Die Besitzer des Hauses

Reindorfgasse 18

von 1789 bis 1954.

oder:

 

Das Haus, in dem Dr. Oskar Samek ein kleines

Karl-Kraus-Museum einrichtete

 

Ein Artikel von Günter Oppitz für die Homepage www.guenteroppitz.at 

 

                                        verfasst im November 2019

 

 

 

Abb. 1. Titelbild. Die unauffällige Fassade des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (9.5.2019)

 

 

 

IMPRESSUM 

 

Copyright © 2019 by Günter Oppitz, Wien

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INHALTSVERZEICHNIS

 

 

 

 

 

1. Einleitung

 

2. Die ehemaligen Vororte und ihre Entwicklung zum 15. Bezirk 

 

3. Besitzer des Hauses am heutigen Standort Reindorfgasse 18 zwischen 1789 und 1866

 

3.1. Erstbesitzer

 

3.2. Familie Seeböck

 

3.3. Familie Dadler

 

3.4. Familie Zwölfer

 

3.5. Familie Fischer

 

3.6. Familie Hornung

 

3.7. Familie Richter

 

4. Die Familie Neurath als Hauseigentümer

 

5. Die Familie Samek als Hauseigentümer

 

6. Reindorfgasse 18 – früheres und derzeitiges Gebäude

 

7. Zusammenfassung

 

8. Abkürzungen

 

9. Quellenverzeichnis

 

 

 

Kapitel 1. Einleitung

 

Wenn man vor dem Haus Reindorfgasse 18 steht, bemerkt man nichts, das darauf hinweist, dass hier eine verdienstvolle bzw. berühmte Persönlichkeit gelebt hat oder dass das Gebäude irgendwelche Geheimnisse oder Besonderheiten birgt. Die Fassade ist schlicht. Aber das Eingangstor lässt bereits erahnen, dass ein früherer Besitzer einen ausgeprägten Kunstgeschmack hatte.

 

 

 

Abb. 2. Eingangstor des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (9.5.2019)

 

 

Öffnet man das Tor, bieten sich viele erfreuliche Anblicke:  

 

 

Abb. 3. Stuckaturen im Flur des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

Fasst man das Eingangstor jedoch als Zutritt zur Vergangenheit auf, erwarten den Besucher nicht nur erfreuliche Perspektiven.

 

Wer waren die Besitzer dieses Hauses? Welche besonderen Vorkommnisse sind mit dem Gebäude verbunden?

 

Eine Bewohnerin dieses Hauses, Frau Gerlinde Kainz, hat sich viele Jahre lang mit der Geschichte des Hauses beschäftigt und es verstanden, bei anderen Personen (u. a. beim Autor) das Interesse für dieses Gebäude und die Menschen, die hier gelebt haben, zu wecken. Sie hat viele Informationen gesammelt und sie dankenswerterweise jenen zur Verfügung gestellt, die sich mit diesem Haus oder jenen Personen beschäftigen, die damit in Verbindung stehen. [1]

 

Dieses Gebäude war vor einigen Jahrzehnten Eigentum, aber auch Wohnhaus und Arbeitsstätte von Dr. Oskar Samek, dem Anwalt von Karl Kraus. Seine Vorfahren, die Familien Samek und Neurath, waren jahrzehntelang im Besitz dieses Hauses gewesen. Er selbst ist im Grundbuch ab 1926 als Miteigentümer, allerdings erst von 1932 bis 1941 offiziell als Alleineigentümer ausgewiesen [2] und errichtete in einem Raum dieses Hauses eine Gedenkstätte für Karl Kraus, die allerdings heute nicht mehr existiert.

 

Das Haus, in dem Dr. Oskar Samek dieses Karl-Kraus-Museum einrichtete, wurde 1905 erbaut, aber es schien interessant, sich auch mit dem Vorgängerbau zu beschäftigen. Immerhin lebten ja die Familien Neurath und Samek bereits in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts an diesem Standort.

 

An wen richtet sich dieser Artikel im Besonderen?

 

.) An alle, die sich mit den beiden Persönlichkeiten Dr. Oskar Samek und Karl Kraus beschäftigen.

Der Artikel ist nicht als abgeschlossene, selbständige Arbeit zu betrachten. Er dient dazu, einen kleinen Bereich innerhalb der Samek- bzw. der Karl-Kraus-Forschung abzudecken, genaue Recherchen zum Standort Reindorfgasse 18 zu dokumentieren und Erkenntnisse festzuhalten, die durch verlässliche Belege nachvollziehbar sind.

 

Ziel dieses Artikels ist es, einige Informationen über die Geschichte des jetzigen Hauses Reindorfgasse 18 und seines Vorgängerbaues an diesem Standort zusammenzutragen und möglichst lückenlos die Reihe der Besitzer von den Anfängen (um 1789) bis 1954 aufzulisten.

Vor allem sollte auch herausgefunden werden, welche Funktionen das frühere Haus gehabt hat.

 

.) An jene, die sich mit Menschen und Häusern in den früheren Vororten Wiens, vor allem aber mit der Geschichte des Bezirks Rudolfsheim-Fünfhaus beschäftigen.

Für den Autor war es eine Herausforderung, über die Geschichte eines Hauses in einem (früheren) Vorort zu schreiben: Für die Innere Stadt gibt es sehr viele bzw. relativ frühe Quellen, für die (ehemaligen) Vorstädte sind ebenfalls zahlreiche Häuserverzeichnisse und Karten leicht zugänglich, bei den Vororten (das sind heute die äußeren Bezirke) dagegen ist die Lage ziemlich triste.   

Es soll einerseits versucht werden, bestimmte Erkenntnisse herauszuarbeiten, die für die Sozialgeschichte eines (früheren) Vorortes von Bedeutung sein könnten, aber es sollen den Lokalforschern auch Hinweise auf Quellen (z. B. Karten) vermittelt werden, die für die Arbeit in den heutigen Außenbezirken hilfreich sein könnten.

 

.) An jene, die sich an dunkle bzw. schreckliche Zeiten erinnern lassen und sich sachlich über Schicksale einiger Menschen informieren lassen, die in Reindorf bzw. einem Außenbezirk lebten.

Ein besonderer Aspekt bei diesem Haus war, dass es ab 1866 jüdische Besitzer hatte. Der letzte Hauseigentümer der Familien Neurath und Samek, Dr. Oskar Samek, musste 1938 das Land verlassen. Er verlor sein Haus und versuchte möglichst viel vom literarischen und publizistischen Erbe Karl Kraus‘ zu retten. Da die Ergebnisse diesbezüglicher Recherchen den Rahmen der Arbeit sprengen würden, hat sich der Autor entschlossen, gewissermaßen als Fortsetzung dieses Artikels in einem Vergleich die Schicksale von drei jüdischen Emigranten ausführlicher zu behandeln. Aber auch in dieser Hausgeschichte werden bereits zahlreiche erschütternde Vorgänge und Fakten angedeutet (z. B. im Kapitel 5.1.b).

 

Für die Recherchen wurden vor allem die alten Grundbücher des Klosters Pulgarn (bzw. der Herrschaft Gumpendorf) sowie die Grundbücher der Herrschaft Braunhirschen herangezogen, die im WSTLA einsehbar sind, außerdem die historischen Grundbücher von Rudolfsheim im Bezirksgericht Fünfhaus, weiters die Häuserverzeichnisse, die über die Wienbibliothek online einsehbar sind, sowie das Lehmann-Adressbuch von Wien, ebenfalls über die Wienbibliothek online zugänglich (siehe Quellenverzeichnis).

 

Ein besonderes Anliegen ist es dem Autor, alle Fakten mit entsprechenden Belegen zu untermauern bzw. dort, wo die Primärquellen (Grundbücher, Häuserverzeichnisse, Kirchenbucheintragungen, Briefe etc.) nicht greifbar sind, die Unsicherheiten ausdrücklich zu kennzeichnen.

 

Mein besonderer Dank gilt Frau Gerlinde Kainz, ohne deren Initiativen und Vorarbeiten dieser Artikel überhaupt nicht entstanden wäre.

Ich möchte mich aber auch bei allen Institutionen sehr herzlich bedanken, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten oder durch ihre Online-Angebote diesen Aufsatz ermöglicht oder erleichtert haben. Das waren diesmal vor allem Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital und ViennaGIS, die Österreichische Nationalbibliothek mit den Möglichkeiten der ANNO-Suche, aber auch mit ihrem realen, nicht digitalisierten Buchbestand und einigen Werken aus dem ÖNB-Bildarchiv, weiters jene Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und Matricula / Icarus, sowie die Israelitische Kultusgemeinde, die allen Interessierten (u.a. über Digitalisate bestimmter Organisationen) die Einsicht in die Matriken ermöglicht.

 

 

Mein Dank gilt aber auch dem Wiener Stadt- und Landesarchiv und dem Bezirksgerich Fünfhaus für die Bereitstellung der Grundbücher und der Urkundenbücher.

Unschätzbare Hilfen boten auch die Datenbanken von Familia Austria (Sterbefälle in Wien) und von Genteam (neben katholischen Tauf- und Trauungsindizes sehr viele Hinweise auf jüdische Matriken). 

 

Wien, im November 2019                                                                          Günter Oppitz

 

 

[1] Frau Gerlinde Kainz hat dem Autor die ausdrückliche Genehmigung erteilt, ihren Namen an dieser Stelle zu nennen. 

[2] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 9, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

 

 

Kapitel 2. Die ehemaligen Vororte und ihre Entwicklung zum 15. Bezirk

 

2.1. Von den selbständigen Vororten Braunhirschen, Reindorf, Rustendorf, Fünfhaus und Sechshaus zum Bezirk Rudolfsheim-Fünfhaus [1][2]

 

 

Am Anfang des 18. Jahrhunderts gab es im Bereich des heutigen 15. Bezirks nur wenige Gebäude. Im Jahr 1706 standen hier lediglich 11 Häuser. Im Lauf der folgenden Jahrzehnte nahm die Häuserzahl rasch zu.

1771: 123 Häuser, 1830: 500 Häuser, 1880: 1300 Häuser

 

Wie kann man den Begriff „Vororte“ umschreiben?

 

Es handelte sich um Ansiedlungen außerhalb des 1704 errichteten Linienwalls (im Allgemeinen also außerhalb des heutigen Gürtels). Sie unterstanden bis 1848 verschiedenen Orts- und Grundherren und waren danach selbständige niederösterreichische Gemeinden (die von Bürgermeistern geleitet wurden). [3]

 

Die Vororte Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf  schlossen sich 1863 zur Großgemeinde Rudolfsheim zusammen, um die Probleme der Infrastruktur gemeinsam zu bewältigen.

 

1890/92 wurden die Vorortgemeinden Rudolfsheim und Sechshaus zusammengeschlossen und als 14. Bezirk Rudolfsheim in die Stadt Wien eingemeindet.

Ab 1938 bildete Rudolfsheim gemeinsam mit Fünfhaus den 15. Bezirk (damaliger Bezirksname: „Fünfhaus“), 1957 erhielt der 15. Bezirk die Bezeichnung „Rudolfsheim-Fünfhaus“. [2]

 

 

2.2. Weitere Informationen zum Vorort Reindorf [4]

 

 

1768, als die Grundherrschaft vom Stift Klosterneuburg an den Grafen Meraviglia verkauft wurde, gab es hier 55 Häuser. 1801 wurden von den 101 Häusern Reindorfs 67 zu Sechshaus eingemeindet.

 

Ein Teil der Häuser von Reindorf unterstand der Grundherrschaft Penzing (Kauf von Franz Xaver Freiherr von Mayr), einige Gebäude gehörten jedoch zur Herrschaft Braunhirschen (u. a. das Haus mit dem heutigen Standort Reindorfgasse 18).

 

2.3. Adressangaben und Nummernänderungen für den heutigen Standort Reindorfgasse 18

 

Bereits ab dem Ende des 18. Jh. wurde die heutige Reindorfgasse nach der 1786 – 1789 errichteten Reindorfer Kirche „Allerheiligste Dreifaltigkeit“ als „Kirchengasse“ bezeichnet.

 

Das Gebäude am heutigen Standort Reindorfg. hatte jedenfalls schon 1789 (bei der Eintragung des Michael Seeböck) die Konskriptionsnummer Reindorf 35. Der entsprechende Vermerk im Grundbuch Braunhirschen „Haus Nr. 35“ lässt vermuten, dass die Vergabe der Konskriptionsnummern in den Vororten Braunhirschen, Rustendorf und Reindorf möglicherweise sogar etwa gleichzeitig mit der 1. Nummerierung in der Inneren Stadt und in den Vorstädten ca. 1771 erfolgt sein könnte. [5]

 

1862/63 wurden in den Bezirken 1 - 9 statt der unübersichlichen KNR die Orientierungsnummern eingeführt. Die Vororte folgten dieser Maßnahme allmählich. 1869 weist Czapek im Vorwort seines HV darauf hin, dass der Wandel von den KNR zu den Orientierungsnummern in den meisten Vororten bereits vollzogen worden ist, so auch in Rudolfsheim. Er stellt die beiden Nummern nebeneinander: KNR Reindorf 35 = Rudolfsheim, Kirchengasse 18 (Reindorf) [6]

Allerdings dürfte sich die Verwendung der Orientierungsnummern nur allmählich durchgesetzt haben. Im Lehmann 1870 werden Bewohner desselben Hauses mit verschiedenen Nummern angegeben: Franz Hornung – Reindorf KNR 35, Samuel Neurath – Rudolfsheim, Kirchengasse 18.

 

1894 wurde die Kirchengasse zur Wahrung des Vorortnamens Reindorf in Reindorfgasse umbenannt. [4]

Das Haus hatte ab nun also die Orientierungsnummer Reindorfgasse 18.

 

 

 

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[1] Wien Geschichte Wiki: Rudolfsheim-Fünfhaus

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolfsheim-F%C3%BCnfhaus (Zugriff: 19.10.2019)

[2] Wien Geschichte Wiki: Rudolfsheim (Vorort)

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolfsheim_(Vorort) (Zugriff: 19.10.2019)

[3] Wien Geschichte Wiki: Vororte

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Vororte (Zugriff: 19.10.2019)

[4] Wien Geschichte Wiki: Reindorf

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Reindorf (Zugriff: 19.10.2019)

[5] Siehe Kapitel 3.2.1. / Abb. 4. Michael Seeböck als Besitzer des Hauses Reindorf 35 – Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[6] HV 1869 (Czapek)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/zoom/411412?zoom=3&lat=1839&lon=810&layers=B  (Zugriff: 19.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3. Besitzer des Hauses

 

am heutigen Standort Reindorfgasse 18

 

von 1789 bis 1866

 

 

 

Kapitel

Name

Zeitraum

 

 

 

3.1.

Erstbesitzer

? - 1789

 

 

 

3.2.

Familie Seeböck

1789 - 1803

 

 

 

3.3.

Familie Dadler

1803 - 1815

 

 

 

3.4.

Familie Zwölfer

1815 - 1835

 

 

 

3.5.

Familie Fischer

1835 - 1851

 

 

 

3.6.

Familie Hornung

1851 - 1865

 

 

 

3.7.

Familie Richter

1865 - 1866

 

 

 

 

 

Kapitel 3.1. Erstbesitzer

 

Der Erstbesitzer bzw. „Bauherr“ des ältesten Gebäudes am Standort Reindorfgasse 18 konnte (noch) nicht ausfindig gemacht werden. Es wurden bereits verschiedene in Frage kommende Grundbücher durchgesehen, aber bisher konnte das entsprechende Gewährbuch nicht gefunden werden – jenes von der Herrschaft Braunhirschen fehlt leider.

 

 

 

 

Kapitel 3.2. Familie Seeböck

 

 

3.2.1. Eintragung im Dienstbuch des Grundbuches Braunhirschen: [1]

 

 

Abb. 4. Michael Seeböck als Besitzer des Hauses Reindorf 35 –

Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs [1] 

 

 

Die Eintragung im Dienstbuch des GB Braunhirschen lautet folgendermaßen: [1]

 

Mitte:

Fol. 283

Ein Haus und Hofstatt

Nr. 35 Reindorf

Besitzer: 

Michael Seeböck allein vermög Kaufkontrakt ddo. (= dato) 16ten August 1789 und Aufsandung de eodem Dato

links:

Zehend-Obrigkeit

Haus Nr. 35

Besitzst(and) H(au)ptb(uch) pag.

Bau(parzelle) Nr. 167

Grundp(arzelle) Nr. 169

Gewöhrbuch (= Gewährbuch): Lit.(= Buchstabe) / Fol. (= Blatt) A./267 //Tax / Gulden: 270

rechts:

Dienstgebühr jährlich zu Michaeli: zwey Gulden

Robbatgeld, solang wie Herrschaft solches nicht erhöhet, oder in natura zu verrichten verlanget: zwölf Gulden

 

 

Weitere Einzelheiten über den Besitzer könnte man eventuell aus dem Gewährbuch zum Grundbuch Braunhirschen erfahren, das aber derzeit (November 2019) als verschollen gilt.

 

 

3.2.2. Biografisches

 

Wer war Michael Seeböck?

 

Es gab in Braunhirschen einen Johann Michael Seeböck, der im Jahr 1773 mit seiner Frau Antonia ein „dienstbahres backhauß und garten“ zwischen dem Haus des Freiherrn von Fischer und der Straße neben dem Wirtshaus „Zum braunen Hirschen“ – ca 300 m von Reindorf 35 entfernt – kaufte. Auf die Funktion als Backhaus weist auch der Zusatz bei der Gewähr für Michael und Antonia Seeböck hin:

Sie wurden im Gewährbuch dazu verpflichtet, die „gemeinden und Inwohner und Erbauten Häusern welche unter die Herrschaft gumpendorf ausser der Linie gehören, mit genugsamen in den gewicht und in der qualitaet gut beschaffenen Brod zu allen Zeiten zu versehen“ und den auf der „Viehweyd bey dem würthshaus“ errichteten Brotladen zu beliefern. [2]

 

Das Backhaus, ursprünglich im Besitz der Gräfin Anna Maria Reichsgräfin von Meraviglia geb. Mollard, wurde von ihr am 6. April 1773 lt. Kontrakt an Johann Michael Seeböck und seine Frau Antonia verkauft. [2]

 

Dieses Backhaus und das Gasthaus „Zum braunen Hirschen“, anfangs noch mit der Bezeichnung „Zum hellen Brunnen“, dem es angeschlossen war, wurden lt. dem Geografen und Historiker Ernst Spiesberger im Jahr 1754 erbaut.  Die Gebäude hatten, wie man seinen kartografischen Studien entnehmen kann, im Jahr 1904 die Standorte Schwendergasse 37 und 39, standen also im Bereich der Dreihausgasse. [3]

 

Dementsprechend könnte es sich bei dem ersten bekannten Besitzer des Hauses Reindorf 35, dem oben genannten Michael Seeböck, um einen Bäcker gehandelt haben.

Ob der Besitzer des Backhauses und der Besitzer des Hauses in der Kirchengasse (heute Reindorfgasse) identisch waren, konnte nicht mit Sicherheit ermittelt werden.

 

Von einem Bäckermeister Johann Michael Seeböck (Sebek) konnten einige Eintragungen in den Kirchenbüchern von Penzing bzw. Gumpendorf gefunden werden. Darin gibt es aber keine Hinweise auf das Haus in der Kirchengasse (Reindorfgasse).

 

.) Taufe von Johann Michael Seeböck 1731 [4]

.) Taufe von Magdalena Antonia Seebeck 1768 [5]

.) Taufe von Joseph Michael Seebeck 1769 [6]

.) Taufe von Alois Johann Seeböck 1770 [7]

.) Taufe von Johann Nepomuk Petrus Seebeck 1771 [8]

.) Taufe der Maria Theresia Elisabeth Seebäck 1772 [9]

.) Taufe der Magdalena Seböckh 1775 [10]

.) Sterbeeintragung für Magdalena Sehbök, 1 Jahr,  1776 [11]

.) Taufe des Johann Michael Joseph Seebäck 1776 [11]

.) Taufe der Magdalena Seebeck 1777 [12]

.) Sterbeeintragung für Magdalena Sebök 1778 [13]

.) Taufe der Katharina Seböck 1778 [14]

.) Sterbeeintragung der Katharina Seböck 1779 [15]

 

Alle Kinder und auch der Vater Johann Michael Seeböck wurden in der Pfarre Penzing getauft, die beiden Sterbeeintragungen jedoch stammen aus der Pfarre Gumpendorf und weisen eine andere Adresse auf als die Taufen: In der Rein Nr. 47.

Der Familienname begegnet in den unterschiedlichsten Schreibungen. Der Vater wird immer als Bäckermeister bezeichnet. Als Mutter wird immer Antonia angegeben, lediglich 1777 (vermutlich irrtümlich) Josepha.

 

Bei den Taufen dagegen wird angegeben: „Dreihäusln Nr. 9“, im Jahr 1778: „Dreihäusln Nr. 9“ (gemeint ist offenbar die Gegend der Dreihausgasse). Diese Adressangabe passt ausgezeichnet zur Lokalisierung des Gasthauses „Zum braunen Hirschen“ und des Backhauses in der Dreihausgasse an der Kreuzung mit der Schwendergasse (früher: Marktgasse).

 

Einige Male werden als Taufpaten Joseph und Magdalena Herzog, Wirt / Wirtin „bei den 3 Häusln“, angegeben.

