Kapitel 5.2. Zusammenfassung in Form von Vergleichen

 

5.2.1. Vergleich: Genealogisches und Biografisches

 

Herkunft:

 

Die drei Emigrantenfamilien stammten aus drei verschiedenen Regionen Europas:

 

Die Familie Ephrussi stammte aus Odessa, auch Viktor Ephrussi selbst wurde hier geboren. Seine Frau Emmy geb. Schey dagegen war eine gebürtige Wienerin mit ungarischen Wurzeln.

 

Auch Oskar Samek wurde in Wien geboren. Seine Eltern stammten wie Emmy Scheys Eltern aus Ungarn.

Interessanterweise hieß auch seine Frau Ilona mit Geburtsnamen Schey. Sie war eine gebürtige Ungarin mit ungarischen Wurzeln, es ließ sich aber keine Verwandtschaft zwischen der Familie von Emmy Ephrussi geb. Schey und der Familie von Ilona Samek geb. Schey herstellen.

 

Max Resch und seine Eltern, Martha Resch geb. Sollfrank und ihre Eltern stammten aus Böhmen.

 

Familie:

 

Max und Martha Resch hatten zwei Töchter, die beide mit sehr angesehenen Männern verheiratet waren.

Viktor und Emmy Ephrussi hatten vier Kinder. Die Tochter Elisabeth war ihnen bei der Flucht behilflich, der Sohn Rudolf war viel jünger und trat 1938 die Flucht nach Amerika an.

Oskar Samek und Ilona Schey heirateten erst wenige Monate vor der Flucht und hatten keine Kinder. Ilona brachte eine Tochter aus erster Ehe in ihre Ehe mit Oskar Samek mit.

 

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5.2.2. Vergleich: Beruf, Religion und Stellung in der Gesellschaft

 

Beruf, Religion und Wohnort:

 

EPHRUSSI

Beruf und Wohnort:

Viktor Ephrussi war Großhändler, Bankier und Inhaber eines Bankhauses. Seine Wohnung befand sich im Palais Ephrussi in der Inneren Stadt. Die Ephrussis gehörten zu jenen reichen jüdischen Bankiers und Händlern, deren Vorfahren sich nach dem Fall der Stadtmauer an der Ringstraße ein Palais hatten erbauen lassen.

 

Religion:

Bei Viktor Ephrussi ist nachweisbar, dass er in den jüdischen Geburtsmatriken von Odessa angeführt ist. Seine Vorfahren waren ebenfalls jüdisch. Seine Frau Emmy stammte ebenfalls aus einer jüdischen Familie. Ihre Geburt wurde in den Geburtsbüchern der Israelitischen Gemeinde Rudolfsheim eingetragen.

 

SAMEK

Beruf und Wohnort:

Oskar Samek war Rechtsanwalt. Oskar Samek und seine Vorfahren hatten Berufe, die oft von jüdischen Bewohnern ausgeübt wurden. Die Berufsbezeichnungen zeigen einen offensichtlichen Aufstieg:

Samuel Neurath war Pfaidler und Trödler, sein Schwiegersohn Jonas Samek war am Schluss Möbelhändler.

Oskar Samek schaffte als Rechtsanwalt den Sprung auf eine höhere berufliche Ebene. Und als Rechtsanwalt hatte er bis 1933 auch sein Büro in der Inneren Stadt in repräsentativer Lage am Schottenring.

 

Seine Wohnung war im damaligen 14., heutigen 15. Bezirk. Er war, wie seine Eltern und seine Großeltern mütterlicherseits, Eigentümer des Hauses Reindorfgasse 18.

 

 

Religion:

Oskar Samek war jüdisch. Reindorf (gehörte später zu Rudolfsheim) war ein Wiener Vorort mit einem hohen Anteil an jüdischer Bevölkerung.

Bereits seine jüdischen Eltern bzw. seine Großeltern mütterlicherseits hatten sich hier angesiedelt.

 

 

RESCH

Beruf und Wohnort:

Max Resch war Generaldirektor einer Fabrik und wohnte in einer Villa in Klosterneuburg.

 

Religion:

Er hatte jüdische Eltern, er selbst trat aber nach eigenen Angaben 1908 aus der jüdischen Religionsgemeinschaft aus.

