EIN BEITRAG ZUR GESCHICHTE DER EHEMALIGEN VORSTADT

MARIAHILF.

DIE HÄUSER MARIAHILFER STRASSE NR. 47 – 55

IM FRÜHEN 19. JAHRHUNDERT.

Abb. 1. Die Kirche Mariahilf im Jahr 2017

 

IMPRESSUM

 

Copyright © 2017 by Günter Oppitz, Wien

 

Dieser Artikel steht für den kostenlosen Download zur Verfügung und darf nur für rein private Zwecke verwendet und kopiert werden.

 

Jeglicher Verkauf oder eine kommerzielle Verwertung ist ausdrücklich untersagt.

 

Die Rechte für einige Fotos liegen bei bestimmten Institutionen, die direkt bei den Abbildungen und im Abbildungsverzeichnis genannt werden. Eine Veröffentlichung dieser Bilder ohne die ausdrückliche Genehmigung der Lizenzinhaber ist verboten.

 

 

 

VORWORT

 

Der folgende Artikel ist die 2. Version einer Arbeit, die bereits vor etwa eineinhalb Jahren erschienen ist:

 

Günter Oppitz, Ein Beitrag zur Geschichte der ehemaligen Vorstadt Mariahilf. Die Häuser Mariahilfer Straße Nr. 47 – 55 im frühen 19. Jahrhundert; in:

Adler. Zeitschrift für Genealogie und Heraldik. Hg. Heraldisch-Genealogische Gesellschaft „Adler“, Wien, 28. Band, Heft 4, Oktober/Dezember 2015, S. 159ff.

 

Ich möchte an dieser Stelle nochmals dem Redakteur, Herrn Univ.-Prof. Dr. Wolfgang Szaivert, meinen aufrichtigen Dank für die vielen geleisteten Arbeiten und die zahlreichen Anregungen aussprechen, ohne die diese Veröffentlichung nicht möglich gewesen wäre.

 

Da ich aber diesen Artikel kostenlos bzw. ohne Mitgliedschaft und leicht durchsuchbar einer größeren Interessentengruppe zur Verfügung stellen wollte, habe ich mich entschlossen, diese umfangreiche Arbeit auf meine Homepage zu stellen.

 

Um sie den Erfordernissen eines anderen Mediums anzupassen, war es natürlich nötig, zahlreiche Änderungen vorzunehmen. Es war mir auch ein Anliegen, die Arbeit vor allem durch Bilder (zahlreiche Fotos), aber auch durch Ergänzungen (besonders beim Kapitel über das Haus Mariahilfer Straße Nr. 51 bzw. über die adelige Familie Sommerau) zu erweitern.

 

Über "Häuser - Häusernummerierung 1810 Mariahilfer Straße 47 - 55" ist nicht nur eine Gesamtfassung des Artikels zu erreichen, die den Vorteil bietet, die ganze Arbeit nach bestimmten Namen zu durchsuchen, man kann aber über das genannte Insert auch die eingeblendete Sitemap nützen, um ausgewählte Kapitel anzuklicken.

Ich bin mir dessen bewusst, dass wegen der Vielfalt der Aspekte, der großen Zahl von Listen und wegen der unterschiedlichen Interessen der Leser nicht zu erwarten ist, dass viele Besucher der Homepage den ganzen Aufsatz durchlesen werden. Die Sitemap mit den Überschriften der Kapitel soll helfen, sich das herauszusuchen, was für den Einzelnen von Interesse ist.

 

Die Ausarbeitung ist technisch und inhaltlich noch nicht abgeschlossen, und es wird in den nächsten Wochen einige kleine Veränderungen und Verbesserungen geben. Größere Umarbeitungen oder Ergänzungen werden als Updates am Ende des Artikels vermerkt.

 

 

Wien, im Juni 2017                                                                                                   Günter Oppitz

 

 

INHALT

1. Einleitung

 

2. Die Häusersituation von 1798 und 1812.

 

3. Die Bewohnerlisten

 

4. Auswertung der Listen

 

5. Berufe, Betriebe und Einrichtungen, die diese Häuser prägten

 

6. Informationen zu den einzelnen Häusern, einigen Besitzern und zu besonderen Einrichtungen

 

6.1. Mariahilfer Straße 47 (ehemals „Zum grünen Kranz“),

       Hausbesitzer um 1810: Klavierfabrikant Johann Fritz

 

6.2. Mariahilfer Straße 49 (ehemals „Zum gotischen Schlüssel“),

       Hausbesitzer um 1810: Schlossermeister Franz Starhon

 

6.3.1. Mariahilfer Straße 51 (ehemals „Zum weißen Stern“),

       Hausbesitzer um 1810: Stadttandler Valentin Wegmann

 

6.3.2. Weitere Hausbesitzer: u.a. Gottfried von Sommerau

 

6.3.3-6. Mariahilfer Str. 51: Hausbeschreibung 1833, Gasthaus, Schule, Hebammen

 

6.4. Mariahilfer Straße 53 (ehemals „Zur roten Brezen“),

       Hausbesitzer um 1810: Gottfried von Rößler

 

6.5. Mariahilfer Straße 55 (Apotheke „Zur Mariahilf“, früher „Zum großen Blumenstock“),

       Hausbesitzer um 1810: Graf von Haugwitz

 

7. Zusammenfassung

 

8. Verzeichnis der Abkürzungen und Symbole

 

9. Nachweise für die Listen 1-9

 

10. Quellen

1. EINLEITUNG

Im Mittelpunkt dieses Artikels stehen fünf Häuser der Mariahilfer Straße; es handelt sich um den Bereich auf der linken Straßenseite stadtauswärts, der an den Raimund-Hof (Nr. 45) anschließt und mit dem Eckhaus zur Barnabitengasse (bekannt durch die Apotheke „Zur Mariahilf“), also bei der Mariahilfer Kirche, endet.

 

Abb. 2. Aktueller Plan von Wien – Mariahilfer Straße zwischen Barnabitengasse und Capistrangasse

Zunächst sollte nur die Änderung der Konskriptionsnummern dieser fünf Häuser untersucht und erklärt werden. Doch bald stellte sich heraus, dass dafür eine weit größere Quellensammlung nötig war als zunächst gedacht. Und dabei zeigte sich eine solche Fülle an interessanten Details zu den Häusern, ihren Bewohnern, ihren Schicksalen und ihren Beziehungen zueinander, dass es sinnvoll erscheint, diese gesamte Quellenbasis (Erkenntnisse aus den Häuserverzeichnissen, Bewohnerlisten etc.) und die zugehörigen Beobachtungen und Überlegungen darzulegen. Da es sich um eine Quellenaufarbeitung hinsichtlich der Kirchenbucheintragungen handelt, wurde den einzelnen Ereignissen und Personen in anderen Quellen oder der Sekundärliteratur nicht konsequent nachgegangen.

 

Abb. 3. Ansicht der Häuserzeile der Mariahilfer Straße 47 - 55

 

In diesen fünf Häusern spiegelt sich die ganze Vielfalt Wiener vorstädtischen Lebens wider: So begegnen wir einem Klavierfabrikanten, auf dessen Klavieren bereits zu Lebzeiten von Beethoven und Schubert gerne deren Werke gespielt wurden. Hier wohnten zahlreiche Handwerker, einige Wirte und auch Hebammen, die offensichtlich werdenden Müttern Schutz und Unterkunft boten.

 

Wir lernen einige bürgerliche, aber auch einzelne adelige Hausbesitzer kennen. Relativ umfangreich ist das Kapitel über den Freiherrn von Sommerau und seine Familie, in dem die Herkunft dieser Adelsfamilie, bemerkenswerte Ereignisse in ihrem Palais (Legende von Besuchen der Regentin Maria Theresia sowie Aufführung einer Haydn-Oper), bisher nicht allgemein bekannte biografische Details und private und finanzielle Probleme beleuchtet werden. Ein Sohn der Familie war ein sehr verdienstvoller Geistlicher, der 1848 der kaiserlichen Familie loyal zur Seite stand und als Kardinal in Olmütz starb.Wir lernen bürgerliche und adelige Hausbesitzer, die eine Haydn-Oper zur Aufführung brachten, kennen.

 

Zuwanderer aus verschiedenen Gebieten Deutschlands, aus Mähren, aber auch aus Niederösterreich, wohnten hier neben Leutnantswitwen und Künstlern. Wir begegnen den ungewöhnlichen Konskriptionsnummern Mariahilf Nr. 12 1/2 und Mariahilf Nr. 13 1/2. Ein Verlassenschaftsakt informiert uns über die Struktur eines Hauses und die Verwendung seiner Räume, und wir erfahren auch einen Schätzpreis für ein solches Objekt. Von den ehemaligen Hauszeichen hat eines sogar bis heute überlebt: „Der grüne Kranz“ – Hausnummer 47. Für das Haus „Zum weißen Stern“ konnte der Nachweis erbracht werden, dass es ursprünglich mit dem später so genannten „Geyling-Haus“ verbunden war. 

