3.5.1. Briefwechsel zwischen Dr. Oskar Samek und Prof. Albert Bloch in der Emigration in den USA

 

Die Hauptarbeit für dieses Kapitel hat Frau Gerlinde Kainz geleistet.

 

Sie hat sich jahrzehntelang mit der Karl Kraus – Forschung und in besonderer Weise mit der Samek – Forschung beschäftigt. Als Bewohnerin des Hauses Wien 15., Reindorfgasse 18, und als Eigentümerin einer der Wohnungen liegt ihr das 1938 zerstörte Karl-Kraus-Museum besonders am Herzen.

 

Für das Kapitel 3.5.1. hat sie die wesentlichen Informationen bereitgestellt. Sie hat den Briefwechsel zwischen Dr. Oskar Samek und Prof. Albert Bloch, bestehend aus 41 Briefen zwischen 1939 und 1945, deren Scans ihr von der Universität Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner-Archiv, zur Verfügung gestellt wurden, transkribiert, die wichtigsten Aussagen zu den folgenden Bereichen exzerpiert und eine Liste der 41 Briefe erstellt.

 

Meine Aufgabe bestand nur darin, die bereitgestellten Arbeitsergebnisse neu zu ordnen und möglichst übersichtlich darzustellen.

 

Es soll klar erkennbar sein, aus welchen Briefen die einzelnen Aussagen von Dr. Oskar Samek (= OS) und Prof. Albert Bloch (= AB) stammen. Dies lässt sich an der Nummer des Briefes, die ganz kurz innerhalb der folgenden Klammern angegeben wird, erkennen. Beispiel: (B 5) heißt (Brief Nr. 5). Die entsprechende Liste der Briefe findet man am Ende des Kapitels 3.5.1. vor den Fußnoten.

 

 

Analyse eines Briefwechsels in Hinblick auf folgende Fragen:

.) Was lässt sich bezüglich der Persönlichkeit, bestimmter Ansichten und Einstellungen sowie bezüglich der Lebenssituation von Dr. Oskar Samek in der Emigration aus den Briefen herauslesen? 

.) Was erfährt man über die Bemühungen für die Bewahrung und die Publikation der Werke von Karl Kraus?

.) In welcher Weise werden bestimmte Persönlichkeiten beurteilt, die in den Briefen genannt werden – Heuchler oder Mitstreiter?

Selbstverständlich sind in diesem Rahmen keine umfangreichen Abhandlungen möglich, aber vielleicht ist die eine oder andere Erkenntnis als Impuls oder Detailinformation für ein thematisch verwandtes Projekt hilfreich.

 

A) FAMILIÄRES, PERSÖNLICHES

 

a) Oskar Sameks Sorgen um seine Frau Ilona und sein tiefer Schmerz über ihren Tod

 

Ilona Samek erkrankt Anfang Juni 1940 an einer Venenentzündung. Wenn es sich um eine Krankheit von Ilona handelt, ist Oskar Samek in den Briefen sehr bestimmt. (B 10, Juni 1940) Er weiß, dass Ilona im geplanten Urlaub – ursprünglich war Falls Village vorgesehen, wo auch Bloch ein Sommerhäuschen besitzt (B 8, Mai 1940) – im Sommer 1940 einen Arzt braucht, und bittet Bloch, sich nach einem guten Spezialisten zu erkundigen. (B 12, Juli 1940) Bloch findet einen exzellenten Arzt. (B 13, Juli 1940)

Er stellt weitere Bedingungen:

.) Wichtig ist ihm, ob Spaziergänge auf ebenem Terrain möglich sind. Ilona hat erst am 18.7. das Bett verlassen können. (B14, Juli 1940)

.) Sie braucht eine leichte Kost. (B 14, Juli 1940)

.) OS mietet das Häuschen nur, „wenn wir nicht selbst wirtschaften müssten, … ich kann meiner Frau nicht zumuten, dass sie während der wenigen Wochen ihres jährlichen Urlaubs Haushaltssorgen hat.“ (B 9, Mai 1940)

 

Offenbar wählt OS doch einen anderen Urlaubsort, denn er teilt AB am 15. August 1940 aus Stevens Lodge, Lake Placid, N.Y., mit, dass Ilona zwar von der Venenentzündung genesen ist, doch leider seelisch schwer erkrankt ist. (B 16, August 1940)

 

Ilona stirbt am 26. September 1940 (45 Jahre alt) in New York City, Queens, und wird am Mount Hebron Cemetery, Queens, begraben. Oskar schreibt lange nicht an Bloch, zuerst wegen der schweren Erkrankung von Ilona und nach ihrem Tod wegen seiner seelischen Verfassung. (B 17, Oktober 1940)

 

b) Der Kontakt zu seiner Stieftochter Eva Seiler

dürfte nicht sehr eng gewesen sein: Lediglich in einem dieser 41 Briefe wird Eva, die Tochter von Ilona, erwähnt und als seine Tochter bezeichnet. (B 1, Oktober 1939)

 

c) Zunehmende Vereinsamung

 

Oskar gibt zu, dass er sehr an seiner Frau gehangen ist und dass ihr Tod für ihn ein schwerer Verlust bedeutet, der seinen ohnehin immer vorhandenen Hang zur Einsamkeit noch verstärkt hat, bedauerlicherweise „ohne dass ich den Wunsch habe, sie zu durchbrechen. Ich habe es als meine einzige und letzte Lebensaufgabe betrachtet, das Nachlasswerk von Karl Kraus zu veröffentlichen...“ (B 20, 15. Dezember 1940)