Seine Frau Martha dagegen wurde katholisch getauft – auch ihre Vorfahren waren katholisch. Bei der Trauung allerdings war sie konfessionslos. Dadurch, dass sie keine Jüdin war, drohte ihr 1938 auch keine unmittelbare Gefahr und sie hoffte, in Klosterneuburg bzw. in Wien ihr gewohntes luxuriöses Leben führen zu können – eine krasse Fehleinschätzung.

 

Lebensstil und Verhältnis zur Kunst

 

Während das Interesse für Kunst bei Viktor Ephrussi sehr ausgeprägt war – er war auch ein bedeutender Sammler –, galt das kulturelle Engagement von Dr. Oskar Samek der Literatur bzw. den Literaten, wohl auch resultierend aus seinem Einsatz als Rechtsanwalt für Karl Kraus.

Bei Maximilian Resch sind derartige Interessen nicht bekannt. Er schätzte das ruhige Familienleben in einem sehr gepflegten Ambiente.

 

Die Exkurse sollen helfen, das soziale Umfeld der Emigranten zu erfassen, ihre Lebenswelt und ihre Lebensziele kennenzulernen.

 

EPHRUSSI

 

Zu den Freunden der Ephrussis gehörten zwar auch Persönlichkeiten, die an der Ringstraße wohnten, wie die Familie Gutmann, die Viktor in finanziell schwierigen Zeiten zur Seite stand, sondern beispielsweise auch Bernhard Altmann, der eine florierende Fabrik im 5. Bezirk und eine Villa in Hietzing hatte. Nicht nur die Familie Ephrussi besaß reiche Kunstschätze, sondern auch viele andere reiche jüdische Bankiers und Handelsleute legten Sammlungen von unschätzbarem Wert an.

Im Exkurs „Familie Schey – vom Landgut zum Ringstraßenpalais und wieder zurück aufs Land“ wird gezeigt, dass es manchmal einen ländlichen Background gab und dass man sich ein Palais an der Ringstraße manchmal nicht lange leisten konnte.

 

SAMEK

 

Bei Oskar Samek, der ja erst mit 49 Jahren heiratete, bot es sich – z. T. aufgrund der vorhandenen Akten – an, kleine Exkurse über jene Damen zu schreiben, mit denen er eng befreundet war (Erna Fleck, Hede Marienschek, Margit Schey). Ein Exkurs ist auch Antonia Kindl gewidmet, die viele Jahre lang als Kanzleiangestellte bei Dr. Oskar Samek arbeitete und – auch in den Zeiten des nationalsozialistischen Regimes – seine Hausverwalterin war. An ihrem Lebenslauf ist gut erkennbar, dass es sich um eine politisch wirre Zeit handelte. In zweiter Ehe war sie mit Franz Kindl verheiratet, dem nachgesagt wurde, ein „Parteigenosse“ gewesen zu sein. Ihr erster Mann war der glühende Sozialist, Arbeiterdichter und große Karl-Kraus-Verehrer Benedikt Fantner, der 1942 in Hartheim bei Linz ermordet wurde.

 

Auch Oskar Samek war eine kulturbeflissene Persönlichkeit. Hede Marienschek und Margit Schey, die Schwester seiner Frau, waren sehr angesehene Sängerinnen. Auch Oskar Samek soll sehr gerne Musikstücke aus Opern gesungen haben. Aber noch bedeutender war Oskar Sameks Verehrung für Karl Kraus und dessen Schaffen.

 

RESCH

 

Bei Max Resch wurden Exkurse über die Schwiegersöhne eingefügt, wobei der Jurist Rudolf Aladár Métall nicht nur durch seine beruflichen Leistungen bzw. seine Arbeiten für und über Hans Kelsen große Bekanntheit erlangte. Er war es auch, der Max Resch entscheidend bei seiner Flucht half.

Der zweite Schwiegersohn, Hans Fischa, konnte, da er katholisch war, in Österreich bleiben und wurde von Max Resch insofern gefördert, als er ihm den Weg in eine hohe Funktion der 1. Wiener Walzmühle ebnete, wo er schließlich Nachfolger seines Schwiegervaters als Generaldirektor wurde.

Die Beziehung zur Kunst war bei Max Resch nicht so stark ausgeprägt, dass er große Sammlungen angelegt hätte, aber durch die Freundschaft mit Erhard Dier, der auch Taufpate von Max Reschs Enkelin war, ergab sich eine Nähe zur Bildenden Kunst.