 

 

 

Abb. 4. Die Häuser auf der Karte von Joseph Anton Nagel (1770)

 

Aber zuerst ein kurzer Rückblick auf den Arbeitsprozess, um den Aufbau des ganzen Artikels und seine Intention klarer machen zu können:

 

Heute gibt es in diesem Abschnitt der Mariahilfer Straße fünf Orientierungsnummern: Nr. 47, 49, 51, 53 und 55. Um 1800 waren aber nur vier Konskriptionsnummern vergeben: Mariahilf Nr. 13, 14, 15 und 16, und auch diese waren schon einmal verändert worden - trugen doch die Häuser ursprünglich die Nummern 11-14, wie auf den Karten von Nagel und Huber um 1770 zu sehen ist.

 

Abb. 5. Joseph Daniel von Huber, Vogelschauansicht von Wien, 1769 - 1773

 

Diese Diskrepanz bzw. das Auftreten einer fünften Konskriptionsnummer für diesen Bereich um 1810 war der unmittelbare Anlass für diese Arbeit. Es stellte sich die Frage, welche Häuser von der Adaptierung betroffen waren bzw. ob es in Mariahilf außer den bereits bekannten Neuordnungen der Hausbezeichnungen (1795 bzw. 1829/30) um 1810 eine weitere, bisher weitgehend unbeachtete Änderung der Häusernummerierung gegeben hat. Dafür werden im Abschnitt 2 zunächst die Häuserverzeichnisse analysiert.

 

Da für die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts für Mariahilf keine Konskriptionslisten bzw. Bewohnerlisten erhalten sind, waren die Bewohnerlisten aus Kirchenbucheintragungen für den Zeitraum 1805 – 1817 erst anzufertigen. In Abschnitt 3 werden diese Listen vorgestellt. Um diese lesbar zu gestalten und die Fülle der Daten übersichtlicher präsentieren zu können, wurden die Belege, also die Daten der Kirchenbucheintragungen (Geburts- bzw.Taufeintragungen, Heiratseintragungen und Sterbeeintragungen), von der eigentlichen Bewohnerliste in Abschnitt 3 getrennt und in Abschnitt 9 in der Art eines Anhangs zusammengestellt.

 

Eine erste Durchsicht der Kirchenbucheintragungen ergab aber eine sehr dichte Fülle an Detailinformationen, die auf keinen Fall übergangen werden konnten, da sie auch für Fragestellungen von Lokalhistorikern oder Genealogen von Interesse sein können. Die folgenden Abschnitte bringen Beobachtungen und Beispiele für Auswertungsmöglichkeiten dieser Informationen. Aus den Vergleichen bzw. Auswertungen der Bewohnerlisten (Abschnitt 4) werden nicht nur Erkenntnisse über die damaligen Nummernänderungen gewonnen, sondern es sind auch viele Details über die Bewohner eingearbeitet bzw. wird versucht, Zusammenhänge und Verbindungen zwischen den Personen, z. B. verwandtschaftliche Beziehungen, aufzuzeigen.

 

Abschnitt 5 befasst sich mit den Berufen der Bewohner aller fünf Häuser.

 

Weitere Informationen und Beobachtungen, die sich nicht nur bestimmten Personen zuordnen lassen, sondern direkt mit den einzelnen Häusern, ihren Besitzern bzw. besonderen Einrichtungen zu tun haben, finden sich im Abschnitt 6.

 

Der Abschnitt 7, die Zusammenfassung, erläutert nochmals die Methoden und beantwortet die eingangs gestellte Frage, ob es um 1810 eine zusätzliche Änderung der Häusernummerierung in Mariahilf gegeben hat.

 

Diese Arbeit hat primär also nicht die Erforschung der Häuser und ihrer Bewohner zum Inhalt, sondern stellt vor allem bestimmte Quellen vor und interpretiert sie, ohne dass die Sekundärliteratur völlig aufgearbeitet oder nach weiteren Quellen gesucht wird. Den zeitlichen Rahmen habe ich allerdings bei den Familien von drei Hausbesitzern gesprengt, denen ich relativ viel Platz eingeräumt habe.

 

Hinweise zu den Quellenangaben und zur Zitierweise:

Bei mehreren Familiennamen gibt es verschiedene Varianten. Wenn aus einer bestimmten Quelle zitiert wird (z. B. aus einem bestimmten Häuserverzeichnis), wird normalerweise die dort auftretende Namensform verwendet. Bei zusammenfassenden Texten wird eine häufig auftretende Form gewählt.

 

Bei den österreichischen Matriken wurde oft auf die Angabe von Links verzichtet, es wurden aber zusätzlich zur Buchangabe auch die Seitenangabe und die Nummer der Aufnahme bei Matricula dazugefügt. 

2. DIE HÄUSERSITUATION VON 1798 UND 1812.                       Eine Gegenüberstellung anhand von Häuserverzeichnissen

2.1. Allgemeines zur Nummerierung

 

a)   Um 1775 wurden die Häuser in Mariahilf zum ersten Mal nummeriert.

b)   Eine zweite Nummerierung erfolgte 1795.

c)   Eine weitere allgemein bekannte Änderung der Konskriptionsnummern gab es in Mariahilf 1829/30.

d) In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wurden diese Konskriptionsnummern dann von den Orientierungsnummern (Winklersches System der Hausnummern) abgelöst, die weitgehend den heutigen Nummern entsprechen.

 

2.2. Die Situation nach dem Häuserverzeichnis von 1798[1]

 

Damals waren für den Bereich der heutigen fünf Häuser Mariahilfer Straße Nr. 47 bis Nr. 55 (also bis zum Eckhaus an der Barnabitengasse/damals Kleine Kirchengasse) nur vier Konskriptionsnummern vergeben.

Mariahilf Nr. 13:

Laut HV 1798: frühere KNR 11 / Hauptstraße / Eigentümer: Magdal. Jagatitsch / Hausschild: Grüner Kranz

Mariahilf Nr. 14:

Laut HV 1798: frühere KNR 12 / Hauptstraße / Eigentümer: Freyh. v. Somerauische Erben / Hausschild: Weißer Stern

Mariahilf Nr. 15:

Laut HV 1798: frühere KNR 13 / Hauptstraße / Eigentümer: Gottfr. v. Rößler / Hausschild: Rothe Bretzen

Mariahilf Nr. 16:

Laut HV 1798: frühere KNR 14 / Hauptstraße / Eigentümer: Franz Eisenkohl; dieses Haus wird als letztes vor der Kleinen Kirchengasse (heute Barnabitengasse) angegeben.

 

Betrachtet man diese 4 Häuser, die im HV 1798 bereits die Nummern 13, 14, 15 und 16 haben, auf der Karte von Joseph Anton Nagel von 1773 und in der Vogelschauansicht von Huber aus dem Jahr 1769-1773, die beide noch die erste Nummerierung verwenden, also Nr. 11, 12, 13 und 14,

dann erkennt man:

 

·   Das Haus Mariahilf 11 (im HV 1798: Nr. 13) bestand aus mehreren Häuserblöcken, von denen einer nur eingeschossig war.

·   Das Haus Mariahilf 12 (im HV 1798: Nr. 14) hatte offenbar sehr viele Wohnungen.

·   Das Haus Mariahilf 13 (im HV 1798: Nr. 15) war im Vergleich dazu sehr klein und schmal.

·   Das Haus Mariahilf 14 (im HV 1798: Nr. 16) bildete damals noch mit dem Barnabiten-Kolleg eine Einheit. Für das Gebäude in der Kleinen Kirchengasse ist keine separate Nummer angegeben; die Bezeichnung „P.P.Barnabiten“ auf dieser Karte scheint also für den ganzen Gebäudekomplex von Nr. 14 zu gelten.

 

 

 

 

Abb. 6. Johann Ziegler, "Die Kirche und Kloster zu Maria Hülff und die sogenannte Leimgruben."        

Kolorierte Radierung um 1783 von Johann Ziegler (1750-1812) nach eigener Zeichnung

ÖNB Bildarchiv: Inv. Pb 207586-F.Por., Tafel 19 

 

Die Radierung von Ziegler beweist, dass das Eckhaus das mächtigste Gebäude der Häuserzeile war – die angrenzenden Häuser waren offenbar niedriger. Heute erscheinen Barnabiten – Kolleg und Mariahilfer Straße 55, die aus der Zeit um 1770 stammen und baulich noch immer eine Einheit bilden, im Vergleich zu den Nachbarhäusern eher klein und unscheinbar.