 

Oskar Samek schreibt an Bloch:  Mein „hartnäckiges Schweigen“ ist mir selbst entsetzlich, weil ich ja aufrichtig wünsche, dass der Kontakt zwischen uns nicht verloren gehe. Ich bin aber manchmal unfähig, mich mitzuteilen, besonders dann, wenn ich viel zu sagen hätte, viel mehr, als ein Brief fassen könnte. Für mich gilt das Sprichwort nicht, dass wes das Herz voll ist, der Mund übergeht. Bei mir verschließt sich der Mund und nur die Augen gehen mir über. (B 25, Juni 1941)

 

d) Margit Schey-Kux,

seiner Schwägerin, dürfte es gelungen sein, nach dem Tod von Ilona eine Beziehung zu Oskar Samek aufzubauen. In den Briefen wird von einem gemeinsamen Hutsalon mit ihrer Schwester Ilona berichtet (B 9, Mai 1940, siehe Punkt B), von einem zweiwöchigen Urlaub mit ihrem Schwager Oskar Samek im Jahr 1941 (B 27, Juli 1941) und von einem Autounfall ihres Mannes im Jahr 1950. (B 34, 27. Juli 1950) 

Im Jahr 1950 lebte Fritz Schey allerdings nicht mehr; er starb am 19. April 1948 (vgl. 3.5.2. Exkurs 6: Margit Schey, geb. Kux). Mögliche Erklärung für diesen Widerspruch:

Margit Schey-Kux hat nach dem Tod von Fritz Schey ein zweites Mal geheiratet.

 

 

B) BERUFLICHE UND WIRTSCHAFTLICHE SITUATION:

 

Berufsausübung und berufliche Qualifikationen:

 

OS hilft seiner Frau und seiner Schwägerin (Margit Schey-Kux) beim Aufbau ihres Geschäftes (Hutsalon) als Buchhalter und übernimmt auch sonstige Aufgaben. Er hat Ende Mai 1940 noch keine Beschäftigung, aus der er seinen Lebensunterhalt erwerben könnte. „Da die wenigen geretteten Ersparnisse nicht mehr für lange Zeit reichen, werde ich genötigt sein, irgendeine, wenn auch nicht passende Gelegenheit zu ergreifen. [... ] Ich fühle mich nicht an New York gebunden, wenn mein Verdienst ausreichen würde, meine Frau und mich bescheiden zu erhalten. Sollten wir aber genötigt sein, beide zu verdienen, so dürfte ich das Geschäft, das meine Frau betreibt, und das leider zu unserer Erhaltung nicht ausreicht, aber doch ihre nahezu deckt, nicht aufgeben. (Ilona hat mit ihrer Schwester einen Hutsalon). (B 9, Mai 1940)

Ilona Samek betreibt dieses Hutgeschäft als Untermieterin eines Kleidergeschäftes, das sich acht Tage vorher (Ende September 1939) über Nacht aufgelöst hat. Sie waren gezwungen, einen neuen Platz zu suchen. Gott sei Dank haben sie das Geschäft zwischenzeitig anderweitig untergebracht. (B 1, Oktober 1939)

Er schreibt Bloch über seine Pläne, einen Hardwarestore zu eröffnen, obwohl er weiß, dass dies keine entsprechende Beschäftigung für ihn ist. (B 9, Mai 1940)

Mangels fachlicher Kenntnisse in irgendeinem Beruf ist OS darauf angewiesen, sich mit jemandem zu assoziieren, der diese Fachkenntnisse besitzt. Ein ihm entsprechender wissenschaftlicher Beruf oder eine Betätigung in einem Unternehmen dürften sich ihm nicht so leicht bieten, da er persönlich nicht die richtigen Beziehungen hat. (B 9, Mai 1940)

 

Nach dem Tod seiner Frau Ilona ist er im Geschäft, das Ilona mitgegründet hat, kommerziell tätig. (B 17, Oktober 1940)

Er schreibt von einer „Urlaubseinteilung für die Gesellschafter unseres Geschäftes“. (B 26, Juli 1941)

Im April 1951 teilt er Bloch mit der Bitte um Verschwiegenheit mit, dass er sich um eine andere Beschäftigung umsehen hat müssen, da das Modistengeschäft schlecht gegangen ist.  Er hat momentan zwei Beschäftigungen: Er arbeitet sich einerseits als Volontär ein, das heisst nach seiner Aussage, dass er wöchentlich 60 Stunden arbeitet. Für die Arbeit an der Kraus-Sache hat er nur am Sonntag Zeit. (B 38, April 1951)

 

 

Sprachliche Schwierigkeiten:

OS fürchtet, dass sich die im Werk angegriffenen Personen mit einer Pressekampagne wehren und er nicht imstande sei, den Kampf in einer fremden Sprache zu führen, in der er sich selbst im täglichen Umgang nur zur Not ausdrücken könne. (B 5, März 1940)

 

Kommentar zu Punkt B / BERUFLICHE UND WIRTSCHAFTLICHE SITUATION:

 

Im Buch „Advokaten 1938“ liest man auf S. 62:

 

Eine gelungene Flucht bedeutete jedoch für die meisten Betroffenen, in einem fremden Land vor dem ökonomischen Nichts zu stehen.