Ein eigener Exkurs wurde auch über die Geschwister von Maximilian Resch verfasst, um zu zeigen, wie unterschiedlich die Lebenswege innerhalb einer Familie verliefen. Max Resch gelang die Flucht in die Schweiz, sein Bruder Sigmund und dessen Frau wurden 1942 von Wien ins KZ deportiert und dort 1944 ermordet.

 

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5.2.3. Die Flucht 1938 – gerade noch rechtzeitig oder doch schon zu spät?

 

Wenn man die Umstände der Flucht dieser drei Familien betrachtet, scheint es so, als wäre das Gelingen der Emigration zu einem großen Teil der juristischen Ausbildung eines Familienmitgliedes zu verdanken.

 

Oskar Samek war selbst Rechtsanwalt und durch seine Erfahrung und Vernetzung innerhalb seines Berufsstandes in der Lage, sich in einem gewissen Grad zur Wehr zu setzen bzw. den richtigen Zeitpunkt für das Verlassen des Landes zu wählen.

 

Max Reschs Schwiegersohn Rudolf Aladár Métall, ein Jurist, der im Jahr 1938 bereits außer Landes war, war wohl ein Berater von Max Resch bei den verschiedenen Eingaben und Anträgen bzw. bei der Schenkung seiner Haushälfte an die Enkelin. Vorbereitungen für die Emigration wurden bereits Jahre vorher (vgl. 4.3. Resch – Die Flucht 1938 / Fußnote 20) getroffen. Aber das Signal zur Abreise kam (laut Familientradition) von Rudolf Aladár Métall. Ob Martha Resch von Anfang an vorhatte, in Wien zu bleiben, oder ob sie sich im letzten Augenblick gegen eine Abreise entschied, konnte nicht eruiert werden.

Max Reschs Bruder Sigmund und seine Frau Hedwig entkamen der Deportation ins KZ und der Ermordung nicht. Wie viele andere wurden sie Opfer des Holocaust. Ob sie die tödliche Gefahr zu spät erkannten oder ob ihnen für eine Ausreise (nach der Enteignung) das nötige Geld fehlte, konnte nicht eindeutig festgestellt werden.

 

Viktor Ephrussi rechnete offenbar nicht damit, dass man ihm seine Besitztümer wegnehmen würde. Obwohl er eine diesbezügliche Erklärung im Gestapo-Hauptquartier unterschreiben musste, wurde ihm die Ausreise nicht leicht gemacht. Dank der Hilfe seiner Tochter Elisabeth de Waal, geb. Ephrussi, einer promovierten Juristin, gelang es Viktor und Emmy Ephrussi, zum Landgut nach Kövecses abzureisen. Nach dem Tod von Emmy gelang es Elisabeth, ihren Vater von dort nach England in Sicherheit zu bringen.

 

 

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5.2.4. Hausbesitz – Enteignung

 

Hausbesitz

 

Viktor Ephrussi besaß das berühmte Palais am Universitätsring 14 sowie zwei palaisartige Zinshäuser (Schottenbastei 12 und Kärtnerring 8). Der Anteil an einem vierten Gebäude, dem Bankhaus Ephrussi & Co. in der Wasagasse 2 wurde ihm von seinem Compagnon Carl August Steinhäusser 1940 „abgelöst“.

 

Oskar Samek war im Besitz von folgenden Liegenschaften:

1) Zinshaus in Wien 15., Reindorfgasse 18: Das Haus war mehrere Generationen in Familienbesitz, es war Oskar Sameks eigenes Wohnhaus und ab 1933 oder 1934 auch Sitz der Rechtsanwaltskanzlei.

2) Zinshaus in Wien 10., Antonsplatz 16

3) Grundstück in Atzgersdorf

4) Weingärten in der Nähe von Eisenstadt

 

Max Resch war Besitzer einer feudalen Villa in Weidling bei Klosterneuburg und eines Zinshauses in Teplitz-Schönau.

