TRAUUNGEN IN DER WIENER PFARRE MARIAHILF

IN DER 2. HÄLFTE DES 19. JAHRHUNDERTS

 

IMPRESSUM

 

Copyright © 2018 by Günter Oppitz, Wien

 

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Woher sie kamen

 

 

Abb. 1. „Anreise des Brautpaares“ - Symbolfoto

 

Warum sie in der Pfarre Mariahilf heirateten

 

 

INHALT

 

 

1. Einleitung

 

2. Trauungen in Mariahilf in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts - Übersicht 

 

3. Die Herkunft der Brautleute

 

4. Wohnadressen zum Zeitpunkt der Eheschließung

 

5. Überlegungen zu besonderen Motiven, in Mariahilf zu heiraten

 

5.1. Das Heiratsalter

 

5.2. Witwenschaft

 

5.3. Adelige und Angehörige bestimmter Berufsgruppen

 

5.4. Evangelische Brautleute

 

5.5. Unbekannte Motive

 

6. Zusammenfassung

 

7. Abkürzungsverzeichnis 

 

8. Quellen

 

 

 

 

1. EINLEITUNG

 

Bei der Erstellung eines Trauungsindexes für die Wiener Pfarre Mariahilf (Zeitraum 1850 bis 1900) und der anschließenden Vollerfassung der Jahre 1850 bis 1870 wurde mir bewusst, dass viele Brautleute nicht aus dem Bereich des heutigen Wien stammten. Aber „viele“ ist relativ und kann unterschiedlich verstanden werden.

Daher beschäftigte ich mich mit folgenden Fragen:

  • Wie groß war die Zahl der Zuwanderer tatsächlich?
  • Woher kamen sie?
  • War Mariahilf eine Art Wallfahrtskirche, eine Art Zufluchtspfarre, oder hatte sie Aufgaben und Funktionen wie jede andere Pfarre in Wien?  
  • Gab es – neben der Pfarrzugehörigkeit der Braut – auch andere Gründe, in dieser Pfarre den Bund der Ehe zu schließen?

 

Es wäre vermessen, in dieser kleinen Untersuchung alle diese Fragen beantworten zu wollen, aber es war eine Gelegenheit, konkrete Zahlen zu nennen und zumindest einige Überlegungen anzustellen.

 

Die Heiratsmatriken als Quellen[1]

 

Im vorliegenden Aufsatz wurde die Zeitspanne von 1850 bis 1870 untersucht. Für diese 21 Jahre lag eine Vollerfassung der Matriken vor, und dieser Zeitraum deckt sich ungefähr mit der sogenannten „Gründerzeit“, dem Vierteljahrhundert zwischen Revolution 1848 und Börsenkrach 1873.

Es war jene Zeit, in der die Stadt von einem starken Liberalismus geprägt war (u.a. zahlreiche Firmen-, Industrie- und Bankgründungen), in der die Stadtbefestigungen abgerissen wurden und die Stadt durch die Eingliederung der Vorstädte erweitert wurde. In den Vorstädten kam es zu einer baulichen Verdichtung und zum Aufbau einer Hinterhofindustrie.[2]

 

Vor allem die fast vollständig ausgewerteten Heiratseintragungen von 1850 bis 1870 (die Trauzeugen wurden aus Zeitgründen nicht erfasst) lieferten detaillierte Informationen über Braut und Bräutigam.

 

Fast bei jedem Bräutigam und jeder Braut wurden Herkunftsort und Wohnadresse zum Zeitpunkt der Eheschließung, Heiratsalter, Familienstand, Religionsbekenntnis und (auch bei Witwern und Witwen!) die Namen der Eltern angegeben. In der Regel führten die Schreiber auch den Beruf des Bräutigams, seines Vaters und des Brautvaters an.

 

Zuerst wurde ein Überblick über die Entwicklung der Trauungszahlen in der Pfarre Mariahilf in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts gegeben (Kapitel 2).

Danach wurden Zahlen erhoben und Statistiken angefertigt, die vor allem in Hinblick auf die Herkunft bzw. Zuwanderung der Brautleute aufschlussreich sind (Kapitel 3 und 4).

Des Weiteren wurden einige mögliche spezielle Motive für die Eheschließung in der Pfarre Mariahilf untersucht (Kapitel 5).

 

Hauptziel dabei war es, Zahlen und Informationen zur Verfügung zu stellen, die für sich zwar bereits recht aufschlussreich sind, die aber auch als Mosaiksteinchen für größere Untersuchungen dienen könnten.

 

Mein besonderer Dank gilt bei diesem Artikel jenen beiden Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, der Erzdiözese Wien und Matricula/Icarus.

 

Ursprünglich sollten in einem zweiten Teil des Artikels folgende Fragen behandelt werden:

Wo wohnten die Brautpaare bzw. Ehepaare? Zum Teil auch: In welchen Verhältnissen lebten sie?

 

Diese lokalgeschichtliche Betrachtung einiger Häuser wurde jedoch durch eine grundlegende Arbeit über eine kleine Wiener Vorstadt bzw. einen Bezirksteil von Mariahilf ersetzt, die von diesem Artikel getrennt wurde und auf meiner Homepage unter "Städte / Ortschaften / Siedlungen" → „Magdalenengrund, auch Ratzenstadl genannt – ein Teil des Pfarrbezirks Mariahilf“ zu finden ist.

 

Wien, im April 2018                                                                                                                      Günter Oppitz

 

 

 

[1] Matriken der Pfarre Mariahilf

Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

 

[2] Wien Geschichte Wiki: Gründerzeit; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Gr%C3%BCnderzeit (Zugriff: 14.3.2018)

 

 

2. TRAUUNGEN IN MARIAHILF IN DER ZWEITEN HÄLFTE DES 19. JH. - ÜBERSICHT

Zu Beginn soll ein kurzer Überblick gegeben werden, wieviele Trauungen jährlich in der Pfarre Mariahilf im Zeitraum 1850 bis 1900 stattfanden:

 

 

Jahr

Anzahl der Trauungen

1850 – 1875

Jahr

Anzahl der Trauungen

1876 - 1900

1850

111

1876

145

1851

154

1877

129

1852

162

1878

140

1853

140

1879

141

1854

127

1880

141

1855

99

1881

133

1856

112

1882

159

1857

147

1883

168

1858

129

1884

138

1859

137

1885

157

1860

139

1886

166

1861

152

1887

150

1862

141

1888

141

1863

106

1889

158

1864

141

1890

160

1865

94

1891

153

1866

113

1892

163

1867

146

1893

169

1868

157

1894

165

1869

186

1895

169

1870

224

1896

161

1871

219

1897

181

1872

196

1898

173

1873

192

1899

162

1874

153

1900

146

1875

148

Summe

7693

 

Es kann keinesfalls von einer signifikanten Zunahme der Trauungen gesprochen werden, wie sie in manchen anderen Pfarren zu beobachten ist.

 

Auf einige Werte soll besonders hingewiesen werden:

In den Jahren 1850, 1855, 1856, 1863, 1864 und 1866 liegen die Zahlen unter 115.

In den Jahren 1869, 1870, 1871, 1872 und 1873 dagegen werden die höchsten Werte erreicht (über 190 Trauungen pro Jahr).

 

Ein Zusammenhang zwischen der Zunahme der Trauungen und der Beendigung des preußisch-österreichischen Krieges (1866) ist nicht auszuschließen.

3. DIE HERKUNFT DER BRAUTLEUTE IN DEN JAHREN 1850 BIS 1870

 

 

  • Es wird zwar immer wieder davon gesprochen, dass die Zuwanderung aus den Kronländern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts  extrem zugenommen habe. So heißt es z. B. in einer privaten Internetplattform unter „Geschichte“ / „Bevölkerungsentwicklung in Wien“:

„…doch vervielfachte sich die Zahl der Zuwanderer ab Mitte des 19. Jahrhunderts, als Wien allein zwischen 1857 und 1869 rund 218.000 neue Einwohner bekam.“[1]

  •  Auch bei der Indexerstellung der Trauungen von Mariahilf zwischen 1850 und 1870 entstand beim Verfasser dieses Artikels der Eindruck, dass sehr viele Brautleute aus den Kronländern stammten. Immer wieder gab es Schwierigkeiten, tschechische Ortsnamen richtig zu lesen bzw. die entsprechenden Orte auf einer Karte zu finden. Aber es war während der Indexerstellung nicht möglich festzustellen, wie groß der Anteil der Zuwanderer tatsächlich war.
  • Es gibt zwar eine Untersuchung, die prinzipiell eine Antwort auf die Frage der Zuwanderung gibt, aber einerseits wollte ich wissen, wie weit diese Zahlen bzw. Prozentsätze, die für ganz Wien erhoben wurden, auch für den kleinen Bereich der Pfarre Mariahilf und noch dazu für die Gruppe der Katholiken gültig waren. Außerdem war eine größere Differenzierung bezüglich der Herkunftsländer beabsichtigt.

