4.2. Resch - Exkurs 1: Maximilian Reschs Geschwister

 

Simon Resch und Theresia geb. Kohn hatten mehrere Kinder:

 

1) MAXIMILIAN RESCH,

dessen geglückte Flucht im Jahr 1938 im Mittelpunkt des Abschnitts über die Familie Resch steht:

geboren am 10. Jänner 1869 in Schwarzthal (= Udoli Cerne) [1]

 

2) MORITZ RESCH,

der in Wien eines natürlichen Todes starb:

geb. am 29.12.1870 in Luschnitz (= Luznice)/ Karplitz (recte: Kaplitz) (lt. Sterbeeintragung) [3]

 

Im Genteam-Index der jüdischen Matriken ist ein Hinweis auf die Sterbeein-tragung zu finden: [2]

Nr. 480461 / Resch Moritz / Sterbeort Wien / Sterbejahr (bzw. Band) 1934 / Zahl 248

 

STERBEEINTRAGUNG DES MORITZ RESCH vom 30.1.1934 / Todesursache: Bronchialkrebs: [3]

 

BEERDIGUNG: [4]

Moritz Resch war unverheiratet und wurde daher im Familiengrab in Böhmen beigesetzt:

Nový Židovský Hřbitov Rožmberk nad Vltavou, Okres Český Krumlov, Jihočeský (South Bohemia), Czech Republic

Aufschrift:
geboren am 19. Dezember 1870
gestorben am 30. Jänner 1934

Gemeinsam begraben mit seinen Eltern Theresia und Simon Resch

WOHNUNGSNACHWEIS:

 

Moritz Resch ist laut Lehmann [5]  von 1925 bis 1934 in Wien nachweisbar.

Er hat 1925 bis 1931 in Wien XX., Handelskai 3, gewohnt.

Das war die Adresse der Ersten Wiener Walzmühle, jene Adresse, an der Maximilian Resch in den Jahren 1916 bis 1920 gewohnt hatte.

1932 und 1933 ist Moritz im Lehmann an der Adresse Wien XX., Handelskai 129, verzeichnet – eine Nummernänderung für die Erste Wiener Walzmühle Vonwiller.

Im Sterbejahr 1934 wird als Adresse Wien VIII., Josefstätterstr. 23, angegeben.

(Die Sterbeadresse hängt möglicherweise damit zusammen, dass Moritz 1934 bereits todkrank war und in der Nähe seines Bruders Siegmund gewohnt haben könnte.)

 

BERUF:

Als Beruf wird sowohl im Lehmann als auch in der Sterbeeintragung „Disponent“ genannt, keine sehr klare Berufsbezeichnung, am ehesten wohl mit einem Geschäftsführer vergleichbar. Die Branche wird leider nicht angegeben.

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3) SIGMUND (= SIEGMUND) RESCH,

der in Wien ein recht bewegtes Leben führte, nicht rechtzeitig flüchtete bzw. flüchten konnte und der schließlich in einem Konzentrationslager ermordet wurde

 

INFORMATIONEN ÜBER SIGMUND RESCH, SEINE ERSTE FRAU OLGA UND IHREN GEMEINSAMEN SOHN WALTER:

 

3a) GEBURT VON SIGMUND RESCH am 14.6.1876 in Benešov nad Černou (laut 2. Trauung) oder in Rožmberk n Vltavou (Rosenberg) (lt. Geb.-eintragung des Sohnes Walther von 1907) [6]

 

3b) Die ERSTE EHESCHLIESSUNG VON SIEGMUND RESCH UND OLGA SCHRANK fand (lt. Geburts-eintragung des Sohnes Walther bzw. des staatlichen Matrikenführers) am 29. Juni 1905 in Magyarfalva in Ungarn statt.

Laut Geburtseintragung der Olga Schrank [7] stammte ihr Vater Heinrich aus Nemes Orosz Ungarn und war nach Csicz zuständig. Insofern ist der Bezug zu Ungarn durchaus plausibel.

