4.6. Resch – Erinnerungen

 

Was kann uns an Maximilian Resch erinnern?

 

1) Andenken, Fotos bzw. ein Videofilm, die von seinen Nachfahren aufbewahrt wurden.

 

 

Abb. R 54. Max Resch auf der Stiege vor der Villa in Weidling (1924)

Foto: Familienbesitz Resch-Fischa-Easton

 

 

2) Die Villa selbst, die im Winter u. a. vom Friedhof aus recht gut gesehen werden kann:

 

 

Abb. R 55. Die Villa von Max und Martha Resch, vom Friedhof aus gesehen. Dazwischen liegen die Friedhofspromenade (nicht sichtbar), eine Lindenallee, die Straße, der Zaun mit Lyra-Motiven und die sehr hohe Hecke. Foto: Günter Oppitz (8.1.2020)


3) 12 Linden zwischen der Villa und dem Friedhof, die Maximilian Resch im Jahr 1931 hat pflanzen lassen.

Sie boten einerseits einen gewissen Sichtschutz – man hatte (von Frühjahr bis Herbst) den Friedhof von der Villa aus nicht direkt im Blick.

Andererseits bildete die Allee auch eine Abgrenzung zwischen der Friedhofspromenade und der Straße.

Einerseits gab es wohl persönliche Bedürfnisse, die ihn zu dieser Maßnahme veranlassten, andererseits könnte auch der Wunsch, etwas für die Weidlinger zu tun und sich bei ihnen beliebt zu machen, eine Rolle gespielt haben.

 

Heute gibt es 12 Linden: zehn auf der einen Seite des Weges, zwei auf der anderen Seite nahe der Friedhofsmauer. Ob es sogar 21 waren, wie in einer Chronik von Weidling geschrieben ist, wird sich kaum mehr herausfinden lassen. [1]

 

 

Abb. R 56. 12 Linden an der Friedhofspromenade in Weidling.

Foto: Günter Oppitz (8.1.2020)

 

 

4) Ein Porträt von Max Resch, das ihm seine Kollegen („das engere Exekutiv-Komitee der Getreide A.G.“) am 10. Jänner 1929 zum 60. Geburtstag schenkten. Es schmückte das Wohnzimmer der Villa in Weidling (Abb. R 13), dann begleitete es Max nach Genf, Montreal, Rio de Janeiro und Long Island. Nach seinem Tod wurde es von Rudolf Aladár Métall und seiner Frau Margarethe mit nach Genf genommen. Nach deren Tod gelangte es über Umwege nach Kalifornien, wo die Enkelin wohnt.

 

 

Abb. R 13a. Porträt von Max Resch, ab 1929 im Wohnzimmer der Villa in Weidling.

 

Foto aus dem Familienbesitz der Nachfahren von Max Resch

 

 

Abb. R 13b. Porträt von Max Resch, fotografiert im Jänner 2020 in San Diego, Kalifornien. Foto und Porträt im Familienbesitz der Nachfahren von Maximilian Resch.

 

 

5) Steine auf dem Grab

 

Im Oktober 2019 besuchte der Autor dieses Artikels auf dem Friedhof Grinzing auch das Grab von Hans Fischa, dem Schwiegersohn von Max Resch. Obwohl in diesem Grab keine Personen mit israelitischer Konfession begraben sind, lagen rechts neben dem Grabstein zwei Steine, wie sie nach israelitischem Brauch oft auf die Gräber gelegt werden.

 

 

Abb. R 57. Grab der Familie Fischa, u.a. von Hans Fischa,

Friedhof Grinzing, An den langen Lüssen 33, 1190 Wien, Gruppe 6, Reihe 5, Nummer 1

Foto: Günter Oppitz - 3. 10. 2019

 

Es gibt zwar keine Beweise dafür, aber es kann nicht ausgeschlossen werden, dass jemand im Gedenken an Max Resch, der ja ursprünglich mosaisch war, die Steine auf das Grab seines Schwiegersohnes und Nachfolgers als Generaldirektor der Ersten Wiener Walzmühle Vonwiller AG gelegt hat. Max Resch wurde ja in Great Neck, Long Island, USA, bestattet.

Eine andere Möglichkeit: Die Steine wurden von jemandem auf das Grab gelegt, der dem mosaischen Glauben nahestand und auch einen starken Bezug zur Familie Fischa hatte.


6) Eine Silberplatte, ein Geschenk „seines“ Unternehmens zum 40-jährigen Dienstjubiläum

 

 

Abb. R 11. Foto einer Silberplatte, die Max Resch zu seinem 40-jährigen Dienstjubiläum

von der Ersten Wiener Walzmühle Vonwiller und Getreide A.G. erhielt.

Im Besitz von der Urenkelin von Max Resch, Karin Easton-Johnson, in Ann Arbor Michigan.

 

7) Max Reschs Ahorntisch aus dem Haus in Great Neck

 

Dazu eine private Mitteilung der Enkelin, Frau Susanna Easton, geb. Fischa, an den Autor: „Ich habe viele schöne Erinnerungen an meinen Großvater im Haus in Great Neck. Er hatte in seinem Zimmer einen Schreibtisch aus Ahornholz. Ich nahm diesen Schreibtisch zu mir, und er steht jetzt in San Diego.“

 

 

Zur Erklärung: Im Jahr 1950 wohnten sowohl Max Resch als auch Trude Fischa mit ihrer Tochter Susanna einige Monate in Great Neck bei der Familie Métall. 

 

 

Abb. R. 58. Max Reschs Ahorntisch aus Great Neck, nun in San Diego bei seiner Enkelin Susanna Christine Eaton, geb. Fischa, in San Diego.

Foto im Familienbesitz Resch – Fischa

 

 

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[1] Johann Forthuber, Weidling, Dorf im Donauschicksal. Eine Chronik, Klosterneuburg 1983, S. 322ff.

 

 

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