Die Familie Herzog war laut Hahn 1853 [16] von 1767 – 1771 im Besitz des Gasthauses „Zum braunen Hirschen“, dem Kern der Herrschaft Braunhirschen:

1767 – Kauf um 6.300 Gulden durch Georg Herzog und seine Frau Theresia

1771 – Verkauf um 7.300 Gulden an Frau Anna Gräfin von Meraviglia, geborene Gräfin von Mollard

 

 

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[1] Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, aus dem Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] Grundbuch Kloster Pulgarn, B 140 – Grundbuch 9 – Gewährbuch B, Fol. 75 verso, aus dem Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[3] Spiesberger 1964, S. 6

[4] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-02, Fol. 11, 03-Taufe_0012

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-02/?pg=19 (Zugriff: 19.10.2019)

12.10.1731

[5] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 113, 03-Taufe_0112

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=117 (Zugriff: 19.10.2019)

21.2.1768

[6] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 136, 03-Taufe_0135

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=140 (Zugriff: 19.10.2019)

1.10.1769

[7] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 147, 03-Taufe_0146

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=151 (Zugriff: 19.10.2019)

21.6.1770

[8] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 163, 03-Taufe_0162

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=167 (Zugriff: 19.10.2019)

29.4.1771

[9] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 183, 03-Taufe_0182

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=187 (Zugriff: 19.10.2019)

1.10.1772

[10] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 212, 03-Taufe_0213

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=218 (Zugriff: 19.10.2019)

3.4.1775

[11] Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Sterbebuch 03-07, Fol. 126., 03-Tod_0251

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/03-07/?pg=254 (Zugriff: 19.10.2019)

7.4.1776

[11] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 225, 03-Taufe_0226

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=231 (Zugriff: 19.10.2019)

14.8.1776

[12] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 236, 03-Taufe_0237

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=242 (Zugriff: 19.10.2019)

10.10.1777

[13] Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Sterbebuch 03-07, Fol. 168, 03-Tod_0335

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/03-07/?pg=338 (Zugriff: 19.10.2019)

23.8.1778

[14] Erzdiözese Wien, Pfarre 14., Penzing, Taufbuch 01-03, Fol. 254, 03-Taufe_0255

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/14-penzing/01-03/?pg=260 (Zugriff: 19.10.2019)

12.10.1778

[15] Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Sterbebuch 03-07, Fol. 190 v., 03-Tod_0380

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/03-07/?pg=383 (Zugriff: 19.10.2019)

3.9.1779

[16] Hahn, 1853, S. 1

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/372672 (Zugriff: 19.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3.3. Familie Dadler

 

3.3.1. Eintragung im Dienstbuch des Grundbuches Braunhirschen: [1]

 

Herr Wenzl Franz v. D‘Adler allein vermög eingelegter Original Aufsandung ddo 2ten Jänner 1803

 

Es gibt hier einen Hinweis auf das Gewährbuch A / Fol. 281 bzw. auf die Tax-Summe von 540 Gulden.

 

 

Laut dieser Eintragung im Dienstbuch war das Haus Reindorf 35 (später Kirchengasse bzw. Reindorfgasse 18) von 1803 bis 1815 in seinem Besitz.

 

3.3.2. Grunderwerb durch Wenzel Franz Dadler (1760 – 1835):

 

Franz Wenzel Dadler (auch D'Adler oder Tadler geschrieben) war ursprünglich Gutsverwalter, 1799 kaufte er die Herrschaft Braunhirschen aus der Konkursmasse von Anna Gräfin Meraviglia und vergrößerte sie danach durch Zukauf. Beruflich war er als Tuchfabrikant und Pottascheerzeuger nun selbständig. [2]

 

Ob Wenzel Franz Dadler Gutsverwalter bei der Gräfin Maria Anna Meraviglia war, wie in manchen Quellen zu lesen ist, konnte nicht verifiziert werden. Bei der Trauung im Jahr 1791 wird er zwar als „herrschaftlicher Verwalter“ [6] und bei der Taufe der Tochter Josepha Rosalia, geb. 1791, als „Rechnungsrevident bei Fürst Schwarzenberg“ [7] bezeichnet, aus den Eintragungen vor 1799 ist jedoch kein Zusammenhang mit der Gräfin Meraviglia erkennbar, sodass ein diesbezüglicher Irrtum nicht auszuschließen ist.

 

Etwas genauer wird der Herrschafts- und Grundstückserwerb im Buch von Michael Hahn beschrieben:

„Herr Wenzel Franz Dadler erkaufte in Folge Licitationsprotokolles des k. k. n. ö. Landrechtes vom 14. September 1799 aus der gräflichen Meraviglia’schen Concursmasse den Braunhirschengrund Einl. Nr. 410. Ferner wurde von ihm laut, mit dem Metropolitan=Kapitel in Wien, als Verkäufer, am 26. Juli 1800 abgeschlossenen Kaufkontraktes, die Grundherrlichkeit über die außer der Mariahilfer=Linie in Reindorf, Braunhirschengrund und hangenden Lüssen liegenden Häuser und Gründe (jetzige Kirchengasse am Braunhirschengrunde, von der Schönbrunner Hauptstraße an, die Häuser links und rechts, bis zur Kirche, dann in der Kirchengasse, weiter die Häuser links zu Reindorf bis zur Sechshauser Hauptstraße, endlich die Häuser und Gründe zwischen der Schwanen= und Josefigasse zu Fünfhaus) […] erkauft.“ [3]

 

Demnach wurde durch Dadler der Besitz des Braunhirschengrundes ab dem Jahr 1800 noch erweitert, indem er u.a. in Reindorf Gründe und Häuser erwarb – von der heutigen Mariahilfer Straße (damals Schönbrunner Hauptstraße) kommend die Häuser in der heutigen Reindorfgasse (früher Kirchengasse) links und rechts bis zur Kirche, dann aber bis zur Sechshauser Hauptstraße auf der linken Seite.

 

3.3.3. Veranschaulichung des Grunderwerbs und der Parzellierungen von Wenzel Franz Dadler durch den aktuellen Stadtplan und durch den Franziszeischen Kataster 1819

 

a) aktueller Stadtplan:

Der aktuelle Stadtplan zeigt den Bereich des früheren Braunhirschengrundes und des früheren Vororts Reindorf, südlich aber auch Teile des ehemaligen Vorortes Sechshaus, nordwestlich Teile des Vorortes Rustendorf:

 

Abb. 5. Aktueller Stadtplan von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ (Zugriff: 6.10.2019)

Bereich zwischen Anschützgasse und Arnsteingasse bzw. zwischen Mariahilfer Straße und Sechshauser Straße 

 

Beschreibung:

Die aktuelle Karte verdeutlicht, dass also das Haus mit der aktuellen Orientierungsnummer Reindorfgasse 18 (früher Kirchengasse) auf der linken Seite lag, wenn man von der Mariahilfer Straße (früher Schönbrunner Hauptstraße oder Post-Straße) Richtung Sechshauser Straße ging. Die Kirche befand / befindet sich an der Ecke der heutigen Reindorfgasse / Oelweingasse. (Siehe auch Karte b)

 

 

b) Habsburgermonarchie - Franziszeischer Kataster 1819:

 

Abb. 6. Habsburgermonarchie - Franziszeischer Kataster 1819:

Im Zentrum der Bereich zwischen Dreihausgasse (D) und Reindorfgasse (R); zentral der schlossartige Werdenburger Hof mit dem Park

 

https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1816976.985522311%2C6138320.194471269%2C1818397.639352705%2C6138738.209469703

(Zugriff: 19.10.2019)

 

Beschreibung:

Im Zentrum des Kartenausschnitts liegt der Braunhirschengrund mit dem Schloss und den weitläufigen Parkanlagen. Im weiten Bereich zwischen Braunhirschengasse (blaues B) und heutiger Reindorfgasse (frühere Kirchengasse, blaues R) gab es noch keine Gassen.

Etwas weiter westlich verlief bereits die heutige Dreihausgasse (blaues D), benannt nach den namensgebenden „Drei Häusln“, die es anfangs hier gab. Auf der Karte ist nördlich mit Nr. 85 der alte Herrensitz (ursprünglich „Schloss Plankenau“ bzw. „Werdenburger Hof“ genannt) eingezeichnet.

Das blaue Kreuz (x) markiert den Standort des heutigen Hauses Reindorfg.18 – damals (1819) KNR 167.

 

3.3.4. Der Braunhirschengrund

 

1696 hatte Josef Christoph von Plankenau (Planquenau) einen Herrschaftssitz errichtet, ein schlossartiges Landhaus mit Nebengebäuden und ausgedehntem Park, der sich von der heutigen Schwendergasse Richtung Süden zwischen Dadlergasse und Braunhirschengasse erstreckte. [4]

 

Durch den Kauf der Herrschaft im Jahr 1799 und die darauffolgende Parzellierung begründete Dadler den Ort Braunhirschen. In diesem Bereich entstanden zwei neue Gassen, die Dadlergasse und die Fischergasse (heute Grimmgasse). Das Schloss selbst wurde von Dadler erst in seinem Sterbejahr 1835 erworben. Der Neubau wurde durch seinen Erben Karl Dadler vollendet. [4]

Durch Grunderwerb auch außerhalb des Bereichs von Braunhirschen (z.B. Reindorf 35 im Jahr 1803 / heute Reindorfgasse 18) förderte er aber insgesamt die Bau- und Renovierungstätigkeit im Bereich zwischen dem heutigen Schwendermarkt und der Sechshauser Straße. [vgl. 4]

 

Wenzel Franz Dadler verlor seine Frau durch einen Unfall sehr früh (siehe unter Biografisches / Sterbeeintragung von Juliana Dadler). Ca. 35 Jahre verbrachte Wenzel Dadler allein bzw. mit seinen Kindern und widmete sich möglicherweise besonders deshalb den verschiedenen Herrschafts-, Haus- und Grundstücksangelegenheiten.

 

 

3.3.5. Biografisches zur Familie Dadler:

 

.) Geburts- bzw. Taufeintragung für Wenzel Tadler in Olmütz – St. Mořic: [5]

30.9.1761/ Vater: Joseph Tadler, Gastwürth / Mutter: Barbara / Kind: Wenceslaus Hieronymus / Taufpaten: Joseph Frost, bürgerlicher Rauchfangkehrer, Maria Anna Weichmann

Der Vater hieß also Joseph Tadler, die Mutter hieß Barbara, der erste Vorname des Kindes ist Wenceslaus – das sind Übereinstimmungen mit der Trauungseintragung. Eine gewisse Unsicherheit gibt es insofern, als der 2. Vorname des Getauften mit „Hieronymus“ angegeben ist, bei der Trauung steht „Franz“.

 

.) Trauungseintragung von Wenzel Franz Tadler und Juliana Kling 1791 in der Pfarre Schottenfeld: [6]

BRÄUTIGAM: Wenzel Franz Tadler, ledig, herrschaftlicher Verwalter, gebürtig von Olmütz in Mähren

Vater: Joseph Tadler, Hausinhaber, verstorben / Mutter: Barbara geb. Zuck, am Leben

Adresse: Gumpendorf Nr. 1 / 28 Jahre, ledig

 

BRAUT: Juliana Kling, ledig, gebürtig von Oberneustift

Vater: Johann Kling, Hausinhaber, verstorben / Mutter: Rosalia geb. Bammer, am Leben

Adresse: im Schottenfeld zur Alster Nr. 176 / 22 Jahre, ledig

 

KINDER:

 

.) Taufeintragung von Josepha Rosalia Dadler [7]

Josepha Rosalia, geb. 22.12.1791 in Reindorf Nr. 84 / Beruf des Vaters: Rechnungsrevident bei Fürst Schwarzenberg

.) Taufeintragung von Theresia Dadler [8]

Theresia, geb. 26.4.1794 in Reindorf Nr. 12 / Beruf des Vaters: Tuchfabrikant

.) Taufeintragung von Karl Franz Dadler [9]

Karl Franz, geb. 26.10.1795 in Reindorf Nr. 13 / Beruf des Vaters: Hausinhaber

 

.) Sterbeeintragung von Juliana Dadler in der Pfarre Reindorf: [10]

3.12.1799 abends 10 Uhr, Reindorf Nr. 13

Verstorbene: Frau Juliana, Ehegattin des Herr Wenzl v. Tadler, Herr der Herrschaft Braunhirschengrund

Alter: 30 Jahre

Todesursache: „an den folgen einer Hirnschedl Verlezung nach einen Sturz aus den Wagen“

begraben: 5.12.1799

.) Sterbeeintragung von Wenzel Franz Dadler: [11]

Am 14. Juli 1835 starb in Reindorf 44 Wenzl Franz Dadler, Besitzer der Herrschaft Braunhirschen, 75 Jahre alt, an Harnblasenbrand. Er wurde versehen. Das Begräbnis fand am 17. Juli statt.

 

Ein Dokument vom 24. Februar 1838 bezüglich des Braunhirschengutes gibt Einblick in die weitere Familiengeschichte: [12]

Ein Drittel wurde Frau Josefa Angelis geb. Dadler zugesprochen, das war die 1791 geborene Josefa Rosalia,

ein Drittel erhielten die Minderjährigen Karl, Anna und Josef Dadler, Kinder des 1795 geborenen Karl Franz,

ein Drittel bekamen die minderjährigen Karoline, Heinrich und Eduard Fischer, Kinder der 1794 geborenen Theresia Fischer geb. Dadler

 

******************************************************************

[1] GB Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] Wien Geschichte Wiki: Franz Wenzel Dadler

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Franz_Wenzel_Dadler (Zugriff: 6. 10.2019)

[3] Hahn, S. 2

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/372688?zoom=1&lat=1169.91362&lon=724.5&layers=B / Aufnahme 13

(Zugriff: 6.10.2019)

[4] Wien Geschichte Wiki: Braunhirschengrund (Vorort)

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Braunhirschengrund_(Vorort) (Zugriff: 6.10.2019)

[5] Landesarchiv Opava / Archiv Olomouc : Pf. Olmütz – St. Mořic / N • inv. č. 5587 • sig. O III 5 • 1760 - 1771 • Olomouc - vnitřní město, Lazce, Řepčín, Neředín, Povel, Novosady, …

Fol. 111, Scan Nr. 60 / 30.9.1761 

http://digi.archives.cz/da/permalink?xid=be97ef0c-f13c-102f-8255-0050568c0263&scan=60#scan60 (Zugriff: 19.10.2019)

[6] Erzdiözese Wien, Pfarre 07., Schottenfeld, Trauungsbuch 02-001, Fol. 245, 02-Trauung_0246, 8.2.1791

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/07-schottenfeld/02-001/?pg=248 (Zugriff: 19.10.2019)

[7] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-01, Fol. 032, 02-Taufe-0032

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-01/?pg=34 (Zugriff: 19.10.2019)

[8] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-01, Fol. 080, 02-Taufe-0080

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-01/?pg=82 (Zugriff: 19.10.2019)

[9] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-01, Fol. 112, 02-Taufe-0112

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-01/?pg=114 (Zugriff: 19.10.2019)

[10] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Sterbebuch 03-01, Fol. 138, 03-Tod_0146, 3.12.1799

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/03-01/?pg=148 (Zugriff: 19.10.2019)

[11] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Sterbebuch 03-04, Fol. 72, 02-Tod_0072

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/03-04/?pg=74 (Zugriff: 19.10.2019)

[12] Hahn 1853, S. 1

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/372687?zoom=2&lat=158.856&lon=705.224&layers=B / Aufnahme 12

(Zugriff: 19.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3.4. Familie Zwölfer

 

3.4.1.Grundbuch-Eintragung: [1]

 

Die Eintragung im Dienstbuch des GB Braunhirschen lautet folgendermaßen:

 

Heinrich Zwölfer und Ernestine uxor zugleich laut Kaufcontract dto 12. September 1815

und Aufsandung dto 15 Sept(em)b(e)r 1815

 

Es wird auf das Gewährbuch B / Fol. 313 hingewiesen und eine Summe von 1500 Gulden genannt.

 

 

 

3.4.2. Berufe von Heinrich Zwölfer: Architekt, Baumeister, Hausinhaber

 

In der Trauungseintragung von 1808 wird er als Architekt bezeichnet, bei den Taufen der Kinder als Hausinhaber und Baumeister, später als behauster Baumeister, in seiner Sterbeeintragung als Baumeister und Bräuhausinhaber.

 

Im Jahr 1828 war Heinrich Zwölfer Besitzer folgender Häuser: [2][3]

 

.) Gaudenzdorf/Unter-Meidling 134 (in der Storchengasse), Herrschaft Stift Klosterneuburg, heute 12., Meidling

.) Gaudenzdorf/Unter-Meidling 135 (in der Storchengasse), Herrschaft Stift Klosterneuburg, heute 12., Meidling

.) Gaudenzdorf/Unter-Meidling 136 (in der Storchengasse), Herrschaft Stift Klosterneuburg, heute 12., Meidling

.) Reindorf Nr. 35 (in der Kirchengasse), Herrschaft Braunhirschen, heute 15., Rudolfsheim-Fünfhaus, Pfarre Reindorf

.) Reindorf Nr. 24 (in der Kirchengasse), Herrschaft Braunhirschen, heute 15., Rudolfsheim-Fünfhaus, Pfarre Reindorf

.) Fünfhaus Nr. 50 (Josephigasse), heute 15., Rudolfsheim-Fünfhaus, Herrschaft St. Michael, Pfarre Reindorf

.) Fünfhaus Nr. 40 (an der Hauptstraße nach Schönbrunn), ehemaliger Karmeliterhof, Herrschaft Stift Schotten, heute 15., Rudolfsheim-Fünfhaus, Pfarre Reindorf

 

 

3.4.3. Exkurs: Das Fünfhauser Bräuhaus

.) Im Bereich, der heute von Sperrgasse, Viktoriagasse, Friedrichsplatz, Staglgasse und Mariahilfer Straße umgrenzt wird, gab es um 1700 eine Ziegelei und den Meierhof des Wilhelm Franz von Nentwich. Später waren die  Karmeliter auf der Laimgrube hier die Grundbesitzer. Als der Orden 1783 aufgehoben wurde, wurde das Areal parzelliert und neu verbaut.

.) In einem Bereich, der bis zur heutigen Würffelgasse reichte, befand sich danach die Gewehrfabrik des Nikolaus Christoph Oesterlein. [4] Der ehemalige Nentwichhof bzw. Karmeliterhof wurde von der Familie Oesterlein als Wohngebäude genutzt. [17]

.) Nikolaus Christoph Oesterlein ließ an der Stelle des Ostflügels des früheren Nentwichhofes bzw. eines Ackers , der bis zur heutigen Zwölfergasse reichte, um 1790 ein Brauhaus („Fünfhauser Brauhaus“) errichten (früher Gasgasse 4-6, heute Gasgasse 6) [4]

 

 

In einer Skizze nach dem Franziszeischen Katasterplan 1819 hat Ernst Spiesberger markante Gebäude und Gassen  mit Zahlen bzw. Buchstaben versehen, sodass man sich auch ohne Konskriptionsnummern und Orientierungsnummern hervorragend orientieren kann. Das rote X stammt vom Autor.

 

 

Abb. 7a. Skizze nach dem Franziszeischen Katasterplan 1819 von Ernst Spiesberger [17]

 

Erläuterungen nach Spiesberger (von links unten nach rechts oben):

 

X (links unten): Position von Reindorfgasse 18

4: Reindorfkirche

h: Reindorfgasse

20: Arnsteinschloss

c: Talgasse

3: Oesterlein’sche Gewehrfabrik

a: Sperrgasse

2: ehemaliger Carmeliterhof, z. Z. Oesterlein’sches Wohngebäude

b: Zwölfergasse

 

 

Das Bräuhaus als Gebäude

 

Auf einer Karte im „Wegweiser“ von Anton Ziegler aus dem Jahr 1837 ist das Bräuhaus in Fünfhaus mit der Konskriptionsnummer 40 eingezeichnet.

 

Abb. 7. Das Fünfhauser Bräuhaus auf einer Karte von Anton Ziegler aus dem Jahr 1837. [5a]

Die Karte ist in diesem Artikel im Vergleich zu Zieglers Häuserverzeichnis um 180° gedreht.

 

 

Ein Ausschnitt aus einer Bezirkskarte von Fünfhaus aus dem Jahr 1868 zeigt eindrucksvoll, dass der Bereich zwischen Mariahilfer Straße und Gasgasse im Bereich zwischen Zwölfergasse und Rosinagasse noch immer nicht verbaut war und dass auch zwischen dem Nachbarhaus des Bräuhauses und der Lichtgasse viel Platz für einen riesigen Gastgarten vorhanden war.

 

Abb. 8. Orientierungs-Schema der Gemeinde Fünfhaus von 1868. [5b]

Bereich des alten Bräuhauses.

Die Karte ist in diesem Artikel im Vergleich zur Karte der Gemeinde Fünfhaus um 90° gedreht.

 

Abb. 9. Aktueller Stadtplan (2019). [5c] Bereich des alten Bräuhauses.

 

Hier ist als ehemaliger Standort Gasgasse 6 angegeben. Das Nachbargebäude (Gasgasse 8 – 10) beherbergt heute das Magistratische Bezirksamt und das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus. Dieses riesige Gebäude entspricht in der Größe einem ganzen Häuserblock. Als öffentliches Grünland zwischen Gasgasse und Lichtgasse bleibt nur mehr der relativ kleine Bereich des Friedrichsplatzes.