 

3c) Geburt des Sohnes Walter am 16. März 1907 (aus der ersten Ehe von Sigmund Resch und Olga Schrank): [6]

 

3d) TRAUUNG, SCHEIDUNG UND AUSTRITT DES WALTER RESCH AUS DER IKG:

Walter Resch hat am 24.7.1934 im Stadttempel Katharina Spielmann geheiratet. [8]

Walter Resch wurde am 2.1.1936 von Katharina Spielmann geschieden. [9]

Walter Resch, geb. am 16.3.1907 in Wien, ist am 7.9.1936 aus der Israelitischen Kultusgemeinde ausgetreten. [10]

 

3e) WALTER RESCH IN DEN USA

Erst für das Jahr 1944 konnte eine Eintragung über Walter Resch in den USA gefunden werden: die Einberufung zum Militärdienst vom 12. April 1944. Er muss also schon einige Zeit in den USA gelebt haben. Einige Angaben über ihn: geboren 1907 in Österreich, 3 Jahre College, Zivilberuf „Pharmacist“ = Apotheker; aus diesem Grund auch für die Truppengattung „Medical Depart-ment“ = Gesundheitsabteilung, medizinische Abteilung; niedrigster militärischer Rang; geschieden, ohne Angehörige; noch nicht eingebürgert. [10a]

 

Nach schriftlichen Mitteilungen von Frau Susanna Fischa-Easton gibt es Bilder von Walter in US-Uniform aus dem Jahr 1945, die er an seinen Onkel Maximilian Resch schickte. Außerdem behauptete er, in China gewesen zu sein, aber es gibt keine Belege dafür, und es ist auch nicht klar, wann er dort gewesen sein soll.

 

.) Walter heiratete im Juni 1946 eine Wiener Jüdin namens Grete Reinert. [10b]

.) Am 18. April 1950 wurde Walter Resch, wohnhaft in 3739 N. Wilton Ave., Chicago, endlich eingebürgert. [10c]

 

.) Frau Susanna Fischa-Easton teilte dem Autor mit, dass sie, ihre Mutter Gertrude Fischa und ihre Tante Margarethe Métall von Great Neck aus der Familie Resch in Wilmette, Illinois (also Walter, seiner Frau Grete und ihrer gemeinsamen Tochter Olga) einen Besuch abstatteten. [10b]

 

.) Walter Resch starb im April 1969 in Wilmette, Cook, Illinois. [10d]

 

.) Im Jahr 1980 besuchten Susanna Fischa-Easton und ihr Mann, Dr. John Easton, Walters Tochter in Italien. Sie hatte Herrn Michael Papini geheiratet und lebte mit ihm in Frascati. [10b]

 

3f) TOD VON OLGA RESCH GEB. SCHRANK am 21.10.1918: [11]

Nicht nur die Wohnadresse des Bräutigams bei der 2. Trauung („Mödling“, siehe 3g), sondern auch der Grabstein auf dem Friedhof in Mödling deuten darauf hin, dass Sigmund Resch mit seiner Familie in Mödling wohnte.

 

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INFORMATIONEN ÜBER DIE ZWEITE EHE VON SIGMUND RESCH, ÜBER DEN ZWEITEN SOHN KURT, AUFENTHALTSORTE IN WIEN UND DIE DEPORTATION:

 

3g) 2. TRAUUNG VON SIEGMUND RESCH AM 6. APRIL 1919 MIT HEDWIG SAMEK, GEB. SINGER [12]

Die Braut wurde am 19.5.1889 geboren. [12]

 

3h) Sigmund Resch und seine Frau Hedwig hatten einen Sohn namens KURT, der 1921 geboren wurde.

Dies geht aus einem Auswanderungsfragebogen der Fürsorge-Zentrale der IKG vom 25.5.1938 hervor.