 

Beschlagnahme und Enteignung

 

Besonders empörend ist die Begründung für die Beschlagnahmeverfügung, mit der 1941 das Vermögen des Dr. Oskar Samek, seiner Frau und deren Tochter aus erster Ehe eingezogen wird:

Es „wird aus Gründen der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mit dem Ziele der späteren Einziehung zu Gunsten des Deutschen Reiches beschlagnahmt.“

Die Einverleibung des Eigentumsrechts für das „Großdeutsche Reich“ im Jahr 1944 wird durch das ca. 2 ½ Jahre vorher beschlossenen „Reichsbürgergesetzes“ scheinbar begründet. (Vgl. 3.4. Samek – Hausbesitz, Grundbesitz, Nachlass von Karl Kraus – Enteignung und Restitution)

 

Der Familie Ephrussi werden bereits 1938 durch einen Antrag der Geheimen Staatspolizei ihre Güter abgenommen; das Eigentumsrecht wird für das Land Österreich einverleibt.

1941 beruft man sich auf zwei Verordnungen des von den Machthabern selbst geschaffenen Ostmarkgesetzes, um das Eigentum der Familie Ephrussi dem „Großdeutschen Reich“ zuzuschreiben. (Vgl. 2.4. Ephrussi – Hausbesitz – Enteignung und Restitution)

 

Bei der Familie Resch ist im Grundbuch keine Beschlagnahme oder Einverleibung des Eigentumsrechts für das „Großdeutsche Reich“ zu finden. Einerseits war die „Vollarierin“ Martha Resch die Besitzerin einer Haushälfte, andererseits gelang es Maximilian Resch, seine Haushälfte per Schenkungsvertrag an seine Enkelin Susanna Christine Fischa, später verehelichte Easton, zu übertragen. Es ist äußerst verwunderlich, dass die NS-Behörden dieser Schenkung zustimmten, da die Motive dafür offensichtlich waren. Im Rückstellungsverfahren 1950 musste man (pro forma) sogar juristisch gegen Susanna Christine Fischa (sie war damals 12 Jahre alt) vorgehen, um die Haushälfte wieder Maximilian Resch zukommen zu lassen:

 

„Die Antragsgegner (sic!) mj. Susanne Christine  F i s c h a  ist schuldig, die Liegenschaft EZ.133 und EZ.1167 Kat. Gem. Weidling sofort an den Antragsteller Maximilian Resch zurückzustellen und in die Einverleibung des Eigentumsrechtes ob dieser Liegenschaft einzuwilligen.“

 

Das Enderkenntnis des Rückstellungsverfahrens 1950 wurde wenige Tage nach dem Tod von Maximilian Resch verfasst. Seine Haushälfte fiel somit seinen Erben zu.

Frau Susanna Christine Easton, geb. Fischa, erfuhr erst am 11.11.2019 nach den Recherchen des Autors im Grundbuch und in den Urkundenbüchern von Weidling, dass es diese Schenkung gegeben hatte, bei der sie eine bedeutende Rolle gespielt hatte.

(Vgl. 4.4. Resch - Auto und Hausbesitz / Enteignung, Schenkung und Restitution)

 

 

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5.2.5. Vergleich – Splitter zum Leben in der Fremde

 

Viktor Ephrussi war bei seiner Flucht 78 Jahre alt, seine Frau ca. 59 Jahre. Emmy kam allerdings mit den Ereignissen selbst nicht zurecht und konnte ihrem betagten Mann nicht helfen. Ohne ihre Tochter Elisabeth de Waal wäre ihnen die Ausreise aus Österreich nicht gelungen, ohne sie hätte Viktor Ephrussi England nicht erreicht.

Viktor Ephrussi musste zweimal fliehen: zuerst aus Wien und dann nochmals aus Kövecses, wo seine Frau im Jahr der Flucht 1938 gestorben war. Viktor starb kurz vor Ende des 2. Weltkrieges.

 

Maximilian Resch war beim Verlassen der Heimat 69 Jahre alt. Seine Frau blieb, wie seine Tochter Gertrude mit ihrer Familie, in Österreich. Es gibt Hinweise darauf, dass sein Schwiegersohn Rudolf Aladár Métall ihm hilfreiche Ratschläge gab, um das Land schließlich verlassen zu können. Im Ausland konnte er zwar bei seiner Tochter Margarethe und ihrem Mann wohnen, aber infolge der beruflichen Position des Spitzenjuristen Rudolf Aladár Métall fand er sein Exil in vier verschiedenen Städten: Genf, Rio de Janeiro, Montreal und Great Neck, Long Island in der Nähe von New York.