Möglicherweise hat Ziegler die tatsächlichen Dimensionen der weiter entfernten Gebäude nicht genau beachtet. Beim Vergleich mit den Karten von Nagel und Huber treten manche Differenzen auf. Die Atmosphäre wird allerdings sehr eindrucksvoll wiedergegeben.

 

2.3. Die Situation 1812 nach dem Häuserverzeichnis 1812[2] und weitere Änderungen der Nummerierung [3]

 

Mariahilf Nr. 13:

Eigentümer: Joh. Fritz / Hausschild: Grüner Kranz

 

Mariahilf 13 behält als Hausschild den „Grünen Kranz“. Die Familie Fritz ist nun Hausbesitzer (1808 war die Eigentümerin noch Susanna Franz). 1829/30 erhält dieses Haus die Konskriptionsnummer 16; in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird für das Gebäude die Orientierungsnummer Mariahilferstraße 47 vergeben.

Abb. 7. Das alte Hauszeichen "Zum grünen Kranz" auf dem Haus Mariahilfer Straße 47

Mariahilf Nr. 14:

Eigentümer: Franz Starchor (sic!) / Hausschild: Gothischer Schlüssel

Mariahilf 14 hat ein neues Hauszeichen („Gothischer Schlüssel“); als Name des Hausbesitzers wird Franz Starchor angegeben – gemeint ist allerdings Franz Starhon. 1829/30 erhält dieses Haus die Konskriptionsnummer 17; in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird für das Gebäude die Orientierungsnummer Mariahilferstraße 49 vergeben.

Mariahilf Nr. 15:

Eigentümer: Valentin Wegmann / Hausschild: Weißer Stern

Mariahilf 15 hat wie früher Mariahilf 14 das Hausschild „Weißer Stern“, aber einen neuen Hausbesitzer: Valentin Wegmann. (1808 wird Franz Lager als Eigentümer angeführt.) 1829/30 erhält dieses Haus die Konskriptionsnummer 18. In den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird für das Gebäude die Orientierungsnummer Mariahilferstraße 51 vergeben.

Mariahilf Nr. 16:

Eigentümer: Gottfried von Rößler / Hausschild: Rothe Bretzen

Mariahilf 16 hat wie früher Mariahilf 15 das Hausschild „Rothe Bretzen“ und auch den gleichen Besitzer (Gottfried von Rößler). 1829/30 erhält dieses Haus die Konskriptionsnummer 19; in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird für das Gebäude die Orientierungsnummer Mariahilferstraße 53 vergeben.

Mariahilf Nr. 17:

Eigentümer: Graf v. Haugwitz

Es muss sich hier um das Eckhaus handeln, da es im HV 1816 der Kleinen Kirchengasse, im HV 1821 aber wieder der Hauptstraße zugeordnet wird. Mariahilf 17 hat wie früher Nr. 16 kein Hausschild. Die Reihe der adeligen Besitzer, die 1805 mit Martin Edler von Leßner beginnt, setzt sich 1808 mit Ferdinand Graf von Kolloredo und nun mit dem Grafen von Haugwitz fort. 1829/30 erhält dieses Haus die Konskriptionsnummer 20; in den 60er Jahren des 19. Jahrhunderts wird für das Gebäude die Orientierungsnummer Mariahilferstraße 55 vergeben.

 

2.4. Zusammenfassung

 

Es gibt ab 1810 für diesen kleinen Abschnitt der Mariahilfer Hauptstraße also 5 statt 4 Konskriptionsnummern. Die Hausschilder und/oder die Besitzer lassen erkennen, dass es sich um dieselben Gebäude handelt, auch wenn die Nummer gewechselt hat. Auf Grund des neuen Hausschildes „Gothischer Schlüssel“ und der Tatsache, dass der „Weiße Stern“ nach 1810 die Nr. 15 (statt vorher 14) hat, liegt die Vermutung nahe, dass zwischen dem „Grünen Kranz“ und dem „Weißen Stern“ ein neues Gebäude errichtet worden ist oder ein Teil des bereits bestehenden Hauses Nummer 13 um 1810 die Nummer Mariahilf 14 erhalten hat; daraus ergab sich eine Erhöhung der folgenden Nummern; es wurde aus Nr. 14 die Nr. 15, aus Nr. 15 die Nr. 16 und aus Nr. 16 die Nr. 17.

 

Zur Übersicht die folgende Tabelle:

 

1779

 

1798

1812

ab

1829/30

ab

1860

KNR

KNR

Hausname

Besitzer

KNR

Hausname

Besitzer

KNR

ONR

11

13

Grüner Kranz

 

Magdalena Jagatitsch

13

Grüner Kranz

Johann Fritz

16

47

 

 

 

 

14

Gotischer Schlüssel

Franz Starhon

17

49

12

14

Weisser Stern

Freyherr von Sommerau-ische Erben

15

Weisser Stern

Valentin Wegmann

18

51

13

15

Rote

Brezen

Gottfried von Rößler

16

Rote Brezen

Gottfried v. Rößler

19

53

14

16

 

Franz Eisenkohl

17

 

Graf von Haugwitz

20

55



[1] HV steht für Häuserverzeichnis und KNR für Konskriptionsnummer, ONR für Orientierungsnummer, Häuserverzeichnis 1798.

[2] Häuserverzeichnis 1812.

[3] Für die folgenden Angaben auch Häuserverzeichnis 1808 und 1833 und Winkler 1863.

 

3. Die Bewohnerlisten

Bei Matriken der Pfarre Mariahilf von 1805 bis 1817, die die untersuchten Häuser betreffen, werden – aus Gründen der Übersichtlichkeit – in den „Nachweisen für die Listen 1 – 9“ (Abschnitt 9) nur die Art des Ereignisses (Geburt, Heirat, Tod) und das Datum angegeben. Die Eintragungen sind dadurch aber eindeutig definiert. (Vgl. auch Abschnitt 3.2.)

 

3.1. Die Angabe der Konskriptionsnummern in den Kirchenbüchern

 

Um die Vermutung, dass sich die Konskriptionsnummern um 1810 teilweise änderten, zu stützen, wurden in den Kirchenbucheintragungen jene Familien gesucht, die vor und nach 1810 im selben Haus lebten. Da nicht anzunehmen war, dass mehrere Bewohner um 1810 geschlossen ins Nachbarhaus abgewandert wären, konnte man davon ausgehen, dass die Geistlichen, die Barnabiten, in der Pfarre Mariahilf, sorgfältige Kirchenbuchführung vorausgesetzt, bei Eintragung neuer Ereignisse wie Geburten ab dem Jahr 1810 fallweise andere Nummern vermerken würden als vorher, dass man also bei identen Personen unterschiedlichen Konskriptionsnummern begegnen würde. Dass die Schreiber die Nummernänderungen bei den Häusern tatsächlich so aufmerksam registrierten, ist nicht verwunderlich, lagen doch die betreffenden Häuser in der Hauptstraße in unmittelbarer Nähe ihres Kollegs im wahrsten Sinn der Worte „gleich um die Ecke“, und außerdem war ihr Haus selbst auch von der Nummernänderung betroffen.

Auf den folgenden Seiten sind also für den Zeitraum 1805 bis 1817 alle Ereignisse aus den Kirchenbüchern (also den Taufbüchern, Trauungsbüchern und Sterbebüchern) der Pfarre Mariahilf[1] festgehalten, bei denen die Adresse Mariahilf 13, 14, 15, 16 oder 17 vermerkt ist. Aus diesen Verzeichnissen wurden  für die Zeiträume 1805 – 1810 und 1810 – 1817 Bewohnerlisten hergestellt, die in Abschnitt 3.3. zu finden sind. Erfasst sind natürlich nur Personen jener Familien, für die es in diesem Zeitraum eine Geburts-, Heirats- oder eine Sterbeeintragung in den Kirchenbüchern gab.

 

3.2. Zur Anlage der Listen

 

Die Bewohner werden – jeweils alphabetisch geordnet – in den folgenden 9 Tabellen erfasst:

Liste 1: Bewohner des Hauses Mariahilf 13 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 13 /alt“)

Liste 2: Bewohner des Hauses Mariahilf 13 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 13/neu“)

Liste 3: Bewohner des Hauses Mariahilf 14 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 14/neu“)

Liste 4: Bewohner des Hauses Mariahilf 14 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 14 alt“)

Liste 5: Bewohner des Hauses Mariahilf 15 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 15 neu“)

Liste 6: Bewohner des Hauses Mariahilf 15 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 15 alt“)

Liste 7: Bewohner des Hauses Mariahilf 16 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 16 neu“)

Liste 8: Bewohner des Hauses Mariahilf 16 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 16 alt“)

Liste 9: Bewohner des Hauses Mariahilf 17 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 17 neu“)      

  

Die einzelnen Einträge sind je Liste alphabetisch nach dem Haushaltsvorstand gereiht und durchgezählt. Um leichter Bezüge zwischen Personen darstellen zu können, wurde die Listenbezeichnung vorangestellt. L2/13 bedeutet also beispielsweise: 13. Eintrag in der zweiten Liste.