 

Das Gebäude des Bräuhauses bzw. das, was davon übrig war, hatte im 20. Jahrhundert die Adresse Gasgasse 4 – 6 und war im Jahr 1957 bereits in einem ziemlich unansehnlichen Zustand:

 

Abb. 10. Wien 15, Gasgasse 6. Ehemalige Fünfhauser Brauerei: Ansicht von rechts über Eck.

Autor Markl, Johann, Datierung: 19.05.1957, Inventarnummer: 162.728A(B), Bildnachweis: ÖNB / Markl

http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=1916533 (Zugriff: 6.10.2019)

 

 

Heute hat der Standort die Orientierungsnummer Gasgasse 6.

 

Abb. 11. Das heutige Gebäude in der Gasgasse 6 / Ecke Zwölfergasse 5 am Standort des ehemaligen Fünfhauser Bräuhauses.

Foto: Günter Oppitz (27.9.2019)

 

1884 entstand neben dem Brauhaus das Amtshaus (Gasgasse 8-10 / Rosinagasse 4), in dem seit 1972 das Bezirksmuseum Rudolfsheim-Fünfhaus untergebracht ist. [4]

 

Dieses Gebäude ist links im Hintergrund teilweise zu sehen, auf dem aktuellen Foto leider eingerüstet.

 

3.4.4. Biografisches

 

Nach den Angaben von Siegfried Loewy stammte die Familie Zwölfer  aus der Pfalz und besaß in der heutigen Kandlgasse im 7. Bezirk ein Wirtshaus im Haus „Bei der Uhr“. Der Gasthausinhaber hieß Heinrich Zwölfer. [6]

 

Nach einer anderen Quelle, dem Trauungsbuch der Pfarre Schottenfeld, hieß der Vater des ca. 1778 geborenen Heinrich Emanuel Zwölfer "Joseph" und war „Gratteltrager“. [7]

 

.)Trauung Heinrich Emanuel Zwölfer – Ernestine Matzenauer, 1808 [7]

21.11.1808

Bräutigam: Heinrich Emanuel Zwölfer, Architekt, geb. in Wien, des Josef Zwölfer, eines Gratteltragers, lebend, und Rosalia geb. Klaushofer (?), selig, ehelicher Sohn

Adresse: Am Schottenfeld Nr. 347

30 Jahre, ledig

 

Braut: Ernestine Matzenauer, geb. zu Nußdorf, V.O.W.W.(?), des Josef Matzenauer, Weinessigfabrikanten, und Theresia geb. Satory bey(der) selig, eheliche Tochter

Adresse: Altlerchenfeld Nr. 14

24 Jahre, ledig

Trauzeugen: Ignaz Stubenberger, Wirt in Weinhaus Nr. 19

Kaspar Seifert, Bierwirt in Schottenfeld Nr. 208

Anmerkung: Gehört ins alte Lerchenfeld

 

 

KINDER:

.) Zwölfer Ernestine Josefa, 1.9.1812, Braunhirschen 21, V. Heinrich Zwölfer, Hausinhaber und Baumeister, M: Ernestine Matzenauer [8]

 

.) Zwölfer Josef Wilhelm, Braunhirschen 21, 17.8.1813, V. Baumeister [9]

Josef Wilhelm Zwölfer scheint u.a. bei der Taufe seines Sohnes Heinrich im Jahr 1846 in der Pfarre Wien 05., St. Florian (Matzleinsdorf) als Baumeister auf.

 

.) Zwölfer Elisabeth, 12.7.1814, Braunhirschen 21, V. behauster Baumeister [10]

 

.) Zwölfer Anton, 11.6.1816, Braunhirschen 22, V. behauster Baumeister [11]

 

.) Zwölfer Henriette, 12.7.1817, Reindorf Nr. 35, V. behauster Baumeister [12]

 

.) Zwölfer Juliane, 24.12.1818, Reindorf Nr. 33, V. behauster Baumeister [13]

 

.) Zwölfer Heinrich, Reindorf 35, 6.1.1822, V. behauster Baumeister  [14]

Bei seiner Trauung mit Leopoldine Fest im Jahr 1845 in der Pfarre Alt-Ottakring war der 23-jährige Bräutigam Heinrich Zwölfer (jun.) Steinmetzmeister und wohnte in Fünfhaus Nr. 171: [15]

 

 

.) Sterbeeintragung von Heinrich Zwölfer in der Pfarre Reindorf 1836: [16]

9.12.1836

Adresse: Fünfhaus Nr. 40

Verstorbener: Heinrich Zwölfer, Baumeister und Bräuhausinhaber, 59 Jahre

Todesursache: An der allgemeinen Wassersucht

Begraben: 11.12.1836

Anmerkung: wurde versehen

 

 

Zusammenfassung:

Heinrich Zwölfer war jedenfalls nicht nur Hausbesitzer von Reindorf Nr. 35 in den Jahren 1815 bis 1835, sondern wohnte auch in diesem Haus – mindestens von 1817 bis 1822.

Am Ende seines Lebens jedoch, im Sterbejahr 1836, war seine Adresse Fünfhaus Nr. 40 – das Bräuhaus.

 

********************************

 

 

[1] Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] Quelle: Wien's nächste Umgebung an den Linien, Sechstes Heft, Unter= und Ober=Meidling dann Gaudenzdorf

Datensammlung „Einwohner“ bei Familia Austria

[3] Quelle: Wien's nächste Umgebung an den Linien, Viertes Heft, Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf

Datensammlung „Einwohner“ bei Familia Austria

[4] Wien Geschichte Wiki: Fünfhauser Brauhaus

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/F%C3%BCnfhauser_Brauhaus (Zugriff: 6.10.2019)

[5a] 1837 Ziegler „Wegweiser“

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858749?zoom=4&lat=1198.35425&lon=3406.72581&layers=B (Zugriff: 20.10.2019) (in der Wienbibliothek unter „Karten und Pläne“)

[5b] 1868 Karte der Gemeinde Fünfhaus

Orientirungs-Schema der Gemeinde Fünfhaus (nächst Wien) mit einem Orientirungs-Plane : Nachweis der alten und neuen Benennungen der Gassen, Straßen und Plätze in alphabetischer Ordnung. Wien : Verl. der Gemeinde Fünfhaus, 1868

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/420971?zoom=2&lat=1600&lon=1000&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

[5c] Aktueller Stadtplan (2019)

https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/

[6] Loewy 1925

Siegfried Loewy, Altwiener Familien, Steyrermühl, 1925, S. 96

[7] Matricula online, Erzdiözese Wien, Pfarre 07., Schottenfeld, Trauungsbuch 02-005, Fol. 341, Aufnahme 02-Trauung_0340

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/07-schottenfeld/02-005/?pg=342 (Zugriff: 20.10.2019)

[8] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-03, Fol. 89, Aufnahme 03-Taufe_0089

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-03/?pg=119 (Zugriff: 20.10.2019)

[9] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-03, Fol. 114, Aufnahme 03-Taufe_0114

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-03/?pg=144 (Zugriff: 20.10.2019)

[10] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-04, Fol. 19, Aufnahme 02-Taufe_0019

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-04/?pg=22 (Zugriff: 20.10.2019)

[11] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-04, Fol. 83, Aufnahme 02-Taufe_0083

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-04/?pg=86 (Zugriff: 20.10.2019)

[12] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-04, Fol. 114, Aufnahme 02-Taufe_0114

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-04/?pg=117 (Zugriff: 20.10.2019)

[13] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-04, Fol. 159, Aufnahme 02-Taufe_0159

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-04/?pg=159 (Zugriff: 20.10.2019)

[14] Erzdiözese Wien, Pfarre 15., Reindorf, Taufbuch 01-04, Fol. 260, Aufnahme 02-Taufe_0260

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/01-04/?pg=263 (Zugriff: 20.10.2019)

[15] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre 16., Altottakring, Trauungsbuch 02-06, 1845/ Fol. 18, Aufnahme 04-Trauung_0138

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/16-altottakring/02-06/?pg=153 (Zugriff: 20.10.2019)

[16] Matricula online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 15., Reindorf, Sterbebuch Reindorf 03-04, Fol. 142, Aufnahme 02-Tod_0142

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/03-04/?pg=144 (Zugriff: 20.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3.5. Familie Fischer

 

3.5.1. Eintragungen im Dienstbuch des Grundbuches Braunhirschen: [1]

 

.) Fischer Lorenz und Anna uxor laut Contractes dato 21. März 1835

 

.) Fischer Anna allein, laut Einantwortung vom 12. November 1839

 

.) Fischer Anna in folge Kauf v. 21. März 1835 dann Abhandlung v. 11. März 1850 und Auflag v. 12. März 1850

 

Das Haus  Reindorf 35 in der Kirchengasse war vom 21. März 1835 bis 30. Jänner 1851 im Besitz der Familie Fischer, einer Wirtsfamilie, also fast 16 Jahre.

 

3.5.2. Die Familie Fischer in Häuserverzeichnissen:

 

In drei Häuserverzeichnissen konnten Eintragungen des Hauses Reindorf Nr. 35 mit dem Besitzer Laurenz / Lorenz Fischer gefunden werden:

 

1) 1837: „Wegweiser“ von Ziegler:  [2]

 

Reindorf Nr. 35, in der Kirchen-Gasse:

-      Laurenz Fischer

-      Paul Schwab, Tischlermeister

-      Bernhard Pfaff, Schlossermeister

-      Joseph Tiller, Webermeister

 

Dieses HV lässt erkennen, dass für den Hausbesitzer selbst offenbar wenig Platz war. Es werden nämlich – anders als bei anderen HV – auch weitere Bewohner angezeigt. Es gab also hier auch die Wohnungen und wohl auch die Betriebe eines Tischlermeisters, eines Schlossermeisters und eines Webermeisters.

 

 

Als Ortsobrigkeit von Reindorf wird die Herrschaft Penzing (Besitzer: Franz Xaver Freiherr von Mayer) angegeben.

Die Häuser Nr. 1 – 33 und 45 – 49 gehören zur Grundherrschaft Penzing, die Häuser Nr. 34 – 44, also auch Reindorf 35,  jedoch zur Herrschaft Braunhirschen.

 

2) Die Häuserverzeichnisse von 1843 (Schwab) und 1847 enthalten zwar den Namen Laurenz Fischer an der Adresse Reindorf Nr. 35 (in der Kirchengasse), aber ansonsten keine über Zieglers HV von 1837 hinausgehende Informationen.[3][4]

 

3.5.3. Biografisches:

 

Es waren nur wenige biografische Daten über Familienmitglieder zu finden.

 

1) Sterbeeintragung von Lorenz Fischer im Jahr 1850 in der Pfarre Reindorf: [5]

Am 28.1.1850 stirbt Lorenz Fischer, verehelichter Gastwirt, Reindorf Nr. 35, mit 62 J. am Schlagfluss 

2) 1850: Kundmachung in der Wiener Zeitung bezüglich seiner Erben [6]

Im Juni 1850 veröffentlicht das Justizamt Braunhirschen Kundmachungen, in denen Frau Anna Fischer, die Ehefrau des verstorbenen Lorenz Fischer als Hausbesitzerin in Reindorf 35 bezeichnet wird und ihre Kinder Anna Maria Fischer, Michael Fischer und Franz Fischer, damals unbekannten Aufenthalts, als weitere Erben genannt werden.

 

Zusammenfassung:

Laurenz Fischer war ein Gastwirt, der das Haus Reindorf Nr. 35 in der Kirchengasse erst relativ spät, nämlich mit 47 Jahren, gemeinsam mit seiner Frau Anna erworben hat. Entsprechend den Grundbuchseintragungen war diese ab dem Jahr 1839 Alleinbesitzerin. Etwa ein Jahr nach dem Tod ihres Mannes hat Anna Fischer das Haus an die Familie Hornung verkauft.

In der Kundmachung von 1850 in der Wiener Zeitung werden drei Kinder des Ehepaares namens Anna Maria Fischer, Michael Fischer und Franz Fischer erwähnt, die zu diesem Zeitpunkt unbekannten Aufenthalts sind. Sie scheinen bereits erwachsen zu sein, konnten in den Taufbüchern der Pfarre Reindorf zwischen 1808 und 1849 jedoch nicht gefunden werden. 

Auch eine Verlassenschaftsabhandlung für Lorenz Fischer, gestorben am 28.1.1850, war nicht auffindbar.

 

****************************************

[1] Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, aus dem Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] HV 1837 Ziegler „Wegweiser“

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858740?zoom=0&lat=313.95868&lon=935.24157&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

[3] HV 1843 (Schwab)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/417212?zoom=2&lat=1797.34226&lon=1159.296&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

[4] HV 1847

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/424412?zoom=2&lat=630.395&lon=1172.862&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

[5] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 15., Reindorf, Sterbebuch 03-08, Fol. 8, Aufnahme 02-Tod_0008, 28.1.1850

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/15-reindorf/03-08/?pg=10 (Zugriff: 20.10.2019)

[6] ANNO – Zeitschriftensuche / Wiener Zeitung vom 15. Juni 1850

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18500615&query=%22Lorenz+Fischer%22+%22Reindorf%22&ref=anno-search&seite=24 (Zugriff: 20.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3.6. Familie Hornung

 

3.6.1. Eintragungen im Grundbuch Braunhirschen:

 

a) Eintragung im Dienstbuch des Grundbuchs Braunhirschen: [1]

 

Hornung Franz u. Catharina anno 1851

 

b) Eintragung im Gewährbuch des Grundbuchs Braunhirschen: [2]

 

Inhalt:

Frau Anna Fischer verkauft lt. Kaufvertrag vom 30.1.1851 das Haus Reindorf Nr. 35 an Franz und Catharina Hornung (Verweis auf Dienstbuch Fol. 283):

 

Genauer Wortlaut:

Herr Franz Hornung und Frau Katharina Hornung, dessen Ehegattin, empfangen in  folge bezirksgericht-licher Auflage vom 6. Febr. l. J. Z. 1412 zu gleichen Theilen Gewöhr um das Haus Nr. 35 zu Reindorf, im Grundbuche Braunhirschen fol. 283 inneliegend.

Um dieses Haus ist früher im Gewöhrbuche über Braunhirschen, Litt. D fol. 118 Frau Anna Fischer allein vergewöhrt gewesen, welche aber dasselbe vermöge Kaufvertrages d.d. 30. Jäner 1851 um 12500 flm an die Eingangs genannten Gewöhrnehmer verkauft, und denselben unter einem § 5 die Aufsandung zu ihrer Gewöhranschreibung ertheilt hat.

 

3.6.2. Die Familie Hornung in Chroniken, Häuserverzeichnissen, im Lehmann-Adressbuch von Wien und in einzelnen Zeitungen:  

 

1) Hahn 1853: Erwähnung des Hausbesitzers und Wirts Franz Hornung im Buch von Michael Hahn:[3]

a) im Verzeichniß der Herren Hauseigenthümer: S. 119 / Reindorf: Haus-Nr. 35: „Hr. Hornung Franz“

b) im Verzeichniß der Handels- und Gewerbs- dann der sonstigen befugten Geschäftsleute: S. 182 / Reindorf: „Herr Hornung Franz, Wirth, Reindorf 35“

 

2) 1859 – 1865 Eintragungen für Franz Hornung im Lehmann – Adressbuch für Wien:

1859 lautet die Eintragung im Lehmann-Adressbuch von Wien: 

„Hornung Franz, Gastwirth und Hausbesitzer, Reindorf, Kirchengasse 35“ [4]

1860 gibt es keine Eintragung für Franz Hornung

1861, 1864, 1865, 1867, 1868, 1870 lautet die Eintragung: „Hornung Franz, Gastwirth, E. (= Haus-eigentümer), Rdf. (= Rudolfsheim), Kirchengasse 35“ [5]

 

3) 1862: Handels- und Gewerbs-Schematismus / Erwähnung von Franz Hornung als Gastwirt

Unter „Gastwirthe“ (S. 151) wird auch Franz Hornung in Reindorf KNR 35 in der Kirchengasse erwähnt.

Der Hausname: „Zur Hoffnung“ [6]

 

4) HV 1862: Gemeinde-Schema von Josephine Hackl / Franz Hornung als Gastwirt und Fuhrmann

Franz Hornung wird als Besitzer des Hauses Reindorf KNR 35 in der Kirchengasse, als Gastwirt und Kleinfuhrmann bezeichnet. [7]

 

5) HV 1862: Gemeinde-Schema von Josephine Hackl / Karte von 1862: [8]

 

 

Abb. 12. Kartenausschnitt von 1862 aus dem Gemeinde-Schema von Josephine Hackl: [8]

Bereich Kirchengasse – Schulgasse – Prinz Carl Gasse

In der vorliegenden Version ist der Kartenausschnitt im Vergleich zur digitalen Version um 180° gedreht.

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=4&lat=1116.1887&lon=2336.14791&layers=B

 

Anmerkung:

Auf dieser Karte sind noch die alten Konskriptionsnummern eingetragen, für die heutige Orientierungsnummer Reindorfgasse 18 ist das also „Reindorf KNR 35“ (rotes Kreuzchen)

Schulgasse = heute Herklotzgasse

Kirchengasse = heute Reindorfgasse

Prinz Carl Gasse = heute Oelweingasse

 

6) 1863 Eröffnung des Konkurses von Franz und Katharina Hornung [9]

Als Tag der Konkurseröffnung wird in der Wiener Zeitung vom 17. Oktober 1863 (S. 15) der 29. September 1863 bekanntgegeben.

 

7) 1864 Versteigerung von Einrichtung und Gasthaus-Gerätschaften in Reindorf Nr. 35 [10]

In der Presse vom 4.9.1864 / S. 10 wird für den 5.9.1864 eine „Licitation“ von „Einrichtung und Gasthaus-Geräthschaften, 526 fl., Reindorf Nr. 35“ angekündigt.

 

8) 1865 Neuer Termin für die Versteigerung des Hauses Reindorf KNR 35 [11]

In der Wiener Zeitung vom 5.März 1865 / S. 18 wird ein neuer Termin für eine öffentliche Feilbietung bekanntgegeben, da die früheren Versteigerungen (u. a. am 30. Mai 1864) erfolglos geblieben sind.

„Von dem k.k. Bezirksamte Sechshaus als Bezirksgericht wird zu Vornahme der öffentlichen Feilbietung des auf 24 000 fl. ö. W. geschätzten in die Franz und Katharina Hornung’sche Concursmassa gehörigen Hauses Nr. 35 in Reindorf, der 30. März 1865 für den einzigen Termin mit dem Beisatze bestimmt, daß diese Realität bei diesem Termine auch unter dem Schätzungswerthe hintangegeben wird.“…

 

9) Dass Franz Xaver Richter das Haus Kirchengasse gekauft hat, wird im Kapitel 3.7. durch die Grundbuchseintragung eindeutig belegt.

Unverständlicherweise gilt jedoch Franz Hornung in den Lehmann-Adressbüchern von Wien in den Jahren 1867, 1868 und 1870 (für die Jahre 1866 und 1869 gibt es kein Lehmann-Adressbuch) und im HV 1869 von Czapek als Besitzer des Hauses Kirchengasse 18:

 

a) In den genannten Lehmann-Adressbüchern lauten die Eintragungen:

Hornung Franz, Gastwirth, E. (= Hauseigentümer), Rdf. (= Rudolfsheim), Kirchengasse 35 (!!) [12a]

Man sieht, die Eintragungen sind insofern fehlerhaft, als die alte Konskriptionsnummer (35) übernommen und mit dem nun offiziellen Gassennamen der Orientierungsnummer kombiniert wird. Die Orientierung an früheren Eintragungen könnte auch zur irrtümlichen Bezeichnung als Eigentümer (E.) geführt haben. Es kann aber auch die Absicht dahinterstehen, die wahren Besitzverhältnisse zu verschleiern. [12b]

 

1870 gibt es auch eine Eintragung für Hornung Franz, Kleinfuhrmann, Meidling, Krichbaumg. 35 [13]

Ob ein Zusammenhang mit Franz Hornung in der Kirchengasse 18 besteht, konnte nicht geklärt werden.

 

b) 1869 – HV von Czapek / Franz Hornung als Hausbesitzer in der Kirchengasse 18 [14]

Czapek stellt alte Konskriptionsnummern und neue Orientierungsnummern einander gegenüber und nennt den Hauseigentümer, nicht aber dessen Beruf:

alte Konskriptionsnummer Reindorf 35 = neue Benennung Kirchengasse 18 / Besitzer: Franz Hornung

 

Möglicherweise hat man sich am Lehmann orientiert. Aus den Grundbüchern geht jedoch eindeutig hervor, dass ab 1865 Franz Xaver Richter, ab 1866 Samuel Neurath Besitzer des Hauses Kirchengasse 18 war. [12b]

 

3.6.3. Biografisches:

 

Für die Familie Hornung konnte keine einzige Eintragung in den katholischen Kirchenbüchern der Pfarre Reindorf gefunden werden. Bei der ANNO-Suche der ÖNB stößt man allerdings im Jahr 1850 auf eine Familie, die höchstwahrscheinlich mit der Reindorfer Hornung-Familie identisch ist.

 

Demnach dürfte das Haus Reindorf KNR 35 am 30. 1. 1851 von einer Müller-Familie aus Gumpoldskirchen gekauft worden sein, Franz Hornung selbst dürfte in der Leopoldstadt geboren worden sein.