 

S. 63 wird diese Feststellung ergänzt:

 

Abgesehen von ökonomischen, sprachlichen und psychischen Schwierigkeiten bei der Neuetablierung in den Exilländern fanden die wenigsten EmigrantInnen – auch dies trifft auf jedwede Berufsgruppe zu – herzliche Aufnahme. Nach Kriegsausbruch verschärfte sich diese Problematik beinahe überall noch, da die vor dem NS-Regime Geflüchteten zwar vom Deutschen Reich als „dem Volkskörper nicht zugehörig“ betrachtet, in den Aufnahmeländern aber als Deutsche und somit Feinde betrachtet wurden. [ . . . ] Die wenigsten unter den emigrierten Rechtsanwälten [ . . . ] konnten in den Exilländern wieder als Juristen arbeiten, setzte dies doch zumeist ein nochmaliges Studium voraus [ . . . ]

 

Vergleich mit der Situation des Ehepaares Samek:

Auch Oskar und Ilona Samek mussten um das wirtschaftliche Überleben kämpfen: Im Mai 1940 (B 9) hatte Oskar Samek noch immer keine eigene berufliche Tätigkeit, sondern half seiner Frau in ihrem Geschäft.

Er übte die Funktion eines Buchhalters in diesem Hut-, später Modistengeschäft aus, hatte Pläne, einen Hardwarestore zu eröffnen (ob es jemals dazu gekommen ist bzw. ob er einen Geschäftspartner mit dem nötigen Fachwissen gefunden hat, ist unbekannt), er arbeitete als Volontär.

 

In diesen Briefen ist nirgends die Rede davon, dass er im Zusammenhang mit seinem ursprünglichen Beruf als Jurist Einkünfte gehabt hätte.

 

Die sprachlichen Schwierigkeiten werden von Dr. Oskar Samek im Brief Nr. 5 explizit angesprochen.

Und psychische Schwierigkeiten seiner Frau Ilona nach der Venenentzündung werden im Brief Nr. 16 mit den Worten „seelisch schwer erkrankt“ umschrieben.

 

Zusammenfassung: Das, was in „Advokaten 1938“ allgemein über die Emigranten festgehalten wird, trifft auf Dr. Oskar Samek (und seine Frau) vollinhaltlich zu. [8]

 

 

 

 

C) DAS WERK VON KARL KRAUS:

 

Nach Ilonas Tod schreibt Oskar Samek: „Die einzige Sorge, die ich nun noch im Leben habe, ist das Werk von Karl Kraus.“ (B 17, 27. Oktober 1940)

 

Schwierigkeiten, Hindernisse BEI DER VERÖFFENTLICHUNG:

 

1) Finanzielle Sorgen:

 

Oktober 1939: Der Verlag Oprecht aus Zürich möchte die große Arbeit von Karl Kraus aus dem Jahre 1933 drucken. OS hat die Fahnen. Große Diskussionen: Wer bezahlt die Fotokopien? Wenn das zu teuer ist, will OS die Fahnen abschreiben. Die Abschrift ist 254 Seiten stark. (B 1, Oktober 1939)

Oktober 1940: Das Angebot des Verlags Oprecht scheint nicht mehr zu bestehen. Sollte OS keinen Verleger finden, so ist er entschlossen, das Werk im Selbstverlag herauszugeben. Er braucht dafür einen Betrag zwischen 100 – 200 Dollar für die Druckkosten, vielleicht strecken Anhänger oder Freunde von Karl Kraus diesen Betrag vor. (B 17, Oktober 1940) Bloch weiß niemanden, der OS mit 100 – 200 Dollar für die Herausgabe des Werkes unterstützen könnte. Er verweist jedoch auf Krenek, Viertel und Schönberg. (B 19, November 1940)

Samek verfügt auch letztwillig, dass die Fahnen des Werkes in die Verwahrung von Bloch kommen, bis Prof. Jaray, er Miterbe an der Verlassenschaft von KK darüber Verfügungen zu treffen in der Lage sein wird. (B 17, Oktober 1940) Offensichtlich gibt es unter den Verehrern von Karl Kraus zeitweise überhaupt keinen Kontakt.

 

2) SICHERUNG DER MANUSKRIPTE UND WISSENSCHAFTLICH ADÄQUATE ERARBEITUNG EINER ERSTFASSUNG:

 

Oktober 1939: Als OS das Werk wieder liest, sieht er, dass ein Setzer, der mit KK´s Handschrift nicht vertraut ist, es unmöglich setzen kann. OS entschließt sich, alles abzuschreiben, mit drei Durchschlägen, zur Sicherheit für die Erhaltung des Werkes ein Exemplar an Frau Kann und eines an Albert Bloch zu geben. Als Anwalt regelt Samek im Oktober 1939 auch, was im Falle des Ablebens von Bloch passieren soll. (B1, Oktober 1939)

Es geht vor allem um die Änderungen, Auslegungen, schwer zu lesenden Passagen des großen Werkes von Karl Kraus, das sie später „Dritte Walpurgisnacht“ nennen werden. (B 1, Oktober 1939)

AB stimmt zu, einen Durchschlag des Nachlasswerkes von KK in Verwahrung zu nehmen, bewahrt es in seiner „Safe Deposit Box“ bei der Bank und trifft Anstalten, dass im Falle seines Todes Frl. Francis alles an OS zurückstellt – ohne „Scherereien“ (d.h. ohne Anwalt). (B 2, Oktober 1939)

Mai 1940OS entschuldigt sich im Mai 1940 wegen der schlechten Qualität seiner Abschriften und teilt mit, dass Herr Martin Jahoda sich erbötig gemacht hat, eine zweite Abschrift anzufertigen. Bezüglich der Auswahl des Papiers werden die Anregungen von Frl. Francis, der späteren Frau von AB, befolgt. (B 9, Mai 1940)

 

Oktober 1940: In gewisser Weise sichert Samek im Oktober 1940 seinen Teil des Nachlasses auch durch ein eigenes Testament ab. Er verfügt auch letztwillig, dass die Fahnen des Werkes in die Verwahrung von Bloch kommen, bis Prof. Jaray, der Miterbe an der Verlassenschaft von KK, in der Lage sein wird, darüber Verfügungen zu treffen.

