„Drei jüdische Emigranten und ihre Familien – Viktor Ephrussi, Dr. Oskar Samek, Maximilian Resch. Flucht aus Österreich im Jahr 1938“. Wien, im September 2020

 

Ein Artikel von Günter Oppitz für die Homepage www.guenteroppitz.at

 

IMPRESSUM 

 

Copyright © 2020 by Günter Oppitz, Wien

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ABSCHNITT 4. Familie Resch

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

Kapitel

 

4.1. Genealogisches und Biografisches

       Max Resch und Martha geb. Sollfrank – Auswanderer aus Böhmen nach Wien

 

4.2. Beruf und Stellung in der Gesellschaft

       4.2. Exkurs 1: Maximilian Reschs Geschwister

       4.2. Exkurs 2: Max Reschs Schwiegersohn Johann Fischa

       4.2. Exkurs 3: Rudolf Aladár Métall

       4.2. Exkurs 4: Erhard Dier, der Taufpate von Max Reschs Enkelin Susanna Easton, geb.                                  Fischa

 

 

4.3. Die Flucht 1938 – Max verlässt Österreich ohne seine Ehefrau

4.3.1. Dokumente – Passantrag, Vermögensverzeichnis

4.3.2. Dokumente – Mündliche Überlieferung 

4.3.3. Eine Familie wird zerrissen – Juden, Katholiken, evangelische Christen, Konfessionslose innerhalb einer Familie

 

4.4. Auto und Hausbesitz – Enteignung, Schenkung und Restitution

4.4.1. Das Auto

4.4.2. Hausbesitz in Teplitz – Schönau

4.4.3. Villa in Weidling bei Klosterneuburg, Lenaugasse 28

 

4.5. Splitter zum Leben in der Fremde

 

4.6. Erinnerungen

 

4.7. Abkürzungsverzeichnis und Quellenverzeichnis

 

 

EINLEITUNG ZUM ABSCHNITT "RESCH"

 

Der Familie des jüdischen Generaldirektors Maximilian Resch geht es bis zum März 1938 gut. Man kann die Pension in der Villa in Weidling bei Klosterneuburg genießen. Die beiden Töchter sind mit Männern verheiratet, die angesehene Positionen haben.

Doch dann wird Max Reschs Pass eingezogen. Das Ansuchen um Ausreisebewilligung (Kapitel 4.3. Die Flucht 1938 / Abb. R 41 / S. 71) ist ein berührender Beleg für den verzweifelten Kampf des Max Resch, Österreich rechtzeitig verlassen zu können. Eine Familie zerbricht: Diejenigen, die aufgrund ihres Glaubensbekenntnisses nichts zu befürchten haben, bleiben in Wien – auch Maximilians Reschs Frau. Seinem Bruder Sigmund und seiner Frau Hedwig geb. Singer gelingt die Flucht nicht. Sie sterben im KZ. Ihre Söhne Walter und Kurt können rechtzeitig emigrieren, nach New York und London.

 

Maximilian Resch hat in der Emigration keine materiellen Probleme. Er hat nahe Verwandte, die ihn bei sich aufnehmen. Aber er verliert (zumindest vorübergehend) alles, was er sich in Österreich aufgebaut hat, und – was ihn viel schwerer trifft – seine Ehe mit Martha ist zu Ende. Nach seiner Flucht aus Österreich sieht er sie nie mehr.

 

Seine Enkelin, Frau Susanna Christine Fischa-Easton, hat eine Art Familienchronik verfasst („Susi memoirs“, unveröffentlichte Memoiren, pdf 2018), die sie dem Autor dieses Artikels dankenswerterweise zur Verwendung zur Verfügung gestellt hat. Sie hat mir aber auch zahlreiche Fotos und weitere Informationen übermittelt. Es ist ihr ausdrücklicher Wunsch, dass ihr Name und die sie betreffenden Einzelheiten in diesem Artikel genannt werden. Im Laufe der Recherchen hat sich herausgestellt, dass die Haushälfte des Maximilian Resch im Zuge einer Schenkung an die damals wenige Monate alte Susanna vor dem Zugriff des „Deutschen Reiches“ gerettet werden konnte. Sie selbst erfuhr davon erst durch den Autor am 11.11.2019 (Kapitel 4.4.3. S. 87, 90 und 91). 

Ich danke Frau Susanna Fischa-Easton und ihrer „technischen Assistentin“, Frau Linda Murphy, für die große Geduld angesichts meiner oftmaligen Nachfragen nach Fotos und Informationen.