Damit ist auch bei einer Erwähnung bestimmter Personen im weiteren Verlauf des Artikels ein rascher Zugriff auf die Bewohnerlisten gewährleistet. Um die einzelnen Personen leichter über mehrere Listen hinweg verfolgen zu können, wird auf weitere Vorkommen verwiesen: < verweist auf eine frühere Liste, > hingegen auf eine noch folgende: L1/12<L2/13 (Kern, Josef); das heißt Josef Kern begegnet sowohl auf der Liste 1 als auch auf der Liste 2.

 

Folgende Daten der Familien werden angegeben: Haushaltsvorstand, danach (nach dem Buchstaben B) sein Beruf und schließlich (mit F eingeleitet) seine Frau; die Kinder werden nicht namentlich angeführt. Also etwa: L1/10 Holzmann, Johann B: Kleinuhrmacher F: Eva Hölzl, dann Theresia Demut

Um diese Listen überschaubar und lesbar zu halten, wurden die Nachweise aus den Kirchenbüchern in Abschnitt 9 zusammengestellt. Hier finden sich die entsprechenden Daten für Geburten,  Hochzeiten und Sterbefälle. Der Zusatz F zeigt an, dass es sich um den Tod der Frau handelt, K bezieht sich auf den Tod eines Kindes. Bei Todesfällen wird nach dem Schrägstrich, sofern überliefert, das Alter angegeben (a = anni/Jahre, m = menses/Monate). Bei Heiraten wird meist angeführt, welcher Ehepartner aus einem der untersuchten Häuser kommt.

 

Manchmal wurde offenbar bei der Trauung von Dienstmädchen die Adresse ihres Arbeitsplatzes, also von einem der untersuchten Häuser, angegeben. Das Ehepaar scheint aber nur dann in der Bewohnerliste auf, wenn aus weiteren Daten hervorgeht, dass es auch später in diesem Haus gewohnt hat. 

 

Geburten, die offensichtlich nur deshalb unter der Adresse Mariahilf 15 geführt wurden, weil hier eine Hebamme wohnte, werden nicht in der Liste angeführt. (Vgl. dazu Abschnitt 6.3.6. Die Hebammen)

 

Familien, die in beiden Zeiträumen (1805 – 1810 und 1810 – 1817) die gleiche Nummer hatten (betrifft Listen 1 und 2), sind durch Rotfärbung hervorgehoben.

 

Wenn sich die Nummer bei einer Familie im zweiten Zeitraum um 1 erhöht, wird das durch die Farben Grün, Blau, Orange und Violett herausgehoben (Liste 1 sowie Listen 3 bis 8).

 



[1] Matriken der Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf; online:

http://www.data.matricula.info/php/main.php?ar_id=3670#1.

Wegen der großen Menge der Daten, vor allem aber aus Platzgründen, kann auf den Listen nur die Art des Ereignisses und das Datum angegeben werden. 

 

 

3.3. Bewohnerlisten

 

Liste 1:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 13 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 13 /alt“)

 

L1/01

Adamek, Josef

Johanna Graufellner

Kutscher

L1/02

Checcacci, Camillo

Theresia Gassenreiter

ehemaliger Leutnant, Künstler

L1/03

Crecht, Josef

Barbara Schillin

Greißler

L1/04

Devaranne, Simon Peter

Henriette Dauphine geb. Zinke

Seidenzeugappreteur

L1/05

Flamm, Josef

 

Taglöhner

L1/06

Frank, Heinrich

Katharina Meister

Tischlermeister

L1/07

Fröhlich, Bernhard

 

Tischlermeister

L1/08

Gebhard, Josef

Katharina Süßmayer

Tandler

L1/09

Hauser, Josef

Franziska Breuer

Wirtstochter

L1/10

Holzmann, Johann

Eva Hölzl, dann Theresia Demut

Kleinuhrmacher

L1/11

Huth, Georg Thomas

Juliane Stockinger

Drechsler

L1/12 > L2/13

Kern, Josef

Katharina Ruprecht

Maurer

L1/13

Krieghammer, Lorenz

Elisabeth Ferbauer, dann Elisabeth Goll

Kompositionswarenfabrikant

L1/14 > L3/04

Kristl, Johann

Agnes Jura

herrschaftl. Bedienter

L1/15

Leitner, Josef

 

Futtermesser

L1/16 > L3/05

Mick/Mück/Möck, Franz

Anna Wanko

ehemaliger Bestandwirt, Lederverschleißer

L1/17

Müllner, Michael

Witwe Katharina Gebhart geb. Süßmayer

Hausknecht

L1/18 > L3/07

Münzenberger, Franz

Theresia Lippacher

Instrumentenmacher

L1/19

Neumann, Anton

 

Putzwarenhändler

L1/20 > L2/20

Pfeifer, Andreas

Barbara Weisberger

Perückenmacher

L1/21

Plattika, Johann

 

Schuster

L1/22

Reinhardt, Ludwig

Elisabeth geb. Schenzl

Gold- und Silberdrahtzieher

L1/23

Reisinger, Josef

 

Schustermeister

L1/24 > L2/21

Reisky, Johann Nepomuk

Anna Maria Vitz, Eleonore Trenker

Kürschnermeister

L1/25 > L3/09

Rogner, Franz

Josefa Blau

Metallwarenfabrikant

L1/26

Rudolf, Jakob

Walburga Strangfeld

Tabakverleger

L1/27

Scharl, Peter

Maria Anna Heimberger

Schlossermeister

L1/28

Schnidt, Josef

Elisabeth Hesseck

Graveur

L1/29

Schenzl, Josef Georg

 

Posamentierermeister

L1/30 > L3/11

Schudy/Schuti, Johann

Theresia Koller

Tonkünstler

L1/31 > L2/25

Sennes, Simon

Rosina Schraml, Magdalena Riecher

Hoflichtkammerträger

L1/32

Sommos, Johann

Barbara Zimmermann

Silberarbeiter

L1/33

Sussenberger, Franz

 

Fächermacher

L1/34 > L2/27

Wanausek, Johann

Anna Stadler

Drechslermeister

L1/35

Weydmann, Dominik

Rosina Kamer, Marianne Zeißler

Riemer

L1/36 < L2/28

         < L2/14

Weikhart, Josef

Margarethe Vietz

Handelsmann

L1/37

Witta, Karl

 

Bedienter

L1/38 > L3/17

Zach, Franz

 

Vergolder

L1/39 > L3/18

Zentner, Andreas

Katharina Zach

Vergolder

 

Liste 2:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 13 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 13/neu“)

 

L2/01

Birkmayer, Anton

Anna Ganser

Perlenfabrikant

L2/02

Brauner, Franz

Theresia Breinfalk

Tischler

L2/03

Eisengreber, Christian

Witwe Magdalena Richter geb. Schlepek

Garderobeschneider

L2/04

Fritz, Johann

Viktoria Solderer

Klavierinstrumentenmacher, Hausinhaber.

L2/05

Ganser, Mathias

Katharina Gutmann

Landfleischhauer von Zwettl

L2/06

Ganser, Theresia

ledige Dienstmagd von Zwettl

 

L2/07

Gärtner, Franz

Katharina Zengler

Schlosser

L2/08

Geiger, Magdalena

 -

Hausinhaberstochter

L2/09

Gloxner, Karl

Johanna Loibl

Hutmacher

L2/10

Hafner, Gottlieb

Magdalena Gärtner

Klaviermacher

L2/11

Hayduczky, Franz

Rosalia Diringer

Taglöhner

L2/12

Isak, Mathias

Maria Josefa Matern

Goldarbeiter

L2/13 < L1/12

Kern, Josef

Katharina Ruprecht

Maurergeselle

L2/14 < L2/28

          > L1/36

Kraus, Ignaz

Witwe Margarethe Weikhart geb. Vietz

Warensensal

L2/15

Kreuzmayer, Mathias

verheiratet

Tischler

L2/16

Labortha, Jakob

Theresia. Wolf, dann Barbara Galbrunner

Schneidermeister

L2/17

Luger, Johann

Magdalena Kottingweger/Kornweger

Marktfierant, Strickwarenfabrikant

L2/18

Maresch, Johann

Magdalena Griger

Kutscher

L2/19

Mittellehner, Franz

Johanna

Spenglermeister

L2/20 < L1/20

Pfeifer, Andreas

Barbara Weisberger, dann Magdalena  Mitterlechner

Perückenmachermeister

L2/21 < L1/24

Reisky, Johann

Eleonore Trenker

Kürschner

L2/22

Roslovsky, Peter

Maria Theresia Hofmann

Patentalinvalide

L2/23

Schmid, Josef

Schleifer

 