 

.) Geburt von Kurt Resch am 27.5.1921 in Wien; Beruf: Student [13]

 

.) 1. Trauung von Kurt Resch mit Bacia Dzuibas 1943 in Leeds, Yorkshire, England [14]

 

.) 2. Trauung von Kurt Resch mit Sylvia Richards 1954 in Ealing, London, England [15]

 

.) Tod von Kurt Resch im August 2005 in Kingston Upon Thames, Surrey, England [16]

 

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3i) Nachweise für Wohnadressen:

.) Im Auswanderungsfragebogen der Fürsorge-Zentrale der IKG gibt Sigmund Resch an, dass er bereits seit 1890 in Wien ist. [13]

 

Hinweise auf WOHNADRESSEN VON SIEGMUND RESCH aus dem Lehmann-Adressbuch[17]

„Siegmund Resch“ war zwar gar nicht so selten zu finden, aber es gibt nur wenig Indizien dafür, dass es sich immer um den Bruder von Maximilian und Moritz handelt.

 

.) Dass ein Siegmund Resch 1906 – 1907 (18. Bezirk, Währinger Straße 133) als Mühlenvertreter bezeichnet wird, würde gut zu Maximilians Walzmühle passen. Dass im Jahr 1907 (Geburt des Sohnes Walter) „israelitischer Kaufmann, Agent in New York, 333 E 19te Str.“ als Beruf und Wohnsitz des Vaters Siegmund Resch genannt werden, muss nicht unbedingt als Widerspruch aufgefasst werden.

 

.) Aus einem Vertreter (1910) wird an der Adresse Wien II., Czerningasse 23 in den Jahren 1911 bis 1916 ein Bankbeamter. Auch bei der Trauung 1919 ist „Bankbeamter“ der Beruf von Siegmund Resch.

 

.) Ob der Inhaber der Firma Goldlust & Co., „Siegmund Resch in Krakau“, identisch mit Maximilians Bruder ist, kann natürlich nicht mit Sicherheit gesagt werden. Es handelte sich lt. Lehmann / protokollierte Firmen 1917 um ein Kommissions- und Speditionsunternehmen, das offenbar Zweigniederlassungen in Wien hatte: bereits 1917 am Schottenring 25 und in der Gumpendorferstr. 14, später in Wien VIII., Josefstädterstr. 9 bzw. Wickenburgg. 17 (bis ca. 1930).

 

.) Ab 1930 (bis 1939) wird im Lehmann ein Cafetier Siegmund Resch an der Adresse Josefstädterstr. 20 / 1. Stiege genannt, in den Jahren 1932 bis 1934 mit Hinweis auf das Cafe Weghuber.

 

.) Dass es sich bei jenem Siegmund Resch, der als Kaufmann in den Jahren 1920 bis 1939 im 17. Bezirk in der Geblergasse 103 aufscheint, um dieselbe Person (Maximilians Bruder) handelt, ist unwahrscheinlich. Aber es handelt sich auch bei diesem Kaufmann aus dem 17. Bezirk um einen jüdischen Einwohner: Sein Sohn Josef, geb. 1914, wurde 1938 als Student von der Medizinischen Fakultät ausgeschlossen. [22]

 

.) Ab 1940 fehlen im Lehmann-Adressbuch Eintragungen für Siegmund Resch gänzlich.

 

 

Zum Café Weghuber

zwei sehr interessante Eintragungen in der Wiener Zeitung:

 

 

.) 18.10.1928: Das Cafe Weghuber, Museumstr. 5a (damals  im 1. Bezirk, heute im 7. Bezirk) wurde mit 1. 10. 1928 von zwei neuen Gesellschaftern übernommen: von Karl Steinzer, Kaffeesieder in Wien, und Sigmund Resch, Kaufmann in Wien. Neuer Firmenname: Cafe Weghuber Steinzer & Resch [18]

 

 

.) 25.6.1938 erfolgte eine Änderung bei den Gesellschaftern: Café Weghuber, Steinzer und Resch. Ausgetreten der Gesellschafter Siegmund Resch, nunmehr Alleininhaber Karl Steinzer.

Das lässt die Vermutung aufkommen, dass Siegmund Resch durch die zunehmend judenfeindliche Gesinnung als Gesellschafter aus der Firma hinausgedrängt wurde. [19]

 

Das Café Weghuber hatte eine lange Tradition, auch wenn es das ursprüngliche Gebäude zu Siegmund Reschs Zeiten (1928 bis 1938) nicht mehr gab.