 

Als Ausgangspunkt für dieses Kapitel sollen die Ergebnisse dieser Studie für das Jahr 1856 dienen:

 

In den Statistischen Mitteilungen der Stadt Wien (Heft 4/2000) veröffentlicht das Statistische Amt eine demografische Studie der Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Wien. Darin wird angegeben, wieviel Prozent der Bevölkerung, die 1856 in Wien lebte, aus Wien, aus anderen Bundesländern, aus Böhmen und Mähren sowie aus anderen Staaten stammten.

  

Für das Jahr 1856 wurden folgende Angaben gemacht [2]:

 

Wien: 43, 8 %

andere Bundesländer: 18, 8 %

Böhmen und Mähren: 22, 5 %

Andere Staaten: 11, 5 %

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20010618_OTS0047/die-wiener-bevoelkerung-in-den-letzten-jahrhunderten

 

Heiratsmatriken als Informationsquelle für die Zuwanderung [3]

 

Für das Auffinden der Geburtsorte von Bräutigam und Braut liefern die Heiratsmatriken von Mariahilf unschätzbare Hilfen. In Taufbüchern aus diesem Zeitraum findet man keine Angaben über den Herkunftsort der Kindeseltern.

In den Trauungsbüchern dagegen steht ausdrücklich „gebürtig von …“. Es kann angenommen werden, dass in den meisten Fällen die Eltern von Bräutigam und Braut an diesem Ort verblieben sind, auch wenn das selten ausdrücklich vermerkt wurde.

 

Leider konnte keine  einheitliche Linie bei der Angabe der „anderen Länder/Staaten“ verfolgt werden, da manchmal in den Kirchenbüchern zwar Herkunftsländer (eventuell ohne identifizierbare Orte) angegeben werden, sich aber gezeigt hat, dass diese nicht mit den heutigen Staaten ident sein müssen, z. B. Ungarn und Slowakei. Im Allgemeinen wurden die vom Schreiber verwendeten Ländernamen, z. B. Krain, Galizien, verwendet.

 

Wenn allerdings heute Orte im Gegensatz zu früher eindeutig zu Österreich gehören, wurden diese Österreich zugeordnet (z.B. burgenländische Orte, die ja früher zu Ungarn gehörten).

 

Auch Orte die heute im Bereich der Bundesrepublik Deutschland liegen, wurden diesem Staat zugeordnet.

 

In einzelnen Fällen war eine Zuordnung des Wohnortes zu einem Bundesland oder Staat nicht möglich, weil es mehrere Orte mit diesem Namen gibt.

  

Es gibt manchen Bräutigam und manche Braut, die herkunftsmäßig in meiner Tabelle nicht aufscheinen, weil sie diesbezüglich nicht erfasst werden konnten – vergessene Information des Kirchenbuchschreibers, unleserliche Schrift, unlösbare Probleme bei der Zuordnung eines Ortsnamens zu einem bestimmten Land. Die Zahlen und Angaben bei „andere Länder und Staaten“ sind also nicht ganz korrekt bzw. nicht ganz vollständig.

 

 

3.1. Geburtsort bzw. Herkunftsland des Bräutigams

 

Jahr

Zahl d.

Trau-ungen

Stadt

Maria-hilf

andere Vorstädte u.Vororte

andere Bundes-länder

Böhmen

Mähren

öst.

Schles

Deutsch-

land

Ungarn / Slowakei

andere Länder und Staaten

1850

111

3

4

27

17

3

21

10

1

16

4

Frkr., 2x pr. Schles., Südtirol, Kroatien

1851

154

5

3

48

34

5

25

14

1

7

7

Südtirol, Illyrien, preuß. Schlesien, Kroatien

1852

162

3

12

42

33

7

27

8

3

9

7

2x Illyrien, 3x preuß. Schlesien, Italien, russ. Polen

1853

140

4

4

35

23

8

20

13

6

15

3

Illyrien, Südtirol, 2x preuß. Schlesien, Galizien

1854

127

7

6

28

26

2

24

9

3

8

5

preuß. Schlesien, 2x It., 2x Galizien, Slowenien

1855

99

6

4

21

15

5

21

7

1

6

5

3x It., Schweiz, Küstenl., Krain, Galizien, pr. Schles.

1856

112

1

7

35

23

3

18

5

6

8

3

Banat, preuß. Schlesien

1857

147

3

8

33

26

5

29

23

3

1

12

Siebenbürgen, Schweiz, preuß. Schlesien

1858

129

0

6

26

19

6

24

16

2

11

11

Küstenland, 2x Galizien, Krain, preuß. Schlesien

1859

137

6

5

29

27

7

31

11

3

5

5

3x preuß. Schlesien, Frkr., 2x Galizien, Slowenien

1860

139

2

9

30

24

5

27

18

4

9

6

Galizien, Krain, Schweiz

1861

152

8

2

34

36

7

29

11

2

11

5

2x Slowenien, Krain, Dänemark, Gottschee

1862

141

3

5

32

27

5

27

16

2

12

3

2x Kroatien, Südtirol, It., Syrmien, 2x preuß. Schlesien

1863

106

1

4

27

10

3

23

17

7

4

8

Galizien

1864

141

2

5

33

26

10

32

18

2

5

2

pr. Schles., Schweiz, Küstenland, Kroatien, Slowenien

1865

94

3

2

20

20

7

17

10

4

3

6

Galizien, England

1866

113

0

1

26

24

5

23

11

4

7

5

Krain, 2x preuß.Schles., Küstenl., Militärgrenze, It.

1867

146

4

10

33

26

9

29

11

4

5

4

2x Krain, Polen, 2x pr. Schles.,Schweiz, S-Tirol, 3x Galizien

1868

157

5

7

32

33

7

31

13

6

6

8

S-Tirol, Frkr., Krain, 3x preuß. Schlesien, Galizien, Schweiz, Küstenland

1869

186

7

8

41

33

10

40

24

5

6

2

4x Militärgrenze, Galizien, 2x Krain, It., pr. Schles., Kroatien

1870

224

5

5

51

42

8

53

24

9

8

7

2x Galizien, It., Banat, Slowenien, Slawonien, pr. Schles. , Militärgrenze, Siebenbürgen

Summe

2917

78

117

683

544

127

571

289

78

162

118

119

 

100%

3%

4%

23%

19%

4%

20%

10%

3%

6%

4%

4%

 

Bei 30% lagen also die Geburtsorte im Bereich des heutigen Stadtgebietes von Wien, 19% kamen aus dem heutigen Niederösterreich.

Die Länder Böhmen, Mähren, österr. Schlesien, Ungarn/Slowakei, Deutschland sowie die vielen verschiedenen Länder und Staaten, die in der letzten Spalte zu finden sind, erreichten zusammen einen Anteil von 47%.

 

3.2. Geburtsort bzw. Herkunftsland der Braut

 

Jahr

Zahl d.

Trau-ungen

Stadt

Mariahilf

andere Vorstädte u.Vororte

andere Bundes-länder

Böhmen

Mähren

öst.

Schlesien

Deutsch-land

Ungarn / Slowakei

andere Länder und Staaten

1850

111

2

11

34

24

7

12

10

2

6

3

 

1851

154

3

10

57

41

3

14

16

0

2

6

 

1852

162

3

12

35

40

4

25

16

2

11

8

Schweiz, Italien Kroatien, Galizien

1853

140

3

11

34

34

7

25

14

3

3

6

 

1854

127

2

11

44

36

2

7

18

3

3

0

Italien, Galizien

1855

99

3

10

36

19

1

10

7

2

4

6

Galizien

1856

112

1

10

43

26

5

13

6

2

3

2

Südtirol, Italien

1857

147

5

12

40

24

5

29

16

3

3

6

Italien, Syrmien,  preuß. Schlesien

1858

129

4

11

38

32

10

17

10

2

2

4

Schweiz

1859

137

4

16

34

27

5

20

17

2

6

6

Krain

1860

139

6

13

32

35

2

15

15

4

4

8

Kroatien, preuß. Schlesien

1861

152

2

10

39

40

7

19

11

5

10

4

Frkr., Galizien

1862

141

4

13

32

31

3

23

18

1

5

7

2x preuß. Schlesien, Kroatien

1863

106

2

14

27

26

2

19

10

2

3

1

 

1864

141

6

9

42

33

6

17

17

2

4

0

Preuß. Schlesien, S-Tirol

1865

94

1

11

23

24

4

15

8

6

2

2

 

1866

113

3

8

24

24

2

15

20

0

7

5

Slowenien, England, Militärgrenze, Italien

1867

146

4

8

31

42

3

29

13

5

4

8

 

1868

157

3

16

42

33

6

25

15

4

6

5

Italien

1869

186

2

17

47

50

9

20

24

5

3

6

2x Italien, Krain

1870

224

7

22

63

37

14

43

23

6

4

5

Slawonien

Summe

2917

70

255

797

678

107

412

304

61

95

98

32

 

100%

2%

9%

27%

23%

4%

14%

10%

2%

3%

3%

1%

                   

Bei 38% lagen also die Geburtsorte im Bereich des heutigen Stadtgebietes von Wien, 23% kamen aus dem heutigen Niederösterreich.