L2/24

Schuller, Katharina

 

 

L2/25 < L1/31

Sennes, Simon

Rosina Schraml, Später Magdalena Riecher

Hoflichtkammerträger

L2/26

Stumpp, Wunibald

Barbara Nißl

Schlossermeister

L2/27 < L1/34

Wanausek, Johann

Anna Stadler

Drechslermeister

L2/28 < L1/36

         < L2/14

Weikhart, Josef

Margarethe Vietz

Handelsmann

L2/29

Winkler, Franz

Magdalena Brüllmann

Tischlergeselle

L2/30 < L3/17

Zach, Anton

Magdalena Dilles

Vergolder

 

 

Liste 3:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 14 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 14/neu“)

 

L3/01

Frey, Franz

Maria Wanko

Goldarbeiter

L3/02

Hehn, Melchior

Maria Anna Bakhorny

Viktualienhändler

L3/03

Hinterstaller, Franz

Theresia Zauckenberger

Glasschneider

L3/04 < L1/14

Kristl/Christl, Johann

Agnes Ehner

Bedienter

L3/05 < L1/16

Mick/Mück/Möck, Franz

Anna Wanko

Lederhändler

L3/06

Mihlhofer, Christian

 

Schuhmacher-Pfründner

L3/07 < L1/18

Münzenberger, Franz

Theresia Lippacher

Klavierinstrumentenmacher

L3/08

Rausch, Magdalena

Franz Rausch

Drahtzieher

L3/09 < L1/25

Rogner, Franz

Josefa Blau

Galanteriewarenfabrikant

L3/10

Satory, Philipp

Franziska König

Zinngießer

L3/11 < L1/30

Schudy, Johann

Theresia Koller

Tonkünstler

L3/12

Schwarz geb. Feigl,

Anna

 

 

Witwe e. herrsch. Kutschers

L3/13

Sobotka, Albert

 

Schneidermeister

L3/14

Soller, Johann

 

Fleischselcher

L3/15

Starhon, Franz Xaver

Eleonora, dann Thekla Wanko

Schlossermeister, Hausinhaber

L3/16

Wimola , Barbara

 

Orgelmacherstochter

L3/17 < L1/38

Zach, Anton

Magdalena Dilles

Vergolder

L3/18 < L1/39

Zentner, Andreas

Katharina Zach

Vergolder

 

Liste 4:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 14 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 14 alt“)

 

L4/01 > L5/04

Binder, Josef

Rosalia Ruck

Bedienter

L4/02

Böhler, Friedrich

Franziska Hertner

Bronzearbeiter

L4/03 > L5/09

Ecker, Josef

Anna Kellner

Milchmann

L4/04

Fischer, Josef

Anna Käfer

Schnaperlmacher

L4/05

Fleischesser, Anton

Theresia Breuner

kein Beruf angegeben

L4/06 > L5/12

Fries/Frieb, Jakob

Anna Böheim

Klaviermeister

L4/07

Frost, Mathias

Constantina Baul

Schuhmachermeister

L4/08

Gabella, Anton

 

akademischer Maler

L4/09

Gruber, Anton

Josefa Obermeyer

Greißler

L4/10

Hager, Josef

Theresia Hugin

Hausmeister

L4/11

Haller von, Anna Maria, Gräfin

 

Generalmajorswitwe

L4/12 > L5/19

Hofbauer, Franz

Franziska Kargl

Kupferdrucker

L4/13

Hofmann, Alois

 

Kartenmaler

L4/14

Holzdorfer, Maria Anna

 

Schuhmacherswitwe

L4/15

Höß, Gregor

Theresia Schober

Weinwirt

L4/16 > L5/20

Hubatschek, Wenzel

Barbara Parubka

Schuhmachermeister

L4/17

Huber, Franz

Anna Senk

Kleidermacher

L4/18

Jourdan, Stefan

 

Handschuhmacher

L4/19

Kassar, Johann

 

Taglöhner

L4/20 > L5/25

Lechner/Lehner, Batholomäus

Anna Heiter

Schuhmachermeister

L4/21

Lehr, Franziska

 

Schneiderswitwe

L4/22 > L5/27

Ludwig, Johann

Barbara Singer

Kürschnermeister

L4/23

Martini, Bartholomäus

Josefa Baumann

Seidenzeugfabrikant

L4/24

Maurer, Georg

Katharina Karlin

Tischlergeselle

L4/25 > L5/29

Petronin, Johann

Elisabeth Roulet

Uhrblattschmelzer

L4/26

Piller, Friedrich

 

Gürtlermeister

L4/27

Rankl, Thomas

Theresia Hellinger

Schuhmacher

L4/28

Regnhult/Regnault, Josef Maria

Barbara Bindl

Bildhauer

L4/29

Refli, Franz

Anna Madl

Tischlermeister

L4/30

Roulet, Friedrich

 

Uhrzifferblattmachergeselle

L4/31

Sattler, Gerhard

Anna Balzrinn/Bayer

Mechaniker

L4/32

Sailler, Johann

 

Silberarbeitergeselle

L4/33

Schwed, Josef

Elisabeth Klein

Bildhauer

L4/34

Schweitzar, Wenzel

Walburga Fischer

Organist, Musikmeister

L4/35

Spitzer, Elisabeth

Anton Spitzer

Hutstulper

L4/36 > L5/42

Tschopp, Anton

Theresia Schwarz

Uhrgehäusemacher

L4/37

Wenzl, Elisabeth

 

Kupferdruckerswitwe

L4/38

Werner, Franz

Barbara Neidhart

Hutmachermeister

L4/39 > L5/47

Wibold, Mathias

Anna Wolf

Strumpfwirkergeselle

L4/40

Zinner, Josef

Theresia Köls

Fragner

 

Liste 5:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 15 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 15 neu“)

 

L5/01

Alkens, Ander

Anna

Stickermeister

L5/02

Bauer, Johann

Anna Skokann

Direktions-Faktor

L5/03

Benauer, Michael

Anna Ruck

Hausmeister

L5/04 < L4/01

Binder, Josef

Rosalia Rock

Bedienter

L5/05

Bolley, Josef

Elisabeth Binsl

Maurergeselle

L5/06

Bruckmayer, Peter

 

Schuhmachermeister

L5/07

Büchlmayer, Ignaz

 

Zimmermaler

L5/08

Colo von, Michael

Juliane Mayer

pensionierter Rittmeister

L5/09 < L4/03

Ecker, Josef

Anna Keller

Milchmann

L5/10

Fasser, Johann

Juliane Haumer

Weinwirt

L5/11

Friedl, Johann

Anna Scharfmann verw. Brükmayer

Schuhmachermeister

L5/12 < L4/06

Fries/Frieb, Josef

(recte Jakob)

 

 

Klaviermeister

L5/13

Frost, Franz

 

Papiermachergeselle

L5/14

Frost, Katharina

 

Witwe eines Papiermachergesellen

L5/15

Giger, Jakob

Elisabeth Weber

Feuerwerker

L5/16

Glaß, Franz

Theresia Gruber

Fuhrmann

L5/17

Grauer, Konrad

Regina Daun

Hausknecht

L5/18

Hascha , Theodor Anton

Agathe Zither

Hosenträgerfabrikant

L5/19 < L4/12

Hofbauer, Franz

Theresia, dann Josefa Mayer

Kupferdrucker

L5/20 < L4/16

Hubaczek, Michael

(Sohn des Wenzel H.)