„Für den Fall, dass Prof. Jaray nicht mehr am Leben sein sollte, habe ich in der Reihenfolge die folgenden Personen zu Legataren meines Anteils an der Verlassenschaft Karl Kraus eingesetzt:

 

Frau Helene Kann

Sie (Albert Bloch)

Herrn Viktor Maurer.“ (B 17, 27. Oktober 1940)

 

Im August 1950 schreibt Samek: „Im Hinblick auf die Kriegsgefahr möchte ich die Originalfahnen Bloch zur Aufbewahrung übergeben.“ (B 35, August 1950)

 

Eine Sicherung verschiedener Manuskripte wird offenbar auch von europäischer Seite aus angestrebt: Es ist allerdings unklar, ob die Übersendung durch das Kraus-Archiv (Briefe, unveröffentlichte Manuskripte und besondere Schriften über Kraus) als Schenkung oder Aufbewahrung während der Kriegsdauer gedacht ist. Die Aufbewahrung in einem Safe wäre mit (zu) hohen Kosten verbunden. Frau Kann hat ihre Absichten noch nicht präzisiert. (B 2, Oktober 1939)

 

Dezember 1954: Es gibt verschiedene Verhandlungen mit Frederik Ungar und Professor Morgan, doch sind von ihnen aus Unkenntnis der österreichischen Verhältnisse keine guten Übersetzungen von Publikationen Karl Kraus‘ zu erwarten. (B 40, 17. Dezember 1954)

März 1955: OS bittet Bloch, Übersetzungen von repräsentativen Kraus-Arbeiten herauszubringen – mit Vor- und Nachwort. Niemand anderer als Bloch sei hiezu befugt und befähigt. Man müsse die österreichischen Verhältnisse kennen. (B 41, März 1955)

 

3) UNEINIGKEIT ÜBER DIE politische HALTUNG AMERIKAS GEGENÜBER DEUTSCHLAND ZWISCHEN Samek und Bloch

 

Samek: „Ich sehe in dem jetzigen Krieg noch nicht die Erfüllung der Voraussage, dass die guten Geister einer Menschenwelt aufleben zur Tat der Vergeltung... Die Haltung der Neutralen ist zu feige, um das sagen zu können.“   (B 5, März 1940)

Gegen die Anklage Sameks, dass Amerika den Juden nicht helfe (gestützt auf Vorwürfe von Karl Kraus), verteidigt sich Bloch, dass Kraus nicht gewusst habe, dass die amerikanische Öffentlichkeit von den Greueln nicht unterrichtet war. Doch nach der Machtergreifung Hitlers habe das amerikanische Volk in stillschweigendem Übereinkommen durch den Boykott das „Dritte Reich“ bekämpft. Das habe die deutsche Wirtschaft empfindlich getroffen. Auch habe man hier das Menschenmöglichste für die Flüchtlinge getan. (B 7, April 1940)

OS schreibt, dass Kraus sehr wohl gewusst habe, was Amerika zur Linderung der in Deutschland Verfolgten getan habe. Kraus‘ Tadel habe den Unterlassungen in politischer Beziehung gegolten.

OS: „Offenbar kann man von Berufspolitikern nicht verlangen, dass sie weiter sehen, als ihre Nase oder höchstens ihre Tasche reicht.“ (B 9, Mai 1940)

 

4) UNEINIGKEIT DARÜBER, WANN DIE „DRITTE WALPURGISNACHT“ VERÖFFENTLICHT WERDEN SOLL:

Samek ist wie Bloch davon überzeugt, dass das Werk herausgegeben werden muss. Das teilt er Bloch unmissverständlich mit. „Die einzige Sorge, die ich nun noch im Leben habe, ist das Werk von Karl Kraus.“ (B 17, Oktober 1940)

Im März 1940 vertritt Samek jedoch die Ansicht: „Die Herausgabe ist vom Ausgang des Krieges abhängig. Personen könnten gefährdet sein…“ (B 5, März 1940)

5) GEFÄHRDUNG BESTIMMTER PERSONEN DURCH DIE HERAUSGABE DES Werkes von Karl Kraus:

 

Samek ist der Ansicht, dass durch den Passus über nationaldeutsche Juden die ganze Judenschaft zu büßen habe, „es geht ihnen Gott erbarm schlecht genug“. (B 7, April 1940)

Samek: „Es kommt mir immer wieder der Gedanke, ja er peinigt mich gerade, dass Kraus selbst sich geweigert hätte, das Werk zu veröffentlichen. Die Herausgabe ist vom Ausgang des Krieges abhängig. Personen könnten gefährdet sein, z.B. Dr. Philipp Berger (Herausgeber der „Sprache“), da er noch in Wien ist.“ (B 5, März 1940)

 

6) Auffassungsunterschiede bezüglich einzelner textstellen und schwierigkeiten mit dem verlag als HINDERNISSE Für eine Veröffentlichung:

 