Die Länder Böhmen, Mähren, österr. Schlesien, Ungarn/Slowakei, Deutschland sowie die vielen verschiedenen Länder und Staaten, die in der letzten Spalte zu finden sind, erreichten zusammen einen Anteil von 33%.

 

Es ist jedenfalls festzuhalten, dass es bemerkenswerte Unterschiede bei den Herkunftsorten der männlichen und der weiblichen Eheleute gibt.

Während bei den Bräutigamen fast die Hälfte aus dem „Ausland“ kommt, ist es bei den Bräuten nur ein Drittel.

Im Gegensatz dazu sind die Zahlen bei den Frauen aus dem Bereich des heutigen Wien und aus Niederösterreich (61%) deutlich höher als jene bei den Männern (49%).

 

Mögliche Ursachen:

Die Suche nach neuen, besseren beruflichen Möglichkeiten könnte bei den Männern ein stärkerer Antrieb gewesen sein als bei Frauen, die Heimat zu verlassen und sich an einem fernen Ort anzusiedeln.

 

Zu dieser Zeit wurde oft am Wohnort der Braut, manchmal aber auch am Herkunftsort der Braut geheiratet. Es wäre also durchaus denkbar, dass manche zugewanderte Frau in ihrer (früheren) Heimat heiratete und daher in den Kirchenbüchern von Mariahilf nicht aufscheint.

 

Die Zahlen dokumentieren, dass der Zuzug in einem hohen Ausmaß erfolgte. Fast die Hälfte der Männer, die hier heirateten, stammte aus den Ländern der Monarchie, bei den Frauen war der Anteil erwartungsgemäß geringer, mit einem Drittel übertraf man die Summe aus dem heutigen Niederösterreich und den übrigen Bundesländern bei weitem.

 

Für bemerkenswert halte ich auch die Tatsache, dass doppelt so viele Männer aus Böhmen zuwanderten wie aus Mähren und dass die Zuwanderung  aus Ungarn / Slowakei nur sehr gering war.             

 

 

 

Vergleich der Erhebungen des Statistischen Amtes von 1856

mit den aus den Trauungsmatriken von Mariahilf gewonnenen Erkenntnissen

 

Die Tabelle beinhaltet die Werte des Statistischen Amtes, die Durchschnittswerte für die Brautpaare, bezogen auf die Herkunftsorte bzw. –länder. Es werden aber auch die Werte für Bräutigam und Braut getrennt angegeben, weil sie ja stark voneinander abweichen. Die Angaben für Wien beziehen sich auf das heutige Stadtgebiet.

 

 

Wien

Andere Bundesländer

Böhmen + Mähren

Andere Staaten

Summe in %

Statistisches Amt

43,8 %

18,8 %

22,5 %

11,5 %

96,6 %

Brautleute (Durchschnittswert)

34 %

25 %

27 %

13 %

99 %

Bräutigam

30 %

23 %

30 %

17 %

100 %

Braut

38 %

27 %

24 %

9 %

98 %

 

Es scheint so, als wäre der Anteil der Zuwanderer aus allen anderen Ländern bei der Erhebung 1856 (34 %) doch deutlich niedriger gewesen als bei den Heiraten in Mariahilf (40 %): Die Differenz beträgt 6 %.

Der Anteil jener Personen, die im Gebiet des heutigen Wien geboren wurden, differiert sogar um knapp 10%.

 

Es soll aber nochmals darauf hingewiesen werden, dass die Untersuchung des Statistischen Amtes einen bestimmten Stichtag im Jahr 1856 bzw. den ganzen Bereich des heutigen Wien betrifft, die Angaben über die Brautleute sich auf einen Zeitraum von 1850 bis 1870 und auf Trauungen in einer ganz bestimmten Wiener Pfarre beziehen – es wird bei Heiraten vor allem eine bestimmte Altersschicht stärker vertreten sein.

 

 

[1] Bevölkerungsentwicklung in Wien / Rubrik Geschichte / veröffentlicht von 1020-wien.at (eine private Internetplattform mit dem Ziel über Wien, Schwerpunkt 2. Bezirk Leopoldstadt, zu informieren); online:

http://www.1020-wien.at/demografie-wien.php  (Zugriff: 14.3.2018)

 

[2] Statistisches Amt / Daten 1856

Statistisches Amt, Eine demographische Studie der Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Wien, in: Statistische Mitteilungen der Stadt Wien (Heft 4/2000), zitiert nach:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20010618_OTS0047/die-wiener-bevoelkerung-in-den-letzten-jahrhunderten (Zugriff: 14.3.2018)

 

[3] Matriken der Pfarre Mariahilf

Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

 

 

4. WOHNADRESSEN  ZUM  ZEITPUNKT  DER  EHESCHLIESSUNG

 

Prinzipiell war im 19. Jahrhundert die Wohnadresse mitentscheidend, in welcher Pfarre die Trauung vollzogen wurde.

Die Trauung sollte in jener Pfarre stattfinden, in der die Brautleute wohnten. Falls es sich um zwei verschiedene Pfarrbezirke handelte, bestand zwar prinzipiell Wahlmöglichkeit, es war aber üblich, eher in der Pfarre der Braut zu heiraten.

 

Der genaue Wortlaut im „Praktischen Handbuch über das in Ehesachen der Katholiken zu beobachtende Verfahren, nach dem Ehegesetze vom 8. Oktober 1856“:

 

„Die Vornahme des Trauungsactes kommt demjenigen Seelsorger zu, in dessen Pfarrsprengel beide Brautleute, oder auch nur eines derselben wohnen. Im letzteren Falle, d. i., wenn die Brautleute unter verschiedene Pfarrbezirke gehören, bleibt es der Wahl der Brautleute überlassen, ob sie sich von dem Pfarrer des Bräutigams oder jenem der Braut copuliren lassen wollen, weil jeder dieser Seelsorger über den seinem Pfarrsprengel gehörigen Theil pfarrliche Iurisdiction ausübet. Gewöhnlich ist es, die Ehe vor dem Pfarrer der Braut zu schließen.“ [1]

 

Die Wohnungszeugnisse, die vorzulegen waren, dienten als Beleg dafür, dass die Pfarrer berechtigt waren, die Amtshandlung, die ja auch Rechtsgültigkeit hatte, in ihrem Pfarrbezirk durchzuführen.

In einem Hofkammerdekret und in den Regierungsverordnungen aus dem Jahr 1827 wird festgehalten, dass „der angeordneten Beibringung dieser Zeugnisse lediglich die Absicht zum Grunde liegt, daß der Pfarrer bei Anmeldung der Brautleute wegen des Aufgebotes in den Stand gesetzt werde, hieraus mit Grund beurtheilen zu können, ob ihm diese Amtshandlung nach der ihm in seinem Pfarrbezirke eingeräumten geistlichen Jurisdiction auch zustehe, oder nicht“ und dass „sonach diese Zeugnisse nicht so sehr zum Nutzen und Vortheile der Parteien, als vielmehr zum Behufe der öffentlichen Ordnung und zur Bedeckung der Amtshandlung der Pfarrer dienen…“ [2]

 

In der Pfarre Mariahilf wird in der Anmerkungsspalte lediglich bestätigt, dass die Dokumente überprüft wurden, konkrete Angaben über die Wohndauer in der Pfarre werden nicht gemacht.

 

In anderen Pfarren wurde die bisherige Wohndauer an einer bestimmten Adresse im Kirchenbuch vermerkt,

z. B. in St. Florian (Matzleinsdorf). Bei jenen, die aus Wien stammten, wurde darauf verzichtet.

 

Um 1850 scheint es eine Frist von 6 Wochen gegeben zu haben, die man in der Pfarre zugebracht haben musste, um hier heiraten zu dürfen, deshalb wohl immer wieder die Formulierung in den Trauungsbüchern von St. Florian (Matzleinsdorf): „über 6 Wochen l(aut) Z(eugnis)“. [3]

 

Um 1860 scheint diese Frist wesentlich länger gewesen zu sein. Nun heißt es: „über 1.J. in Wien“

Beispiel: Trauung St. Florian Matzleinsdorf am 15.1.1860 [4] 

In den späteren Eintragungen bezieht sich der Schreiber allerdings ausdrücklich auf die Wohndauer IN WIEN.

 

Aber man konnte auch in Mariahilf heiraten, wenn die Wohnadresse außerhalb des Pfarrbereichs lag, falls die eigentlich zuständige Pfarre zustimmte. Die Trauungsvollmacht der Wohnpfarre wurde dann normalerweise in der Anmerkungsspalte der Eintragung erwähnt.

 

Beispiel: Trauung am 5. Mai 1861 in der Pfarre Mariahilf

Die Zustimmung der Pfarre Reindorf, die für diese beiden Vororte zuständig war, wurde vom Pfarrpriester einerseits in der Anmerkungsspalte vermerkt, zusätzlich wurde in der ersten Spalte festgehalten, dass sie vom „…Pfarramte Reindorf anher zur Trauung entlassen“ wurden. [5]

 

 

Wohnadresse des Bräutigams und der Braut

 

Die Wohnadresse des Bräutigams zum Zeitpunkt der Eheschließung gibt zwar keine Auskunft darüber, wo das Ehepaar nach der Hochzeit tatsächlich gewohnt hat, aber es darf angenommen werden, dass im überwiegenden Teil der Fälle jedenfalls keine Rückkehr an den Herkunftsort erfolgt ist.

