1.   EINLEITUNG

 

Bei meinen Recherchen für das Geylinghaus (vgl. „Ein Beitrag zur Geschichte der ehemaligen Vorstadt Mariahilf“ / Kapitel 6.3. auf dieser Homepage unter „Häuser“) war zu beobachten, dass das Gebäude (das ehemalige Palais Sommerau, das spätere „Geyling-Haus“) in der Literatur bzw. auf Fotos mit der KNR 1 verbunden wurde, später aber nicht nur mit der Orientierungsnummer 28 (heutige Nummerierung), sondern auch mit Nummer 22.

Die Verwirrung durch die verschiedenen Nummernangaben für ein und dasselbe Haus führte dazu, dass in einzelnen Büchern sogar fälschlich vermutet wurde, die Familie Geyling hätte zwei verschiedene Häuser in der Windmühlgasse besessen.

 

Bei der Suche nach einer tieferen Ursache für eine mögliche Nummernänderung entdeckte ich Zusammenhänge zwischen der Versetzung der alten Laimgrubenkirche von der Mariahilfer Straße in die heutige Windmühlgasse und einer teilweisen Neustrukturierung des ganzen Windmühlviertels. Der Abriss der Kirche und des ehemaligen Klosters und der Neubau des Gotteshauses in einer anderen Gasse ermöglichten am Anfang des 20. Jahrhunderts die Eröffnung von neuen Straßenabschnitten, machten aber auch  Änderungen von Strassenbezeichnungen und Hausnummern im Windmühlviertel von Mariahilf notwendig.

 

Einige Fragen, die in diesem Artikel geklärt werden sollen:

.) An welcher Stelle der Mariahilfer Straße stand die alte Laimgrubenkirche?

.) Ragte sie tatsächlich so weit in die Fahrbahn hinein, dass eine Demolierung notwendig war?

.) Wo stand das frühere Kloster, das spätere Polizeigefangenenhaus?

.) Welche bedeutsamen Veränderungen der Verkehrswege und der Häusernummerierung gab es im Zusammenhang mit der Versetzung der Kirche?

.) Was ist über die Geschichte der jetzigen Kirche St. Josef ob der Laimgrube und das dazugehörige Kloster bekannt?

.) Welchen Hintergrund gibt es für die Bezeichnungen einiger Straßen, die von der Umstrukturierung betroffen waren?

 

Es war nicht das Ziel, über die Berechtigung dieser Maßnahmen zu urteilen, sondern diese Veränderungen in Erinnerung zu rufen bzw. bewusst zu machen. Ich wollte zumindest andeuten, wie die Häuser- und Straßensituation vor 1905 hier war, und die Veränderungen, die nur etwas mehr als 100 Jahre zurückliegen, mit Hilfe von alten und neuen Fotos selbst verstehen bzw. jenen erklären, die mich auf dem Spaziergang durch meinen Wohnbezirk begleiten wollen.
 

Es ist nicht selbstverständlich, dass Gebäude ihren Standort, Straßen ihre Bezeichnung und Häuser ihre Nummer noch am Anfang des 20. Jahrhunderts wechseln – zu einem Zeitpunkt, wo man als Familienforscher, Häuserforscher oder einfach jemand, der sich bei seinen Recherchen an Adressen des Bezirkes Mariahilf orientiert, nicht mit derartigen Veränderungen rechnet.

 

Erst im Anschluss an die Analyse der Verkehrssituation sollen dem Leser auch einige wichtige Informationen über die Geschichte des Windmühlviertels vermittelt werden.

 

Seit dem 13. Juli 2017 gibt es auch eine durchgehende Fassung von diesem Artikel, die ein Hinunterscrollen bis zum Ende der Arbeit ermöglicht. Das Springen zu einem ganz anderen Kapitel ist jedoch weiterhin mit Hilfe der Sitemap möglich: Auswahl der Kapitel entweder durch Cursor auf "Häuser" - "Laimgrubenkirche" - eingeblendete Sitemap oder durch Anklicken von "Sitemap" ganz unten auf der Seite. Eine leichte Orientierung sollte auch durch das Inhaltsverzeichnis und die zahlreichen Bilder gewährleistet sein.