Noch im Februar 1941 sind er und Bloch nicht einig über den Zeitpunkt einer Herausgabe. Blochs Meinung, die von Samek in einem Brief zitiert wird: „Das Werk muss EHESTENS erscheinen, weil die Satirengestalten des Werkes sich hier breit zu machen versuchen.“

Samek teilt diese Ansicht nicht. Er glaubt, dass es vor allem wichtig ist, der Öffentlichkeit zu zeigen, dass es einen Mann gegeben hat, der das deutsche Wesen so vollständig und einzigartig erfasst hat, dass alles das, was seit dem Jahre 1933 über Hitler und dem Nationalsozialismus geschrieben worden ist, eine schwache, wenn auch wissenschaftlich aufgezogene Mache ist. (B 22, 3. Februar 1941)

Bloch findet Sameks Vorschlag, dem Werk den Titel „Die dritte Walpurgisnacht“ zu geben, gut. Von seiner eigenen Idee, den Satz „Mir fällt zu Hitler nichts ein“ an den Beginn zu stellen, ist er jedoch selbst nicht ganz überzeugt.

(B 23, 23. Februar 1941)

 

Gerald Krieghofer hat bei „Karl Kraus online“ gezeigt, dass es sich bei diesem Satz um eine Anspielung auf eine eigene Aussage von Karl Kraus aus dem Jahr 1925 handelt: [1a]„Die Fülle meines Werks ist ungemein: mir fällt zu jedem Dummkopf etwas ein." (Karl Kraus, Die Fackel 697-705, 1925,61)

Krieghofer: In Wahrheit war das Aufkommen des Hakenkreuzes seit 1923 ein Thema von Karl Kraus, und seine "Dritte Walpurgisnacht" ist wohl die stärkste Analyse der ersten Monate der Gewaltherrschaft Hitlers. Die Folterungen in den ersten Konzentrationslagers [gemeint: Konzentrationslagern] kommen hier ebenso zur Sprache wie die "Worthelfer der Gewalt" Gottfried Benn und Martin Heidegger, der Jargon der Nazis wird ebenso analysiert wie die Unterwerfung sämtlicher gesellschaftlicher Institutionen unter dem Willen der NSDAP-Parteiführung, die im Nazijargon "Gleichschaltung" genannt wird. [1a]

 

Und 10 Jahre später äußert sich Karl Kraus noch einmal über seinen oft missverstandenen Satz: [1a]

"Das stolz bekannte Nichts, das mir zu Hitler einfiel, schlägt, denke ich, alles, was den aktiven Freiheitskämpfern nicht eingefallen ist." (Karl Kraus, Die Fackel 912-915, 1935, 70)

 

Die VERÖFFENTLICHUNG der Werke von Karl Kraus dauert noch lange:

 

In einem Brief von OS an AB (Juli 1950) erwähnt OS, dass der Pegasus-Verlag 1949 in Konkurs gegangen ist und er eine Menge Arbeit mit der Konkursabwicklung hat. Er hätte schon 1946 eine Klage gegen den Verlag einbringen sollen. Nun will er einen Schweizer Anwalt betrauen. Durch die Zahlungsunfähigkeit des Pegasus–Verlags verliert Frau Baronin Nadherny ihren Anteil an den Erträgnissen. (B 34, Juli 1950)

 

Von August 1950 bis Juli 1951 muss OS um einen Vertragsabschluss mit Heinrich Fischer kämpfen. Samek muss in einigen Punkten nachgeben, um den Streit zu beenden. (B 34, Juli 1950; B 39, Juli 1951)

 

1955 berichtet Samek über die Vorbereitung von Neuauflagen der „Dritten Walpurgisnacht“: Nach dem Vertrag zwischen Fischer und Samek erhält Samek 80 % und Fischer 20 % der Erträgnisse. Samek will AB seinen Anteil an den Erträgnissen überlassen, falls Bloch die Übersetzungsarbeit übernimmt, so dass Bloch 9 % Tantiemen bekäme, also nahezu so viel wie bei einem eigenen Buch. (B 41, März 1955)

 

D) HEUCHLER UND SATIRENGESTALTEN – FREUNDE UND MITSTREITER:

 

Samek macht sich große Sorgen über die Spukgestalten aus Europa. Es ist für ihn untragbar, es geht ihm seelisch und körperlich schlecht.

OS: „Ich sehne mich aus einer Welt der Schande und Heuchelei hinaus, die von Verweigerung der Tat, der Abwehr, von den Stadien ‚Es ist nicht notwendig‘, ‚Es geht uns nichts an‘, ‚Wir sind zu schwach‘ und ‚Es ist zu spät‘ gekennzeichnet ist. Der Intellekt hat den Verstand verloren, und es zeigt sich leider, dass das kindliche Gemüt der Einfältigen auch kein Boden ist, auf den man bauen kann. So müssen wir uns mit dem Gedanken begnügen, dass wir mit gleichem Sinn den Weltuntergang erleben.“ (B 25, Juni 1941)

 

Gottfried Benn:

GOTTFRIED BENN galt in den Zwanzigerjahren des 20. Jahrhunderts als avantgardistischer Lyriker. Sein Frühwerk stand ganz im Zeichen des Expressionismus. Nach einer Annäherungsphase an den Nationalsozialismus distanzierte er sich von diesem.