Vgl. Wien Geschichte Wiki: Café Weghuber [20]

 

 

Abb. R 17. Wien 7, Museumstraße 5/3. Aufnahme über Eck mit Front Neustiftgasse 1 (Café Weghuber).

Autor: Stauda, August W. 1905 / Inventarnummer ST 2022F / ÖNB / Stauda

                                          http://www.bildarchivaustria.at/Preview/1883095.jpg (Zugriff: 1.7.2020)

 

 

Abb. R 18. Museumstr. 5 / Ecke Neustiftg. – früherer Standort des Café Weghuber.

Foto: Günter Oppitz (20.12.2019)

 

 

Das historische Foto von 1905 (Abb. R 17) zeigt jenes Gebäude, das laut Generalstadtplan von 1904 im Jahr 1815 erbaut wurde. Es beherbergte zuerst das Café Eichhorn, ab ca. 1840 trug es die Bezeichnung „Café Weghuber“, selbst als Weghuber 1865 in Konkurs ging und das prominente Kaffeehaus mit gedeckter Glasveranda gegen den Park zu (heute Weghuberpark) in andere Hände kam. Hier trafen sich prominente Schauspieler (u. a. Ferdinand Raimund und Therese Krones) und auch viele Schachspieler, hier gab es täglich Konzerte und wöchentlich große Feste. [20]

 

Das auf dem Foto von 2019 (Abb. R 18) abgebildete Haus wurde lt. Wien Kulturgut / Gebäudeinformationen https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ im Jahr 1910 von Rudolf Erdös erbaut (6 Geschosse) [21]

 

 

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3j) DEPORTATION UND ERMORDUNG IN THERESIENSTADT UND AUSCHWITZ:

 

Dokumente, die der Autor dieses Artikels über Vermittlung des Simon-Wiesenthal-Instituts einsehen konnte, Informationen des Arolsen-Archivs sowie von Yad Vashem / The World Holocaust Remembrance Center (The Central Database of Shoah Victims' Names) vermitteln u.a. Erkenntnisse über den zeitlichen Ablauf der Deportationen, aber auch Daten von einzelnen Personen.

 

.) Es gibt einen Auswanderungsfragebogen der FÜRSORGE-ZENTRALE der Isr. Kultusgemeinde Wien / Auswanderungs-abteilung vom 25. Mai 1938, betreffend Sigmund, Hedwig und Kurt Resch. [23] Daraus geht hervor, dass alle drei Personen gleichzeitig auswandern wollten. Kurt scheint es jedoch gelungen zu sein, Österreich rechtzeitig zu verlassen und so einer Deportation zu entgehen. Vgl. 3g

 

.) Drei Hauslisten von Wien 9., Seegasse 23 zeigen, dass es bis 1942 keine Auswanderungsbewilligung gab. Aus diesen Listen geht hervor, dass auf Tür 15 vier Personen wohnten: [24]

Tür 15: Resch                      Sigmund Israel        geb. 14.06.1876                                                                                                      mos.

Tür 15: Resch                      Hedwig Sara            geb. 19.05.1889                                                                                                      mos.

Tür 15: Singer                      Sigmund Israel        geb. 02.01.1857                                                                                                     mos.

Tür 15: Singer                      Friedrich Israel         geb. 15.09.1898       Isr. Kultusgemeinde, Wien I, Seitenstetteng. 2-4  mos.

 

Sigmund Resch, der 1930 bis 1939 im 8. Bezirk, Josefstädterstr. 20 gewohnt hatte, lebte nun an jener Adresse, die bei der Trauung 1919 für die Familie Singer angegeben war.