 

Daten über die Gumpoldskirchner Hornung-Familie:

 

In der Wiener Zeitung vom 25. Mai 1850 findet man die Licitation der Hornung’schen Canalmühle zu Gumpoldskirchen Nr. 79: [15]

 

 

 

 

Abb. 13. ANNO-Suche der ÖNB, Wiener Zeitung vom 25.5.1850:

Licitation der Hornung’schen Canalmühle zu Gumpoldskirchen Nr. 79

 

Franz Hornung sen. stammte aus der Leopoldstadt in Wien:

Taufe von Franz Hornung (sen.): [16]

geb. 26.9.1814

Adresse: Nr. 276 „Zum schwarzen Adler“

Getaufter: Franz Alexander Friedrich Willhelm(!) Hornung

Vater: Joseph Hornung, bürgerlicher Gastwirt

Mutter: Franziska, des Joseph Reiberger, Müllermeisters, Tochter

Taufpate: Johann Michael Müllner, bürgerlicher Wirt

 

Kirchenbucheintragungen der Familie Hornung in Gumpoldskirchen:

 

.) Trauung von Franz Hornung mit Katharina Nöst vom 9. Oktober 1838: [17]

 

Bräutigam: Franz Hornung, ledigen Standes, Müllermeister am Kanale, gebürtig von Wien, ein ehelicher Sohn des + Joseph Hornung, gewesener Gastwirth zu Wien in der Leopoldstadt, und der Franziska geb. Reihberger

Adresse: Gumpoldskirchen Nr. 79 am Kanale

24 Jahre laut Taufschein Leopoldstadt, ledig

 

Braut: Katharina Nöst, ledigen Standes, gebürtig von Gumpoldskirchen, eine eheliche Tochter des Joseph Nöst, Bürger allhier, und der Maria Anna geb. Thomasser

Adresse: Gumpoldskirchen Nr. 132

24 Jahre lt. Taufschein, ledig

 

Anmerkung: Der Gastwirtssohn Franz Hornung hatte offenbar die Kanal-Mühle in Gumpoldskirchen übernommen, deren Besitzer früher Joseph Reiberger, sein Großvater mütterlicherseits, gewesen war.

 

KINDER:

.) Katharina Hornung, geb. 2.9.1839 in Gumpoldskirchen [18]

.) Franz Xaver Hornung, geb. 9. / get. 10. 6. 1841[19]

.) Joseph Hornung, geb. / get. 29. / 31. 1. 1843 in Gumpoldskirchen [20]

.) Alexander Hornung, geb. 26. 8. 1844 in Gumpoldskirchen [21]

.) Josepha Hornung, geb. / get. 2. / 3. 8. 1846 in Gumpoldskirchen [22]

.) Anna Hornung, geb. / get. 18. / 20. 1. 1849 in Gumpoldskirchen [23]

 

Vieles spricht dafür, dass die Familie nach dem Konkurs in Gumpoldskirchen einen Neuanfang in Reindorf versuchte:

.) Der Zeitpunkt – 1850 Versteigerung der Mühle, 1851 Kauf des Hauses Reindorf KNR 35

.) Die Vornamen der Eltern (Franz und Katharina) stimmen überein.

.) Der „Müller“ Franz Hornung in Gumpoldskirchen stammte aus einer Wirtsfamilie in der Leopoldstadt.

.) Das Fehlen von Kirchenbucheintragungen in Reindorf erklärt sich durch die Eintragungen in Gumpoldskirchen.

.) Der zweite Konkurs im Jahr 1865 erinnert an die finanzielle Misere im Jahr 1850.

 

Zusammenfassung:

Franz und Katharina Hornung werden nach verschiedenen Quellen von 1853 bis 1870 als Hausbesitzer von Reindorf 35 genannt.

Allerdings hat es spätestens ab 1863 große finanzielle Probleme gegeben, sodass in diesem Jahr der Konkurs eröffnet wurde. Da bei Versteigerungen im Jahr 1864 das Haus nicht um den Schätzwert verkauft werden konnte, wurde ein neuer Termin für den 30. März 1865 festgelegt.

Am 30. Mai 1865 ist jedenfalls im Grundbuch eingetragen:

Richter Franz Xav. durch feilbiethung v. 30. Mai 1865

 

Zur Berufsausübung von Franz Hornung in diesem Haus: Er war in Reindorf Gastwirt und – zumindest zeitweilig – auch Kleinfuhrmann. Vorher war er möglicherweise Müller in Gumpoldskirchen.

 

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[1] Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] Grundbuch Braunhirschen, B 199, 2, Gewährbuch D, Fol. 140, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[3] Hahn 1853, S. 119 und 182

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/372805?zoom=2&lat=907.379&lon=739.716&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

[4] Lehmann – Adressbuch für Wien:

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/23199?zoom=2&lat=84.81125&lon=1146.4975&layers=B (Link für 1859 / Zugriff: 20.10.2019)

[5] Lehmann – Adressbuch für Wien:

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/29840?zoom=3&lat=673&lon=951&layers=B (Link für 1870 /

Zugriff: 20.10.2019)

[6] Handels- und Gewerbs-Schematismus 1862

https://books.google.at/books?id=zslcAAAAcAAJ&pg=PA151&dq=Hornung+Franz&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiN4e-A0oLiAhWh_CoKHVRQAKIQ6AEINjAC#v=onepage&q=Hornung%20Franz&f=false (Zugriff: 20.10.2019)

[7] HV 1862 Gemeinde-Schema

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862, S. 7

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344503?zoom=1&lat=216.79309&lon=982.31782&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

[8] HV 1862 Gemeinde-Schema

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862, Aufnahme [16]

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=4&lat=1116.1887&lon=2336.14791&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

[9] ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 17.10.1863, S. 15

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18631017&seite=15&zoom=38&query=%22Hornung%2BReindorf%22~4&ref=anno-search

(Zugriff: 20.10.2019)

[10] ANNO-Suche der ÖNB: Presse vom 4.9.1864, S. 10

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18640904&query=%22Reindorf+35%22~4&ref=anno-search&seite=10 (Zugriff: 20.10.2019)

[11] ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 5.März 1865, S. 18

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18650305&query=%22Reindorf+35%22~4&ref=anno-search&seite=18 (Zugriff: 20.10.2019)

[12a] Vgl. Lehmann-Adressbuch von Wien, Jahrgänge 1867, 1868 und 1870

[12b] Vgl. dazu die Ausführungen im Kapitel 4.2. „Samuel Neurath im Lehmann-Adressbuch von Wien“

[13] Lehmann-Adressbuch von Wien, Jahrgang 1870

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/zoom/2318010?query=Hornung&zoom=5&lat=1966.5&lon=1412.5&layers=BT (Zugriff: 21.10.2019)

[14] HV 1869 Czapek

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/zoom/411412?zoom=2&lat=1600&lon=1000&layers=B

Vollständiges Häuserbuch der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : sammt Umgebung / verf. von Anton Czapek ; hrsg. von Eduard Scholz

Wien : k. k. Hof- u. Staatsdr., 1869

[15] ANNO, Zeitschriftensuche der ÖNB, Wiener Zeitung vom 25. Mai 1850, S. 25

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18500525&query=%22Franz+und+Katharina+Hornung%22&ref=anno-search&seite=25

(Zugriff: 21.10.2019)

[16] Erzdiözese Wien, Pfarre 02., St. Josef, Taufbuch 01-04, Fol. 52, 02-Taufe_0055

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/02-st-josef/01-04/?pg=58 (Zugriff: 21.10.2019)

[17] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Trauungsbuch 02-06, Fol. 94, Aufnahme 03-Trauung_0093

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/02-06/?pg=95 (Zugriff: 21.10.2019)

[18] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 23, Aufnahme 03-Taufe_0023

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=26 (Zugriff: 21.10.2019)

[19] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 48, Aufnahme 03-Taufe_0048

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=51 (Zugriff: 21.10.2019)

[20] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 77, Aufnahme 03-Taufe_0077

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=80 (Zugriff: 21.10.2019)

[21] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 99, Aufnahme 03-Taufe_0099

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=102 (Zugriff: 21.10.2019)

[22] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 130, Aufnahme 03-Taufe_0130

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=133 (Zugriff: 21.10.2019)

[23] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07, Fol. 169, Aufnahme 03-Taufe_0169

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/gumpoldskirchen/01-07/?pg=172 (Zugriff: 21.10.2019)

 

 

 

Kapitel 3.7. Familie Richter

 

3.7.1. Eintragung im Dienstbuch des Grundbuchs Braunhirschen: [1]

 

Richter Franz Xav, durch Feilbiethung 30. Mai 1865

 

Franz Xaver Richter hat diese Realität nicht lange besessen. Bereits im Dezember 1866 verkaufte er sie an Samuel und Rosa Neurath.

 

3.7.2. Das Wirtshaus Reindorfgasse 18 nach der Ersteigerung durch Franz Xaver Richter:

 

Eine Konkursmeldung vom März 1866 deutet aber darauf hin, dass möglicherweise das Wirtshaus bereits 1865 an den Gastwirt Alois Gratzl verpachtet wurde:

 

In der Wiener Zeitung vom 4.3.1866 / S. 27 wird über den Vermögenskonkurs des „Alois Gratzl, gewesener Gastwirth in Rudolfsheim, Kirchengasse 18“ berichtet. [2]

 

Ein Gastwirt Alois Gratzl ist in der Pfarre Gumpendorf nachweisbar:

Seine Geburt fand am 21.6.1835 in der Pfarre Margareten statt [3], die Trauung am 23.9.1862 in der Pfarre Gumpendorf. [4]

Sowohl Alois Gratzl selbst als auch sein Vater Martin werden als Gastwirte bezeichnet.

Die Adresse des Bräutigams ist Gumpendorf KNR 199. Heute wäre das der Standort Gumpendorferstr. 100 / Ecke Stumperg. 1

Die Adresse Stumpergasse 1 wird auch bei den Geburtseintragungen der Töchter  Anna Maria Gratzl am 5. Juli 1863 [5] bzw. Maria Amalia Gratzl am 7.8.1864 [6] angegeben.

In den Lehmann-Adressbüchern der Jahre 1864 und 1865 wird als Adresse ebenfalls Stumperg. 1 angeführt.

 

Wenn man berücksichtigt, dass bei der Bekanntgabe des Konkurses von Alois Gratzl am 4.3.1866 die Formulierung „gewesener Gastwirt in Rudolfsheim“ verwendet wird und dass im Jahr 1868 im Lehmann-Adressbuch von der Witwe des Alois Gratzl die Rede ist, muss man davon ausgehen, dass Alois Gratzl 1865 oder Anfang 1866 gestorben ist.

Lehmann 1868: Gratzl’s Alois Witwe, Gastwirth, VI. Mollardg. 46, „zum Lösch den Durst“ [7]

 

Möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen dem frühen und überraschenden Tod von Alois Gratzl und der Tatsache, dass Franz Hornung 1870 im Lehmann noch immer (oder wieder) als Eigentümer des Hauses Rudolfsheim, Kirchengasse 18 (= früher Reindorf KNR 35) aufscheint.

 

 

 

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[1] Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[2] ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 4.3.1866, S. 27

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18660304&query=%22Kirchengasse+18%22~4+%22Reindorf%22&ref=anno-search&seite=27

(Zugriff: 21.10.2019)

[3] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 05., St. Josef zu Margareten, Taufbuch 01-014, Fol. 48, 02-Taufe_0048

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/05-st-josef-zu-margareten/01-014/?pg=50 (Zugriff: 21.10.2019)

 [4] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-31, Fol. 110, 03-Trauung_0111

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/02-31/?pg=139 (Zugriff: 21.10.2019)

 [5] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Taufbuch 01-047, Fol. 170, 03-Taufe_0189

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/01-047/?pg=218 (Zugriff: 21.10.2019)

[6] Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Taufbuch 01-048, Fol. 186, 03-Taufe_0218

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/01-048/?pg=248 (Zugriff: 21.10.2019)

[7] Lehmann-Adressbuch von Wien, Jahrgang 1868

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/38392?zoom=3&lat=1807.32713&lon=1054.51596&layers=B

(Zugriff: 21.10.2019)

 

 

 

Kapitel 4. Die Familie Neurath als Hauseigentümer

 

4.1. Eintragungen im Grundbuch Braunhirschen und im historischen Grundbuch Rudolfsheim:

 

a) Eintragung im Dienstbuch des Grundbuchs Braunhirschen: [1a]

 

 Abb. 14. Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Reindorf 35, Fol. 283.

Eintragung von Samuel und Rosa Neurath, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

 

D/426    18000 f      Neurath Samuel u. Rosa d(urch) Kauf 10 D(e)z(em)b(er) 1866

 

b) Eintragung im historischen Grundbuch Rudolfsheim: [1b]

 

 Abb. 15. Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 1. Eintragung von Samuel und Rosa Neurath 

 

c) Eintragung im Gewährbuch des Grundbuchs Braunhirschen: [2]

 

 

 Abb. 15a. Grundbuch Braunhirschen, B 199, 2, Gewährbuch D, Fol. 140, Reindorf 35,

Verkauf Richter – Neurath, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs [2]

 

P 19 Bescheid v. 20. Dzb 1866 Z. 27623

Auf Grund des zwischen H. Franz X. Richter als Verkäufer , denen H. Samuel u Rosa Neurath als Käufern geschloßenen Kaufvertrages dto 10 D(e)z(em)b(er) 1866 wird das Eigenthumsrecht auf das im Grundbuche Braunhirschen fol. 283 einliegende Haus Nr. 35 in Reindorf für die H. Käufer Samuel und Rosa Neurath im Gewähr D fol. 426 einverleibt.

K.K. Grundbuchsamt Sechshaus

10. Jänner 1867

 

4.2. Samuel Neurath im Lehmann-Adressbuch von Wien

 

Samuel Neurath ist laut Lehmann Adressbuch in den Jahren bereits 1859, 1861, 1864 und 1865 bereits in Reindorf nachweisbar, allerdings als Pfaidler (= Hemdenmacher) und an der Adresse Reindorf KNR 43 in der Hauptstraße. [3] Es handelt sich um den heutigen Standort Sechshauser Straße 50 / Reindorfgasse 2 (frühere Orientierungsnummer: Rudolfsheimer Hauptstraße 12 / Kirchengasse 2)

 

1866 erscheint der Lehmann nicht.

1867, 1868 und 1870 wird Samuel Neurath an der neuen Adresse und als Trödler eingetragen:

"Neurath Samuel, Trödler, Sechsh(aus) Kircheng. 18"

Dass Samuel und Rosa Neurath bereits seit Ende 1866 Besitzer dieses Hauses waren, steht durch die Grundbucheintragung eindeutig fest. Juden waren zwar zu dieser Zeit nicht mehr vom Grunderwerb ausgeschlossen, möglicherweise wurde aber versucht (z. B. wegen Rechtsunsicherheiten durch neue Gesetze und Verordnungen nach dem Jahr 1948), den Hausbesitz der jüdischen Familie Neurath noch einige Jahre vor der Öffentlichkeit geheimzuhalten. Es ist denkbar, dass der frühere Besitzer Franz Hornung deshalb weiterhin als Eigentümer ausgegeben wurde.[4]

 

Erst von 1871 bis 1877 lautet die Eintragung:

"Neurath Samuel, Trödler, E., Rdlfsh. Kircheng. 18"

Im Jahr 1871 wird Samuel Neurath also im Lehmann erstmals als Eigentümer („E.“) des Hauses Rudolfsheim, Kirchengasse 18 bezeichnet.

 

Im Zeitraum 1878 bis 1898 wird bei Samuel Neurath auch eine zweite Adresse genannt: Gaudenzdorf, Schönbrunner Hauptstr. 21.

Die Berufsbezeichnung bleibt bis 1896 „Trödler“, ab 1897 lautet sie „Möbelhändler“

 

Bei der stichprobenartigen Überprüfung in den achtziger und neunziger Jahren (alle 5 Jahre) wurden auch Eintragungen für Rosa Neurath gefunden:

1885: "Neurath Rosa, Rudolfsheim Kircheng. 18, Kaffeehaus Rudolfsheim Karolineng. 13"

1890: "Neurath Rosa, Rudolfsheim Reindorfg. 18, Kaffeehaus Rudolfsheim Karolineng. 13"

1895: "Neurath Rosa, Gesellschafterin der protokollierten Fa. Jacob Neurath"

 

In den letzten Jahren (von 1895 bis 1902) lautet die Adressangabe für Samuel Neurath: XIV, Reindorfg. 18

 

4.3. Informationen aus Häuserverzeichnissen im Zeitraum 1871 – 1902

 

1) 1775 – HV von Smöch [5]

Rudolfsheim, Kirchengasse 18

frühere KNR: 35

Besitzer: Samuel Neurath

Größe: 1 Stockwerk, 16 Wohnungen

 

Karte aus dem Jahr 1775 im HV von Smöch:

 

 

Abb. 16. Smöch-Plan 1875: Bereich der Kirchengasse 18 (= Reindorfgasse 18)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341809?zoom=6&lat=2334.83559&lon=3437.82383&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

Im vorliegenden Dokument ist der Kartenausschnitt im Vergleich zur digitalen Version um 90° gedreht.

 

2) 1888 – HV Kataster der Vororte von Lechner [6]

 

Rudolfsheim, Kirchengasse 18

KNR: 270, Grundbuchseinlage: 270, Katastral-Parzellennr.: 293

Besitzer: Samuel Neurath

Größe: 1 Stockwerk, 19 Wohnungen

 

 

4.4. Zeitungsmeldungen, betreffend Samuel Neurath, zwischen 1858 und 1902

 

1) Am 31. Jänner 1858 wird in der Neuen Freien Presse von der Zerschlagung einer Einbrecher- und Hehlerbande berichtet: [7]

 

 

Abb. 17. ANNO-Suche: Zerschlagung einer Einbrecher- und Hehlerbande [7]

 

 

2) Am 2. Juni 1867 stirbt Helene, Tochter des Trödlers Samuel Neurath, 1 ½ J., in Rudolfsheim, Kirchengasse 18, an Lungenlähmung. [8]

 

3) Am 5. März 1868 wird in der Morgen-Post vom Einbruch in das „Gewölbe des in Fünfhaus, Kirchengasse Nr. 18, etablirten Trödlers, Samuel Neurath, durch bis jetzt unbekannte Gauner“ berichtet. [9]

 

Man sieht, es wurde nicht so präzise zwischen Reindorf, Rudolfsheim, Fünfhaus und Sechshaus unterschieden.

 

4) „Warnung“ im Neuen Wiener Tagblatt im Jahr 1877 [10]

 

Abb. 18. ANNO-Suche: Warnung

 

 

5) Einbruch beim Trödler Samuel Neurath im Jahr 1879 [11]

 

Abb. 19. ANNO-Suche: Einbruch beim Trödler Samuel Neurath

 

6) Todesanzeige von Samuel Neurath im Jahr 1902 in der Neuen Freien Presse [12]

 

Die Sterbeanzeige, die wegen der zahlreichen namentlich genannten Hinterbliebenen eine große Hilfe bei genealogischen Forschungen sein könnte, wird unter 4.5. „Biografisches“ gezeigt.

 

 

4.5. Biografisches

 

Zur Konfession: Die Familie Neurath war israelitisch und die meisten Eintragungen können daher nur in den jüdischen Matriken gefunden werden.

 

SAMUEL NEURATH  UND ROSA ENGEL

 

.) Aus der Sterbeeintragung von Samuel Neurath (s. u.) geht hervor, dass er 1820 in St. Georgen, Ungarn, geboren wurde.

 

.) Seine Frau, Rosa Engel, wurde 1830 in Wien geboren (vgl. Sterbeeintragung)

 

.) Die Trauung am 5.6.1850 ist im Trauungsbuch des Rabbiners Horowitz, Aufnahme 13, Nr. 42 vermerkt: [13]

 

 

Abb. 20. Trauungsbuch des Rabbiners Horowitz, Aufnahme 13, Nr. 42 [13]

 

Am 5. Juni 1850 die Trauung des Herrn Samuel Neurath aus Bur=St. Georgen in Ungarn mit der Jungfrau Rosi Engel im isr. Bethhause in Sechshaus vollzogen.

 

 

.) Tod von Rosa Neurath, geb. Engel:

 

a) +16.3.1900 lt. GB Rudolfsheim EZ 270 / B-Blatt / Postzahl 2 / [14] 

 

b) Sterbeeintragung der IKG: [15]

gestorben 16. März, begraben 18. März (1900)

Verstorbene: Rosa Neurath geborene Engel, Hausbesitzersgattin, aus Wien gebürtig, und dahin zuständig

70 Jahre / geb. 1830, Adresse: XIV., Reindorfgasse 18

Ort der Beerdigung: Wien, Central-Friedhof, israelitische Abtheilung

Todesursache: Herzlähmung, Eierstockcyste

Anmerkung: getr(aut) 5.6.1850

 

.) Tod von Samuel Neurath:

 

a) Sterbeeintragung der IKG: [16]

gestorben 4. März, begraben 6. März (1902)

Verstorbene: Samuel Neurath, Privat, Hausbesitzer, aus St. Georgen, Ungarn, gebürtig, nach Wien zuständig aus Wien gebürtig, und dahin zuständig

geb. 1830, Adresse: XIV., Reindorfgasse Nr. 18

Ort der Beerdigung: Wien, Central-Friedhof, israelitische Abtheilung

Todesursache: Verkalkung der Arterien

Anmerkung: getr(aut) 5.6.1850

 

b) Sterbeeintragung in der Neuen Freien Presse: [17]

Dieser Partezettel könnte für manche Forscher aus genealogischer Hinsicht besonders interessant sein.