 

Vergleicht man die Trauungszahlen des gesamten Jahres mit den Zahlen von Bräutigamen mit Adressangabe außerhalb des heutigen Stadtbereichs von Wien, erkennt man, dass die Zahl verhältnismäßig gering ist.

 

 

4.1. Wohnort des Bräutigams zum Zeitpunkt der Eheschließung

außerhalb des heutigen Stadtgebietes von Wien

  

Jahr

andere österr. Bundesländer

andere Länder/Staaten

1850

4

 

Ungarn

1851

8

 

Böhmen, Mähren

1852

3

Stmk.

k.k. Schlesien, Ungarn

1853

5

 

Galizien, Mähren

1854

8

OÖ, Stmk.

Ungarn, k.k. Schlesien, Böhmen

1855

2

 

Italien

1856

4

 

Mähren, Ungarn/Slowakei (Preßburg)

1857

1

 

2x Ungarn/Slowakei (Preßburg), Ungarn

1858

4

 

Mähren, 3x Ungarn, Böhmen

1859

5

3x Stmk.

Mähren

1860

3

Tirol

Siebenbürgen

1861

6

 

Mähren, Ungarn/Slowakei (Preßburg)

1862

6

OÖ, Tirol

Mähren

1863

2

 

Böhmen, Mähren

1864

5

2x Böhmen, Mähren

1865

11

 

 

1866

6

Stmk.

Böhmen

1867

11

Stmk.

Ungarn/Slowakei (Komorn), Kroatien, Serbien, Galizien

1868

8

Stmk.

Ungarn, Krain, Ungarn/Slowakei (Preßburg)

1869

13

Rumänien, Ungarn, k.k. Schlesien

1870

12

3x Stmk, OÖ

2x Mähren, Polen, Böhmen, Ungarn/Slowakei (Preßburg)

 

 

 

4.2. Wohnort der Braut zum Zeitpunkt der Eheschließung

außerhalb des Pfarrgebietes von Mariahilf

 

Bei 92% der Heiraten hatte die Braut ihren Wohnsitz in der Pfarre Mariahilf, bei 95% der Heiraten hatte zumindest einer der Brautleute eine Adresse innerhalb der Pfarre Mariahilf.

 

Es erschien also sinnvoll, bei der Braut vor allem jene Trauungen zu untersuchen, bei denen die Frau/das Mädchen einen Wohnsitz hatte, der nicht zur Pfarre Mariahilf gehörte.

In diesen Fällen wurden Überlegungen angestellt, welche Gründe es gegeben haben könnte, in der Pfarre Mariahilf zu heiraten.

 

Diese Fälle wurden zwar nicht namentlich erfasst, aber einzeln untersucht und mögliche Beweggründe pro Jahr festgehalten und dokumentiert.

 

Zur Erinnerung:

Zwischen 1850 und 1870 gab es in der Pfarre Mariahilf 2917 Trauungen (= 100%).

 

Bei 239 Hochzeiten davon (= 8%) lag die Wohnadresse der Braut nicht im Pfarrgebiet von Mariahilf, bei 152 Hochzeiten (= 5%) wohnten beide Brautleute außerhalb des Pfarrgebietes.

 

Folgende Gründe könnten das Brautpaar veranlasst haben, in Mariahilf zu heiraten, obwohl die Braut nicht hier wohnte:

  • ein besonderes Heiratsalter bzw. eine besondere Konstellation (vgl. Kapitel 5.1. Das Heiratsalter)
  • Witwenschaft eines der beiden Ehepartner (vgl. Kapitel 5.2. Witwenschaft)
  • Mögliche Motivation für Angehörige bestimmter Standes- und Berufsgruppen, in Mariahilf zu heiraten (vgl. Kapitel 5.3. Adelige und Angehörige bestimmter Berufsgruppen)
  • Durchführung von Trauungen zwischen Ehepartnern verschiedener Konfessionen, vor allem evangelisch und katholisch (vgl. Kapitel 5.4. Evangelische Brautleute)
  • unbekannte Motive für eine Heirat in Mariahilf, die nicht aus den Matriken herauszulesen sind (vgl. Kapitel 5.5. Unbekannte Motive)

 

Zusammenfassung: Wenn die Braut bei ihrer Trauung zwischen 1850 und 1870 nicht im Gebiet der Pfarre Mariahilf wohnte, konnten die Gründe dafür, dass sie nicht in ihrer Heimatpfarre heiratete, in den meisten Fällen aus den Angaben in den Matriken ziemlich klar erkannt werden. Die Heirat in der Pfarre Mariahilf gewährleistete eine Hochzeit in einer alten, stilvollen ehemaligen Wallfahrtskirche und gleichzeitig die Anonymität der Großstadt. Man hatte die Möglichkeit, zumindest bei diesem Ereignis unerwünschte, nur neugierige, eventuell missbilligende und am Wohl des Brautpaares nicht interessierte Menschen fernzuhalten.

 

 

[1] Ehegesetze 1856

Praktisches Handbuch über das in Ehesachen der Katholiken zu beobachtende Verfahren, nach dem Ehegesetze vom 8. Oktober 1856, verfasst von Wilhelm Schöller und Fr. J. Schopf, Pest 1857, digitalisiert : ÖNB 9.6.2016, S. 104, § 100

https://books.google.at/books?id=E85oAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q=%C2%A7%20100&f=false (Zugriff: 15.3.2018)

 

[2] Gesetzessammlung 1831

Sammlung der Gesetze für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Ens, Band 38, k.k. Hof- u. Staats-Aerarial-Dr., Wien 1831, S.  Digitalisat: ÖNB 13.4.2015

https://books.google.at/books?id=SLthAAAAcAAJ&pg=PA903&lpg=PA903&dq=Wohnungszeugnis+Trauung&source=bl&ots=-fgUtX120l&sig=8CMusUdr9sm9DlVVy7B3_3lNwLg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiypsWW4-3ZAhVDJJoKHUmSB6kQ6AEIOTAD#v=onepage&q&f=false  S. 240 (Zugriff: 15.3.2018)

 

[3] Trauung am 7.5.1849 – Johann Samm ∞ Sabina Weiß

Erzdiözese Wien, Pfarre 05., St. Florian (Matzleinsdorf), Trauungsbuch 02-17, Fol. 2, Bild 02-Trauung_0002; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/05-st-florian-matzleinsdorf/02-17/?pg=4 (Zugriff: 15.3.2018)

 

[4] Trauung am 15.1.1860 –

Johann Wlk ∞ Katharina Filistein

Erzdiözese Wien, Pfarre 05., St. Florian (Matzleinsdorf), Trauungsbuch 02-19, Fol. 119, Bild 02-Trauung_0120; online:  

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/05-st-florian-matzleinsdorf/02-19/?pg=122 (Zugriff: 15.3.2018)

 

[5] Trauung am 5. Mai 1861 – Pankraz Reh, Braunhirschengrund Nr. 154 ∞ Leopoldine Theresia Baumgartner, Sechshaus Nr. 41

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-10, Fol. 92, Bild 03-Trauung_0094; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-10/?pg=97 (Zugriff: 15.3.2018)

 

 

5. ÜBERLEGUNGEN  ZU  BESONDEREN  MOTIVEN,

IN  MARIAHILF  ZU  HEIRATEN

 

 

5.1. Das Heiratsalter

 

 

Niedriges Heiratsalter bei Trauungen zwischen 1850 und 1870 in der Pfarre Mariahilf [1]

 

Die Großjährigkeit wurde in der Zeit von 1811 bis 1919 erst mit Vollendung des 24. Lebensjahres erreicht. Dieses Alter wurde vom Bräutigam bei den Trauungen in Mariahilf zwischen 1850 und 1870 relativ selten unterschritten. Auf der Seite der Braut war jedoch das Heiratsalter derart oft niedriger, dass ich mich entschlossen habe, nur diejenigen Heiraten zahlenmäßig zu erfassen, bei denen die Braut unter 22 Jahre alt war.

 

Niedriges Heiratsalter des Bräutigams

zwischen 1850 und 1870

Heiratsalter

Anzahl

20 Jahre

3

21 Jahre

14

22 Jahre

32

23 Jahre

48

Summe

97

= ca. 3%

 

Bei ca. 3% der Trauungen in Mariahilf war also der Bräutigam noch nicht 24 Jahre alt.

Ich möchte 3 besondere Trauungen herausheben:

.) Einer der drei Zwanzigjährigen, ein Goldarbeitergehilfe von der Laimgrube, schließt die Ehe mit einer Sechzehnjährigen aus Mariahilf.

.) Bei einem anderen Zwanzigjährigen „aus Wien“, der eine 22-jährige Niederösterreicherin heiratet, wird hervorgehoben, dass er Teilhaber eines Optikergeschäftes ist.