Von zurückkehrenden Exilschriftstellern wurde BENN wegen seiner Haltung während der Zeit des Nationalsozialismus kritisiert, von der jungen Schriftstellergeneration wurde er dagegen wegen seines modernen Stils verehrt. [1b]

 

Martin Heidegger:

Martin Heidegger war einer der einflussreichsten Philosophen des 20. Jahrhunderts. Gleichwohl ist sein Werk inhaltlich umstritten. Vornehmlich ist sein nationalsozialistisches Engagement bis heute Gegenstand kontroverser Debatten. Heidegger war von 1933 bis 1945 Mitglied der NSDAP und 1934 eines der Gründungsmitglieder des Ausschusses für Rechtsphilosophie der nationalsozia-listischen Akademie für Deutsches Recht. Durch die Publikation der Schwarzen Hefte 2014/2015 als Teil seines Gesamtwerks wurden u. a. bisher unbekannte antisemitische Äußerungen öffentlich. [1c]

 

Franz Werfel:

Franz Werfel war ein österreichischer Schriftsteller jüdisch-deutschböhmischer Herkunft. Er ging aufgrund der nationalsozialistischen Herrschaft ins Exil und wurde 1941 US-amerikanischer Staatsbürger. Er war ein Wortführer des lyrischen Expressionismus. [1d]

 

Stefan Zweig:

Er wurde in Wien im Jahr 1881 in der elterlichen, großbürgerlichen Wohnung Schottenring 14 geboren. Es handelt sich um jenes Haus, in dem Dr. Oskar Samek viele Jahre seine Anwaltskanzlei hatte. Die Zentrale der väterlichen Webwarenfabrik befand sich am Schottenring 32 (Grundstück des späteren Ringturms), dann am Franz-Josefs-Kai 33 (Häuserblock des Hotels Métropole). Die Familie Zweig war nicht religiös, Zweig selbst bezeichnete sich später als „Jude aus Zufall“. Als engagierter Intellektueller trat Stefan Zweig vehement gegen Nationalismus und Revanchismus ein und warb für die Idee eines geistig geeinten Europas.

Am 18. Februar 1934, wenige Tage nach dem Februaraufstand der Sozialdemokraten gegen den austrofaschistischen Ständestaat, durchsuchten vier Polizisten das Haus des erklärten Pazifisten Stefan Zweig, da er denunziert worden war, dass sich in seinem Haus Waffen des Republikanischen Schutzbundes befänden. Zweig merkte zwar, dass die Durchsuchung nur pro forma durchgeführt wurde, dennoch war er davon tief betroffen, stieg zwei Tage danach in den Zug und emigrierte nach London. Zweigs Entscheidung im Jahr 1942, sein Leben zu beenden, stieß nicht überall auf Verständnis, zumal seine materielle Existenz, anders als die vieler Schriftstellerkollegen im Exil, gesichert war.

In den 1920er Jahren schrieb er viel: Erzählungen, Dramen, Novellen. Die historischen Momentaufnahmen Sternstunden der Menschheit von 1927 zählen bis heute zu seinen erfolgreichsten Büchern. [1e]

 

OS: Die Schmucker[1] und Schliaferln[2], die Karl Kraus aufs Korn genommen hat, schreiben für Zeitungen, geben Interviews, schreiben Bücher. Aus allen Zeitungen starrt dem Leser täglich irgendeine Werfel- oder Zweigfratze entgegen. Werfel sollte stiller sein. (B 21, 23. Dezember 1941)

 

Henry Louis Mencken:

Sehr negativ wird auch das Wirken von Henry Louis Mencken [3] beurteilt:

Da Leute wie Werfel hier ohnehin kaum einen Schaden anrichten können, da dies unglücklicherweise von anderen besorgt wird, so von jenem Herrn Mencken, so ist dieser Teil des Werkes für hier von weniger Bedeutung.

Dieser Herr Mencken aber würde eine Behandlung durch Karl Kraus nicht nur verdienen, sondern auch erfordern. (B 23, Februar 1941)

 

Dr. Philipp Berger:

Als gefährdeten Mitstreiter nennt OS Dr. Philipp Berger (Herausgeber der „Sprache“). (B 5, März 1940; siehe oben!)

 

Frau Kann: Die Übersendung des Kraus Archivs (Briefe, unveröffentlichte Manuskripte und seltene Schriften über Kraus) ist davon abhängig, ob es sich um eine Schenkung oder um die Aufbewahrung während der Kriegsdauer handeln soll. (B 6, März 1940)

Oktober 1940: AB bekommt die Nachricht über Frau Kann, dass sie mittellos und ganz einsam sei. Er möchte für sie eine Kollekte im amerikanischen Fackelkreis aufnehmen. An die Beschaffung eines Visums für Frau Kann ist nicht zu denken. Er setzt er sie als eine Legatarin seines Anteils an der Verlassenschaft Karl Kraus ein. (B 17, Oktober 1940)

Die Beziehung zur Karl-Kraus-Gesellschaft verschlechtert sich allerdings im Laufe der Jahre.

