5. Berufe, Betriebe und Einrichtungen, die diese Häuser prägten

 

Im Haus mit der heutigen Nummer Mariahilfer Straße 47 befand sich, wie in den Abschnitten 6.1.1. und 6.1.2. noch näher erläutert wird, die Klavierfabrik der Familie Fritz. In Zusammenhang mit diesem Instrumentenerzeugungsbetrieb stehen offenbar auch verschiedene Berufe von anderen Bewohnern: Münzenberger – Orgelbauer (L1/18), Hafner – Klaviermacher (L2/10), Schiebe – Klavierinstrumentenmacher (L7/23), aber wahrscheinlich auch Wimola – Tochter eines Orgelbauers (L3/16), Schweitzar – Musikmeister und Organist (L4/34), Schudy - Tonkünstler (L 1/30=L3/11= L5/34), Frieb/Fries – Klaviermeister (L4/06=L5/12).

 

Im Nachbarhaus (heute Mariahilfer Straße Nr. 49) gab es den Schlossereibetrieb des Franz Starhon (L3/15). Es ist denkbar, dass manche von den in den Listen 1 und 2 angeführten Schlossern in seinem Betrieb tätig waren, der immerhin dem Haus seinen Namen („Zum Gotischen Schlüssel“) gab. Es gab innerhalb der Häuserkomplexe verschiedene kleinere Gebäude, die als Werkstätten gut geeignet waren (vgl. Abschnitt 6.3.3. Hausbeschreibung aus dem Jahr 1833).

 

Es ist auch anzunehmen, dass die Uhrmacher, die in diesen Häusern ziemlich zahlreich vertreten waren, zusammenarbeiteten, auch wenn sie in verschiedenen Gebäuden wohnten. Man findet zum Beispiel Berufsbezeichnungen wie „Uhrblattschmelzer“ oder „Uhrgehäusemacher“, die auf einen arbeitsteiligen Produktionsprozess hindeuten. Hier lebten  auch Gesellen, die wohl nicht selbstständig waren. Uhrmacher (im weiteren Sinn): Glückstein (L6/05), Holzmann (L1/10), Koch (L6/10), Mürle (L7/16), Johann Petronin (L4/25=L5/29), Nikolaus Petronin (L7/18), Roulet (L4/30), Tschopp (L4/36=L5/42/5) und Viehhauser (L5/44=L7/27). Die Zusammenarbeit könnte in einem Fall auch dadurch begünstigt worden sein, dass es sich bei Johann (L4/25=L5/29) und Nikolaus Petronin (L7/18) um Brüder handelte, die mit den Schwestern Roulet verheiratet waren. Daher ist auch anzunehmen, dass Friedrich Roulet (L4/30) ein naher Verwandter war.

 

Unter den Bewohnern findet sich eine hohe Anzahl von Tischlern: Frank (L1/06), Fröhlich (L1/07), Brauner (L2/02), Kreuzmayr (L2/15), Winkler (L2/29), Maurer (L4/24), Refli (L4/29), Sänger (L5/32), Stader (L8/09).

 

Schuster bzw. Schuhmacher sind ebenfalls stark vertreten:

Plattika (L1/21), Reisinger (L1/23), Mihlhofer (L3/06), Frost (L4/07), Holzdorfer (L4/14), Hubatschek (L4/16, L5/20), Lechner (L4/20, L5/25), Rankl (L4/27), Bruckmayr (L5/06), Friedl (L5/11), Riepel/Rippel (L6/15), Egger (L7/06), Lang Gabriel (L7/13), Lang Johann (L7/14), Wanke (L7/28).

 

Auch eine größere Anzahl von Schneidern lebte in diesen Häusern:

Eisengreber (L2/03), Laborta (L2/16), Sobotka (L3/13), Huber (L4/17), Lehr (L4/21), Sigmund (L5/36), Walter (L5/45), Wiede (L6/20), Mayer (L7/15).

 

Bei den Berufen, die sich mit Metallverarbeitung oder Metallbearbeitung beschäftigen, zeigt sich eine große Vielfalt:

Schlosser: Scharl (L1/27), Gärtner (L2/07), Stumpp (L2/26), Starhon (L3/15)

Spengler: Mittellehner (L2/19)

Mechaniker: Sattler (L4/31)

Gelbgießer: Bundrock (L7/03)

Gürtler (Hersteller von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen aus Metall): Piller (L4/26)

Graveur: Schnidt (L1/28), Purghart (L5/30)

Drahtzieher: Reinhardt (L1/22), Rausch (L3/08), List (L5/26)

Zinngießer: Satory (L3/10), Oppitz (L7/17)

Bronzearbeiter: Böhler (L4/02)

Kupferdrucker: Hofbauer (L 4/12, L5/19), Wenzl (L4/37)

Silberarbeiter: Sommos (L1/32), Sailler (L4/32), Thurner (L5/41)

Vergolder: Zach Franz (L1/38), Zach Anton (L2/30, L3/17), Zentner (L1/39, L3/18) Goldarbeiter: Isak (L2/12), Frey (L3/01), Klein (L6/09), Delgeur (L7/04)