6.5. Mariahilfer Straße 55(Apotheke "Zur Mariahilf", früher "Zum großen Blumenstock")  (vor 1810 Mariahilf 16/ ab 1810 Mariahilf 17) (= Liste 8 und 9)

 

Abb. 34. Mariahilfer Straße 55 / Ecke Barnabitengasse im Jahr 2017, Fassade um 1770

 

 

Die Filialapotheke, die 1774 nahe der Mariahilfer Kirche errichtet wurde, war laut Wien Geschichte Wiki[1] bzw. nach dem Mariahilfer Heimatbuch[2] im Haus mit der KNR Mariahilf 16, dem Haus „Zum großen Blumenstock“, untergebracht. Unter der KNR 16 findet man vor 1795 jedoch das Haus mit dem Schild „Grünes Fassel“. Offenbar ist aber das Eckhaus zur Kleinen Kirchengasse/heute Barnabitengasse gemeint (vorausgesetzt, die Apotheke befand sich am gleichen Standort wie heute). Und dieses Haus hatte bis 1795 die KNR 14 und erst nach der ersten Nummernänderung Nr. 16.[3] Beim Tod von Franz Eisenkohl, „bürg. Apotheker auch des allgemeinen Krankenhaußes“, in diesem Haus am 21. März 1796 im Alter von 40 Jahren wird im Kirchenbuch richtigerweise Mariahilf 16 als Wohnadresse angegeben, da dieses Datum ja schon nach der ersten Nummernänderung liegt. [4] Ursprünglich muss dieses Haus, wie man auch aus der Karte von Huber[5] ersehen kann, zum Barnabitenkloster gehört haben. Im Mariahilfer Heimatbuch liest man darüber: „Der älteste Teil des ehemaligen Barnabitenkollegs, 1684–1686 von Sebastiano Carlone errichtet, befand sich an der Mariahilfer Straße und wurde Ende des 18. Jahrhunderts verkauft.“[6] Es handelt sich wohl um einen merkwürdigen Zufall, dass die beiden nächsten Häuser Richtung Innenstadt einen Zusammenhang mit Apothekern haben:

Beim Haus mit der ersten KNR 13 („Rothe Bretzen“), also beim Nachbarhaus des heutigen Standorts, wird sowohl im HV 1779[7] als auch im HV 1786[8] als Besitzer „Gottfried Dolhopf, gewester Apotheker“ angeführt. Gottfried Dolhopf stirbt auch am 12.5.1789 mit 64 Jahren in diesem Haus. [9] Und im nächsten Haus - mit der ersten KNR 12 („Zum weißen Stern“) - fand ja, wie schon erwähnt, die Aufführung einer Oper von Joseph Haydn statt. [10] Ihr Titel: „Lo Speziale“, das heißt: „Der Apotheker“.

 



[1] Wien Geschichte Wiki: Zur Mariahilf (6, Apotheke).

URL: https://www.wien.gv.at/wiki/index.php/Zur_Mariahilf_(6,_Apotheke) (Zugriff: 11.6.2017)

[2] Blaschek 1926, S. 209.

[3] HV 1798; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/414282 (Zugriff: 11.6.2017)

[4] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-01, Fol. 657, 21.3.1796, 04-Tod_0382

[5] Joseph Daniel von Huber, Vogelschauansicht von Wien, Plan von Wien (42-teilig), 1769-1773, Federzeichnung, Inventarnummer 37062; online: Permalink: http://sammlungenonline.albertina.at/?query=Inventarnummer=[37062]&showtype=record

Vgl. Abschnitt 1.Einleitung (Zugriff: 11.6.2017).

[6] Blaschek 1926, S. 124.

[7] HV 1779; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/409416 (Zugriff: 11.6.2017)

[8] HV 1786; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/420306 (Zugriff: 11.6.2017)

[9] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-01, Fol. 339, 12.5.1789, 04-Tod_0065 

[10] Vgl. Abschnitt 6.3.2

 

 

Abb. 35. Mariahilfer Straße 55 im Jahr 2017, stadtauswärts gesehen

 

 

 

Abb. 36. Die Apotheke "Zur Mariahilf" im Haus Mariahilfer Straße 55 im Jahr 2017