OS im Juli 1950: „Die Karl-Kraus-Gesellschaft ist böse auf mich, weil ich zu ihren eigenartigen Plänen nicht sofort ja und amen gesagt habe.“ (B 33, Juli 1950)

 

Prof. Karl Jaray:

Mit Prof. Karl Jaray, dem Miterben an der Verlassenschaft von Karl Kraus, korrespondiert Samek noch im Dezember 1939. (B 3, 28. Dezember 1939) Im Oktober 1940 weiß Samek nicht, ob Jaray noch am Leben ist. (B 17, Oktober 1940) Im Februar 1951 erwähnt Dr. Samek, dass Prof. Jaray ein Sach- und Personenregister angefertigt hat. (B 37, Februar 1951)

 

Krenek, Viertel und Schönberg:

Krenek [4]Viertel [5a][5b] und Schönberg [6] werden von Bloch und Samek als mögliche finanzielle Unterstützer bezüglich der Herausgabe des Werkes von K.K. (bzw. eines Vorschusses) in Erwägung gezogen. (B19, November 1940)

 

Baronin Sidonie von Nadherny:

Im Oktober 1949 erhält Samek gute Nachrichten von Baronin Sidonie von Nadherny. [7] Er ist sehr glücklich über ihre Rettung, und er möchte ihr seine Hilfe anbieten. (B 30, Oktober 1949)

Er freut sich über die Nachricht von Bloch, dass die Baronin in London angekommen ist. Sie war vorher in Holland. Er bittet um ihre Adresse und will ihr helfen. Der Bericht von Bloch über das Schicksal der Gräfin L. lässt ihn befürchten, dass auch die Baronin der Hilfe bedarf. (B 31, November 1949) Frau Baronin Nadherny hat sich finanziell an der Veröffentlichung der Werke von Karl Kraus beteiligt, aber durch den Konkurs des Pegasus-Verlages ihren Anteil verloren. (B 34, Juli 1950) Samek weiß, dass die Baronin krank ist. Er möchte ihr einen Vorschuss auf die zu erwartenden Tantiemen schicken. (B 35, August 1950) Im Februar 1951 wird er von Dr. Lazarus über den Tod der Baronin informiert. (B 37, Februar 1951)

 

Dr. Oskar Samek stirbt am 28. Jänner 1959 in New York und wird im Mount Hebron Cemetery, Queens, begraben.

 

 

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Liste der 41 Briefe „Briefwechsel zwischen Dr. Oskar Samek und Prof. Albert Bloch“

aus dem Bestand der Universität Innsbruck, Forschungsinstitut Brenner-Archiv

 

OS = Dr. Oskar Samek, AB = Prof. Albert Bloch

Mit „Adresse“ ist die Anschrift des Absenders gemeint.

 

B 1 – Brief OS an AB, 4. Oktober 1939 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 2 – Brief AB an OS, 11. Oktober 1939 // Adresse: Lawrence

B 3 – Brief OS an AB, Kew Gardens, 28. Dez. 1939 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 4 – Brief AB an OS, 15.Jänner 1940 // ohne Adresse

B 5 – Brief OS an AB, 20. März 1940 // Adresse:  45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 6 – Brief OS an AB vom 26. März 1940 // Adresse:  45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 7 – Brief AB an OS, Mitte April 1940 // Adresse: Lawrence

B 8 – Brief AB an OS, 22. 5. 1940 // Adresse: Lawrence

B 9 – Brief OS an AB, 29. Mai 1940 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 10 – Brief OS an AB vom 22. Juni 1940 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 11 – Brief AB an OS, 28.6.1940 // Adresse: Three Knolls, Falls Village, Conn. (= Sommerhäuschen von AB)

B 12 – Brief OS an AB, 1. Juli 1940 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 13 – Brief AB an OS vom 3. Juli 1970: Adresse: Three Knolls, Falls Village

B 14 – Brief OS an AB vom 26. Juli 1940 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 15 – Brief AB an OS, 28. Juli 1940 // Adresse: Falls Village

B 16 – Brief OS an AB vom 15. August 1940, handgeschrieben // Adresse: Stevens Lodge, Lake Placid, N.Y.

B 17 – Brief OS an AB, 27. Oktober 1940 // Adresse: 45, KEW Gardens Road, Kew Gardens, Long Island, New York, Virginia 7 -4097

B 18 – Brief AB an OS, 30.10.1940 // Adresse: wahrscheinlich Lawrence

B 19 – Brief AB an OS, 12.11.1940 // Adresse: wahrscheinlich Lawrence

B 20 – Brief OS an AB, 15.12.1940 // Adresse: Kew Gardens

B 21 – Brief AB an OS, 23.12.1940 // Adresse: wahrscheinlich Lawrence

B 22 – Brief OS an AB, 3. Februar 1941 // neue Adresse: 360 East 55th Street, New York City

B 23 – Brief AB an OS, 23. 2. 1941 // Adresse: wahrscheinlich Lawrence

B 24 – Brief AB an OS, 29. Mai 1941 // Adresse: Lawrence

B 25 – Brief OS an AB, 1. 6.1941 // Adresse: 360 East 55th Street, New York City

B 26 – Brief OS an AB, 6.7.1941 // Adresse: wahrscheinlich New York

B 27 – Brief OS an AB, 23.7.1941 // Adresse: 360 East 55th Street, New York City

B 28 – Brief AB an OS, 26. Juli 1941 // Adresse: wahrscheinlich Falls Village

B 29 – Brief AB an OS, 8. Oktober 1941 // Adresse: wahrscheinlich Lawrence

B 30 – Brief OS an AB, 3. Oktober 1949 // Adresse: 360 East 55th Street, New York City

B 31 – Brief OS an AB, handgeschrieben, 1. November 1949 // Adresse: N.Y.

B 32 – Brief OS an AB, 10. 2.1950 // Adresse: N.Y.

B 33 – Brief OS an AB, 17.7.1950 // Adresse: ?

B 34 – Brief OS an AB, 27.7.1950 // Adresse: bei Mrs. Irene Bowden, Onteora Park Road, Haines Falls, N.Y.

B 35 – Brief OS an AB, 8.8.1950 // Adresse: N.Y.