Johanna Wallisch

Schustermeister

L5/21

Kaar, Barbara

 

Schornsteinfegerswitwe

L5/22

Kittenberger, Leopold

Katharina Munzig

Greißler

L5/23

Korneck , Magdalena

 

oo Gratelträger

L5/24

Kurz, Georg

Barbara Eder verwitwete Höller

Bajonettenscheidenmacher

L5/25 < L4/20

Lechner, Bartholomäus

Anna

Schuhmacher

L5/26

List, Ferdinand Heinrich

Franziska Baur

Gold- und Silberdrahtzieher

L5/27 < L4/22

Ludwig, Johann

Barbara Singer

Kürschnermeister

L5/28

Masson, Johann Isak

Johanna Wilhelmine Floß

Buchdrucker

L5/29 < L4/25

Petronin, Johann

Elisabeth Roulet

Uhrblattschmelzer

L5/30

Purghart, Anton

Elisabeth Unger

Blumeneisengraveur

L5/31

Ruk, Magdalena

 

Witwe eines Bedienten

L5/32

Sänger, Josef

Theresia Tschurda

Tischler

L5/33

Schenk, Anton

Witwe Johanna Kellner

Taglöhner, Witwer

L5/34

Schudy, Johann

Theresia Koller

Tonkünstler

L5/35

Setzer, Franz Josef

Josefa Mach

Gerichtsschreiber

L5/36

Sigmund, Franz

Anna Raneder

Schneider

L5/37

Spitzer, Anton

Rosalia Thurner

Hutstulper, Witwer / Bedienter

L5/38

Steiner, Hermann

Witwe Juliana Colo

 

L5/39

Stöger, Josef

Theresia Verständig

Seidenfabriks-Kompagnon

L5/40

Stöger, Eleonore

 

Weißnäherin

L5/41

Thurner, Josef

Theresia Bauer

Silberarbeiter

L5/42 < L4/36

Tschopp, Anton

Theresia Schwarz

Uhrgehäusemacher

L5/43

Umhammer, Theresia

 

Landschullehrerswitwe

L5/44

Viehhauser, Johann

Anna Maria Lippert

Kleinuhrmacher

L5/45

Walter, Mathias

Anna Punik

Kleidermacher

L5/46

Wegmann, Valentin

Rosalia Sailer

Hausinhaber, Stadttandler

L5/47 < L4/39

Wibold, Mathias

Anna Wolf

Bäcker, Gustobäck

L5/48

Zoller, Josef

 

Oberfeldarzt

 

Liste 6:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 15 von 1805 bis 1810 (= „Mariahilf 15 alt“)

 

L6/01

Baumgartner, Jakob

 

Hausmeister

L6/02

Bruner von, Christina

 

Witwe eines Feldmarschall-Leutnants

L6/03

Brusel, Johann

 

Lederzurichter

L6/04

Fiedler, Mathias

 

Zimmermaler

L6/05

Glückstein, Anton

Eleonore Basler

Uhrmacher

L6/06

Gruber, Jakob

 

Landledermeister

L6/07

Hörner, Franz

 

Bierwirt

L6/08

Jung, Alexander

Anna

Blumenmaler

L6/09

Klein, Josef

Theresia Puramer

Goldschleifer

L6/10

Koch, Leopold Ignaz

Rosa Rotter

Uhrblattstecher

L6/11

Kraus, Johann

 

Landwirt

L6/12

Laworta, Martha

 

Wirtschafterin, Stubenmädchen

L6/13

Prosl, Johann

Anna Gruber

Lederzurichter

L6/14

Pruska, Rosalia

 

ledige Dienstmagd

L6/15 > L7/20

Riepel/Rippel, Andre

Katharina Bintenwiser

Schustermeister

L6/16

Ropetz, Jakob

Elisabeth

Hausmeister

L6/17 > L7/26

Soller, Johann

Barbara Itterspurger

Fleischselcher

L6/18

Tistl, Anna

 

Taglöhnerswitwe

L6/19

Wallinger, Martin

 

Korporal

L6/20

Wiede, Johann

 

Schneider

 

Liste 7:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 16 von 1810 bis 1817 (= „Mariahilf 16 neu“)

 

L7/01

Bautrog , Johann

Sophia Rumgofsky

 

L7/02

Brückler, Franz

Anna Hofmann

herrschaftlicher. Kutscher

L7/03

Bundrock, Johannes

Theresia Erlinger

Gelbgießer

L7/04

Delgeur, Johann

Katharina Hartmann

Goldarbeiter

L7/05

Dorer/Dorrer, Franz

Anna Maria Thenn

Milchmann, Fuhrmann

L7/06

Egger, Johann

Elisabeth Schulz

Schuhmacher

L7/07

Eichinger, Leopold

Barbara Schulz

Maschinist

L7/08

Hebert, Anton

 

Bierwirt

L7/09

Hoch, Karl

Anna Wimmer

Maler

L7/10

Keusch, Adam

Elisabeth Gradwohl

Mehlspeismacher

L7/11

Lachner, Stefan

Magdalena Fererizi

Bestandwirt

L7/12

Landgraf, Anna

-

Dienstmagd

L7/13

Lang, Gabriel (Sohn von Johann Lang)

Cäcilie Seitz

Schustermeister

L7/14

Lang, Johann

Constantia Huber

Schuhmacher

L7/15

Mayer, Franz

 

Schneider

L7/16

Mürle/Merle, Christoph

Elisabeth Baumgartner

Kleinuhrmacher

L7/17

Oppitz, Friedrich Gottfried

Magdalena Krug/Kruch

Polierer/Zinngießergeselle

L7/18

Petronin, Nikolaus

Anna Rollet

Uhrmacher

L7/19

Pfluschke, Anton

Anna Zlabinger

Kürschnermeister

L7/20 < L6/15

Riepel/Rippel, Andre

Katharina Bintenwiser

Schuhmacher

L7/21

Saurbeck, Rosina

 

Witwe e. herrschaftlichen. Verwalters

L7/22

Scherf, Leopold

 

Akzessist

L7/23

Schiebe, Johann Christian

Johanna Christiana Reinbold

Tischler, Klavierinstrumentenmacher

L7/24

Schott, Anna

 

Korbmacherswitwe

L7/25

Schropp, Johann

Witwe Anna Schott geb. Mayer

Korb- und Flechtenmacher

L7/26 < L6/17

Soller, Johann

Barbara Itterspurger

Fleischselcher

L7/27

Viehhauser, Johann

 

Uhrmacher

L7/28

Wanke, Paul

Theresia Hödel

Schuhmacher

 

Liste 8:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 16 von 1805 bis 1810

 

L8/01

Albert, Valentin

Magdalena

Bäckerjunge

L8/02

Bacher, Andreas

Eva Speigler

Maurergeselle, Hausmeister

L8/03

Dauber, Moritz

Franziska Venzina

gräflicher Ferdinand von Colloredo Mansfeldischer Buchhalter

L8/04

Janitsch, Johann

ledig

Eisenhändler

L8/05

Lechner, Michael

Anna Walter

Krämer

L8/06 > L9/03

Parsch/Parscher von, Josef Xavier

Thekla Braun

Gutsherr/Gutsbesitzer und niederösterreichischer Landstand

L8/07

Pechert, Johann

Marianne Ebenauer

Glockengießer

L8/08

Schnelzer, Eleonora

 

Oberleutnantswitwe

L8/09

Stader, Alexius

Juliana

Tischlermeister

L8/10

Stummer, Michael

Theresia

Zuckerbäcker

L8/11 > L9/05

Weingart, Adam Mh

Eva Speigler, verwitwete Bacher

Maurer

 

Liste 9:

Bewohner des Hauses

Mariahilf 17 von 1810 bis 1817 

 

L9/01

Hell, Josef

Maria Anna Zweckler

Ringelschmiedgeselle

L9/02

Hofmann, Johann

Anna Steiner

Sänger und Schauspieler

L9/03 < L8/06

Parsch/ Parscher von, Josef

Thekla von Braun

Rittmeister des Kürassierregiments  Hohenzollern

L9/04

Reitterer, Josef

Sophia Binder

Seidenzeugappreteur

L9/05 < L8/11

Weingart, Adam

Eva Speigler, verwitwete Bacher

Maurergeselle

 

 

4. Auswertung der Listen

Die Entwicklung der Hausnummerierung nach den Kirchenbucheintragungen.

 

Ein Vergleich der Bewohnerlisten macht deutlich, dass es zahlreiche Familien in beiden Zeiträumen (1805–1810 und 1810 – 1817) mit Kirchenbucheintragungen gibt, sodass es möglich ist, eine allfällige Änderung der Nummern bei allen untersuchten Häusern festzustellen.

 

4.1. Vergleich/Auswertung der Bewohnerlisten 1–3

 

Die Adresse Mariahilf 13 (= Nummerierung vor 1810 / heute Mariahilfer Straße 47 und 49), also Haus „Zum grünen Kranz“, wird zwischen 1805 und 1810 (Liste 1) für mehr als 10 Familien angegeben, die auch im Zeitraum 1810 – 1817 mit Eintragungen in irgendeiner Liste vertreten sind. Folgende sieben Namen von Liste 1 werden auch zwischen 1810 und 1817 an der Adresse Mariahilf 13 (heute Mariahilfer Straße 47) genannt (Liste 2):

  • Kern (L1/12 > L2/13) – Josef Kern, Maurer, verheiratet mit Katharina geb. Ruprecht.
  • Pfeifer (L1/20 > L2/20) – Andreas Pfeifer, Perückenmacher, verheiratet mit Barbara geb. Weisberger, später mit Magdalena geb. Mitterlechner.
  • Reisky (L1/24 > L2/21) – Johann Nepomuk Reisky, Kürschnermeister, zuerst verheiratet mit Anna Maria geb. Vitz, ab 1810 mit Eleonore geb. Trenker.
  • Sennes (L1/31 > L2/25) – Simon Sennes, Hoflichtkammerträger, 1. Ehe mit Rosina geb. Schraml, in 2. Ehe verheiratet mit Magdalena geb. Riecher.
  • Wanausek/Wanatschek (L1/34 > L2/27) – Johann Wanausek, Drechslermeister, verheiratet mit Anna geb. Stadler.
  • Weikhart (L1/36 < L2/28) – Josef Weikhart, Handelsmann, verheiratet mit Margaretha geb. Vietz.
  • Zach (L1/38 > L2/20) – Anton Zach, Vergolder, ab1816 verheiratet mit Magdalena geb. Dilles. In Liste 1 wird nicht sein Vorname genannt, sondern der seines Vaters (Franz), bei dem er offenbar bis zur Trauung gewohnt hat.