 

Deportationslisten geben Auskunft darüber, dass alle vier Bewohner von Seegasse 23, Tür 15, in Konzentrations-lager gebracht wurden. [25]

Sigmund Resch wurde am 24.09.1942 mit Transport 42, Train Da 519 von Wien nach Theresienstadt geschafft und dort am 24.09.1944 umgebracht. [26]

Hedwig Resch geb. Singer wurde lt. Yad Vashem / The World Holocaust Remembrance Center (The Central Database of Shoah Victims' Names) am gleichen Tag und mit dem gleichen Transport wie ihr Mann nach Theresienstadt geschafft [27], lt. holocaust.cz. jedoch mit Transport IV/11, nr. 1100 von Wien nach Theresienstadt gebracht. [28] Sie wurde am 12.10.1944 mit dem Transport Eq. nr. 915 von Theresienstadt nach Auschwitz Birkenau gebracht und dort ermordet. [29]

 

 

4) BERTHA RESCH, über deren Schicksal man überhaupt nichts weiß

 

 

Abb. R 19. Bertha Resch in ihren 40er Jahren.

Quelle: Susi memoirs, unveröffentlichte Memoiren der Enkelin von Max und Martha Resch, pdf, 2018, S. 83.

Foto: Familienbesitz Resch-Fischa-Easton


Bertha wurde laut Aussage von Verwandten wahrscheinlich 1879 in Deutsch-Beneschau geboren.

Margarethe Métall teilte ihrer Nichte Susanna Fischa-Easton vor ihrem Tod mit, dass Bertha in Wien gelebt hat und in Dachau ermordet worden ist.

Leider konnten keine Informationen über sie gefunden werden.

 

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[1] siehe Kapitel 4.1.

[2] Genteam-Index der jüdischen Matriken: Nr. 480461 / Resch Moritz / Sterbeort Wien / Sterbejahr (bzw. Band) 1934 / Zahl 248

[3] Im Wiener Stadt- und Landesarchiv konnte die Sterbeeintragung der IKG als Matrikenduplikat auf einem Mikrofilm eingesehen werden.

Die Transkription:

Nr. 248, Sterbedatum: 30. Jänner 1934, Adresse:  Wien VIII., Josefstädterstraße 23, Überführung: 31. Jänner 1934

Verstorbener: Moritz Resch, Disponent, geb. Luschnitz (= Lužnice), Karplitz, C.S.R.

männlich, ledig / geb. am 29.12.1870 / Todesursache: Bronchialkrebs

Anmerkung: zur Beerdigung nach Rosenb(erg)

[4] Find A Grave Gedenkstätte 15427355 (lt. Findagrave)

Find A Grave, Datenbank und Bilder (https://de.findagrave.com : aufgerufen 04 Februar 2020), Gedenkstättenseite für Moritz Resch (19 Dez 1870–30 Jan 1934), Find-A-Grave-Gedenkstätten-Nr. 15427355, zitierend Nový Židovský Hřbitov Rožmberk nad Vltavou, Rožmberk nad Vltavou, Okres Český Krumlov, Jihočeský (South Bohemia), Czech Republic ; Verwaltet von Charlotte (Mitwirkender 46617978) .

https://de.findagrave.com/memorial/15427355 (Zugriff: 4.2.2020)

[5] Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung 1. Jahrgang (1859)-63. Jahrgang (1941/42)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbr/nav/classification/2576047 (Zugriff: 4.2.2020)

[6] Geburtseintragung Walter Resch: "Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911," database with images, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LB24-L97?cc=2028320&wc=4692-DFW%3A344266801%2C344266802%2C344519201 : 20 May 2014), Wien (alle Bezirke) > Geburtsbücher > Geburtsbuch 1907 Jan.-Juni > image 107 of 186; Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Jewish Community of Vienna) Municipal and Provinical Archives of Vienna, Austria. Nr. 819 / Aufnahme 107

Transkription:

geb. am 16. März 1907 in Wien II., Im Werd 3

Name des Geborenen: Walter / männlich, ehelich

Vater: Sigmund Resch, israel. Kaufmann, derzeit in New York 333 E 19te Str., geboren am 14. Juni 1876 zu Rosenberg, Bezirk Kaplitz, Böhmen, ehelicher Sohn des Simon Resch und der Therese geb. Kohn

Mutter: Olga Resch geb. Schrank, israel. geboren am 29. September 1884 zu Wien, Leopoldstadt, ehel. Tochter des Heinrich Schrank und der Karoline geb. Pollak