.) Der dritte Zwanzigjährige (aus Gumpendorf), der eine 22-Jährige aus Mariahilf heiratet, kann ebenfalls darauf verweisen, dass er finanziell abgesichert ist und einen guten Beruf hat. Er ist Hausbesitzer und Dampfschifffahrtsbeamter.

 

 

Niedriges Heiratsalter der Braut zwischen 1850 und 1870

Heiratsalter

Anzahl

15 Jahre

1

16 Jahre

15

17 Jahre

18

18 Jahre

29

19 Jahre

77

20 Jahre

108

21 Jahre

117

Summe

365

 = ca. 13 %

 

Bei ca. 13% der Trauungen in Mariahilf war die Braut deutlich jünger (mindestens 3 Jahre) als 24 Jahre.

 

 

Niedriges Heiratsalter von Bräutigam und Braut zwischen 1850 und 1870

Übersicht für die einzelnen Jahre

 

Jahr

Anzahl der

Trauungen

 

Bräutigam

unter 24 J.

Braut

unter 22 J.

  1850

111

3

16

1851

154

1

20

1852

162

5

13

1853

140

5

13

1854

127

2

22

1855

99

3

14

1856

112

0

9

1857

147

5

16

1858

129

4

14

1859

137

5

19

1860

139

8

26

1861

152

6

14

1862

141

5

18

1863

106

7

22

1864

141

6

23

1865

94

3

11

1866

113

2

9

1867

146

4

10

1868

157

8

20

1869

186

8

28

1870

224

7

29

 

Bei der Verteilung der altersmäßig frühen Eheschließungen fällt auf, dass in den Jahren 1856, 1865, 1866 und 1867 relativ wenige Bräute jünger als 22 Jahre waren, in den Jahren 1860, 1869 und 1870 dagegen sehr viele.

 

 

Ob der Prozentsatz der altersmäßig frühen Eheschließungen im Vergleich zu anderen Pfarren hoch war, ob sich etwa daraus ableiten lässt, dass man gewissermaßen Zuflucht in der Pfarre Mariahilf gesucht hat, wenn ein Ehepartner besonders jung war, kann nur ein Vergleich mit einer anderen Pfarre zeigen. Eine entsprechende Erhebung in der Pfarre Gumpendorf (Trauungen im selben Zeitraum) ist geplant.

 

Untersuchungsergebnis aus Kapitel 4.2./Trauungen mit pfarrfremder Braut:

 

In jenen Fällen (239 Trauungen), wo die Braut bei der Eheschließung ihren Wohnsitz nicht in Mariahilf hatte, wurden altersmäßige Besonderheiten untersucht und sie sollen hier im Einzelnen beispielhaft angeführt werden.

 

1) Niedriges Heiratsalter (besonders der Braut):

3x 23 J., 8x 22 J., 11x 21 J., 27x 20 J., 7x 19 J., 1x 17 J., 1x 16 J.

Besondere Konstellationen (Alter des Bräutigams/Alter der Braut): 22/22, 23/18, 23/24, 21/19, 24/21, 23/19

 

2) Zumindest ein Ehepartner ist älter als 40 Jahre:
42/42, 50/31, 49/32, 53/43, 49/43, 43/22, 40/42, 54/43, 47/35, 66/51, 48/27, 44/23, 47/24, 49/51, 45/24, 54/36, 46/19, 43/17, 42/21, 51/31, 50/40, 46/50, 61/26, 45/36, 42/25, 41/40, 62/53, 52/36, 51/44, 43/39, 56/25, 46/22, 49/27, 56/52, 55/43, 65/23, 55/19, 42/26, 48/27, 41/25, 41/40, 44/20, 47/45, 44/36, 45/30, 42/27, 44/26, 42/28

 

3) Der Bräutigam ist wesentlich älter als die Braut:

50/31, 49/32, 37/20, 43/22, 37/19, 40/22; 48/27, 47/35, 44/23, 30/16, 47/24, 45/24; 54/36; 35/20; 46/19; 43/17; 36/23, 42/21; 51/31, 38/22; 61/26, 40/19; 61/26, 42/25, 38/20, 52/36, 56/25, 46/22, 49/27,  65/23, 55/19, 37/23, 36/23, 42/26, 40/28, 40/22, 48/27, 41/25, 44/20, 33/20

 

4) Die Braut ist wesentlich älter als der Bräutigam:

27/39, 32/43, 28/40; 25/32; 23/38, 27/34, 34/68, 34/68, 27/34, 27/45; 31/44, 33/44; 30/43; 23/28; 28/38, 31/43, 31/37, 27/41, 46/53; 28/71, 39/45, 28/71, 38/43, 28/33, 25/33, 32/39, 28/36, 32/43, 40/46, 27/51

 

5) Hohes Alter des Bräutigams oder der Braut:

Hier sollen einige weitere auffällige Altersangaben angeführt werden. Bei manchen dieser Trauungen hatte die Braut allerdings – im Gegensatz zu den vorigen Punkten – ihre Wohnadresse in Mariahilf.

 

  • Wir finden im Jahr 1869 (Bild 271) einen 65-jährigen Major, der eine 22-jährige Adelige heiratet.
  • Im Jahr 1866 (Bild 120) ehelicht ein 71-jähriger Doktor der Rechte eine 29-Jährige.
  • Auch ein 75-jähriger Witwer wagt im Jahr 1864 (Bild 64) nochmals den Schritt zur Ehe.
  • Auf die 71-jährige Witwe und Hausbesitzerin, die 1866 (Bild 105) mit einem steirischen herrschaftlichen Forstinspektor im Alter von 38 Jahren getraut wird, habe ich bereits in einem der vorigen Punkte hingewiesen,
  • ebenso auf eine 68-jährige Uhrmacherwitwe, die 1856 (Bild 155) einen 34-jährigen Uhrmacher heiratet.

Nachdenklich macht die Trauung des 88-jährigen k.k. pensionierten Rechnungsrates und Witwers, der im Jahr 1861 (Bild 113) eine 29-Jährige ehelicht.

Der Bräutigam (seine Taufeintragung von 1773 in der Pfarre St. Stephan hat das hohe Alter bestätigt) stirbt ca. 1 ½ Monate später (1861, Bild 107).

Die Motive für diese späte Heirat sind wohl nicht mehr zu ergründen.

Eine Möglichkeit: Er war schwer krank, wusste, dass er nicht mehr lange zu leben hatte, und wollte sein Vermögen der Braut zukommen lassen, z. B. aus Dankbarkeit für die Pflege in den letzten Jahren.

Aber es kann natürlich auch anders gewesen sein …

 

 

 

[1] Matriken der Pfarre Mariahilf

Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

 

 

 

5.2. Witwenschaft

 

Dass ein Witwer oder eine Witwe oft nicht am selben Ort bzw. in derselben Kirche heiratete wie bei der ersten Trauung, ist auch unabhängig von den Matriken von Mariahilf immer wieder festzustellen. Die Gründe dafür können natürlich unterschiedlich sein, aber oft steht wohl der Wunsch dahinter, an einem Ort zu heiraten, an dem man nicht an die erste Eheschließung erinnert wird.

 

Aber es kam durchaus auch vor, dass ein Witwer in seiner Wohnortpfarre heiratete, obwohl die Braut bei der zweiten Ehe nicht zu dieser Pfarre gehörte.

Möglicherweise hatte der Bräutigam zu diesem Zeitpunkt bereits Kinder, eine angesehene berufliche Stellung und war (samt seiner Familie) gut in die Pfarre, die Stadt oder das Dorf integriert.

 

Eine Gesamtzahl von Witwen und Witwern für den Zeitraum 1850 – 1870 wurde nicht ermittelt, aber bei den 5% der Trauungen, bei denen die Braut zum Zeitpunkt der Eheschließung nicht in Mariahilf wohnte, wurde Folgendes erhoben [1]:

 

78 Brautleute bei diesen 239 Trauungen waren verwitwet. Das bedeutet, dass ungefähr bei einem Drittel dieser Hochzeiten ein Witwer oder eine Witwe heiratete. Allerdings gab es auch Trauungen, bei denen beide Brautleute verwitwet waren.

 

 

[1] Matriken der Pfarre Mariahilf

Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

 

 

5.3. Adelige und Angehörige bestimmter Berufsgruppen

 

 

5.3.1. Trauungen von Adeligen in der Pfarre Mariahilf zwischen 1850 und 1870

 

Vorerst stellte sich die Frage, ob die Kirche „Mariahilf“ als Heiratskirche für Adelige betrachtet werden konnte. Daher wurde versucht, die Namen jener Adeligen zu erfassen, die zwischen 1850 und 1870 als Bräutigam oder Braut in den Trauungsbüchern von Mariahilf  eingetragen wurden.

Da bei der Zusammenstellung dieser Liste keine Nachforschungen angestellt werden konnten, ob die Bezeichnung „Adelige(r)“ berechtigt ist, hat sich der Verfasser des kleinen Artikels darauf beschränkt, Namenszusätze wie „von“, „de“ und „le“, die eventuell als Adelsprädikate deutbar sind, als Kriterien heranzuziehen, um ein entsprechendes Exzerpt aus dem Gesamtindex erstellen zu können.