 

Frau Mag. Barbara Weiss vom Stadtarchiv Klosterneuburg verdanke ich zahlreiche sehr wertvolle Hinweise auf Akten in verschiedenen Archiven.

 

Eine wesentliche Grundlage für meine Arbeit waren die Akten des NÖLA und des ÖSTA. Ich bedanke sehr herzlich dafür, dass sie in beiden Archiven für mich bereitgestellt wurden, dass ich sehr freundlich beraten wurde und dass ich sie in meinem Artikel auswerten konnte.

 

Ich möchte mich aber auch bei allen anderen Institutionen sehr herzlich bedanken, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten oder durch ihre Online-Angebote diesen Aufsatz ermöglicht oder erleichtert haben. Das waren diesmal vor allem Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital, die Österreichische Nationalbibliothek mit den Möglichkeiten der ANNO-Suche und einigen Werken aus dem ÖNB-Bildarchiv, weiters jene Stellen, die die Digitalisate der Matriken zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und die Diözese St. Pölten in Zusammenarbeit mit Matricula / Icarus, das Landesarchiv Leitmeritz, das Landesarchiv Pilsen / Portafontium und das Landesarchiv Třebon / Wittingau sowie die Israelitische Kultusgemeinde, die (u.a. über Digitalisate und Filme bestimmter Organisationen, u.a. Familysearch / Mormonen und WStLA) die Einsicht in die Matriken ermöglicht.

 

Mein Dank gilt aber auch dem Bezirksgericht Klosterneuburg für die Bereitstellung der Grundbücher und der Urkundenbücher und dem Wiener Stadt- und Landesarchiv.

Unschätzbare Hilfen boten auch die zahlreichen Datenbanken von Genteam (sehr viele Hinweise auf jüdische Matriken). Bezüglich des Friedhofs von Weidling war die Friedhofsdatenbank von Familia Austria hilfreich. 

 

Ein besonderer Dank gilt einerseits dem Simon Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien, wo man sich extrem viel Zeit genommen hat, hilfreiche Hinweise auf die Holocaust-Opfer Sigmund Resch und Hedwig geb. Singer zu finden, andererseits dem Technischen Museum, wo man bereit war, mir Detailinformationen zum Projekt NS-KFZ-Raub (Auto des Maximilian Resch) mitzuteilen.

 

Es ist überraschend, welchen Namen man in diesem Teil des Artikels begegnet, welche prominenten Personen zu den Freunden und Bekannten der Familie Resch gehörten:

Erhard Amadeus Dier, der Taufpate von Susanna Fischa-Easton, war ein bekannter Bildender Künstler (4.2. Resch - Exkurs 4: Erhard Dier / S. 47)

 

Der Name Hans Kelsen spielt insofern eine bedeutende Rolle, als dessen Mitarbeiter, Freund und Biograf einer der Schwiegersöhne von Max Resch war (4.2. Resch - Exkurs 3: Rudolf Aladár Métall /S. 42, vgl. auch 4.5. Resch – Splitter zum Leben in der Fremde / S. 93)

 

In Kapitel 4.2. – Exkurs 2: Johann Fischa /S 38f. wird Oskar Helmer, Innenminister von 1945 bis 1959 als Nachbar genannt, der in einem Erinnerungsbuch auch die Familie des Dir. Hans Fischa bzw. ihre Schwierigkeiten während der Besatzung durch die Russen erwähnt.

 

Im selben Exkurs / S. 39f. tritt auch die Schauspieler-Familie Hörbiger durch den Kauf des Fischa-Hauses und die Umwandlung in ein kleines Theater in Erscheinung.

 

Es wird auch verwundern, dass von „Fini’s Feinstem“, einem hochwertigen Mehl, die Rede ist, das heute von der GoodMills Group, produziert wird, einer Nachfolge-Firma der „Vonwiller Ersten Wiener Walzmühle“, deren Generaldirektoren Maximilian Resch und Hans Fischa waren (4.2. Resch - Beruf und Stellung in der Gesellschaft / S. 12)

 

Aber auch das einst sehr berühmte Café Weghuber im 7. Bezirk (nahe dem Wiener Volkstheater) spielt in diesem Artikel eine Rolle – war doch Sigmund Resch von 1928 bis 1938 Gesellschafter dieses Cafés. (4.2. Resch - Exkurs 1: Maximilian Reschs Geschwister, bes. S. 24ff.)

 

 

Wien, im September 2020                                                       Günter Oppitz