Samuel Neurath ist am 4. März 1902 im 82. Lebensjahr gestorben.

Beruf: Privatier und Hausbesitzer

Letzte Wohnadresse: XIV., Reindorfgasse 18

 

 

 

Abb. 21. ANNO-Suche der ÖNB: Tod von Samuel Neurath in der Neuen Freien Presse vom 5.3.1902 [17]

 

Es werden drei Söhne sowie drei Schwiegertöchter angeführt:

Moritz Neurath ∞ Henriette geb. Haber

Albert Neurath ∞ Hermine geb. Kauders

Julius Neurath ∞ Therese geb. Weiner

 

Fünf Schwiegersöhne sowie fünf verheiratete Töchter:

Hermann Socholler ∞ Therese geb. Neurath

Samuel Weiß ∞ Anna geb. Neurath

Jonas Samek ∞ Amalie geb. Neurath

Dr. Leopold Sommer ∞ Elise geb. Neurath

Leopold Löwenbein ∞ Hermine geb. Neurath

 

Zwei unverheiratete Töchter:

Sofie Neurath

Regine Neurath

--------------------------------------------

 

[1a] Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Reindorf 35, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[1b] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 1, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[2] Grundbuch Braunhirschen, B 199, 2, Gewährbuch D, Fol. 140, Reindorf 35, Verkauf Richter – Neurath, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[3] Lehmann-Adressbuch von Wien (1859)

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/23628?zoom=2&lat=1570.91739&lon=1271.60043&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

[4] Vgl. Burger 2014, S. 72ff.

http://www.boehlau-verlag.com/download/163380/978-3-205-79495-0_OpenAccess.pdf (Zugriff: 24.10.2019)

[5] HV 1875 (Smöch)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341801?zoom=3&lat=1873.14655&lon=1160.62125&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

[6] HV 1888 Kataster der Vororte

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/342956?zoom=3&lat=1292.85421&lon=1004.38716&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

[7] ANNO-Suche der ÖNB: Neue Freie Presse vom 31.1.1858

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18680131&seite=6&zoom=33&query=%22Neurath%2BSamuel%22~4&ref=anno-search

(Zugriff: 24.10.2019)

[8] ANNO-Suche der ÖNB: Die Neuzeit vom 21. Juni 1867, S. 12

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=neu&datum=18670621&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=12 (Zugriff: 24.10.2019)

[9] ANNO-Suche der ÖNB: Morgen-Post vom 5. März 1868

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mop&datum=18680305&seite=2&zoom=33&query=%22Neurath%2BSamuel%22~4&ref=anno-search

(Zugriff: 24.10.2019)

[10] ANNO-Suche der ÖNB: Neues Wiener Tagblatt, 26.6.1877

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=18770626&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=16

(Zugriff: 24.10.2019)

[11] ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 23. September 1879

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18790923&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=3 (Zugriff: 24.10.2019)

[12] ANNO-Projekt der ÖNB: Neue Freie Presse vom 5. März 1902 / S. 17

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19020305&seite=17&zoom=2 (Zugriff: 24.10.2019)

[13] Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?cc=2028320&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?i=12&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101&cc=2028320

(Zugriff: 24.10.2019)

[14] Grundbuch Rudolfsheim / EZ 270 / Grundbuch B – Blatt, Fol. 262/ Post 2, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[15] Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1900, Aufnahme 52, Nr. 427:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33SQ-GBKY-94B?i=51&wc=4692-D2W%3A344266801%2C344266202%2C345960801&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

[16] Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1902, Aufnahme 46, Nr. 385:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-9BKY-9JP?i=45&wc=4692-D2F%3A344266801%2C344266202%2C345965201&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

[17] ANNO-Suche der ÖNB: Neue Freie Presse vom 5. März 1902 / S. 17

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“ / ANNO-Projekt der ÖNB)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19020305&seite=17&zoom=2 (Zugriff: 24.10.2019)

 

 

 

5. Die Familie Samek als Hauseigentümer

 

5.1. Eintragungen im historischen Grundbuch Rudolfsheim:

 

a) AMALIE SAMEK geb. Neurath und JONAS SAMEK:

 

.) Ab 15. Juni 1901 ist Amalie Samek, geb. Neurath, nach dem Tod ihrer Mutter Rosa Neurath Miteigentümerin einer Haushälfte (es gibt 14 weitere MiteigentümerInnen dieser Haushälfte). [1a]

 

.) Am 30. Oktober 1902 erwirbt ihr Mann Jonas Samek per Kaufvertrag die Anteile von 8 der oben erwähnten 14 MiteigentümerInnen an der Haushälfte / Einverleibung 7. November 1902. [1b]

 

.) Am 30. Oktober 1902 erwirbt ihr Mann Jonas Samek per Kaufvertrag die übrigen Anteile von 6 der oben erwähnten 14 MiteigentümerInnen an der Haushälfte / Einverleibung 18. Jänner 1903. [1c]

 

.) Am 23. Jänner 1903 wird nach dem Tod des Vaters Samuel Neurath dessen Realhälfte für Amalia Samek einverleibt. [1d]

 

Jonas und Amalia Samek geb. Neurath waren also ab Jänner 1903 grundbücherlich im Besitz der gesamten Liegenschaft Reindorfgasse 18.

 

************************************************************************* 

 

b) DR. OSKAR SAMEK:

 

.) Nach dem Tod seiner Mutter Amalia Samek im Jahr 1925 ist Dr. Oskar Samek ab 23. September 1926 erstmals – gemeinsam mit den Schwestern Irma Samek und Hilda Spitzer – Miteigentümer einer Haushälfte. [1e]

 

.) Nach dem Tod des Vaters Jonas Samek im Jahr 1932 wird erst am 10. Februar 1934 im Grundbuch das Alleineigentumsrecht für Dr. Oskar Samek angemerkt. [1f]

 

Die Schwester Hilda Spitzer geb. Samek war bereits 1926 [2], Irma Samek 1928 [3] verstorben.

 

.) 1941 – BESCHLAGNAHMEVERFÜGUNG der Geheimen Staatspolizei (Anmerkung vom 23. September 1941): [4]

 

.) 1944 – EIGENTUMSRECHT FÜR DAS „GROSSDEUTSCHE REICH“ (Einverleibung mit 19. Juli 1944): [5]

 

.) 1948 – Rückstellung an Dr. Oskar Samek bzw. Einverleibung mit 2. Dezember 1948 angemerkt. [6]

 

.) 1954 – VERKAUF DER LIEGENSCHAFT per Kaufvertrag vom 14. und 29. 12. 1954 durch Dr. Oskar Samek an Dr. Ing. Stefan Sztatecsny (Einverleibung mit 30. Dezember 1954) [7]

 

* Eine detailliertere Betrachtung der Grundbuchseintragungen für Dr. Oskar Samek und einiger Bescheide in den Urkundenbüchern im Zeitraum 1938 bis 1954 soll in einem eigenen Artikel „Drei jüdische Emigranten und ihre Familien – Dr. Oskar Samek, Viktor Ephrussi, Maximilian Resch. Flucht aus Österreich im Jahr 1938“ erfolgen, in dem die Schicksale von Dr. Oskar Samek, Viktor Ephrussi und Maximilian Resch im Mittelpunkt stehen. [8]

 

5.2. Jonas Samek und Dr. Oskar Samek im Lehmann-Adressbuch von Wien

 

Jonas Samek ist ab 1893 bis 1904 als Trödler an der Adresse Reindorfgasse 18 eingetragen. 1905 und 1906 ist als Hauptadresse XIV., Ullmannstr. 41 angegeben – wohl als Ausweichquartier in jener Zeit, als das alte Haus abgerissen und das neue erbaut wurde.

In den Jahren 1896 bis 1906 besaß Jonas Samek auch eine Krawatten-Niederlage im II. Bezirk, Stephaniestr. 13.

Ab 1907 (bis 1925) findet man als Berufsangabe „Möbelhandlung“ und als Adresse Reindorfgasse 18.  Erst zwischen 1926 und 1930 wird der Möbelhändler Jonas Samek auch als Hausbesitzer von Reindorfgasse 18 bezeichnet. (Im Allgemeinen wurden im Lehmann die Eigentümer erst ab 1925 angegeben.)

1931 wird Jonas Samek als Privatier ausgewiesen, einen Hinweis auf den Hausbesitzer gibt es nicht.

1932 werden zwei Eigentümer von Reindorfgasse 18 angeführt: Jonas Samek, Privatier, und Dr. Oskar Samek, Rechtsanwalt.

 

Dr. Oskar Samek, Rechtsanwalt, wird ab 1921/22 als Bewohner der Hauses Reindorfgasse 18 genannt, aber erst ab 1932 als Eigentümer.

Im Einwohnerverzeichnis scheint Dr. Oskar Samek nur bis 1938 auf, ab 1934 gibt es in diesem Verzeichnis keinen Hinweis mehr darauf, dass er der Eigentümer des Hauses ist.

Im Häuserverzeichnis (Bezirksfachregister) wird Dr. Oskar Samek bis zum Jahr 1940 als Hausbesitzer ausgewiesen, danach (in den beiden letzten Jahren des Lehmann-Adressbuches) steht „Eigentümer ungenannt“. [9]

Anmerkung: In den letzten Jahren steht im Häuserverzeichnis (Bezirksfachregister) eine falsche EZ: 279 statt 270

 

Das Büro war lt. Lehmann von 1921/22 bis 1933 in Wien I., Schottenring 14; ab 1934 fehlt diese Büroadresse – es wird nur mehr „Reindorfgasse 18 angegeben.

* Über die Gründe für diese Verlegung des Büros sollen noch Recherchen durchgeführt werden. Diesbezügliche Ergebnisse werden voraussichtlich im Artikel „Drei jüdische Emigranten und ihre Familien“ (auf dieser Homepage) Anfang 2020 veröffentlicht. 

 

 

5.3. Biografisches

 

5.3.1. Jonas Samek und Amalie geb. Neurath

 

.) Geburt von Jonas Samek:

geb. 14.8.1855 [10] in Szenitz (Szenics), Nitra (Neutra), zuständig nach Hradist, Ungarn [11]

 

.) Geburt von Amalie Neurath: [12]

15. Juli 1859

Amalia Neurath

Vater: Samuel Neurath, Pfaidler in Reindorf (bei Wien)

Mutter: Rosina geb. Engel

Adresse: Reindorf 43

 

.) Trauung von Jonas Samek und Amalie Neurath:

Lt. Geburtseintragung von Oskar Samek: am 30. 10. 1887 in Neudörfl (Burgenland) [14]

 

.) Tod von Jonas Samek:

 

a) 16. Juni 1932 lt. Sterbeanzeigen in der Neuen Freien Presse: [13]

 

 Abb. 22. ANNO-Suche der ÖNB - Sterbeanzeigen für Jonas Markus Samek in: Neue Freie Presse [13]

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“) 

 

 b) Hinweis durch eine Genteam-Datenbank – „Begräbnisse auf den Wiener Israelitischen Friedhöfen“:

Verstorbener: Jonas Markus Samek

Adresse: 1140, Reindorfg. 18, Beruf: Privat, Alter: 76 Jahre

Sterbeort: Gleichenberg

Begräbnisdatum: 19.6.1932

Zentralfriedhof / Tor 1 / Gruppe 52 / Reihe 4 / Grabnr. 36

 

.) Tod von Amalie Samek geb. Neurath

 

a) Lt. Grundbuch Rudolfsheim / EZ 270 / B-Blatt / Postzahl 6: gestorben am 12.8.1925 [1e] 

 

b) Lt. Index der jüdischen Matriken Wien Niederösterreich (Datenbank von Genteam):

Verstorbene: Amalie Samek – Neurath

Sterbedatum: 12.8.1925, 66 Jahre

Zusatzinformationen: geb. 15.7.1859 in Wien, Möbelhändlersgattin

Quelle: Matriken der IKG: Band 1925, Zahl 1526

 

****************************************

5.3.2. Dr. Oskar Samek und Ilona Kux, geschiedene Seiler

 

.) Geburt von Oskar Samek: [14]

2. Jänner 1889

Oskar Samek (Jitzchak)

Vater: Jonas M. Samek, Trödler, zuständig nach Wradist in Ungarn

Anmerkung: Die Zuständigkeitsgemeinde des Vaters lautet richtig Hradist (nicht Wradist)

getraut in Neutörfel 30. 10. 1887

Mutter: Amalie geb. Neurath

Adresse: Rudolfsheim, Kirchengasse 18

 

.) Geburt von Ilona Kux

 

a) lt. Genteam-Datenbank Austritte in Wien aus der IKG 1915 – 1945:

geb. 20.3.1895 in Lipto-zt. Miklos

Austrittsdatum: 8.5.1926, damalige Wohnadresse: Wien 3., Baumgasse 28, damaliger Stand: gerichtlich getrennt

 

b) lt. Beschlagnahmeverfügung v. 6.9.1941: [15]

[15] Bescheid 1634 / 1941 zum histor. Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, B-Blatt, Postzahl 10:

geb. am 20.3.1895 in „Liptovsky, Mikulas, Prot.“

 

 

.) Trauung von Dr. Oskar Samek und Ilona geb. Kux, geschiedene Seiler

Lt. Genteam, Datenbank Index der jüdischen Matriken WIEN und NÖ:

Trauung am 28. 4. 1938 in der Tempelgasse, im Trauungsbuch Nr. 101

Bräutigam: Dr. Oskar Samek

Braut: Ilona geb. Kux, geschiedene Seiler (geschieden seit 30.4.1926)

 

 

.) Tod von Ilona Samek geb. Kux [16]

Verstorbene: Ilona Samek

Sterbedatum: 26.9.1940, Sterbeort: New York City, Queens, New York, United States

Adresse: 45 Kew Garden Road, Queens, New York

Alter: 45 Jahre, verheiratet, Beruf: milliner (= Hutmacherin, Modistin)

Geburtsort: Ungarn

Beerdigung: 27. 9. 1940 Queens, New York, Mount Hebron Cemetery

Eltern: Adolph Kux und Ida, geb. Greiner, beide aus Ungarn

Ehepartner: Oskar Samek

 

.) Tod von Dr. Oskar Samek

 

a) Daten von Findagrave: [17]

Verstorbener: Oscar Samek

Geburt unbekannt

Tod 28. Jänner 1959

Begräbnis: Mount Hebron Cemetery, Flushing, Queens County, New York, USA

 

b) Angaben von "Karl Kraus Online": [18]

Lebensdaten von OSKAR SAMEK, Rechtsanwalt: * 2. Januar 1889, + 28. Januar 1959 New York

 

 

******************************

[1a] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 2, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[1b] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 3, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[1c] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 4, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[1d] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 5, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[1e] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 6, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[1f] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 9, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[2] Laut Index der jüdischen Matriken von Genteam ist Hilda Spitzer-Samek am 6.6.1926 mit 33 Jahren (geb. 4.12.1893 in Wien) verstorben; Quelle: Matriken der IKG Buch 1926/ Zahl 1231

[3] Laut Index der jüdischen Matriken von Genteam ist Irma Samek am 21.12.1928 mit 37 Jahren (geb. 4.5.1892 in Wien) verstorben; Quelle: Matriken der IKG Buch 1928/ Zahl 2586

[4] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 10, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[5] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 11, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[6] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 13, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[7] Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 263, Postzahl 16, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

[8] Dieser Artikel soll Ende 2019 oder Anfang 2020 auf der Website www.guenteroppitz.at erscheinen.

[9] Lehmann-Adressbuch von Wien, Jahrgang 1942, Band 2, Häuserverzeichnisse / Reindorfgasse 18

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/267505?zoom=5&lat=1558&lon=1801&layers=B (Zugriff: 26.10.2019)

[10] lt. Grabstein auf dem Wiener Zentralfriedhof / 1. Tor / Gruppe 52 / Reihe 4 / Grabnr. 36

[11] lt. Angaben auf dem Geburtsschein der Kinder, z. B. Hilda Samek, geb. 4.12.1893, IKG Lit. P, Nr. 2875

Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?cc=2028320&wc=4692-DX5%3A344266801%2C344618001%2C344680101 (Zugriff: 26.10.2019)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?i=1019&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

[12] Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Geburtsbuch C 1858 Mai-1864, Aufnahme 53, Nr. 773:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LBKB-8RG?i=52&wc=4692-D6Q%3A344266801%2C344266802%2C344410201&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

[13] ANNO-Suche der ÖNB - Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“ / ANNO-Projekt der ÖNB): Sterbeanzeigen für Jonas Markus Samek in: Neue Freie Presse v. 18. Juni 1932, S. 15

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19320618&seite=15&zoom=2 (Zugriff: 26.10.2019)

[14] Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, 15. Bezirk (Fünfhaus-Sechshaus), Geburtsbuch 1868 -1892, Aufnahme 365, Nr. 1103:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8BKY-4WH?i=364&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

[15] Bescheid 1634 / 1941 zum histor. Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, B-Blatt, Postzahl 10:

geb. am 20.3.1895 in „Liptovsky, Mikulas, Prot.“

[16] Quelle: Familysearch, New York, New York City Municipal Deaths, 1795-1949

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:2WGX-4PT (Zugriff: 26.10.2019)

[17] Find A Grave, database and images (https://www.findagrave.com : accessed 01 October 2019), memorial page for Oscar Samek (unknown–28 Jan 1959), Find A Grave Memorial no. 61772886, citing Mount Hebron Cemetery, Flushing, Queens County, New York, USA ; Maintained by Erice Wilcox (contributor 47002678) .

https://www.findagrave.com/memorial/61772886 (Zugriff: 1.10.2019)

[18] "Karl Kraus Online", Projekt der Wienbibliothek im Rathaus und des Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie [in: Barbara Sauer und Ilse Reiter-Zatloukal, Advokaten 1938. Das Schicksal der in den Jahren 1938 bis 1945 verfolgten österreichischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Wien 2010]

https://www.kraus.wienbibliothek.at/person/oskar-samek (Zugriff: 26.10.2019)

 

 

 

 

Kapitel 6. Reindorfgasse 18 – früheres und derzeitiges Gebäude

 

Derzeit (November 2019) findet man an der Adresse Wien XV., Reindorfgasse 18, ein Haus, das 1904/1905 erbaut wurde (= „DAS NEUE HAUS“). Vorher stand hier ein Gebäude, das am Ende des 18. Jahrhunderts (jedenfalls vor 1789) errichtet wurde (= „DAS ALTE HAUS").

 

6.1. DAS ALTE HAUS

 

Leider konnte kein Foto gefunden werden, welches das Haus zeigt, das sich seit ca. 1770 – 1780 bis ungefähr 1904 am heutigen Standort Reindorfgasse 18 befand.

 

Deshalb wurde zuerst der Versuch unternommen, Karten und Häuserverzeichnisse als Informationsquellen heranzuziehen. Anschließend wurde eine Lithografie (um 1820) vorgestellt, die einen ungefähren Eindruck vom Aussehen des Hauses geben könnte.

 

6.1.1. Karten und Häuserverzeichnisse

 

Über die zunehmende Größe des Gebäudes geben manche Karten Aufschlüsse, und auch Häuserverzeichnisse bieten gewisse Anhaltspunkte durch Angabe der Stockwerke und der Anzahl von Wohnungen.

 

Umrisse der Gebäude auf Karten

 

.) Auf der Karte des Franziszeischen Katasters von 1819 [1] sind zwar keine Hausnummern eingezeichnet, sondern nur die Parzellennummern, aber diese sind auch im Grundbuch Braunhirschen unter Reindorf 35 angeführt [2]: Bauparzelle 167 (schwarz) und Grundparzelle 169 (rot).

 

Abb. 23. Franziszeischer Kataster von Mapire 1819.

Südöstlich  von der Kirche (Parzellennummer 117) befinden sich – am heutigen Standort von Reindorfgasse 18 –

die beiden Parzellen 167 und 169 [1]

 

Es ist deutlich zu erkennen, dass das damalige Gebäude nur etwas mehr als die Hälfte der Bauparzelle einnahm. Lediglich der Straßentrakt und ein Gebäudeteil zur Nachbarparzelle 166 waren ausgebildet.

  

.) Ein ähnliches Bild bietet die Franziszeische Katasterkarte, die man bei https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ mit der Datierung 1829 findet. [3]

 

 

Abb. 24. Franziszeischer Kataster 1829. Karte von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/

Bereich des Hauses mit der heutigen Adresse Reindorfgasse 18früher Reindorf KNR 35 [3]

 

 

.) Der Plan in Zieglers Wegweiser 1837 [4] weist zwar schon die Konskriptionsnummern auf, zeigt aber keine genauen Umrisse von Grundstücken oder Gebäuden. Er wird in diesem Zusammenhang daher nicht näher analysiert.

 

.) Im Jahr 1862 erschien Josephine Hackls Gemeinde-Schema mit einer Karte von Reindorf.

Damals war Franz Hornung Besitzer des Hauses. Als Berufe werden Gastwirt und Fuhrmann angegeben. [5]

Die Karte in diesem Gemeinde-Schema lässt erkennen, dass auch auf der (früheren) Parzelle 169 ein kleiner Teil des Gebäudes mit der KNR 35 (Reindorf) steht, dass also mittlerweile die beiden Parzellen 167 und 169 zu einer Einheit verschmolzen sind, die aber erst ungefähr zur Hälfte verbaut ist. Es ist auch bereits die Arnsteingasse angelegt worden, aber nicht unmittelbar angrenzend an die Grundgrenze von Parzelle 169, sondern es ist eine Parzellenreihe dazwischen frei gelassen worden. Im Bereich von Reindorf 35 gibt es an der Hinterseite zu diesem Zeitpunkt vorerst nur das Eckhaus Arnsteingasse / Schulgasse, das die KNR 71 hat. [6]

 

 

Abb. 25. Karte aus Josephine Hackls Gemeinde-Schema von 1862: Bereich von Reindorf KNR 35 (heute Reindorfg. 18).

