3. DIE ALTE LAIMGRUBENKIRCHE UND DIE NACHBARHÄUSER ALS MÖGLICHE VERKEHRSHINDERNISSE

 

Die Situation auf dem Stadtplan 1904 (Abb. 3 im Kapitel 2) und das folgende Foto machen deutlich, dass die alte Laimgrubenkirche – verglichen mit den beiden Nachbarhäusern Nr. 29 und 31 einerseits und dem Haus Nr. 23-25 andererseits – im Jahr 1903 tatsächlich sehr weit in die Fahrbahn reichte.

 

Abb. 5: Titel „Wien 6, Mariahilferstraße 31“

Blick abwärts mit der Laimgrubenkirche an der ursprünglichen Stelle

(aus der Baulinie der Mariahilferstraße herausragend).

Foto: August Stauda 1903

 ÖNB Bildarchiv/ Stauda / Inv.-nr. 1.480F

 

Auf dem Plan von 1887 (Kapitel 2 / Abb. 2) ist jedoch zu erkennen, dass nur eineinhalb Jahrzehnte vorher Kirche und Pfarrhof (Nr. 27) die Baulinie nicht weiter überschritten hatten als andere Gebäude.

 

Die Erklärung: Laut Häuserverzeichnis 1905 von Lenobel wurden die zwei Nachbarhäuser stadtauswärts (Nr. 29 und 31) einige Jahre vorher abgerissen und neu errichtet (Nr. 29: 1894, Nr. 31: 1895), das Eckhaus Fillgradergasse 14 / Identadresse Mariahilfer Straße 23 – 25, also das nächste Haus stadteinwärts, war im Besitz der Gemeinde Wien und wurde 1900 neu errichtet, sodass nur mehr die Kirche und der Pfarrhof als große Verkehrshindernisse übrig blieben. [4]

 

Diese Nachbarhäuser der Kirche und des Pfarrhofs haben daher die verkehrstechnischen Maßnahmen unbeschadet überstanden und haben noch heute die gleiche Fassade wie damals.

 

 

 

Abb. 6: Fassaden der Häuser Mariahilfer Straße 29 und 31

Foto: Autor (2017)

 

 

Abb. 7: Mariahilfer Straße Nr. 27 heute

Foto: Autor (2017)

 

 

Dieses Foto zeigt den früheren Standort der Kirche bzw. jenes Eckhaus (heute Mariahilfer Straße Nr. 27), das an der Stelle der alten Laimgrubenkirche erbaut wurde.

 

 

Der Pfarrhof neben der Kirche stadteinwärts ist allerdings zur Gänze der breiten Einmündung der Theobaldgasse in die Mariahilfer Straße zum Opfer gefallen. Ein Foto gibt einen Eindruck von einem Gebäude, das zur Gänze verschwunden ist.

 

 

 

Abb. 8: Titel „Wien 6, Mariahilferstraße 27“

Schrägansicht von rechts (=Pfarrhof der Laimgrubenkirche; von dieser am rechten Bildrand ein Teil der Fassade)

Foto: August Stauda / Glasplatte 1903

ÖNB Bildarchiv Inv.-Nr. ST 1421F / Stauda 

 

 

Abb. 9: Einmündung der Theobaldgasse in die Mariahilfer Straße

Foto: Autor (2017)

 

Der oben abgebildete Pfarrhof füllte fast den ganzen Platz zwischen dem Haus rechts (heute Nr. 27/ unten Volksbank, früher Standort der Kirche) und dem Haus links (Nr. 25, gleicher Erker wie auf dem Foto von 1903).

 

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[4] HV 1905 (Lenobel); online:

http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/815085?zoom=2&lat=1883.67285&lon=1839.30519&layers=B (Zugriff: 5.7.2017)

online:

http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/815079?zoom=3&lat=1797&lon=1069&layers=B (Zugriff: 5.7.2017)