Sieben Namen von Liste 1 werden jedoch zwischen 1810 und 1817 mit der „neuen“ Nummer Mariahilf 14 (= Haus „Zum Gothischen Schlüssel“, heute Mariahilfer Straße 49) genannt (Liste 3):

  • Kristl (L1/14 > L3/04) – Johann Kristl/Christl, herrschaftlicher Bedienter, verheiratet mit Agnes geb. Jura, später mit Agnes geb. Ehner.
  • Mick/Mück/Möck (L1/16 > L3/05) – Franz Mick, ehem. Bestandwirt, Lederhändler, verheiratet mit Anna geb. Wanko.
  • Münzenberger (L1/18 > L3/07) – Franz Münzenberger, Klavierinstrumentenmacher, verheiratet mit Theresia geb. Lippacher.
  • Rogner (L1/25 > L3/09) – Franz Rogner, Metallwaren-/Galanteriewarenfabrikant, verheiratet mit Josefa geb. Blau.
  • Schudy (L1/30 > L3/11) – Johann Schudy, Tonkünstler, verheiratet mit Theresia geb. Koller.
  • Zach (L1/38 > L3/17) – Anton Zach, Vergolder, ab 1816 verheiratet mit Magdalena geb. Dilles
  • Zentner (L1/39 > L3/18) – Andreas Zentner, Vergolder, verheiratet mit Katharina geb. Zach. 

 Interessant sind die Eintragungen für die Familie Münzenberger: Bei der Taufeintragung vom 12.6.1807 wird als Adresse „Mariahilf Nr. 13“ angegeben, bei der Sterbeeintragung vom 31.7.1811 steht „Mariahilf Nr. 14“, bei der Taufe des Franz Xaver Münzenberger am 2. 5. 1810 findet man bei der Hausnummer der Eltern die seltsame Angabe „Nr. 13 ½“.[1] Das deutet darauf hin, dass Anfang Mai 1810 die Umbenennung eines Teils des Hauses/Grundstücks Mariahilf Nr. 13 bereits unmittelbar bevorstand, aber offiziell noch nicht vollzogen war.

 

 


[1] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-04, Fol. 163, 2.5.1810; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/01-04/?pg=178 =  

03-Taufe_0175 (Zugriff: 9.6.2017).

 

 

Abb.8. Aus der Taufeintragung des Franz Xaver Münzenberger (1810): Adresse (linke Spalte), Vorname des Täuflings und Name der Hebamme (Mittelspalte), Angaben über den Vater (rechte Spalte)

 

 

4.1.1. Verwandtschaftliche Beziehungen im Haus Mariahilf 13 neu / heute Mariahilfer Straße 47 (= Listen 1 und 2)

 

Im Haus Mariahilf Nr. 13 bestanden durch die Schwestern Vietz/Vitz/Fitz verwandtschaftliche Verknüpfungen zwischen den Familien Reisky und Weikhart (L1/36) (später Kraus, L2/14):

 

  • Anna Fitz heiratete im Jahr 1798 in der Pfarre Mariahilf den Witwer Johann Reisky (L1/24), angehenden Kürschner aus Mähren[1]; sie starb bereits am 9.10. 1809 im Alter von 33 Jahren. Reisky heiratete 1810 Eleonore Trenker.
  • Annas Schwester Margarethe Vietz heiratete im Jahr 1808 in der Pfarre Mariahilf den Handelsmann Josef Weikhart (L 1/36) und nach dessen Tod im Jahr 1812 den Warensensal Ignaz Kraus (L2/14). Ob allerdings die Familie Kraus in Mariahilf Nr. 13 wohnte, ist nicht sicher.
  • In Mariahilf Nr. 13 starben Mathias (L2/5) und Theresia Ganser (L2/6), vermutlich Vater und Tochter, wie die Herkunft beider aus Zwettl nahelegt. Sicher eine Tochter von Mathias Ganser war jedoch Maria Anna geb. Ganser, verheiratete Birkmaier (L2/1), die 1806 bei der Trauung zwar eine andere Mariahilfer Adresse hatte[2], im Jahr 1817 aber mit ihrer Familie an der neuen Adresse Mariahilf 13 wohnte.
  • Elisabeth Schenzl, Tochter des Posamentierers Georg Schenzl (L1/29), Mariahilf 13, heiratete am 11.8.1799 in ihrer Heimatpfarre Mariahilf den Drahtzieher Franz Schön. Bei ihrer zweiten Trauung am 26.4.1801 mit dem angehenden Drahtzieher Ludwig Reinhart wohnte die junge Witwe in der Pfarre St. Ulrich[3]. Später logierte die Familie wieder in Mariahilf 13, denn in den Jahren 1806 bis 1808 schien die Familie Reinhart (L1/22) mit dieser Adresse mit drei KB-Eintragungen auf; hier verstarb auch (Josef) Georg Schenzl im Jahr 1808 (L1/29).            

 

Auch die Familien Zentner und Zach waren miteinander verwandt:

 

  • Eine Tochter des Vergolders Franz Zach (L1/38) war mit dem Vergolder Andreas Zentner (L1/39) verheiratet.
  • Ein Sohn des Franz Zach, Anton (L2/30), schien bei seiner Trauung 1816 noch an der Adresse Mh 13 auf; Geburt und Tod der Tochter Anna im Jahr 1817 wurden allerdings an der Adresse Mh 14 vermerkt. (Siehe Nachweise zu L 3/17).

 


[1] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-02, Fol. 67, 12.2.1798; 02-Trauung_0067 

[2] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-03, Fol. 39, 31.7.1806; 02-Trauung_0039 

[3] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 07., St. Ulrich, Trauungsbuch 02-32, Fol. 260, 26.4.1801; 02-Trauung_260 

 

 

4.1.2. Anmerkungen zu Bewohnern des Hauses

Mariahilf 14 neu / heute Mariahilfer Straße 49 (= Liste 1 + 3)

 

a) Die Schwestern Wanko

 

Drei Schwestern, Töchter des Hauers Anton Wanko und seiner Frau Barbara geb. Breyer aus Alt-Schallersdorf (= Starý Šaldorf) in Mähren, waren Bewohnerinnen des Hauses, das vor 1810 die Nummer 13 hatte, ab 1810 jedoch Nr. 14:

Anna (Maria)            * 2.1.1777[1]

Thekla                      * 21.Sept. 1789[2]

Maria (Eva)              * 3. 11. 1796[3]

 

·   Bereits am 1.11.1803 heiratete Anna Wanko in der Pfarre Maria Treu den damaligen Bestandwirten Franz Mick (Mück/Möck) (L1/16).[4] Dieses Paar ist mit 4 Ereignissen zwischen 1805 und 1807 auf der Nr. 13 und mit 2 Ereignissen im Jahr 1811 auf der neuen Nr. 14, also in Starhons Haus, nachweisbar.

·     Am 28.10.1811 heiratete die 22-jährige Thekla Wanko [5] in der Pfarre Mariahilf den 46-jährigen Witwer Franz Starhon (L3/15), also den Besitzer des Hauses Mariahilf 14.

·      Am 5.2.1815 heiratete Maria Wanko den Witwer Franz Frey (L3/1) aus der Josefstadt Nr. 49.[6] Bei der Trauung in der Pfarre Mariahilf wurde die Adresse Mariahilf 14 genannt, bei der Taufe ihres Sohnes Josef Frey im Jahr 1819 wohnte die Familie allerdings im Haus Mariahilf 12.

 

b) Übersiedlung des Tonkünstlers Schudy ins Nachbarhaus

 

Seltsam ist die Situation beim Tonkünstler Johann Schudy (L1/30), für den es Hausangaben mit Mariahilf 13, 14 und 15 gibt. Leicht erklärbar ist, dass die Schreiber im Jahr 1809 zwei Ereignisse der Familie Schudy in Mariahilf Nr. 13 (siehe Nachweis zu L1/30), jedoch eine Geburt im Jänner 1811 in Mariahilf 14 (Nachweis zu L3/11) verzeichnen. Wie sein Trauzeuge, der Instrumentenmacher Franz Münzenberger (Trauzeuge bei der Eheschließung in der Pfarre Maria Hietzing am 23.10.1808[7]), wohnte er also in jenem Bereich des Hauses/Grundstücks Nr. 13, der dann Nr. 14 erhielt. Aber danach muss es eine Übersiedlung ins Nachbarhaus gegeben haben, denn die Geburt im Dezember 1811 und der Tod dieses Kindes im Mai 1812 sind mit Nr. 15 angegeben (siehe Nachweis zu L5/34). Die beiden nächsten Geburten (im August 1813 und im November 1817) fanden übrigens in Mariahilf Nr. 90 statt.