B 36 – Brief OS an AB, 22.1.1951 // Adresse: ?

B 37 – Brief OS an AB, 13.2.1951 // Adresse: 360 East 55th Street, New York City

B 38 – Brief OS an AB, 15.4.1951 // Adresse: 360 East 55 th Street, New York City

B 39 – Brief OS an AB, 15.7.1951 // Adresse: 360 East 55 th Street, New York City

B 40 – Brief OS an AB vom 17. Dezember 1954 // Adresse: 360 East 55 th Street, New York City

B 41 – Brief OS an AB vom 20.3.1955 // Adresse: 360 East 55 th Street, New York City

 

 

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[1a] Gerald Krieghofer, „Zu Hitler fällt mir nichts ein“, online: „Karl Kraus Online“ (Projekt des Ludwig Boltzmann Instituts und der Wienbibliothek im Rathaus)

https://www.kraus.wienbibliothek.at/content/zu-hitler-faellt-mir-nichts-ein (Zugriff: 18.7.2020)

Vgl. auch http://falschzitate.blogspot.co.at/2017/04/zu-hitler-fallt-mir-nichts-ein-karl.html

[1b] Gottfried Benn, Schülerlexikon. Lernhelfer – online:

https://www.lernhelfer.de/schuelerlexikon/deutsch-abitur/artikel/gottfried-benn (Zugriff: 26.7.2020)

[1c] Wikipedia: Martin Heidegger

https://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Heidegger (Zugriff: 26.7.2020)

[1d] Wikipedia: Franz Werfel

https://de.wikipedia.org/wiki/Franz_Werfel (Zugriff: 26.7.2020)

[1e] Wikipedia: Stefan Zweig

https://de.wikipedia.org/wiki/Stefan_Zweig (Zugriff: 26.7.2020)

[1] Schmucker = Schmeichler, vgl.

.) Wörterbuch der elsässischen Mundarten, Bd. 2, Sp. 483a

http://www.woerterbuchnetz.de/cgi-bin/WBNetz/wbgui_py?sigle=ElsWB&lemid=ES03113 (Zugriff: 18.7.2020)

.) Schweizerisches Idiotikon, Band IX 920

https://digital.idiotikon.ch/idtkn/id9.htm#!page/90919/mode/1up (Zugriff: 18.7.2020)

[2] Schlieferl = kriecherischer Mensch, vgl. Peter Wiesinger, Das österreichische Deutsch. Schriften zur deutschen Sprache in Österreich. Verlag Böhlau 1988, S. 146

[3] Henry Louis Mencken, Kulturkritische Schriften 1918 – 1926;

Wolf Lepenies, Menckens polemischer USA-Verriss bleibt einfach hip, online, veröffentlicht am 4.1.2011

https://www.perlentaucher.de/buch/henry-louis-mencken/kulturkritische-schriften-1918-1926-ausgewaehlte-schriften-band-1.html (Zugriff: 7.7.2020)

[4] Der Komponist Ernst Krenek war ein großer Verehrer von Karl Kraus:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ernst_Krenek (Zugriff: 18.7.2020)[5a] Berthold Viertel war u. a. Regisseur am Dresdner Schauspielhaus und später Filmregisseur in Hollywood. Bereits 1899 hatte ihn Karl Kraus als frühreifen Gymnasiasten kennen gelernt:

Jens Malte Fischer, Karl Kraus: Der Widersprecher. Eine Biografie. Paul Zsolnay Verlag, 9.3.2020

https://books.google.at/books?id=YTy-DwAAQBAJ&pg=PT442&lpg=PT442&dq=viertel+Kraus&source=bl&ots=2SeqTp6AZ9&sig=ACfU3U20z-gLADML_fZq6FPGGJ4oWvPzvA&hl=de&sa=X&ved=2ahUKEwjL_a6ki83pAhX88KYKHe-7C0IQ6AEwDHoECAsQAQ#v=onepage&q=viertel%20Kraus&f=false (Zugriff: 24.6.2020)

[5b] Die Kulturwissenschaftlerin und Historikerin DDr.in Katharina Prager hat, aufbauend auf Viertels fragmentarischem autobiografischem Projekt, eine äußerst komplexe Biografie von Bernhard Viertel in seiner Zeit verfasst, in der u.a. auf die gesellschaftlichen Spannungen in Wien, aber auch auf die nicht immer konfliktfreie Freundschaft zwischen Karl Kraus und Bernhard Viertel eingegangen wird.

[6] Der große Komponist und Maler Arnold Schönberg war ebenfalls ein Bewunderer von Karl Kraus:
Von Karl Kraus das Denken gelernt: Arnold Schönberg und «Jung-Wien»

Robert Jungwirth in: Neue Zürcher Zeitung, online:  Wien, 04.06.2018, 15.00 Uhr

https://www.nzz.ch/feuilleton/von-karl-kraus-das-denken-gelernt-schoenberg-und-jung-wien-ld.1391397 (Zugriff: 18.7.2020)

[7] Baronin Sidonie von Nadherny war viele Jahre lang in einer engen Freundschaft mit Karl Kraus verbunden.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sidonie_N%C3%A1dhern%C3%A1_von_Borut%C3%ADn (Zugriff: 3.6.2020)

[8] Barbara Sauer/ Ilse Reiter-Zatloukal: Advokaten 1938. Das Schicksal der in den Jahren 1938 bis 1945 verfolgten österreichischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte. Verlag Manz 2010, S. 62, 63