 

Dr. Oskar Samek war der Jüngste der Emigranten. Er war 49 Jahre alt, seine Frau Ilona 43 Jahre.

Er war der Einzige von den drei Emigranten, der noch nicht im Pensionsalter war. Seinen Beruf als Rechtsanwalt konnte er hier aber nicht mehr ausüben. Seine Frau starb bereits zwei Jahre nach dem Verlassen Österreichs. Er fand sein Lebensziel im Bemühen um die Herausgabe der Werke von Karl Kraus.

 

Zusammenfassend muss man feststellen, dass auch jene, die genug Geld aufbringen und rechtzeitig flüchten konnten, kein beneidenswertes Schicksal hatten:

Verlust des Ehepartners bzw. Zerbrechen der Ehe, Trennung von Angehörigen, die in der Heimat blieben, örtliche und berufliche Entwurzelung, Verlust des Eigentums, Integration in eine andere Kultur, Sprachprobleme, Abhängigkeit von Helfern oder anderen Familienangehörigen.

 

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5.2.6. Vergleich – Erinnerungen

 

Zurückgekommen (im Sinne eines dauerhaften Aufenthaltes) sind alle drei Emigrantenfamilien nicht. Viktor von Ephrussi ist vor Ende des Weltkriegs II gestorben, Max Resch hat seine Heimat nie wieder gesehen, obwohl er erst 1950 gestorben ist. Oskar und Ilona Samek haben bis an ihr Lebensende in New York gewohnt.

 

Es bleibt die Erinnerung an Menschen mit ausgeprägten Eigenschaften und Fähigkeiten, es gibt noch immer die (zum Teil sehr eindrucksvollen) Gebäude, wo sie gewohnt haben, es werden Erinnerungsstücke aufbewahrt und gewürdigt, die auch etwas vom kulturellen und wirtschaftlichen Leben vor dem zweiten Weltkrieg widerspiegeln.

 

Bei der Familie Ephrussi sind es vor allem die Nachfahren, die auf verschiedene Weise, z. B. durch das Buch „Der Hase mit den Bernsteinaugen“ oder durch Dauerleihgaben an Museen, das Gedenken an die aus Wien Vertriebenen bewahren. Sie werden vor allem durch das Jüdische Museum unterstützt, das vom 6. November 2019 bis 4. Oktober 2020 die große Ausstellung Die Ephrussis. Eine Zeitreise anbietet (bzw. angeboten hat). Durch das Gedenken der Nachfahren oder anderer Menschen, die diese Schicksale erforschen, sollen sie geehrt werden, es soll aber auch an das Unrecht erinnert werden, das ihnen in diesen dunklen, manchen unbekannten oder von manchen vergessenen Zeiten widerfahren ist. 

 

Bei der Familie Samek ist vor allem Frau Gerlinde Kainz, die Miteigentümerin des Hauses Reindorfgasse 18 ist, das einst Dr. Oskar Samek gehörte, eine treibende Kraft für die Erforschung des Lebens dieses jüdischen Emigranten. Aber auch bei der Wienbibliothek gibt es unter der Leitung von DDr.in Katharina Prager Bemühungen – in Zusammenhang mit der Karl-Kraus-Forschung – neue Erkenntnisse über das Leben Dr. Oskar Sameks zu gewinnen.

 

Maximilian Resch hatte – im Gegensatz zu Oskar Samek – direkte Nachkommen. Seine Enkelin, Frau Susanna Christine Easton, geb. Fischa, hat Memoiren geschrieben, die viele Informationen über Max Resch enthalten und außerdem viele Fotos zur Verfügung gestellt, die dazu dienen sollten, die Erinnerung an ihren Großvater zu bewahren.

 

 

 

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UPDATES

 

.) 1. Update am 20.10.2020:

 

Anstelle von

Bernhard Viertel (Filmregisseur in Hollywood, in den letzten fünf Lebensjahren Inszenierungen am Wiener Burgtheater)

steht nun in „Abschnitt 3. Familie Samek / Einleitung“:

Berthold Viertel (Dichter und Regisseur)

 

Karl Kraus nahm Viertel nämlich vor allem als Dichter wahr.

 

 

Vielen Dank für die Korrektur durch Frau DDrin Katharina Prager!