 

Die Informationen in der alphabetisch angelegten Liste betreffen

  • die adelige Person,
  • den Ehepartner,
  • das Trauungsdatum,
  • die Signatur des Trauungsbuches und
  • die entsprechende Seite.
  • In Einzelfällen ist in Klammer vermerkt, dass die Trauung in einer anderen Pfarre stattgefunden hat, obwohl eine Eintragung in der Pfarre Mariahilf vorgenommen wurde.

Auf Grund dieser Angaben in der Liste kann man die Eintragungen mit dem in der Fußnote angegebenen Link nach der Auswahl des entsprechenden Trauungsbuches leicht online einsehen. [1]

 

Für den Zeitraum 1850 – 1870 ergaben sich 46 Datensätze (2 davon werden wegen verschiedener Möglichkeiten der Schreibung doppelt angeführt):

 

ALLEMAND LE, Lucia Maria ∞ Leistler, Alois Josef; 11.12.1869; 02-11 / Fol. 288

BEER VON SCHLATT, Maria Theresia ∞ Riegler, Franz Xaver; 21.09.1869; 02-11 / Fol. 269

BELOT VON, Gilbert Fridolin Moritz Norbert ∞ Markl, Karoline Auguste; 18.07.1869; 02-11 / Fol. 258

BLODIG VON STERNFELD, Franz Karl Josef ∞ Perin von Gradenstein, Maria Rosalia Josefa Barbara; 08.11.1852; 02-08 / Fol. 292

CHERNEL VON, Franz Xaver Josef Wilhelm ∞ Reineke, Karoline Katharina Amalia; 12.09.1865; 02-11 / Fol. 077

D‘ESTE, Felix ∞ Schrotzenberg, Johanna; 01.12.1866; 02-11 / Fol. 124

DAMIANI VON, Georg Nikolaus ∞ Bauer, Johanna; 25.04.1869; 02-11 / Fol. 244

ENGELSHAUS VON, Franziska ∞ Seitz, Alexander; 11.02.1862; 02-10 / Fol. 137

ESTE DE, Felix ∞ Schrotzenberg, Johanna; 01.12.1866; 02-11 / Fol. 124

FABRICIUS VON, Julius Wilhelm ∞ Grundl, Henriette Elisabeth; 05.08.1865; 02-11 / Fol. 074

FEKETE VON, Josef ∞ Hevesi, geb. Mollnar, Aloisia; 17.01.1857;  02-09 / Fol. 161

FRANKOWITZ VON, Eduard Ignaz ∞ Hofner, Theresia; 11.09.1865; 02-11 / Fol. 076

FRANKOWITZ VON, Eduard Ignaz ∞ Sarauer, Maria; 01.07.1857; 02-09 / Fol. 183

GEITER VON, Franz ∞ Ulrich, geb. Hecht, Katharina; 05.10.1851; 02-08 / Fol. 228

GRIENBERGER VON, Franz Seraf Anton ∞ Dworzak, Aloisia Theresia; 20.11.1869; 02-11 / Fol. 279

GROSSINGG VON, Emmerich Ferdinand ∞ Bathiany, Barbara; 18.05.1862; 02-10 / Fol. 151

GÜNTHER VON STERNEGG, Heinrich ∞ Brückner, Helena Anna Katharina; 29.10.1867; 02-11 / Fol. 165

HACKE VON, Karl Maria Ferdinand Eduard ∞ Nißler, Katharina; 30.04.1867; 02-11 / Fol. 139

HAUNALTER VON, Karl Michael ∞ Wittenbarth, Anna Elisabeth; 10.07.1870; 02-11 / Fol. 333

HORVATH PRAVITITSCH VON, Anna Maria Rosalia ∞ Fischer, Franz Josef Anton; 23.04.1861; 02-10 / Fol. 090

KALLINGER VON ASPERNKAMPF, Julius Amadeus Johann ∞ Nimetz, Ludovika; 07.03.1859; 02-10 / Fol. 010

KASCHNITZ VON WEINBERG, Moritz Justus Josef Ignaz ∞ Grieger, Elisabeth Emilia; 28.07.1855; 02-09 / Fol. 108

KORONGHI VON KORONGH, Amalia Antonia Elisabeth ∞ Weisel von Ehrentreu, Edmund Johann Kleophas; 26.01.1862; 02-10 / Fol. 133

KRSOWSKY VON KRSOWITZ, Josef Leopold ∞ Nowak, geb. Winkler, Johanna; 24.11.1866; 02-11 / Fol. 120

L‘ALLEMAND, Lucia Maria ∞ Leistler, Alois Josef; 11.12.1869; 02-11 / Fol. 288

LAZARINI VON, Josef ∞ Gaschnig, Vinzentia Anna; 04.03.1867; 02-11 / Fol. 138

MAURIG VON SARNFELD, Anton ∞ Sagburg von Helmsdorf, Maria Julia Barbara; 14.02.1855; 02-09 / Fol. 93

MENZINGER VON REISENTHAL, Franz ∞ Gyra, Josefa; 23.02.1859; 02-10 / Fol. 007

MOSER VON BOYEN, Leopold Johann ∞ Pompe, Katharina; 24.04.1854; 02-09 / Fol. 058

NIEBAUER VON, Ernst Karl Ludwig Josef ∞ Losert, Karoline; 14.07.1869; 02-11 / Fol. 257

PASQUALATI ZU OSTERBERG VON, Moritz Johann Franz ∞ Jäger, Pauline; 20.11.1855; 02-09 / Fol. 120

PASSEL VON, Heinrich ∞ Bergamenter, Friederike; 08.01.1860; 02-10 / Fol. 036

PAUER DE, Anna Maria ∞ Wettich, Johann; 20.05.1862; 02-10 / Fol. 152

PAYR VON, Heinrich ∞ Kellermann, Maria Anna Theresia; 05.11.1870; 02-11 / Fol. 354

PERIN VON GRADENSTEIN, Maria Rosalia Josefa Barbara ∞ Blodig von Sternfeld, Franz Karl Josef; 08.11.1852; 02-08 / Fol. 292

REISS VON RIESENSTEIN, Anton Georg ∞ Müksch, geb. Humpenstetter, Mathilde; 04.09.1864; 02-11 / Fol. 034

REMY VON, Karl Ludwig ∞ Fiby, Theresia; 17.05.1862; 02-10 / Fol. 150

SAGBURG VON HELMSDORF, Maria Julia Barbara ∞ Maurig von Sarnfeld, Anton; 14.02.1855; 02-09 / Fol. 93

SCHLICHTING VON, Konstantin ∞ Handel, Maria; 21.11.1869; 02-11 / Fol. 281

SICKINGEN-HOHENBURG von, Josef Karl Wilhelm ∞ Steininger, Anna; 24.01.1870; 02-11 / Fol. 294

SOMMER VON SONNENSCHILD, Franz Josef Vinzenz Maria ∞ Lesti, Klara Aloisia; 21.06.1869; 02-11 / 254

VOLPINI DE MAESTRI, Karoline ∞ Stein, Ferdinand; 18.02.1851; 02-08 / Fol. 200

VOLPINI VON MAISTRY, Josefa Katharina ∞ La Vigne, Franz August Anton; 20.11.1853; 02-09 / Fol. 047 (Pfarre 01., St. Peter)

WEISEL VON EHRENTREU, Edmund Johann Kleophas ∞ Koronghi von Korongh, Amalia Antonia Elisabeth; 26.01.1862; 02-10 / Fol. 133

WERNER VON, Josefa ∞ Bauer, Georg Josef; 19.11.1853; 02-09 / Fol. 044

WERNER VON, Maria Anna ∞ Riedl, Josef Sebastian Rudolf; 21.06.1870; 02-11 / Fol. 329

WUEST VON VELBERG, Maria Theresia Rosina ∞ Schoop, Hartwig Friedrich; 19.05.1852; 02-08 / Fol. 268

WUEST VON VELBERG, Theresia Amalia ∞ Höger, Wilhelm Friedrich Adam; 19.11.1854; 02-09 / Fol. 089

 

 

Für den gesamten Zeitraum der Indexerstellung vom Jahr 1850 bis zum Jahr 1900 wurden 159 Datensätze angefertigt.

 

Diese Gesamtliste mit knapp 160 Namen wurde der Heraldisch – Genealogischen Gesellschaft „Adler“ Wien zur Veröffentlichung angeboten und soll in einer der nächsten Ausgaben von „Adler. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik“ erscheinen. Sie soll eine Hilfe für jene Wissenschaftler und Forscher sein, die sich in irgendeiner Form mit diesen Personen bzw. Familien beschäftigen oder auch eine Datenbank für diese Familien schaffen bzw. erweitern wollen.

 

Natürlich war anzunehmen, dass wesentlich weniger Adelige in Mariahilf heirateten als in den Pfarren des

1. Bezirkes.

Aber ein Anteil von 2% der Gesamtzahl der Trauungen zeigt sehr deutlich, dass man diese Kirche in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht zu den beliebtesten Trauungsorten des Adels zählen kann.