Die Karte ist im Vergleich zum Digitalisat um 180° gedreht.

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=6&lat=1650.04962&lon=2433.09&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

  

.) Die folgende Karte von 1871 (mit den neuen Orientierungsnummern) ist zwar etwas unscharf, sie zeigt aber, dass sich am Gebäude Kirchengasse 18 (blaues x – früher Reindorf KNR 35) im letzten Jahrzehnt wenig geändert hat. An der Hinterseite ist in der Arnsteingasse ein weiteres Haus erbaut worden. [7]

 

 

Abb. 26. Karte Steinhöffer 1871. Bereich der Kirchengasse 18. [7]

  

Größe der Liegenschaft und Zahl der Wohnungen – Vergleich mit anderen Häusern

 

.) Auf einem Plan aus dem Jahr 1775 im Häuserverzeichnis von Smöch [8] kann man erkennen, dass das Haus Kirchengasse 18 im Verhältnis zu vielen anderen Gebäuden in dieser Gasse relativ groß war. 

 

 

Abb. 27. Kartenausschnitt aus dem HV 1875 von Smöch – Bereich der Kirchengasse 18 [8]

 

Der Größenunterschied spiegelt sich auch in den Angaben im Häuserverzeichnis wider: [9]

Kirchengasse 18, frühere KNR 35, Zins: 3960, 1 Stockwerk, 16 Wohnungen, Besitzer: Samuel Neurath,

das Haus war also nicht ebenerdig, sondern einstöckig, und es gab 16 Wohnungen.

 

Das Nachbarhaus Kirchengasse 20 / Schulgasse 9 (früher: Reindorf KNR 34, Besitzer: Jacob Gaugusch) hatte „nur“ 13 Wohnungen, das andere Nachbargebäude Kirchen-Gasse 16 / Schulgasse 9 (früher: Reindorf KNR 36, Besitzer: Carl Netter) hatte gar nur 10 Wohnungen.

 

Das Haus gegenüber von Kirchengasse 18, nämlich Kirchengasse 15 (früher: Reindorf 21+22; Besitzer: Simon Singer), hatte dagegen zwei Stockwerke und 19 Wohnungen.

 

.) Im Kataster der Vororte aus dem Jahr 1888 sind die Angaben in Bezug auf die Wohnungszahlen ähnlich: [10]

Kirchengasse 18 hat 19 Wohnungen, Kirchengasse 20 12 Wohnungen, Kirchengasse 16 10 Wohnungen.

Das Haus gegenüber mit der Nr. 15 hat 22 Wohnungen.

In diesem Häuserverzeichnis werden aber die Ausmaße der Grundflächen angegeben, getrennt nach „verbaut“ und „unverbaut“.

 

Nr. 18: 906 m2 verbaut, keine unverbaute Fläche

Nr. 20: 586 m2 verbaut, keine unverbaute Fläche

Nr. 16: 439 m2 verbaut, 245 m2 unverbaut

Nr. 15: 712 m2 verbaut, 586 m2 unverbaut; im Gegensatz zu den 3 anderen Häusern jedoch 2 Stockwerke

 

.) Das HV von Lenobel aus dem Jahr 1905 kann bezüglich des Hauses Reindorfgasse 18 nur mit Vorbehalt verwendet werden. [11] Hier haben sich offenbar Fehler eingeschlichen: Als Baujahr wird zwar 1904 angegeben, aber es gibt laut Lenobel nur ein Stockwerk, obwohl das neue Gebäude nachweislich 3 Stockwerke hatte.

 

Zusammenfassung:

 

Für das Aussehen des alten Hauses ist wesentlich, dass es einstöckig war und, da es auch für Fuhrleute geeignet war, eine große Einfahrt bzw. ein großes Tor besessen haben muss. Es muss auch Gebäude oder Gebäudeteile gegeben haben, die als Stall geeignet waren. Im Parterre muss es auch zumindest einen sehr großen Raum gegeben haben, der als Gaststube für ein Wirtshaus diente. Mit Sicherheit gab es auch ein „Gassengewölbe“ des Trödlers Samuel Neurath, in dem dieser Pretiosen zur Schau stellte. [12] Es ist allerdings denkbar, dass diese Räumlichkeiten in früheren Zeiten zum Gasthaus gehörten.    

 

6.1.2. Wie könnte das Haus ausgesehen haben?

  

Es gibt eine Lithografie von 1820, welche die in unmittelbarer Nähe befindliche Reindorfkirche mit einigen Häusern der damaligen Zeit zeigt. Neben der Kirche befindet sich der Pfarrhof, der wegen seiner Bedeutung wohl etwas stattlicher war als die übrigen Häuser. Aber das übernächste Gebäude mit dem roten Dach, das einstöckig ist und in der Mitte ein großes Tor hat, könnte im Stil dem Haus entsprochen haben, das sich an der Stelle des heutigen Hauses Reindorfgasse 18 befand. [13]

 

 

6.2. DAS NEUE HAUS

 

6.2.1. Bauzeit und Baukonsens

 

6.2.1. Bauzeit und Baukonsens

Im Jahr 1904 (lt. Angabe im HV 1905 von Lenobel [11] und im Generalstadtplan 1904 von Wien [14]) oder im Jahr 1905 (lt. HV1928 von Salzberg [15]) wurde an der Stelle des alten Hauses ein neues errichtet, lt. HV Salzberg 1928 mit denselben Gesamtausmaßen von 906 m2, die auch  1875 (Smöch) und 1888 (Kataster der Vororte) genannt werden.

 

In zwei Jahrgängen des Lehmann-Adressbuches fehlt die Familie Samek an der Adresse Reindorfgasse 18. Wegen des Totalabrisses und des Neubaus benötigte sie ein Ausweichquartier in Wien 14., Ullmannstr. 41. (Möglicherweise hinkt der Lehmann mit den Jahren 1905 und 1906 der Realität etwas hinterher). [16]

Im Bescheid des Magistrat. Bezirksamtes für den XIV. Bezirk Z. 9415/04 „Jonas und Amalia Samek um Baukonsens“ vom 3. Mai 1904 wird für die Familie Samek jedenfalls bereits diese Adresse genannt: [17]

 

„Vom magistratischen Bezirksamte für den XIV. Bezirk wird Herrn Jonas Markus und Frau Amalia Samek XIV. Bez. Ullmannstrasse Nr. 41 als Eigentümer der im Grundbuche des XIV. Bezirkes, Einl(agezeahl) Nr. 270 inneliegenden Baustelle in der Reindorfgasse Nr. 18 auf Grund Stadtrathsbeschlusses vom 8. April 1904 Z. 4510[?] nach den genehmigten Planparien die Bewilligung erteilt auf dieser Realität nach Demolierung der bestehenden Objekte unter Einhaltung der sub Z. 7997 ex 1903 bekanntgegebenen Baulinie ein aus einem Gassendoppeltrakte in der Reindorfgasse und einem Hofdoppeltrakte bestehendes drei Stockwerke entfaltendes Wohn- und Geschäftshaus, nebst einem an der rückwärtigen Nachbarsgrenze befindlichen linken ebenerdigen Remisen – und einem rechten ebenerdigen Stallgebäude zu erbauen und bei demselben u. der Reindorfgasse zwei Lichteinfallschächte mit je einer Länge von 2.40 m und einer Breite von 90 cm herzustellen und im I. II. und III. Stock einen gemauerten Erker mit einem Vorsprunge von 0.65 m über den Mauergrund und einer Länge von 3.74 m anzubringen.“

 

* Eine genauere Beschreibung des Bauplans, insbesondere bezüglich der Lage des Remisen- und des Stallgebäudes, ist im Rahmen eines Updates in einigen Wochen geplant.

 

6.2.2. Die Fassade

 

Die heutige Fassade ist schlicht und unauffällig:

 

 

Abb. 29. Fassade des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

Nach Berichten von älteren Bewohnern soll etwa im Jahr 1953 eine große Fassadenrenovierung notwendig geworden sein, bei der aus Kostengründen nicht mehr die ursprüngliche, wesentlich ansprechendere Fassade wiederhergestellt werden konnte.

 

Ein alter Fassadenentwurf aus dem Archiv der Baupolizei zeigt (möglicherweise) die ursprüngliche Ausführung: [17]

 

 

Abb. 30. Fassadenplanung lt. Bauplan von 1904. Akten im Archiv der Baupolizei, MA 37 [17]

 

 

6.2.2. Haus eines „Möbelhändlers“

 

Nach dem Tod der Eltern bzw. Schwiegereltern Rosa Neurath (+ 1900) und Samuel Neurath (+ 1902) waren Amalie und Jonas Samek ab Jänner 1903 grundbücherlich im Besitz der gesamten Liegenschaft Reindorfgasse 18. [18]

 

Jonas Samek wurde bis 1904 im Lehmann-Adressbuch von Wien als Trödler bezeichnet, ab 1907, also mit der ersten Eintragung nach dem Bau des neuen Hauses, als Möbelhändler.  [19]

 

Offenbar besteht ein gewisser Zusammenhang zwischen dem Neubau und dem „Berufswechsel“ des Jonas Samek. Das alte Haus bot wohl nicht die Voraussetzungen für Möbellagerung, für Möbelrestaurierungen bzw. für Tischlerarbeiten.

 

Es sollen zwei Bedingungen des Baukonsenses, die hauptsächlich die Sicherheit betreffen, herausgegriffen werden [20]. Sie zeigen, dass die Behörden über die beabsichtigte Lagerung von Möbeln in größerem Umfang informiert waren.

 

9) Die im Parterre befindlichen Magazinsräume sind mit rauchdichtschließenden feuersicheren Abschlüssen gegen den Parterregang zu versehen und ist der mit Siemens – Kraftglas gedeckte Hofraum zur Möbellagerung bzw. zu Magazinszwecken nicht zu benützen.

 

10) Im Parterre und im Souterrain sind in der Nähe der Stiegenabgänge Hydranten mit 52 m/m Zuleitung herzustellen; bei den Hydranten sind Schläuche in solcher Länge anzubringen, daß dieselben bis in die entferntesten Punkte der Magazinsräume reichen.“ [20]

 

Von diesen Auflagen bzw. von dieser gewerblichen Tätigkeit gibt es noch Relikte:

 

a) Ein kleiner, unauffälliger Hydrant im Hausflur im Parterre, dessen Funktion den Bewohnern des Hauses nicht mehr bekannt ist. Die dazugehörigen Schläuche fehlen ja sicherlich auch schon seit Jahrzehnten, weil es auch schon lange keine Möbellagerungen in diesem Haus mehr gibt.

 

 

Abb. 31. Hydrant im Flur des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

b) Die Schienen für den Möbeltransport innerhalb des Hauses, die heute zum Teil von einem Teppich verdeckt werden.

 

Abb. 32. Schienen für den Transport von Möbeln im Haus Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

 

6.2.3. Ein Haus mit Liebe zum Detail

 

Bei einem Gang durch das Haus gibt es manche Besonderheiten zu entdecken, die einen großen Kunstsinn des Bauherrn offenbaren und einen deutlichen Einfluss des Jugendstils zeigen.

 

Beispiele:

 

a) Kunstvolle Gestaltung des Hausflurs und schmiedeeisernes Eingangstor

 

 

Abb. 33. Flur des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

b) Geschmackvolle Gestaltung des Eingangsbereiches zu den Wohnungen (Türen, Gangfenster, Böden):

 

 

Abb. 34. Eingangsbereich zu einer Wohnung im Haus Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

c) Schmiedeeiserne Fenstergitter zum Gang hin und rechts Haken für das Aufhängen von Mänteln außerhalb der Wohnung

 

 

Abb. 35. Schmiedeeiserne Gitter und Garderobehaken am Gang.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

  

d) Praktische bzw. kraftsparende Abstellvorrichtungen für Butten und andere Lasten vor den Wohnungs- oder Aufzugstüren:

 

 

Abb. 36. Abstellvorrichtungen im Stiegenhaus Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

e) Stilvolle Türschnallen

 

 

Abb. 37. Türschnalle im Parterre des Hauses Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

 

f) Kunstvolle Fensterscheiben

 

 

Abb. 38. Fensterscheiben im Stiegenhaus Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

g) Schmiedeeiserne Stiegengeländer

 

 

Abb. 39. Stiegenhausgeländer Reindorfgasse 18.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

6.2.4. Ein Haus, in dem bis 1938 Dr. Oskar Samek wohnte und einen Gedenkraum für Karl Kraus einrichtete

 

a) Erinnerung an Dr. Oskar Samek:

Laut den Erhebungen des "Fonds zur Hilfeleistung an politisch Verfolgte, die ihren Wohnsitz und ständigen Aufenthalt im Ausland haben", war die letzte Adresse von Dr. Oskar Samek in Österreich: Wien XIV., Reindorfgasse 18 / 5 [21] 

 

Zwei Fotos von jener Wohnung, in der Dr. Oskar Samek angeblich gelebt hat und in der sich auch sein Büro befunden haben soll:

 

Abb. 40. Ehemalige Wohnung von Dr. Oskar Samek im Haus Reindorfgasse 18. 

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

 

Abb. 41. Ehemalige Wohnung von Dr. Oskar Samek im Haus Reindorfgasse 18, von der Dachterrasse aus.

Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

 

b) Erinnerung an Karl Kraus und das Karl-Kraus-Museum:

 

In einem anderen Hof des Hauses Reindorfgasse 18 soll sich die ehemalige Tischlerwerkstätte befunden haben, in der Dr. Oskar Samek den Büroraum von Karl Kraus nachgebildet hat. Von der Gedenkstätte für Karl Kraus ist jedoch nichts geblieben – und der Raum (heute Privatbesitz) kann nicht betreten werden. Von oben ist nur ein Blechdach zu erkennen, das teilweise mit Efeu bewachsen ist. Darunter soll sich ein Wintergarten befinden.

 

 

* Eine kurze Analyse des Bescheids aus dem Jahr 1936 für den Umbau dieses Raumes zum Karl-Kraus-Museum ist im Rahmen eines Updates in einigen Wochen geplant.

 

 

Zur Beziehung zwischen Samek und Kraus einige Sätze aus einem Artikel von Gerhard Strejcek:

Dr. Oskar Samek war „Freund und Rechtsvertreter des "Fackel"- Herausgebers, für den er hunderte Prozesse führte.[…] Dass sich Samek als Hüter des Kraus’schen Erbes berufen fühlte, zeigt seine Initiative im Winter 1936, als er nach dem Tod des Autors dessen Arbeitszimmer in der Lothringerstraße ab- und detailgenau in seinem Haus in der Rudolfsheimer Reindorfgasse in einer ehemaligen Tischlerei im Hof als Privatmuseum wieder aufbaute. Die Kraus-Bibliothek ging anlässlich seiner erzwungenen Emigration im Oktober 1938 verloren, SA-Angehörige drangen in die Wohnräume ein und stapelten die Bücher im Hauseingang zur freien Entnahme, wie Dietmar Grieser berichtet.“ [22][23]

 

Einige Fotos vom Wohn- und Sterbehaus des Schriftstellers und Publizisten Karl Kraus:

 

 

Abb. 42. Lothringerstr. 6. Wohn- und Sterbehaus von Karl Kraus. 

Am linken Rand der Fassadenfront ist die Gedenktafel zu sehen.

Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)

 

 

Abb. 43. Gedenktafel für Karl Kraus am Haus Lothringerstr. 6

Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)

 

Karl Kraus wohnte im etwas zurückgesetzten Mitteltrakt eines riesigen Gebäudes mit der Anschrift Lothringerstraße 4 – 8, dessen Dimensionen einem erst bewusst werden, wenn man auf der anderen Seite dieser Straße steht.

 

 

Abb. 44. Lothringerstraße 4 – 8. Zurückgesetzter Trakt: Nr. 6, Wohn- und Sterbehaus von Karl Kraus.

Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)

 

Am Haus Lothringerstr. 6 erinnert immerhin noch eine Gedenktafel daran, dass Karl Kraus hier gewohnt hat und 1936 hier gestorben ist.

 

Am Haus Reindorfgasse 18 gibt es keinen Hinweis darauf, dass es eine Verbindung zwischen diesem Gebäude und den zwei sehr streitbaren, auch umstrittenen Persönlichkeiten gab, deren Leistungen und Verdienste an anderer Stelle (z. B. Wienbibliothek) sehr wohl untersucht und gewürdigt werden. Man wird nicht darauf aufmerksam gemacht, dass dieses Haus Dr. Oskar Samek gehörte, dass er hier 49 Jahre wohnte und dass er 1938 Österreich verlassen musste. Und man wird nicht daran erinnert, dass es hier ein kleines, von ihm gegründetes Karl-Kraus-Museum gegeben hat, das nach seiner Emigration aufgelöst wurde.

 

*********************************************

[1] Franziszeischer Kataster von Mapire 1819

https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1817607.276820822%2C6138256.321049352%2C1818317.603736019%2C6138465.32854857 (Zugriff: 29.10.2019)

[2] Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, aus dem Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

[3] Karte von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ → Eingabe „Reindorfgasse 18“ → Historische Stadtpläne → Franziszeischer Kataster 1829

[4] HV 1837 Ziegler „Wegweiser“

Wegweiser, in den Ortschaften: Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf : (Außer der Mariahilfer Linie) ; Mit einem Grundrisse / herausgegeben von Anton Ziegler. Wien 1837

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858749?zoom=4&lat=1198.35425&lon=3406.72581&layers=B (Zugriff: 20.10.2019) (in der Wienbibliothek unter „Karten und Pläne“)

[5] 1862 Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862Häuserverzeichnis / Reindorf KNR 35

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344503?zoom=1&lat=216.79309&lon=982.31782&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

[6]1862 Gemeinde-Schema

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862, Karte: Aufnahme [16]

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=4&lat=1116.1887&lon=2336.14791&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

[7] Karte von Steinhöffer 1871

Orientirungskarten der Wiener Umgebung / Blatt: 8 (1871) Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim, Gaudenzdorf, Ob. u. Unt. Meidling, Wilhelmsdorf u. Breitensee / entworfen u. gezeichnet nach den neuesten Quellen v. Carl Steinhöffer. Wien : Artaria & Co., 1871

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1827167?zoom=6&lat=2837&lon=3646&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

(Wienbibliothek: unter „Stadtpläne und Karten“)

[8] 1875 HV Smöch

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341809?zoom=6&lat=2237&lon=3465&layers=B

(Zugriff: 29.10.2019)

[9] 1875 HV Smöch

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341801?zoom=3&lat=1437.83602&lon=1077.69909&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

[10] HV 1888 Kataster der Vororte

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/342956?zoom=3&lat=1292&lon=1004&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

[11] HV 1905 Lenobel

Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : verfasst auf Grund des vom k. k. Oesterr. Finanz-Ministerium und der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellten Quellenmaterials / Hrsg.: Josef Lenobel. XIV. Bezirk, Rudolfsheim. Wien 1905

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/815292?zoom=3&lat=3241.27128&lon=1419.6742&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

[12] Vgl. Kapitel 4.4. Zeitungsmeldungen über die Familie Neurath / Nr. 3 und 5

[13] Titel: Ansicht von Reindorf. Litographie, koloriert, um 1820

Digitale Sammlung: Europeana Travel / Inv.-Nr. Pb 18156,219 / ÖNB

http://www.bildarchivaustria.at/Preview/7970676.jpg (Zugriff: 29.10.2019)

[14] Karte von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ → Eingabe „Reindorfgasse 18“ → Historische Stadtpläne → Generalstadtplan 1904

[15] HV 1928 Salzberg

Häuser-Kataster der Bundeshauptstadt Wien : . 14. und 15. Bezirk / zsgest. auf Grund amtlicher Daten von J. Wolfgang Salzberg. Wien. 1928

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1793048?zoom=2&lat=59.205&lon=1663.28&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

[16] Vgl. Kapitel 5.2.

[17] Bescheid des Magistrat. Bezirksamtes für den XIV. Bezirk Z. 9415/04 „Jonas und Amalia Samek um Baukonsens“ vom 3. Mai 1904, Bestand der Baupolizei

[18] Vgl. Kapitel 5.1.

[19] Vgl. Kapitel 5.2.

[20] Bescheid des Magistrat. Bezirksamtes für den XIV. Bezirk Z. 9415/04 „Jonas und Amalia Samek um Baukonsens“ vom 3. Mai 1904, Bestand der Baupolizei

[21] Antragsformulare von Dr. Oskar Samek 1957 – 1961 / Erhebungen des Fonds zur Hilfeleistung an politisch Verfolgte, die ihren Wohnsitz und ständigen Aufenthalt im Ausland haben / Kopien von Formularen. In welchem Archiv sich die Originale befinden, ist derzeit (noch) nicht bekannt.

[22] Strejcek 2019

Gerhard Strejcek, Streiten für Karl Kraus, in: Wiener Zeitung, 17.03.2019

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/literatur/2001567-Streiten-fuer-Karl-Kraus.html (29.10.2019)

[23] Grieser 1989

Dietmar Grieser, Karl Kraus – Reindorfgasse 18, in: Wiener Adressen. Ein kulturhistorischer Wegweiser von Dietmar Grieser. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1989, S. 189ff.