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LB24-L97?i=106&wc=4692-DFW%3A344266801%2C344266802%2C344519201&cc=2028320 (Zugriff: 17.9.2019)

[7] Geburtseintragung von Olga Schrank, 29.9.1884, Nr. 3615, Scan 254

"Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911," database with images, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-9B2H-YYV?cc=2028320&wc=4692-D6T%3A344266801%2C344266802%2C344440801 : 17 September 2019), Wien (alle Bezirke) > Geburtsbücher > Geburtsbuch I,J 1883-1884 > image 254 of 294; Israelitischen Kultusgemeinde Wien (Jewish Community of Vienna) Municipal and Provinical Archives of Vienna, Austria.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-9B2H-YYV?i=253&wc=4692-D6T%3A344266801%2C344266802%2C344440801&cc=2028320 (Zugriff: 17.9.2019)

[8] Trauung von Walter Resch mit Katharina Spielmann 1934

Quelle: Datenbank „Index der Jüdischen Matriken Wien und NÖ“ von Genteam; 1934/Zahl 223

[9] Scheidung von Walter Resch mit Katharina Spielmann 1936

Quelle: Genteam-Datenbank „IKG Wien Scheidungen“ 1936 / Zahl 2

[10] Austritt von Walter Resch aus der IKG 1936

laut Genteam-Index „Austritte in Wien aus der IKG 1915-1945“

Seine damalige Adresse: Wien 1., Schottenbastei 12

Beruf: Hotelbeamter

Stand: ger(ichtlich) getrennt

[10a] "United States World War II Army Enlistment Records, 1938-1946," database, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:K8L6-8SR : 5 December 2014), Walter Resch, enlisted 12 Apr 1944, ; citing "Electronic Army Serial Number Merged File, ca. 1938-1946," database, The National Archives: Access to Archival Databases (AAD) (http://aad.archives.gov : National Archives and Records Administration, 2002); NARA NAID 1263923, National Archives at College Park, Maryland.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:K8L6-8SR (Zugriff: 30.7.2020)

[10b] Schriftliche Mitteilungen von Frau Easton an den Autor

[10c] Naturalization Walter Resch / Quellenangabe

"Illinois, Northern District (Eastern Division), Naturalization Index, 1926-1979," database with images, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:3QS7-L946-3R62?cc=2040533&wc=MXB1-729%3A1005543901 : 20 May 2014), Ren, Michalina-Rexus, William > image 510 of 1103; National Archives and Records Administration, Great Lakes Region, Chicago.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:3QS7-L946-3R62?i=509&cc=2040533&personaUrl=%2Fark%3A%2F61903%2F1%3A1%3A2H51-J9F (Zugriff: 30.7.2020)

[10d] Tod von Walter Resch

"United States Social Security Death Index," database, FamilySearch (https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:JP57-7ML : 22 July 2020), Walter Resch, Apr 1969; citing U.S. Social Security Administration, Death Master File, database (Alexandria, Virginia: National Technical Information Service, ongoing).

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:JP57-7ML (Zugriff: 30.7.2020)

[11] Tod von Olga Resch geb. Schrank am 21.10.1918 in Mödling lt. Inschrift auf dem Grabstein

[12] Im Wiener Stadt- und Landesarchiv konnte die Trauung von Sigmund Resch mit Hedwig geb. Singer als Matrikenduplikat der IKG auf einem Mikrofilm eingesehen werden: Zahl: 176, Trauungsdatum: 06.04.1919

Vgl. auch „Index der jüdischen Matriken Wien und NÖ“ bei Genteam

Transkription:

Zahl: 176; Trauungsdatum: 6.4.1919, Trauungsort: Wien I., Seitenstetteng. 4

Bräutigam: Sigmund Resch, Bankbeamter, gebürtig: Beneschau, zuständig: Hermannschlag, Bez. Kaplitz

Vater: Simon Resch; Mutter: Theresia, geb. Kohn

geb. 14. Juni 1876, Witwer, Wohnort: Mödling

Braut: Hedwig Samek, geb. am 19. 5. 1889 als Hedwig Singer

Vater: Sigmund Singer, Mutter: Rebeka geb. Themen(?) / Thumen(?)