 

5.3.2. Angehörige bestimmter Berufsgruppen

 

Es gibt gewisse Indizien dafür, dass Angehörige bestimmter Berufsgruppen häufiger in Mariahilf heirateten als andere. Allerdings ist die Zahl der diesbezüglich untersuchten Trauungen (239 Hochzeiten von pfarrfremden Mädchen und Frauen) nicht aussagekräftig genug.

 

Aber es sollen immerhin diese Berufe genannt werden, die beim Indexieren immer wieder aufgefallen sind:

 

a) Militärangehörige bzw. Offiziere

b) Gastwirt (eventuell als Beruf des Brautvaters)

c) Müller

d) Förster und Jäger

e) Bahnangestellte

 

Ein Vergleich mit anderen Pfarren, vor allem aber eine grundsätzliche Beschäftigung mit den Berufen, die beim Bräutigam, dessen Vater bzw. beim Brautvater angegeben sind, wäre wünschenswert, ist aber im Rahmen dieses Artikels nicht möglich.

 

 

[1] Matriken der Pfarre Mariahilf

Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

 

 

 

5.4. Evangelische Brautleute im Zeitraum 1850 - 1870

 

5.4.1. Untersuchungsergebnis aus Kapitel 4.2./Trauungen mit pfarrfremder Braut:

 

Im Zeitraum von 21 Jahren gab es 12 Trauungen, bei denen einer der Ehepartner evangelisch war, das heißt, dass der Anteil an gemischt-konfessionellen Trauungen im Sektor pfarrfremde Braut (5%) nur geringfügig höher ist als in den übrigen Trauungen dieses Zeitraums (4%)

Ob das eine hohe Zahl ist bzw. ob die Pfarre Mariahilf eventuell deswegen als Trauungspfarre ausgesucht wurde, weil hier gemischt-konfessionelle Trauungen problemlos möglich waren, kann eventuell ein Vergleich mit einer anderen Pfarre zeigen.

 

5.4.2. Untersuchungen aller Trauungen im Zeitraum 1850 – 1870:

 

Bei 98 Trauungen war der Bräutigam evangelisch (bei 94 Trauungen evangelisch/Augsburger Konfession, bei 4 Trauungen evangelisch/Helvetischer Konfession).

Bei 33 Trauungen war die Braut evangelisch (bei 32 Trauungen evangelisch/Augsburger Konfession, bei einer Trauung evangelisch/Helvetischer Konfession).

Insgesamt gab es also 131 gemischt-konfessionelle Trauungen, das sind etwa 4% aller Trauungen in diesem Zeitraum. Ob das ein hoher Prozentsatz ist bzw. ob die Pfarre Mariahilf eventuell deswegen als Trauungspfarre ausgesucht wurde, weil hier gemischt-konfessionelle Trauungen problemlos möglich waren, kann eventuell ein Vergleich mit einer anderen Pfarre zeigen.

 

Es soll dazu noch angemerkt werden, dass manchmal bei den Eltern einer katholischen Braut oder eines katholischen Bräutigams als Religion „evangelisch“ angegeben wurde (manchmal bei einem Elternteil, manchmal aber ausdrücklich bei Vater und Mutter). Die Hintergründe bzw. Ursachen für einen allfälligen Konfessionswechsel konnten in diesem Artikel jedoch nicht ergründet bzw. behandelt werden.

 

Dass Trauungen von Partnern mit unterschiedlicher Konfession besonders oft in Mariahilf stattfanden, darf bezweifelt werden, gibt es doch in den Heiratsbüchern dieser Zeit allgemein die Eintragungsspalte „protestantisch“, aber möglicherweise hat man in solchen Fällen trotzdem die Anonymität vorgezogen, die gegenüber der Wohnpfarre der Braut gegeben war.

 

Einige grundsätzliche Informationen zum Verhältnis der Konfessionen zueinander bzw. zu den gesetzlichen Regelungen und Vorschriften:

„Spezielle Erschwernisse gab es bei Mischehen: Die Trauung war grundsätzlich durch den katholischen Pfarrer vorzunehmen, die Kinder katholischer Väter wurden automatisch katholisch, den Söhnen akatholischer Väter wurde die Wahl der Konfession freigestellt.“ … Ab 1850 gestattete der junge Kaiser Franz Joseph „immerhin die ‚Nachtrauung‘, also die nachträgliche Einsegnung der Ehe durch den evangelischen Pfarrer, sofern ihr eine Konsensannahme durch den katholischen Pfarrer voranging. Das Protestantenpatent vom 8. April 1861 stellte die Gleichberechtigung der Konfessionen endlich auf eine verfassungsrechtliche Grundlage, aber erst im Jahr 1868 wurden auch die Eheschließungen beider Konfessionen gleich behandelt.“ [1]

 

5.4.3. Beobachtungen bezüglich der Matrikenführung bzw. Besonderheiten

bei gemischt-konfessionellen Trauungen:

 

  • Religionsverschiedenheit galt als kirchliches Ehehindernis, sodass vor der Trauung die Dispens eingeholt werden musste.

Beispiel: Trauung am 15.1.1861 -

Friedrich Rudolf Schmöle, evang. AB (= „protestantisch AC“) ∞ Anna Katharina Schmittfull, kath.

Anmerkung wörtlich: „Dispens v. kirchlichen Ehehindernisse d. Religionsverschiedenheit“ [2]

  • In der Anmerkungsspalte wird (fallweise) ein Revers für die katholische Erziehung der Kinder festgehalten [2]:

Anmerkung wörtlich: „ Revers für die Kath. Erziehung v. Kindern“ 

  • Bei Eheschließungen zwischen einem katholischen und einem evangelischen Ehepartner wurde manchmal das Eheversprechen der Brautleute auch schriftlich vom Trauungspriester festgehalten.

Ein Beispiel:

Trauung am 2.2.1852 –

Karl Friedrich Adolf Ulrich, evang. AB ∞ Katharina Braunisch, kath.

Anmerkung wörtlich: „Diese Brautpersonen haben sich zu ehelichen erklärt coram me Don Ambrosio Münich, Parocho“ [3]

  • Es fällt auf, dass Personen mit evangelischer Konfession oft mindestens 2 Vornamen hatten, auch in Zeiten, wo das ansonsten nicht mehr üblich war,

z. B. Regina Elisabeth oder Karl Alexander.

Einige Vornamen waren besonders beliebt: Friedrich, Heinrich, Wilhelm,  Adolf, Konrad, August, Gustav, Christian, Gottlieb,

  • Ein Großteil der evangelischen Brautleute stammte aus dem Gebiet des heutigen Deutschland sowie aus Ungarn.
  • Eine Bevorzugung des katholischen Ehepartners wird aus den Kirchenbüchern nicht deutlich.

 

 

 

[1] Csendes / Opll 2001

Peter Csendes / Ferdinand Opll, Wien: Von 1790 bis zur Gegenwart (= Wien: Geschichte einer Stadt, Bd. 3), Böhlau Verlag Wien, 2001, S. 154 f.

online: https://books.google.at/books?id=vqEfmPCsBP0C&pg=PA154&lpg=PA154&dq=evangelisch+katholisch+Trauung +um+1850&source=bl&ots=d4myv3lO_r&sig=3ZhryJaqKB3Um1ytNn0ykMQYOmk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj0reLr86LZAhXFJ1AKHXowBYkQ6AEIfzAM#v=onepage&q=evangelisch%20katholisch%20Trauung%20um%201850&f=false (Zugriff:  16.3.2018)

 

[2] Trauung am 15.1.1861 –

Friedrich Rudolf Schmöle, evang. AB (= „protestantisch AC“) ∞ Anna Katharina Schmittfull, kath.

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-10, Fol. 78, Bild 03-Trauung_0080; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-10/?pg=83 (Zugriff: 15.3.2018)

 

[3] Trauung am 2.2.1852 –

Karl Friedrich Adolf Ulrich, evang. AB ∞ Katharina Braunisch, kath.

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-08, Fol. 253, Bild 03-Trauung_0259 

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-08/?pg=275 (Zugriff: 15.3.2018)

 

 

5.5. Unbekannte Motive

 

Es gibt im Zeitraum 1850 – 1870 aber auch Trauungen, bei denen man keine Erklärungen dafür findet, dass nicht am Wohnort der Braut geheiratet wurde.

 

Besonders in jenen 152 Fällen (5% aller Trauungen zwischen 1850 und 1870), wo beide Brautleute ihren Wohnsitz außerhalb des Pfarrgebietes von Mariahilf hatten, oft sogar im gleichen Ort bzw. in der gleichen Stadt, darf angenommen werden, dass es andere Gründe als die in den vorigen Kapiteln angeführten gegeben hat, nicht in der Wohnortpfarre/Heimatpfarre zu heiraten.

 

Denkbare Gründe: gespanntes Verhältnis zur Ortsgemeinschaft oder zu den Eltern bzw. der engeren Verwandtschaft, gespanntes Verhältnis zur Pfarre, Schwangerschaften …

 

Natürlich muss auch die Möglichkeit in Betracht gezogen werden, dass der angegebene Wohnort nicht (mehr) der Realität entsprach, dass man aber kein Wohnungszeugnis im Bereich der Pfarre Mariahilf vorweisen konnte.