 

 

 

Kapitel 7. Zusammenfassung

 

Es war ein Ziel des Autors, möglichst viel über die Geschichte jenes Hauses bzw. jenes Standorts herauszufinden, wo Dr. Oskar Samek in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Eigentümer war und ein kleines Karl-Kraus-Museum einrichtete.

 

Es musste also eine Art Hausgeschichte verfasst werden, die sich (zum Teil aufgrund der Quellenlage) auf die Hausbesitzer konzentrierte. Wegen der etwas wirren grundherrschaftlichen Situation in den Vororten Reindorf und Braunhirschen ist es zwar (noch) nicht gelungen, den Bauherrn bzw. ersten Besitzer des Hauses zu finden, aber ab 1789 stehen die Eigentümer des Hauses bis zur Gegenwart fest. Bis 1954 wurden sie in diesem Artikel möglichst genau erfasst.

 

Die frühesten Besitzer waren vermutlich ein BäckermeisterKleinfuhrleute und Gastwirte, für deren Berufsausübung das Gebäude geeignet war. Es gab auch zwei recht prominente Besitzer, Wenzel Dadler und Heinrich Zwölfer, nach denen sogar Gassen im 15. Bezirk benannt sind. Während Dadler niemals am Standort Reindorfgasse 18 gewohnt hat, ist Zwölfer mehrere Jahre lang durch Kirchenbuch-eintragungen an dieser Adresse nachweisbar. Dadlers Ziel war vor allem der Liegenschaftserwerb zu grundherrschaftlichen Zwecken und zur Parzellierung, Zwölfer war mehrfacher Hausbesitzer und wohnte in den letzten Jahren seines Lebens  im Fünfhauser Bräuhaus, dessen Besitzer er war und das er großzügig erweiterte. Errichtungs- und Umbauarbeiten an seinen Häusern konnte er wohl selbst vornehmen, da er lt. Kirchenbucheintragungen Baumeister und Architekt war.

Ab der Mitte des 19. Jahrhundert waren Trödler und Möbelhändler die Eigentümer. Besonders interessant: Der Trödler Jonas Samek ließ 1904 das alte Haus abreißen und ein neues erbauen, das für seinen neuen Beruf, „Möbelhändler“, wohl besser geeignet war, wie aus dem Baukonsens hervorgeht. Spuren dieser Tätigkeit, die wohl auch Tischler- und Restauratorarbeiten umfasste, konnten bei einem Hausbesuch gefunden und durch Fotos dokumentiert werden.

Zwischen ca. 1930 und 1954 gehörte das Haus – mit Unterbrechung durch die Beschlagnahme und Enteignung – einem Rechtsanwalt, der hier vor dem 2. Weltkrieg auch seine Kanzlei hatte und einen Raum des Gebäudes der Karl Kraus – Verehrung widmete.

 

Es muss darauf hingewiesen werden, dass bereits der alte Bau eine beachtliche Größe aufgewiesen haben muss, da zum Beispiel laut HV von Ziegler aus dem Jahr 1837 bereits vier Betriebe in diesem Haus untergebracht waren. Über Größe und mögliches Aussehen des alten Hauses wurden vor allem im Kapitel 6.1. Überlegungen angestellt.

 

Obwohl das Biografische eigentlich nur dazu dienen sollte, die Besitzer mit ihren Häusern in Beziehung zu setzen, wurden manchmal auch weitere Daten festgehalten, die für Forscher hilfreich sein könnten. Es wurde großer Wert darauf gelegt, bei allen diesen Informationen die Quellen genau anzugeben und nach Zugängen zu suchen, wie sie bei genealogischen Forschungen und im Bereich der Häuserforschung bevorzugt verwendet werden.

 

Eine Erkenntnis zur Verlässlichkeit einer dieser Quellen selbst:

Beim Vergleich der Angaben in verschiedenen Unterlagen zeigte sich, dass das Lehmann-Adressbuch von Wien mit den unzweifelhaft verlässlichen und aktuellen Grundbüchern sowie mit anderen verbürgten Dokumenten überraschend genau übereinstimmt, sowohl bezüglich des Hausbesitzes als auch bezüglich der Bewohnerlisten. Zwei Beispiele: Die Enteignung 1941 (siehe Grundbuch) spiegelt sich darin wider, dass ab diesem Jahr im Lehmann-Häuserverzeichnis der Name des Eigentümers fehlt, die Emigration des Dr. Oskar Samek im Jahr 1938 äußert sich im Lehmann darin, dass sein Name 1939 im Einwohnerverzeichnis nicht mehr aufscheint.

 

Dass das Haus ab 1866 mit den Familien Neurath und Samek jüdische Besitzer hatte, war dem Autor am Beginn seiner Arbeit nicht bekannt. Das Schicksal des Dr. Oskar Samek, der 1938 alles verlor (auch das geliebte Karl-Kraus-Museum), sowie die überraschende und schockierende Direktheit und Unverfrorenheit, mit der in den Grundbüchern und Bescheiden auf irgendwelche „Gesetze“ und „Verordnungen“ hingewiesen wurde, mit denen den jüdischen Bürgern ihr Eigentum genommen wurde, haben den Autor veranlasst, sich in einem weiteren Artikel mit dem Titel „Drei jüdische Emigranten und ihre Familien – Dr. Oskar Samek, Viktor Ephrussi, Maximilian Resch. Flucht aus Österreich im Jahr 1938“ mit dieser Thematik auseinanderzusetzen und Hintergründe und manche Einzelheiten dieser drei Schicksale ausführlicher zu untersuchen bzw. miteinander zu vergleichen. Voraussichtlicher Publikationstermin: Anfang 2020.

 

Bezüglich des vorliegenden Artikels sind eventuell Updates zu erwarten: Ergänzungen (z. B. aufgrund neuer Informationen), aber auch Berichtigungen (z. B. aufgrund von Leserzuschriften) sind geplant.

 

 

 

Kapitel 8. Abkürzungen

 

 

 

 

Abb. = Abbildung

Bd. = Band

bzw. = beziehungsweise

hg. oder hgg. = herausgegeben

E. = Eigentümer

ehem. = ehemalige(r)

EZ = Einlagezahl (betreffend das Grundbuch)

hl. = heilige(r)

Hrsg. = Herausgeber

HV = Häuserverzeichnis

IKG = Israelitische Kultusgemeinde

Inv.-Nr. = Inventarnummer

J. = Jahr(e)

Jg. = Jahrgang

Joh. = Johann

KNR = Konskriptionsnummer

lt. = laut

M. = Mutter

Mh = Mariahilf

ÖNB = Österreichische Nationalbibliothek

Or.-Nr. = Orientierungsnummer

Parz.-Nr. = Parzellennummer

Pf. = Pfarre

s. = siehe

Stockw. = Stockwerk(e)

T. = Tage

V. = Vater

W. = Wohn. = Wohnung(en)

Wo. = Woche(n)

zust. = zuständig

 

 

 

 

 

Kapitel 9. Quellenverzeichnis

 

 

9.1. Grundbücher und andere amtliche Dokumente

.) Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

.) Grundbuch Braunhirschen, B 199, 2, Gewährbuch D, Fol. 140, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

.) Grundbuch Kloster Pulgarn, B 140 – Grundbuch 9 – Gewährbuch B, Fol. 75 verso, aus dem Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

.) Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 261ff., im Bezirksgericht Fünfhaus, Gasgasse 1 – 7, 1150 Wien

.) Urkundenbuch mit Bescheid 1634 / 1941 zum histor. Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, B-Blatt, Postzahl 10, Bestand des Bezirksgerichtes Fünfhaus

.) Akten der Baupolizei MA 37, Gebietsgruppe West, Spetterbrücke 4, 1160 Wien:

a) Bescheid des Magistrat. Bezirksamtes für den XIV. Bezirk Z. 9415/04 „Jonas und Amalia Samek um Baukonsens“ vom 3. Mai 1904 b) Fassadenplan

.) Antragsformulare von Dr. Oskar Samek 1957 – 1961 / Erhebungen des Fonds zur Hilfeleistung an politisch Verfolgte, die ihren Wohnsitz und ständigen Aufenthalt im Ausland haben / Kopien von Formularen. In welchem Archiv sich die Originale befinden, ist derzeit (noch) nicht bekannt.

 

9.2. Gedruckte Quellen (Häuserverzeichnisse und Adressbücher)

9.2.1. Häuserverzeichnisse 

Wienbibliothek digital / Häuserschematismen und Straßenverzeichnisse /

 

HV 1837 Ziegler „Wegweiser“

Wegweiser, in den Ortschaften: Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf : (Außer der Mariahilfer Linie) ; Mit einem Grundrisse / herausgegeben von Anton Ziegler. Wien 1837

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858749?zoom=4&lat=1198.35425&lon=3406.72581&layers=B (Zugriff: 20.10.2019) (in der Wienbibliothek unter „Karten und Pläne“)

HV 1843 (Schwab)

Neuer, verbesserter Häuser-Schema der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien mit ihren 34 Vorstädten, allen Neubauten und den angränzenden nahen Ortschaften, welche noch zu den Polizei-Bezirken Wiens gehören, als: Währing, Herrnals, Neulerchenfeld, Fünf- und Sechshaus, Rustendorf, Braunhirschengrund, Reindorf und Gaudenzdorf : mit genauer Angabe der Haus-Nummern, der Haus-Eigenthümer, Hausschilder, Gässen, Plätze, Grundobrigkeiten, Polizei- und Pfarr-Bezirken, so wie einem alphabetischen Namens-Verzeichnisse sämmtlicher Haus-Eigenthümer ; mit einem neuen Plane der Stadt und sämmtlichen Vorstädten mit den Haus-Nummern / nach den neuesten und zuverläßigsten Quellen bearb. und hrsg. von Carl Schwab

Wien : Singer und Goering, 1843

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/417212?zoom=2&lat=1797.34226&lon=1159.296&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

HV 1847

Neues, verbessertes und vermehrtes Häuser-Schema der k. k. Haupt- und Residenzstadt Wien : mit ihren 34 Vorstädten, allen Neubauten und den angränzenden nahen Ortschaften, welche noch zu den Polizei-Bezirken Wiens gehören, als: Brigittenau, Währing, Hernals, Neulerchenfeld, Fünf- und Sechshaus, Rustendorf, Braunhirschen, Reindorf, dann Gaudenzdorf ; mit genauer Angabe der Haus-Nummern...

Wien : Singer und Goering, 1847

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/424412?zoom=2&lat=630.395&lon=1172.862&layers=B

(Zugriff: 20.10.2019)

HV 1862 Gemeinde-Schema

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862, S. 7

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344503?zoom=1&lat=216.79309&lon=982.31782&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

HV 1869 (Czapek)

Vollständiges Häuserbuch der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : sammt Umgebung / verf. von Anton Czapek ; hrsg. von Eduard Scholz. Wien : k. k. Hof- u. Staatsdr., 1869

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/zoom/411412?zoom=3&lat=1839&lon=810&layers=B  (Zugriff: 19.10.2019)

HV 1875 (Smöch)

Häuser-Schema der K. K. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien : mit deren zehn Bezirken und den Vororten Simmering, Untermeidling, Obermeidling, Gaudenzdorf, Fünfhaus, Sechshaus, Neulerchenfeld, Ottakring, Hernals, Währing, Weinhaus, Gersthof, Unterdöbling, Oberdöbling, Heiligenstadt, Nussdorf, Brigittenau, Zwischenbrücken, Schüttl, Kriau, Floridsdorf und die neuprojectirte Donaustadt in 15 Plänen / hrsg. von Peter Smöch. Wien 1875

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341801?zoom=3&lat=1873.14655&lon=1160.62125&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341801?zoom=3&lat=1437.83602&lon=1077.69909&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

HV 1888 Kataster der Vororte

Kataster der Vororte Wiens : Handbuch für Ämter, Advocaten, Architekten, Baumeister, Bauunternehmer, Creditinstitute, Hausbesitzer, Capitalisten, Notare etc. / zusammengestellt nach amtlichen Quellen. Wien 1888

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/342956?zoom=3&lat=1292.85421&lon=1004.38716&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

HV 1905 Lenobel

Häuser-Kataster der k. k. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : verfasst auf Grund des vom k. k. Oesterr. Finanz-Ministerium und der Gemeinde Wien zur Verfügung gestellten Quellenmaterials / Hrsg.: Josef Lenobel. XIV. Bezirk, Rudolfsheim. Wien 1905

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/815292?zoom=3&lat=3241.27128&lon=1419.6742&layers=B

(Zugriff: 24.10.2019)

HV 1928 Salzberg 

Häuser-Kataster der Bundeshauptstadt Wien : . 14. und 15. Bezirk / zsgest. auf Grund amtlicher Daten von J. Wolfgang Salzberg. Wien. 1928

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1793048?zoom=2&lat=59.205&lon=1663.28&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

 

9.2.2. Lehmann-Adressbuch von Wien:

 

Adolph Lehmann’s allgemeiner Wohnungs-Anzeiger nebst Handels- u. Gewerbe-Adressbuch für d. k.k. Reichshaupt- u. Residenzstadt Wien u. Umgebung 1. Jahrgang (1859)-63. Jahrgang (1941/42)

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbr/nav/classification/2576047 (Zugriff: 19.10.2019)

 

9.2.3.Handels- und Gewerbs-Schematismus 1862

Handels- und Gewerbs-Schematismus von Wien und dessen nächster Umgebung. Kaulfuß Wtw., 1862. Digitalisiert von Österreichische Nationalbibliothek am 5. Mai 2014

https://books.google.at/books?id=zslcAAAAcAAJ&pg=PA151&dq=Hornung+Franz&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiN4e-A0oLiAhWh_CoKHVRQAKIQ6AEINjAC#v=onepage&q=Hornung%20Franz&f=false (Zugriff: 20.10.2019)

 

9.3. Internet

 

MATRIKEN DER ERZDIÖZESE WIEN / MATRICULA ONLINE

·         Matriken der Pfarre Wien 02., St. Josef, Taufbuch 01-04

·         Matriken der Pfarre Wien 05., St. Josef zu Margareten, Taufbuch 01-014

·         Matriken der Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Taufbuch 01-047

·         Matriken der Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Taufbuch 01-048

·         Matriken der Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-31

·         Matriken der Pfarre Wien 06., Gumpendorf, Sterbebuch 03-07

·         Matriken der Pfarre Wien, 07., Schottenfeld, Trauungsbuch 02-001

·         Matriken der Pfarre Wien, 07., Schottenfeld, Trauungsbuch 02-005

·         Matriken der Pfarre Wien 14., Penzing, Taufbuch 01-02

·         Matriken der Pfarre Wien 14., Penzing, Taufbuch 01-03

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Taufbuch 01-01

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Taufbuch 01-03

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Taufbuch 01-04

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Sterbebuch 03-01

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Sterbebuch 03-04

·         Matriken der Pfarre Wien, 15., Reindorf, Sterbebuch 03-08

·         Matriken der Pfarre Wien, 16., Altottakring, Trauungsbuch 02-06

·         Matriken der Pfarre Gumpoldskirchen, Taufbuch 01-07

·         Matriken der Pfarre Gumpoldskirchen, Trauungsbuch 02-06

 

Die genauen Angaben und die Links siehe in den Fußnoten der entsprechenden Kapitel

 

MATRIKEN DES LANDESARCHIVS OPAVA

 

Geburts- bzw. Taufeintragung für Wenzel Tadler in Olmütz – St. Mořic: 

Landesarchiv Opava / Archiv Olomouc : Pf. Olmütz – St. Mořic / N • inv. č. 5587 • sig. O III 5 • 1760 - 1771 • Olomouc - vnitřní město, Lazce, Řepčín, Neředín, Povel, Novosady, …

Fol. 111, Scan Nr. 60 / 30.9.1761

 

http://digi.archives.cz/da/permalink?xid=be97ef0c-f13c-102f-8255-0050568c0263&scan=60#scan60 (Zugriff: 19.10.2019)

 

Jüdische Matriken

 

.) Matriken der IKG, Buch 1926/ Zahl 1231: Laut Index der jüdischen Matriken von Genteam ist Hilda Spitzer-Samek am 6.6.1926 mit 33 Jahren (geb. 4.12.1893 in Wien) verstorben

 

.) Matriken der IKG, Buch 1928/ Zahl 2586: Laut Index der jüdischen Matriken von Genteam ist Irma Samek am 21.12.1928 mit 37 Jahren (geb. 4.5.1892 in Wien) verstorben

 

.) Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?cc=2028320&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?i=12&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101&cc=2028320

(Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1900, Aufnahme 52, Nr. 427:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33SQ-GBKY-94B?i=51&wc=4692-D2W%3A344266801%2C344266202%2C345960801&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1902, Aufnahme 46, Nr. 385:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-9BKY-9JP?i=45&wc=4692-D2F%3A344266801%2C344266202%2C345965201&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Matriken der IKG, Lit. P, Nr. 2875: lt. Angaben auf dem Geburtsschein der Kinder, z. B. Hilda Samek, geb. 4.12.1893

Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?cc=2028320&wc=4692-DX5%3A344266801%2C344618001%2C344680101 (Zugriff: 26.10.2019)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?i=1019&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Geburtsbuch C 1858 Mai-1864, Aufnahme 53, Nr. 773:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LBKB-8RG?i=52&wc=4692-D6Q%3A344266801%2C344266802%2C344410201&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, 15. Bezirk (Fünfhaus-Sechshaus), Geburtsbuch 1868 -1892, Aufnahme 365, Nr. 1103:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8BKY-4WH?i=364&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

Familysearch / Datenbanken der Mormonen und Findagrave

 

.) Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?cc=2028320&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?i=12&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101&cc=2028320

(Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1900, Aufnahme 52, Nr. 427:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33SQ-GBKY-94B?i=51&wc=4692-D2W%3A344266801%2C344266202%2C345960801&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Sterbebuch 1902, Aufnahme 46, Nr. 385:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-9BKY-9JP?i=45&wc=4692-D2F%3A344266801%2C344266202%2C345965201&cc=2028320 (Zugriff: 24.10.2019)

 

.) Matriken der IKG, Lit. P, Nr. 2875: lt. Angaben auf dem Geburtsschein der Kinder, z. B. Hilda Samek, geb. 4.12.1893

Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?cc=2028320&wc=4692-DX5%3A344266801%2C344618001%2C344680101 (Zugriff: 26.10.2019)

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2Q-H2T?i=1019&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, Wien (alle Bezirke), Geburtsbuch C 1858 Mai-1864, Aufnahme 53, Nr. 773:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-LBKB-8RG?i=52&wc=4692-D6Q%3A344266801%2C344266802%2C344410201&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Österreich, Niederösterreich, Wien, Matriken der Israelitischen Kultusgemeinde, 1784-1911, 15. Bezirk (Fünfhaus-Sechshaus), Geburtsbuch 1868 -1892, Aufnahme 365, Nr. 1103:

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8BKY-4WH?i=364&cc=2028320 (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Familysearch, New York, New York City Municipal Deaths, 1795-1949

https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:2WGX-4PT (Zugriff: 26.10.2019)

 

.) Find A Grave, database and images (https://www.findagrave.com : accessed 01 October 2019), memorial page for Oscar Samek (unknown–28 Jan 1959), Find A Grave Memorial no. 61772886, citing Mount Hebron Cemetery, Flushing, Queens County, New York, USA ; Maintained by Erice Wilcox (contributor 47002678) .

https://www.findagrave.com/memorial/61772886 (Zugriff: 1.10.2019)

 

 DATENSAMMLUNGEN VERSCHIEDENER ORGANISATIONEN:

„Familia Austria“:

.) Datensammlung „Einwohner“

.) Datensammlung „Hochzeiten“

.) Datensammlung „Sterbefälle Wien“

 

„Genteam“:

.) Datensammlung „Wien / Katholische Taufen, Trauungen, Begräbnisse“

.) Datensammlung „Index der jüdischen Matriken“

.) Begräbnisse auf den Wiener Israelitischen Friedhöfen

.) Datensammlung „Sterbeanzeigen in der ‚Neuen Freien Presse‘“

.) Ortsverzeichnis von Österreich, Tschechien, Slowakei, Slowenien

 

STADTPLÄNE VON WIEN:

 

 

1819 Habsburgermonarchie - Franziszeischer Kataster 1819 / Bereich des heutigen Schwendermarkts

online: https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1816976.985522311%2C6138320.194471269%2C1818397.639352705%2C6138738.209469703 (Zugriff: 19.10.2019)

1819 Habsburgermonarchie - Franziszeischer Kataster 1819 / Bereich der heutigen Adresse Reindorfgasse 18

https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1817607.276820822%2C6138256.321049352%2C1818317.603736019%2C6138465.32854857 (Zugriff: 29.10.2019)

1829 Franziszeischer Kataster

von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ → Eingabe „Reindorfgasse 18“ → Historische Stadtpläne → Franziszeischer Kataster 1829

1837 Ziegler „Wegweiser“

Wegweiser, in den Ortschaften: Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf : (Außer der Mariahilfer Linie) ; Mit einem Grundrisse / herausgegeben von Anton Ziegler. Wien 1837

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858749?zoom=4&lat=1198.35425&lon=3406.72581&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

(in der Wienbibliothek unter „Karten und Pläne“)

1862 Gemeinde-Schema

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862, Karte: Aufnahme [16]

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=4&lat=1116.1887&lon=2336.14791&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

1868 Karte der Gemeinde Fünfhaus

Orientirungs-Schema der Gemeinde Fünfhaus (nächst Wien) mit einem Orientirungs-Plane : Nachweis der alten und neuen Benennungen der Gassen, Straßen und Plätze in alphabetischer Ordnung. Wien : Verl. der Gemeinde Fünfhaus, 1868

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/420971?zoom=2&lat=1600&lon=1000&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

1871 Karte von Steinhöffer

Orientirungskarten der Wiener Umgebung / Blatt: 8 (1871) Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim, Gaudenzdorf, Ob. u. Unt. Meidling, Wilhelmsdorf u. Breitensee / entworfen u. gezeichnet nach den neuesten Quellen v. Carl Steinhöffer. Wien : Artaria & Co., 1871

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1827167?zoom=6&lat=2837&lon=3646&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

(Wienbibliothek: unter „Stadtpläne und Karten“)

1875 HV Smöch

Häuser-Schema der K. K. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien : mit deren zehn Bezirken und den Vororten Simmering, Untermeidling, Obermeidling, Gaudenzdorf, Fünfhaus, Sechshaus, Neulerchenfeld, Ottakring, Hernals, Währing, Weinhaus, Gersthof, Unterdöbling, Oberdöbling, Heiligenstadt, Nussdorf, Brigittenau, Zwischenbrücken, Schüttl, Kriau, Floridsdorf und die neuprojectirte Donaustadt in 15 Plänen / hrsg. von Peter Smöch. Wien 1875 / Karte für den Bereich Kirchengasse 18

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341809?zoom=6&lat=2237&lon=3465&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

1888 HV Kataster der Vororte

Kataster der Vororte Wiens : Handbuch für Ämter, Advocaten, Architekten, Baumeister, Bauunternehmer, Creditinstitute, Hausbesitzer, Capitalisten, Notare etc. / zusammengestellt nach amtlichen Quellen. Wien 1888

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/342956?zoom=3&lat=1292&lon=1004&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

1904 Generalstadtplan;

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public / Historische Stadtpläne / Generalstadtplan 1904

2019 Aktueller Stadtplan (2019)

online:  https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/

 

 

WIENBIBLIOTHEK IM RATHAUS:

 

  • Häuserschematismen und Straßenverzeichnisse der Wienbibliothek, online:           https://www.digital.wienbibliothek.at/wbr/nav/classification/425705?s=date  (Zugriff: 19.10.2019)                                                          Im Einzelnen werden die Häuserverzeichnisse in 9.2. unter „Gedruckte Quellen (Häuserverzeichnisse)“ angeführt.