Adresse: IX., Seegasse 23

Auch für die Braut war das die zweite Trauung: Sie hatte in erster Ehe Oskar Samek geheiratet und war seit 17.1.1913 geschieden.

 

Für den 1. Mann der Hedwig Singer, Oskar Samek, konnte keinerlei Verwandtschaft mit dem Rechtsanwalt Oskar Samek nachgewiesen werden, der in einem sehr großen Abschnitt dieses Kapitel als Emigrant im Jahr 1938 im Mittelpunkt steht.

Zur Adresse: Es handelt sich um jene Adresse, von der aus 1942 die Deportation nach Theresienstadt erfolgte.

Die Trauzeugen:

1. Zeuge: Max Resch, Generaldirektor, XX., Handelskai 3 (= Siegmunds Bruder)

2. Zeuge: Sigmund Singer, Bankbeamter, IX., Seegasse 23 (= wahrscheinlich Hedwigs Vater)

Quelle: IKG, Trauungsbuch 1919 / Zahl 176 (Trauung am 6.4.1919 im Stadttempel)

 

Einige bemerkenswerte Informationen beim Bräutigam:

Als Geburtsort von Siegmund Resch wird – im Gegensatz zur Geburtseintragung von 1907 – Beneschau angegeben. Er ist zu diesem Zeitpunkt Witwer und wohnt in Mödling.

Als Beruf wird 1919 Bankbeamter angegeben.

 

Die Trauung von Hedwig Singer mit Oskar Samek am 13. 2. 1910 konnte über Mikrofilme im Wiener Stadt- und Landesarchiv eingesehen werden. Der Bräutigam bei dieser Hochzeit ist zufällig namensgleich mit jenem Dr. Oskar Samek, dessen Schicksal im vorliegenden Artikel ausführlich behandelt wird.

[13] A_W 2589,63 Auswanderungsfragebogen_Resch, Siegmund_1.pdf

FÜRSORGE-ZENTRALE der Isr. Kultusgemeinde Wien /Auswanderungsabteilung / FRAGEBOGEN Nr. 25105

(Dokumente bzw. Downloads des Simon Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien)

[14] Trauung Kurt Resch – Bacia Dzuibas 1943

"England and Wales Marriage Registration Index, 1837-2005." Database. FamilySearch. http://FamilySearch.org : 14 June 2016. From "England & Wales Births, 1837-2006." Database. findmypast. http://www.findmypast.com : 2012. Citing General Register Office, Southport, England.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:QV8T-K51S (Zugriff: 10.6.2020)

[15] Trauung Kurt Resch – Sylvia Richards 1954

"England and Wales Marriage Registration Index, 1837-2005," database, FamilySearch (https://familysearch.org/ark:/61903/1:1:QVDJ-SZQL : 8 October 2014), Kurt Resch and null, 1954; from "England & Wales Marriages, 1837-2005," database, findmypast (http://www.findmypast.com : 2012); citing 1954, quarter 2, vol. 5E, p. 305, Ealing, London, England, General Register Office, Southport, England.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:QVDJ-SZQL (Zugriff: 10.6.2020)

[16] Tod von Kurt Resch 2005

"England and Wales Death Registration Index 1837-2007." Database. FamilySearch. http://FamilySearch.org : 14 June 2016. From "England & Wales Births, 1837-2006." Database. findmypast. http://www.findmypast.com : 2012. Citing General Register Office, Southport, England.