 

 

6. ZUSAMMENFASSUNG

 

Es hat sich gezeigt, dass ein Großteil der Brautleute der Pfarre Mariahilf in den Jahren 1850 – 1870 nicht aus dem Bereich des heutigen Wien stammte. Es gab wesentlich mehr Zuwanderer, als aufgrund der Daten des Statistischen Amtes für das Jahr 1856 zu erwarten war, besonders bei den männlichen Brautleuten.

 

Es ist zwar anzunehmen, dass die meisten Ehepaare, die hier heirateten, auch in der Folge in Wien lebten. Dass die Mariahilfer Wohnadresse der Braut, die wichtig für den Nachweis der Pfarrzugehörigkeit war, über längere Zeit aktuell blieb, ist eher unwahrscheinlich.

 

Bei pfarrfremden Bräuten sind die Gründe für die Eheschließung in Mariahilf oft leicht aus den Matriken zu erkennen: Es gibt dann oft Zusammenhänge mit dem Heiratsalter, dem Familienstand, fallweise vielleicht mit der Konfession und dem Beruf des Bräutigams oder des Brautvaters. Es ist eher unwahrscheinlich, dass diese Kirche von den Adeligen als beliebte Heiratskirche betrachtet wurde. Nicht alle möglichen Ursachen dafür, dass pfarrfremde Personen hier getraut wurden, lassen sich allerdings durch diesen Artikel dokumentieren oder plausibel erklären, z. B. eventuelle Spannungen zwischen dem Brautpaar und den Eltern oder der Ortsgemeinschaft bzw. (möglicherweise bereits unübersehbare) Schwangerschaften.

 

Natürlich könnte eine Ausdehnung des untersuchten Zeitraumes weitere bzw. präzisere Erkenntnisse bringen. Allerdings ist eine derartige Untersuchung sehr zeitaufwendig.

 

Die in dieser Untersuchung erhobenen Zahlen und Fakten deuten darauf hin, dass Mariahilf in den Jahren 1850 bis 1870 nur in sehr beschränktem Ausmaß die Funktion einer Wallfahrts- und Zufluchtspfarre für Heiratswillige hatte.

Ein Vergleich mit einer anderen Pfarre könnte jedoch zeigen, ob bestimmte Ergebnisse pfarrspezifisch sind, nur auf die Pfarre Mariahilf zutreffen, oder ob sie auch für andere Pfarren gültig sind. Daher ist auch eine Untersuchung für die Pfarre Gumpendorf geplant.

 

Ziel dieses Artikels war es, Zahlen und Fakten zusammenzutragen, die jedenfalls für sich eine gewisse Aussagekraft haben und die für weitere Untersuchungen (auch anderer Forscher) hilfreich sein könnten.

 

In einer weiteren Arbeit, ebenfalls ausgehend von den Trauungsmatriken der Pfarre Mariahilf, ursprünglich als zweiter Abschnitt dieser kleinen Studie gedacht, wurde ein Teil des Pfarrbezirks näher untersucht.

Sie finden das kleine Bilderbuch auf meiner Homepage unter „Städte / Ortschaften / Siedlungen“.

Der Titel: „Magdalenengrund, auch Ratzenstadl genannt – ein Teil des Pfarrbezirks Mariahilf“

 

  

 

7. VERZEICHNIS DER ABKÜRZUNGEN UND SYMBOLE

 

 

 

Abb. = Abbildung

geb. = geboren(e)

get. = getauft

Fol. = Folio = auf der Seite

Frkr. = Frankreich

HV = Häuserverzeichnis

It. = Italien

J. = Jahr(e)

KB = Kirchenbuch

KNR = Konskriptionsnummer

Mh = Mariahilf

Pf. = Pfarre

pr. Schles. = preußisch Schlesien

russ. = russisch

S-Tirol = Südtirol

 

 

 

8. QUELLEN

 

8.1. Internet

 

MATRIKEN:

·         Matriken der Pfarre Mariahilf

           Matricula online, Österreich, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf;                                                                 

           online:  http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/ (Zugriff: 29.3.2018)

·         Trauung am 7.5.1849 – Johann Samm ∞ Sabina Weiß

Erzdiözese Wien, Pfarre 05., St. Florian (Matzleinsdorf), Trauungsbuch 02-17, Fol. 2, Bild 02-Trauung_0002;         

online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/05-st-florian-matzleinsdorf/02-17/?pg=4

(Zugriff: 15.3.2018)

·         Trauung am 15.1.1860 – Johann Wlk ∞ Katharina Filistein

Erzdiözese Wien, Pfarre 05., St. Florian (Matzleinsdorf), Trauungsbuch 02-19, Fol. 119, Bild 02-Trauung_0120;

online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/05-st-florian-matzleinsdorf/02-19/?pg=122

(Zugriff: 15.3.2018)

·         Trauung am 5. Mai 1861 – Pankraz Reh, Braunhirschengrund Nr. 154 ∞ Leopoldine Theresia Baumgartner, Sechshaus

   Nr. 41

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-10, Fol. 92, Bild 03-Trauung_0094;

online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-10/?pg=97 (Zugriff: 15.3.2018)

·         Trauung am 15.1.1861 – Friedrich Rudolf Schmöle, evang. AB (= „protestantisch AC“) ∞ Anna Katharina Schmittfull, kath.

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-10, Fol. 78, Bild 03-Trauung_0080;

online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-10/?pg=83 (Zugriff: 15.3.2018)

·         Trauung am 2.2.1852 – Karl Friedrich Adolf Ulrich, evang. AB ∞ Katharina Braunisch, kath.

Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-08, Fol. 253, Bild 03-Trauung_0259

online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/02-08/?pg=275 (Zugriff: 15.3.2018)

 

WIEN GESCHICHTE WIKI:

·         Gründerzeit; online: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php?title=Gr%C3%BCnderzeit (Zugriff: 14.3.2018)

 

WEITERE INTERNET-ADRESSEN:

·         Internetseite 1020-wien.at (eine private Internetplattform mit dem Ziel über Wien, Schwerpunkt 2. Bezirk Leopoldstadt,

zu informieren), „Bevölkerungsentwicklung in Wien“ / Rubrik Geschichte ;

online: http://www.1020-wien.at/demografie-wien.php  (Zugriff: 14.3.2018)

 

8.2. Sekundärliteratur

 

·        Csendes/Oppl 2001

Peter Csendes / Ferdinand Opll, Wien: Von 1790 bis zur Gegenwart (= Wien: Geschichte einer Stadt, Bd. 3), Böhlau Verlag Wien, 2001, S. 154 f.

online: https://books.google.at/books?id=vqEfmPCsBP0C&pg=PA154&lpg=PA154&dq=evangelisch+katholisch+Trauung +um+1850&source=bl&ots=d4myv3lO_r&sig=3ZhryJaqKB3Um1ytNn0ykMQYOmk&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwj0reLr86LZAhXFJ1AKHXowBYkQ6AEIfzAM#v=onepage&q=evangelisch%20katholisch%20Trauung%20um%201850&f=false (Zugriff:  16.3.2018)

 

·        Ehegesetze 1856

Praktisches Handbuch über das in Ehesachen der Katholiken zu beobachtende Verfahren, nach dem Ehegesetze vom 8. Oktober 1856, verfasst von Wilhelm Schöller und Fr. J. Schopf, Pest 1857, digitalisiert : ÖNB 9.6.2016, S. 104, § 100; online: https://books.google.at/books?id=E85oAAAAcAAJ&printsec=frontcover&hl=de&source=gbs_ge_summary_r&cad=0#v=onepage&q=%C2%A7%20100&f=false (Zugriff: 15.3.2018)

 

·        Gesetzessammlung 1831

Sammlung der Gesetze für das Erzherzogthum Oesterreich unter der Ens, Band 38, k.k. Hof- u. Staats-Aerarial-Dr., Wien 1831, S.  Digitalisat: ÖNB 13.4.2015; online: https://books.google.at/books?id=SLthAAAAcAAJ&pg=PA903&lpg=PA903&dq=Wohnungszeugnis+Trauung&source=bl&ots=-fgUtX120l&sig=8CMusUdr9sm9DlVVy7B3_3lNwLg&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiypsWW4-3ZAhVDJJoKHUmSB6kQ6AEIOTAD#v=onepage&q&f=false  S. 240 (Zugriff: 15.3.2018)

 

·        Statistisches Amt / Daten 1856

Statistisches Amt, Eine demographische Studie der Bevölkerungsentwicklung auf dem Gebiet des heutigen Wien, in: Statistische Mitteilungen der Stadt Wien (Heft 4/2000), zitiert nach:

https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20010618_OTS0047/die-wiener-bevoelkerung-in-den-letzten-jahrhunderten (Zugriff: 14.3.2018)

 

8.3. Abbildungsnachweis

 

Abb. 1. „Anreise des Brautpaares“ Symbolfoto

Abb. 2. Die Kirche Mariahilf, vom Esterhazy-Park aus gesehen – Foto Autor (2018)                                

Abb. 3. Die Kirche Mariahilf, von der Barnabitengasse aus gesehen Foto Autor (2018)