnungen

EZ: 460 + 41 

erbaut 1904

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 9 + 11

Wilhelm und Franziska Behal

 

4 Stockwerke, 2 Geschäftslokale, 13 Wohnungen

EZ: 460

erbaut 1905

1976 (Messner)

Kaunitzg. 9, südwestl. Teil Dürerg. 26

 

 

 

 

Kaunitzgasse 13 (1863)            Dürerg. 25, Kaunitzg. 11, nordöstl. Teil (1976)        Magdalenagrund Konskriptionsnummer 8 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr. 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

28

„Schwarzer Adler“ / Am Bergsteig

Melchior Leidig, schutzverw.  Branntweiner

 

 

1786 (Fischer)

28

„Schwarzer Adler“ /  Am Bergsteig

Ursula Leidich, Branntweinerswitwe

 

 

1789 (Hofer)

28

„Schwarzer Adler“ / Am Bergsteig

Ulrich Wilak, Branntweiner

 

 

1796

8

„Schwarzer Adler“ / Hauptstr. an der Wien

Ulrich Willax

ebenerdig

 

1816 (Gutjahr)

8

„Schwarzer Adler“ / Bergsteiggassel

Laurenz Ittersburger

 

 

1829 (Behsel)

8

-       / Bergsteigg.

Barbara Soller

 

 

1846 (Messner)

8

„Zum schwarzen Adler“

 

 

 

1852

8

„Schwarzer Adler“ / Bergsteiggasse

Barbara und Josef Soller

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 13 = Bergsteigg. 7

Franz und Magdalena Leber

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 13 = Bergsteiggasse 7

Franz Leber

verbaut: 44 Quadratkl. /

1 Stockw., 6 Wohnungen

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 13 = Bergsteigg. 7 = Magdalenenstr.

Johann Schefzig

verbaut: 162 m2 / 1 Stock,

4 Wohnungen

EZ: 39 /Parz. 439

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 13 = Dürerg. 25

Anton und Sidonie Reiss

verbaut: 161 m2 /

1 Stockwerk, 6 Wohnungen

EZ: 39

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 13 = Dürerg. 25

Marie Windischhofer und Mitbesitzer

1 Stockw., 1 Geschäfts-lokal, 6 Wohnungen

EZ: 39 / Eckhaus erworben 1923

1976 (Messner)

Dürerg. 25, Kaunitzg. 11, nordöstl. Teil

 

 

Neubau 1952/53

 

Kaunitzgasse 15 (1863)                    Kaunitzg. 11, mittlerer Teil (1976)                        Magdalenagrund Konskriptionsnummer 9 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Magd.- Gr.

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

27

„Gelbe Schnallen“ / Am Bergsteig

Kaspar Glass, bgl. Schnallenmacher

 

 

1786 (Fischer)

27

„Gelbe Schnallen“ / Am Bergsteig

Kaspar Glass, bgl. Schnallenmacher

 

 

1789 (Hofer)

27

„Gelbe Schnallen“ / Am Bergsteig

Kaspar Glass, bgl. Schnallenmacher

 

 

1796

9

„Gelbe Schnalle“ / Hauptstr. an der Wien

Theresia Glass

1 Stock

 

1816 (Gutjahr)

9

„Gelbe Schaale“ / Rückwärts Mariahilf am Berg

Anton Beiger

 

 

1829 (Behsel)

9

„Gelbe Schale“ / Rückwärts Mariahilf am Berg

Katharina Beiggert

 

 

1846 (Messner)

9

„Zur gelben Schnalle“

 

 

 

1852

9

„Gelbe Schale“ / Berggasse

Friedrich Kröning

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 15

Michael und Barbara Stopper

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 15

Michael Stopper

verbaut: 38 Quadratkl. /

1 Stockw., 8 Wohnungen

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzg. 15

Markus Fröschl

verbaut: 137 m2 /

1 Stockw., 7 Wohnungen

EZ: 461 / Parz. 440

1905 (Kataster Lenobel)

Kaunitzg. 15

Matthias und Barbara Lind

verbaut: 137 m2 / 1 Stockwerk, 8 Wohnungen

EZ: 461

1929 (Salzberg)

Kaunitzg. 15

Matthias und Barbara Lind

1 Stockwerk, 8 Wohnungen

EZ: 461 / Mittelhaus erworben 1893

1976 (Messner)

Kaunitzg. 11, mittlerer Teil

 

 

Neubau 1952/53

 

Kaunitzgasse 17 (1863)                   Dürergasse 23, Hofraum (1976)                 Magdalenagrund Konskriptionsnummer 10 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr.