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:QV4C-34GF (Zugriff: 10.6.2020)

[17] Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung 1. Jahrgang (1859)-63. Jahrgang (1941/42)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/titleinfo/5311 (Zugriff: 18.6.2020)

[18] ANNO / Wiener Zeitung vom 18.10.1928, S. 16

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=19281018&query=%22Sigmund+Resch%22+%22M%c3%b6dling%22&ref=anno-search&seite=16 (Zugriff: 12.11.2019)

[19] ANNO / Wiener Zeitung vom 25.06.1938, S. 15

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=19380625&query=%22Siegmund+Resch%22+%22M%c3%b6dling%22&ref=anno-search&seite=15 (Zugriff: 12.11.2019)

[20] Vgl. Wien Geschichte Wiki: Café Weghuber

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Caf%C3%A9_Weghuber (Zugriff: 10.10.2019)

[21] Heutige Adresse: Wien 7., Museumstr. 5 / Identadresse Neustiftg. 3

Wien Kulturgut / Gebäudeinformationen

https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ → Eingabe von Museumstraße 5 → Architektur → Gebäudeinformationen → Allgemein → beharrlich auf den roten Punkt bei Neustiftg. 3 (= Identadresse, bei Museumstr. 5 gibt es keinen roten Punkt)

[22] MEMORIAL BOOK FOR THE VICTIMS OF NATIONAL SOCIALISM AT THE UNIVERSITY OF VIENNA IN 1938, S. 109

https://gedenkbuch.univie.ac.at/index.php?id=435&no_cache=1&L=2&person_name=&L=2&person_geburtstag_tag=not_selected&person_geburtstag_monat=not_selected&person_geburtstag_jahr=not_selected&person_fakultaet=not_selected&person_kategorie=not_selected&person_volltextsuche=&search_person.x=1&result_page=109 (Zugriff: 12.1.2020)

[23] A_W 2589,63 Auswanderungsfragebogen_Resch, Siegmund.pdf + _Resch, Siegmund_1.pdf

FÜRSORGE-ZENTRALE der Isr. Kultusgemeinde Wien /Auswanderungsabteilung / FRAGEBOGEN Nr. 25105

(Dokumente bzw. Downloads des Simon Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien), siehe auch [13]

[24] Hauslisten, betreffend die Familien Resch und Singer

Hausliste 9., Seegasse 23 von 1941/42

A_VIE_IKG_II_BEV_WOHN_11_5_Hausliste_9. Bezirk_1942_Seegasse 23_Resch.pdf

Hausliste 9., Seegasse 23 von 1942 (IKG 2409/S. 349)

A_VIE_IKG_II_BEV_WOHN_6_1_Hausliste_9. Bezirk_1942_Seegasse 23_Resch.pdf

Hausliste 9., Seegasse 23 von 1942

A_W 436,7_Hausliste_9. Bezirk_1942_Seegasse 23_Resch.pdf

(Dokumente bzw. Downloads des Simon Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien)

[25] Deportationslisten, betreffend die Familien Resch und Singer:

A_VIE_IKG_II_DEP_Deportationslisten Kopien_4_5_Theresienstadt_24.9.42_Resch.pdf

A_VIE_IKG_II_DEP_Deportationslisten Kopien_4_5_Theresienstadt_24.9.42_Resch_Version 2.pdf

(Dokumente bzw. Downloads des Simon Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien)

[26] Yad Vashem / The World Holocaust Remembrance Center (The Central Database of Shoah Victims' Names)

Transport 42, Train Da 519 from Wien,Vienna,Austria to Theresienstadt,Ghetto,Czechoslovakia on 24/09/1942; Todesdatum: 24/09/1944

https://yvng.yadvashem.org/nameDetails.html?itemId=4940166&language=en

(Zugriff: 12.11.2019)

[27] Yad Vashem / The World Holocaust Remembrance Center (The Central Database of Shoah Victims' Names)

Deportation Hedwig Resch

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_lastName=Resch&s_firstName=Hedwig&s_place=&s_dateOfBirth= (Zugriff: 12.11.2019)

[28] holocaust.cz.

https://www.holocaust.cz/de/opferdatenbank/opfer/56866-hedwig-resch/ (Zugriff: 3.6.2020)

[29] Yad Vashem / The World Holocaust Remembrance Center (The Central Database of Shoah Victims' Names):

Transport von Hedwig Resch von Theresienstadt nach Auschwitz  Birkenau

https://yvng.yadvashem.org/index.html?language=en&s_lastName=resch&s_firstName=Hedwig&s_place=&s_dateOfBirth=&cluster=true (Zugriff: 12.11.2019)