      

WIEN GESCHICHTE WIKI:

 

.) Wien Geschichte Wiki: Rudolfsheim-Fünfhaus

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolfsheim-F%C3%BCnfhaus (Zugriff: 19.10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Rudolfsheim (Vorort)

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rudolfsheim_(Vorort) (Zugriff: 19.10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Vororte

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Vororte (Zugriff: 19.10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Reindorf

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Reindorf (Zugriff: 19.10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Franz Wenzel Dadler

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Franz_Wenzel_Dadler (Zugriff: 6. 10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Braunhirschengrund (Vorort)

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Braunhirschengrund_(Vorort) (Zugriff: 6.10.2019)

.) Wien Geschichte Wiki: Fünfhauser Brauhaus

https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/F%C3%BCnfhauser_Brauhaus (Zugriff: 6.10.2019) 

 

 

ÖSTERREICHISCHE NATIONALBIBLIOTHEK:

 

ÖNB / ANNO – Volltextsuche;  online:

http://anno.onb.ac.at/anno-suche#searchMode=simple&from=1  (Zugriff: 20.10.2019)

 

.) ANNO, Zeitschriftensuche der ÖNB, Wiener Zeitung vom 25. Mai 1850, S. 25

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18500525&query=%22Franz+und+Katharina+Hornung%22&ref=anno-search&seite=25 (Zugriff: 21.10.2019)

.) ANNO – Zeitschriftensuche / Wiener Zeitung vom 15. Juni 1850

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18500615&query=%22Lorenz+Fischer%22+%22Reindorf%22&ref=anno-search&seite=24 (Zugriff: 20.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Neue Freie Presse vom 31.1.1858

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18680131&seite=6&zoom=33&query=%22Neurath%2BSamuel%22~4&ref=anno-search (Zugriff: 24.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 17.10.1863, S. 15

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18631017&seite=15&zoom=38&query=%22Hornung%2BReindorf%22~4&ref=anno-search (Zugriff: 20.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Presse vom 4.9.1864, S. 10

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=apr&datum=18640904&query=%22Reindorf+35%22~4&ref=anno-search&seite=10

(Zugriff: 20.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 5.März 1865, S. 18

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18650305&query=%22Reindorf+35%22~4&ref=anno-search&seite=18

(Zugriff: 20.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 4.3.1866, S. 27

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18660304&query=%22Kirchengasse+18%22~4+%22Reindorf%22&ref=anno-search&seite=27 (Zugriff: 21.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Die Neuzeit vom 21. Juni 1867, S. 12

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=neu&datum=18670621&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=12

(Zugriff: 24.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Morgen-Post vom 5. März 1868

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=mop&datum=18680305&seite=2&zoom=33&query=%22Neurath%2BSamuel%22~4&ref=anno-search (Zugriff: 24.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB: Neues Wiener Tagblatt, 26.6.1877

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=18770626&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=16

(Zugriff: 24.10.2019

.) ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 23. September 1879

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18790923&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=3

(Zugriff: 24.10.2019)

.) ANNO-Projekt der ÖNB: Neue Freie Presse vom 5. März 1902 / S. 17

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19020305&seite=17&zoom=2 (Zugriff: 24.10.2019)

.) ANNO-Suche der ÖNB - Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“ / ANNO-Projekt der ÖNB): Sterbeanzeigen für Jonas Markus Samek in: Neue Freie Presse v. 18. Juni 1932, S. 15

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19320618&seite=15&zoom=2 (Zugriff: 26.10.2019)

 

E-Books der ÖNB:

 

Handels- und Gewerbs-Schematismus 1862

Handels- und Gewerbs-Schematismus von Wien und dessen nächster Umgebung. Kaulfuß Wtw., 1862. Digitalisiert von Österreichische Nationalbibliothek am 5. Mai 2014

https://books.google.at/books?id=zslcAAAAcAAJ&pg=PA151&dq=Hornung+Franz&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwiN4e-A0oLiAhWh_CoKHVRQAKIQ6AEINjAC#v=onepage&q=Hornung%20Franz&f=false (Zugriff: 20.10.2019)

 

 

WEITERE INTERNET-ADRESSEN:

 

"Karl Kraus Online", Projekt der Wienbibliothek im Rathaus und des Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Theorie der Biographie [in: Barbara Sauer und Ilse Reiter-Zatloukal, Advokaten 1938. Das Schicksal der in den Jahren 1938 bis 1945 verfolgten österreichischen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälte, Wien 2010]

https://www.kraus.wienbibliothek.at/person/oskar-samek (Zugriff: 26.10.2019)

 

Christian Schmidt, Karl Kraus: Wiener Stätten

http://www.karl-kraus.net/index.html

http://www.karl-kraus.net/IV.%20Freunde%20und%20Weggefaehrten.htm (Zugriff: 5.11.2019)

 

9.4. Sekundärliteratur

 

Burger 2014

Hannelore Burger, Heimatrecht und Staatsbürgerschaft österreichischer Juden. Vom Ende des 18. Jahrhunderts bis in die Gegenwart. (= Studien zu Politik und Verwaltung. Hg. von Christian Brünner, Wolfgang Mantl, Manfried Welan. Band 108). Böhlau Verlag Wien – Köln – Weimar 2014, S. 72ff.

http://www.boehlau-verlag.com/download/163380/978-3-205-79495-0_OpenAccess.pdf (Zugriff: 24.10.2019)

 

Grieser 1989

Dietmar Grieser, Karl Kraus – Reindorfgasse 18, in: Wiener Adressen. Ein kulturhistorischer Wegweiser von Dietmar Grieser. Frankfurt am Main: Insel-Verlag, 1989, S. 189ff.

 

Hahn 1853

Michael Hahn, Der Bezirk Sechshaus : eine Beschreibung der Ortschaften Braunhirschen, Fünfhaus, Gaudenzdorf, Ober- und Untermeidling mit Wilhelmsdorf, dann Reindorf, Rustendorf und Sechshaus ; in historischer, topographischer, statistischer, commerzieller und industrieller Beziehung / von Michael Hahn. Wien 1853.

Online: https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/titleinfo/372672 (Zugriff: 19.10.2019)

 

Loewy 1925

Siegfried Loewy, Altwiener Familien, Steyrermühl, 1925

Spiesberger 1964 

Ernst Spiesberger, Überblick über die Siedlungsentwicklung im heutigen Raum Rudolfsheim-Fünfhaus bis 1848, in: Jahresbericht 1963/64 des BRG Henriettenplatz, Wien XV. Wien 1964

 

Strejcek 2019

Gerhard Strejcek, Streiten für Karl Kraus, in: Wiener Zeitung, 17.03.2019

https://www.wienerzeitung.at/nachrichten/kultur/literatur/2001567-Streiten-fuer-Karl-Kraus.html (29.10.2019)

 

Weyrich Heimatbuch 1922

Rudolfsheim und Fünfhaus. Ein Heimatbuch. Hgg. v. Edgar Weyrich, Bezirksschulinspektor. Wien 1922, S. 151

 

 

9.5. Abbildungsnachweis

 

Abb. 1. Titelbild. Die unauffällige Fassade des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (9.5.2019)

Abb. 2. Eingangstor des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (9.5.2019)

Abb. 3. Stukkaturen im Flur des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 4. Michael Seeböck als Besitzer des Hauses Reindorf 35 – Grundbuch Braunhirschen B 199, 1a, Dienstbuch A, Fol. 283, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

Abb. 5. Aktueller Stadtplan von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/  Bereich zwischen Anschützgasse und Arnsteingasse

bzw. zwischen Mariahilfer Straße und Sechshauser Straße (Zugriff: 6.10.2019)

Abb. 6. Habsburgermonarchie - Franziszeischer Kataster 1819: Im Zentrum der Bereich zwischen Dreihausgasse (D) und Reindorfgasse (R); zentral der schlossartige Werdenburger Hof mit dem Park

https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1816976.985522311%2C6138320.194471269%2C1818397.639352705%2C6138738.209469703 (Zugriff: 19.10.2019)

Abb. 7a. Skizze nach dem Franziszeischen Katasterplan 1819.

 

In: Ernst Spiesberger, Überblick über die Siedlungsentwicklung im heutigen Raum Rudolfsheim-Fünfhaus bis 1848, in: Jahresbericht 1963/64 des BRG Henriettenplatz, Wien XV. Wien 1964 von Ernst Spiesberger

Abb. 7. Das Fünfhauser Bräuhaus auf einer Karte von Anton Zieglers „Wegweiser“ aus dem Jahr 1837:

Wegweiser, in den Ortschaften: Fünfhaus, Sechshaus, Braunhirschen, Reindorf und Rustendorf : (Außer der Mariahilfer Linie) ; Mit einem Grundrisse / herausgegeben von Anton Ziegler. Wien 1837

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1858749?zoom=4&lat=1198.35425&lon=3406.72581&layers=B (Zugriff: 20.10.2019) (in der Wienbibliothek unter „Karten und Pläne“)

Die Karte ist in diesem Artikel im Vergleich zu Zieglers Häuserverzeichnis um 180° gedreht.

Abb. 8. Orientierungs-Schema der Gemeinde Fünfhaus von 1868. Bereich des alten Bräuhauses.

Orientirungs-Schema der Gemeinde Fünfhaus (nächst Wien) mit einem Orientirungs-Plane : Nachweis der alten und neuen Benennungen der Gassen, Straßen und Plätze in alphabetischer Ordnung. Wien : Verl. der Gemeinde Fünfhaus, 1868

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/420971?zoom=2&lat=1600&lon=1000&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

Die Karte ist in diesem Artikel im Vergleich zur Karte der Gemeinde Fünfhaus um 90° gedreht.

Abb. 9. Aktueller Stadtplan (2019) von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/  Bereich des alten Bräuhauses (Gasgasse 6) (Zugriff: 6.10.2019)

Abb. 10. Wien 15, Gasgasse 6. Ehemalige Fünfhauser Brauerei: Ansicht von rechts über Eck.

Autor Markl, Johann, Datierung: 19.05.1957, Inventarnummer: 162.728A(B), Bildnachweis: ÖNB / Markl

http://www.bildarchivaustria.at/Pages/ImageDetail.aspx?p_iBildID=1916533 (Zugriff: 6.10.2019)

Abb. 11. Das heutige Gebäude in der Gasgasse 6 / Ecke Zwölfergasse 5 am Standort des ehemaligen Fünfhauser Bräuhauses.

Foto: Günter Oppitz (27.9.2019)

Abb. 12. Kartenausschnitt von 1862 aus dem Gemeinde-Schema von Josephine Hackl: Bereich Kirchengasse – Schulgasse – Prinz Carl Gasse

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862.

In der vorliegenden Version ist der Kartenausschnitt im Vergleich zur digitalen Version um 180° gedreht.

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=4&lat=1116.1887&lon=2336.14791&layers=B

Abb. 13. ANNO-Suche der ÖNB, Wiener Zeitung vom 25.5.1850, S. 25: Licitation der Hornung’schen Canalmühle zu Gumpoldskirchen Nr. 79 

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18500525&query=%22Franz+und+Katharina+Hornung%22&ref=anno-search&seite=25 (Zugriff: 21.10.2019)

Abb. 14. Grundbuch Braunhirschen, B 199, 1a, Dienstbuch A, Reindorf 35, Fol. 283. Eintragung von Samuel und Rosa Neurath,

Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

Abb. 15. Historisches Grundbuch Rudolfsheim, EZ 270, Fol. 262, Postzahl 1 / Eintragung von Samuel und Rosa Neurath

Abb. 15a. Grundbuch Braunhirschen, B 199, 2, Gewährbuch D, Fol. 140, Reindorf 35, Verkauf Richter – Neurath, Bestand des Wiener Stadt- und Landesarchivs

Abb. 16. Smöch-Plan 1875: Bereich der Kirchengasse 18 (= Reindorfgasse 18)

Häuser-Schema der K. K. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien : mit deren zehn Bezirken und den Vororten Simmering, Untermeidling, Obermeidling, Gaudenzdorf, Fünfhaus, Sechshaus, Neulerchenfeld, Ottakring, Hernals, Währing, Weinhaus, Gersthof, Unterdöbling, Oberdöbling, Heiligenstadt, Nussdorf, Brigittenau, Zwischenbrücken, Schüttl, Kriau, Floridsdorf und die neuprojectirte Donaustadt in 15 Plänen / hrsg. von Peter Smöch. Wien 1875 / Karte für den Bereich Kirchengasse 18

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341809?zoom=6&lat=2334.83559&lon=3437.82383&layers=B (Zugriff: 24.10.2019)

Im vorliegenden Dokument ist der Kartenausschnitt im Vergleich zur digitalen Version um 90° gedreht.

Abb. 17. ANNO-Suche der ÖNB: Neue Freie Presse vom 31.1.1858: Zerschlagung einer Einbrecher- und Hehlerbande [7]

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nfp&datum=18680131&seite=6&zoom=33&query=%22Neurath%2BSamuel%22~4&ref=anno-search

(Zugriff: 24.10.2019)

Abb. 18. ANNO-Suche der ÖNB: Neues Wiener Tagblatt, 26.6.1877: Warnung

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=nwg&datum=18770626&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=16

(Zugriff: 24.10.2019)

Abb. 19. ANNO-Suche der ÖNB: Wiener Zeitung vom 23. September 1879: Einbruch beim Trödler Samuel Neurath

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=wrz&datum=18790923&query=%22Neurath+Samuel%22~4&ref=anno-search&seite=3 (Zugriff: 24.10.2019)

Abb. 20. Trauungsbuch des Rabbiners Horowitz, Aufnahme 13, Nr. 42

Austria, Vienna, Jewish Registers of Births, Marriages, and Deaths, 1784-1911; https://familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?cc=2028320&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101

https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:33S7-8B2W-PK9?i=12&wc=4692-DXY%3A344266801%2C344266302%2C344577101&cc=2028320

(Zugriff: 24.10.2019)

Abb. 21. ANNO-Suche der ÖNB: Neue Freie Presse vom 5. März 1902 / S. 17: Tod von Samuel Neurath

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“ / ANNO-Projekt der ÖNB)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19020305&seite=17&zoom=2 (Zugriff: 24.10.2019)

Abb. 22. ANNO-Suche der ÖNB:  Neue Freie Presse v. 18. Juni 1932, S. 15: Sterbeanzeigen für Jonas Markus Samek

Hinweis durch eine Genteam-Datenbank (Sterbeanzeigen in der „Neuen Freien Presse“ / ANNO-Projekt der ÖNB)

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?apm=0&aid=nfp&datum=19320618&seite=15&zoom=2 (Zugriff: 26.10.2019)

Abb. 23. Franziszeischer Kataster von Mapire 1819. Südöstlich von der Kirche (Parzellennummer 117) befinden sich – am heutigen Standort von Reindorfgasse 18 – die beiden Parzellen 167 und 169

https://mapire.eu/de/map/cadastral/?layers=3%2C4&bbox=1817607.276820822%2C6138256.321049352%2C1818317.603736019%2C6138465.32854857 (Zugriff: 29.10.2019)

Abb. 24. Franziszeischer Kataster 1829. Karte von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ Bereich des Hauses Reindorfgasse 18 (= heutige Adresse, damals Reindorf KNR 35)

Karte von https://www.wien.gv.at/kulturportal/public/ → Eingabe „Reindorfgasse 18“ → Historische Stadtpläne → Franziszeischer Kataster 1829

Abb. 25. Karte aus Josephine Hackls Gemeinde-Schema von 1862: Bereich von Reindorf KNR 35 (heute Reindorfg. 18).

Gemeinde-Schema / hrsg. von Josephine Hackl. Redacteur: A. Löffler. Wien : Keck & Comp., 1862.

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/344512?zoom=6&lat=1650.04962&lon=2433.09&layers=B (Zugriff: 20.10.2019)

Die Karte ist im Vergleich zum Digitalisat um 180° gedreht.

Abb. 26. Karte Steinhöffer 1871. Bereich der Kirchengasse 18.

Orientirungskarten der Wiener Umgebung / Blatt: 8 (1871) Fünfhaus, Sechshaus, Rudolfsheim, Gaudenzdorf, Ob. u. Unt. Meidling, Wilhelmsdorf u. Breitensee / entworfen u. gezeichnet nach den neuesten Quellen v. Carl Steinhöffer. Wien : Artaria & Co., 1871

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/1827167?zoom=6&lat=2837&lon=3646&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

(Wienbibliothek: unter „Stadtpläne und Karten“)

Abb. 27. Kartenausschnitt aus dem HV 1875 von Smöch – Bereich der Kirchengasse 18

Häuser-Schema der K. K. Reichs-Haupt- und Residenzstadt Wien : mit deren zehn Bezirken und den Vororten Simmering, Untermeidling, Obermeidling, Gaudenzdorf, Fünfhaus, Sechshaus, Neulerchenfeld, Ottakring, Hernals, Währing, Weinhaus, Gersthof, Unterdöbling, Oberdöbling, Heiligenstadt, Nussdorf, Brigittenau, Zwischenbrücken, Schüttl, Kriau, Floridsdorf und die neuprojectirte Donaustadt in 15 Plänen / hrsg. von Peter Smöch. Wien 1875 / Karte für den Bereich Kirchengasse 18

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/341809?zoom=6&lat=2237&lon=3465&layers=B (Zugriff: 29.10.2019)

Im vorliegenden Dokument ist der Kartenausschnitt im Vergleich zur digitalen Version um 90° gedreht.

Abb. 28. Titel: Ansicht von Reindorf. Litographie, koloriert, um 1820 / Digitale Sammlung: Europeana Travel / Inv.-Nr. Pb 18156,219 / ÖNB

http://www.bildarchivaustria.at/Preview/7970676.jpg (Zugriff: 29.10.2019) [13]

Abb. 29. Fassade des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 30. Fassadenplanung lt. Bauplan von 1904. Akten im Archiv der Baupolizei, MA 37 [17]

Abb. 31. Hydrant im Flur des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 32. Schienen für den Transport von Möbeln im Haus Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 33. Flur des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 34. Eingangsbereich zu einer Wohnung im Haus Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 35. Details im Stiegenhaus  des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 36. Abstellvorrichtungen im Stiegenhaus Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 37. Türschnalle im Parterre des Hauses Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 38. Fensterscheiben im Stiegenhaus Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 39. Stiegenhausgeländer Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 40. Ehemals Wohnung von Dr. Oskar Samek im Haus Reindorfgasse 18. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 41. Ehemals Wohnung von Dr. Oskar Samek im Haus Reindorfgasse 18, von der Dachterrasse aus. Foto: Günter Oppitz (22.10.2019)

Abb. 42. Lothringerstr. 6. Wohn- und Sterbehaus von Karl Kraus. Am linken Rand der Fassadenfront ist die Gedenktafel zu sehen.

Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)         

Abb. 43. Gedenktafel für Karl Kraus am Haus Lothringerstr. 6. Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)

Abb. 44. Lothringerstraße 4 – 8. Zurückgesetzter Trakt: Nr. 6, Wohn- und Sterbehaus von Karl Kraus.

Foto: Günter Oppitz (1.10.2019)