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

26

„Grüner Kögel“ / Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1786 (Fischer)

26

„Grüner Kögel“ / Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1789 (Hofer)

26

Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1796

10

Hauptstr. an der Wien

Jakob Schachtner

1 Stockwerk

 

1816 (Gutjahr)

10

„Grüner Kegel“ / Kögelgasse

Felix Hegele

 

 

1829 (Behsel)

10

„Grüner Kegel“ / Kegelg.

Katharina Hartwig

 

 

1846 (Messner)

10

 

 

 

 

1852

10

-       / Kegelgasse

Anna Zelweger

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 17 = Bergsteiggasse 3

Josef und Marie Löffler

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzg. 17 = Bergsteiggasse 3

Maria Löffler

verbaut: 28 Quadratkl. / ebenerdig, 2 Wohnungen

Zubau 1834

1885 (Kataster Schlessinger)

Bergsteigg. 3 = Kaunitzg. 17

Wenzel und Magdalena Maresch

verbaut: 101 m2 / ebenerdig, 2 Wohnungen

EZ: 35 / Parz. 441

1905 (Kataster Lenobel)

EZ 35 wird Teil von Magdalenenstr. 72 + 74 = Kaunitzg. 17 = Dürerg. 19

Karl Heinrich Soubek

verbaut: 930 m2 /

4 Stockw., 45 Wohnungen

EZ: 35 + 37

erbaut 1903

1929 (Salzberg)

EZ 35 nicht enthalten, aber EZ 37 = Dürerg. 23

Ludmilla Lichtblau

441 m2 / 4 Stockw., 2 Ge-schäftslokale, 15 Wohn.

erbaut 1904 / erworben 1913

1976 (Messner)

Dürergasse 23, Hofraum

 

 

 

 

Kaunitzgasse 19 (1863)       Teil des Gartens von Magdalenenstr. 10 (1976)            Magdalenagrund Konskriptionsnummer 11 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Magd.- Gr.

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

25

„Grüner Kögel“ / Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1786 (Fischer)

25

„Grüner Kögel“ / Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1789 (Hofer)

25

„Grüner Kögel“ / Am Bergsteig

Anton Streit, bgl. Tandler

 

 

1796

11

„Grüner Kögel“ / Hauptstr. an der Wien

Jakob Schachtner

1 Stockwerk

 

1816 (Gutjahr)

11

-       / Kögelgasse

Franziska Altkoster

 

 

1829 (Behsel)

11

-       / Kegelgasse

Franziska Altkofer

 

 

1846 (Messner)

11

„Zum grünen Kegel“

 

 

 

1852

11

-       /„Grüner Kegel“ / Kegelg.

Michael und Katharina Garweis

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Kaunitzg. 19

Adam und Barbara Ritter

 

 

1869 (Czapek)

Kaunitzgasse 19

Leopold Waldherr

verbaut: 11 Quadratkl. / ebenerdig, 1 Wohnung

vor 1801

1885 (Kataster Schlessinger)

Kaunitzgasse 19

Josef und Aloisia Wehartitzky

verbaut: 40 m2 / ebenerdig, 1 Wohnung

EZ: 462 / Parz. 474

1905 (Kataster Lenobel)

 

 

 

EZ 462 „demoliert“

1929 (Salzberg)

EZ 462 nicht enthalten, vgl. aber „Kaunitzg. 17“

 

 

 

1976 (Messner)

nordöstl. Teil des zu Magdalenenstr. 10 gehörigen, an die Höfe von Kaunitzg. 11-13 und von Dürerg. 23 angrenzenden Gartens

 

 

 

 

Kaunitzgasse 21 (1863)                 Kaunitzg. 11, südwestl. Teil (1976)                 Magdalenagrund Konskriptionsnummer 12 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Magd.- Gr.

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

24

„Rothe Kugel“ / Am Bergsteig

Martin Sthaul, kais. Kutscher

 

 

1786 (Fischer)

24

„Rothe Kugel“ / Am Bergsteig

Martin Stahel, kais. Kutscher

 

 

1789 (Hofer)

24

„Rothe Kugel“ / Am Bergsteig

Martin Stahel, kais. Kutscher

 

 

1796

12

„Rothe Kugel“ / Hauptstr. an der Wien

Justina Staul