 

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[1] Moravský zemský archiv Brno, Znojmo – Louka 14900, strana 219, Geburt 2.1.1777; online:

http://actapublica.eu/matriky/brno/prohlizec/2300/?strana=219 (Zugriff 9.6.2017).

 

[2] Moravský zemský archiv Brno, Znojmo – Louka 14902, strana 27, Geburt 21.9.1789; online:

http://actapublica.eu/matriky/brno/prohlizec/2302/?strana=27 (Zugriff 9.6.2017).

 

[3] Moravský zemský archiv Brno, Znojmo – Louka 14901, strana 43, Geburt 3.11.1796; online:

http://actapublica.eu/matriky/brno/prohlizec/2301/?strana=43 (Zugriff 9.6.2017).

[4] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 08., Maria Treu, Trauungsbuch 02-05, Fol. 86 (recte 89), 1.11.1803;

03-Trauung_0089 

 

[5] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-03, Fol. 195, 28.10.1811;

02-Trauung_0195 

 

[6] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-04, Fol. 3, 5.2.1815

04-Trauung_0003 

 

[7] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 13., Maria Hietzing, Trauungsbuch 02-01, Fol. 132, 23.10.1808;

02-Trauung_0132 

 

 

 

4.2. Vergleich/Auswertung der Bewohnerlisten 4 und 5

 

Im Haus Mariahilf Nr. 14 (= Nummerierung vor 1810 / „Weißer Stern“ / heute Mariahilfer Straße 51 / LISTE 4) wohnten zwischen 1805 und 1810 zehn Bewohner/Familien, deren Adresse zwischen 1810 und 1817 mit Mariahilf Nr. 15 angegeben wurde (LISTE 5):

 

·        BINDER (L4/01 > L5/04) - Josef Binder, Bedienter, verheiratet mit Rosalia geb. Ruck/Rock.

·        ECKER (L4/03 > L5/09) - Josef Ecker, Milchmann, verheiratet mit Anna geb. Kellner/Keller.

·        FRIEB/FRIESS (L4/06 > L5/12) - Jakob Frieb/Fries, Klaviermeister, verheiratet mit Anna geb. Böheim.

·      HOFBAUER (L4/12 > 5/19) - Franz Hofbauer, Kupferdrucker, verheiratet mit Franziska geb. Kargl, dann mit Theresia, dann mit Josefa geb. Mayer.

·    HUBACZEK (L4/16 > L5/20) - Wenzel Hubaczek, Schuhmachermeister, stirbt im Dezember 1804, sein Sohn Michael Hubaczek, Schustermeister, heiratet 1811 Johanna Wallisch.

·       LECHNER/LEHNER (L4/20 > L5/25) - Bartholomäus Lechner, Schustermeister, verheiratet mit Anna geb. Heiter.

·        LUDWIG (L4/22 > L5/27) - Johann Ludwig, Kürschnermeister, verheiratet mit Barbara geb. Singer.

·        PETRONIN (L4/25 > L5/29) - Johann Petronin, Uhrblattschmelzer, verheiratet mit Elisabeth geb. Roulet.

·      TSCHOPP (L4/36 > L5/42) - Anton Tschopp, Uhrgehäusemacher, verheiratet mit Theresia geb. Schwarz. Der Name erscheint in sehr unterschiedlichen Formen.

·     WIBOLD / WIPOL / BIBOLD (L4/39 > L5/47) - Mathias Wibold, Strumpfwirkergeselle, dann Gustobäck, Beigelbäck, verheiratet mit Anna geb. Wolf.

 

Da sich bei den Familien FROST und SPITZER Unklarheiten bezüglich der Identität bestimmter Personen ergeben, die im Rahmen dieser Untersuchung nicht beseitigt werden können, werden diese beiden Namen für die Auswertung nicht herangezogen. Vor 1810 bzw. ab 1810 werden zwei verschiedene Weinwirte an dieser Adresse genannt, die ihr Lokal in diesem Haus hatten: Höß (L4/15) und Fasser (L5/10). Weitere Details dazu im Abschnitt 6.3.4. 

 

 

4.2.1. Anmerkungen zu Bewohnern des Hauses Mariahilf 15 neu/ heute Mariahilfer Straße 51 (= Listen 4 und 5)

 

Zur Identität einzelner Personen:

 

 

Frieb und Fries (L4/06, L5/12) sind sicher idente Personen. In der Geburtseintragung 1807  ist der Vater eindeutig Jakob Frieb, in der Geburtseintragung 1810 (Geburt des Anton)  Jakob Frieb oder Fries (offensichtliche Unsicherheit des Schreibers), in der Sterbeeintragung von 1811 (Tod des einjährigen Anton) heißt der Vater plötzlich eindeutig Joseph Fries.

Die Ehefrau ist bei beiden Geburtseintragungen Anna B(o)eheim, und es handelt sich bei der Geburtseintragung 1810 und bei der Sterbeeintragung 1811 eindeutig um dieselbe Person, den Sohn Anton. Wahrscheinlichste Lösung: Der Vater hieß Jakob, bei der Sterbeeintragung ist ein Fehler passiert.

 

Die Frau des Josef Binder (L4/01, L5/04) hat zwar in einer Eintragung den Mädchennamen „Ruck“, in der anderen „Rock“, es handelt sich aber zweifelsfrei um dieselbe Person.

 

Auch bei der Ehefrau des Josef Ecker (L4/03, L5/09) ist die Identität trotz der unterschiedlichen Namensformen „Kellner“ und „Keller“ sicher.

 

Etwas komplizierter ist die Situation bei der Frau von Gerhard Sattler (L4/31), die einmal „Anna Balzrinn“ heißt, beim anderen Mal aber „Anna Bayer“ und beide Male als Wirtstochter bezeichnet wird. Es dürfte sich also um dieselbe Person handeln. Aber ob es sich um einen Hörfehler des Schreibers oder um Mädchennamen und Witwennamen handelt, konnte nicht geklärt werden.

 

Unklar ist auch, wer jener Anton Spitzer (L5/37) war, der mit 60 Jahren am 5. 1. 1813 in Mariahilf gestorben ist. Es gab einen Hutstulper namens Anton Spitzer, der zweimal verheiratet war: Seine erste Frau Elisabeth, deren Geburtsnamen wir nicht kennen, starb am 15.4.1811 (L/35). Die Trauung mit Rosalia Thurner fand am 6.11.1811 statt. Alter des Bräutigams: 50 Jahre (L5/37). Die Unklarheit resultiert aus der Sterbeeintragung vom 5.8.1813 (L5/37), die sich zwar bezüglich des Namens und der Adresse, nicht jedoch bezüglich des Berufs und der Altersangabe mit diesen beiden Eintragungen deckt: Jener Anton Spitzer, der 1813 stirbt, ist von Beruf Bedienter, und sein Alter (60 Jahre) weicht beträchtlich von dem ab, das er laut Trauungseintragung von 1811 haben müsste (nämlich 52 Jahre).

 

Bei den Familien Frost (L4/7 und L5/14) kann eine Verwandtschaft vermutet, auf Grund der verschiedenen Berufs- und Altersangaben aber nicht abgesichert werden.

 

Zur Chronologie der Änderung der Konskriptionsnummern

 

Wenn man davon ausgeht, dass ab einem bestimmten Zeitpunkt die neuen Nummern eingetragen wurden, kann man eine Taufe in der Familie Fasser (L5/10) vom 7.7.1810 (bereits Nr. 15 statt 14) als Beleg heranziehen.

 

Bei Anton Spitzer (L5/37) dürfte das allerdings nicht zutreffen: Der Tod von Elisabeth Spitzer, der Frau des Hutstulpers, wurde am 15.4.1811 noch immer mit Mariahilf Nr. 14 eingetragen, erst bei seiner Heirat mit Rosalia Thurner am 6.11.1811 wurde Mariahilf Nr. 15 als Adresse angegeben.

 

Fragwürdige Zuordnung

 

Schwierig ist die Zuordnung der Ereignisse zu den richtigen Häusern bei der Familie Viehhauser:

Die Taufe des Michael Viehhauser am 29. September 1810 ist mit Mariahilf Nr. 15 (L5/44) eingetragen, sein Tod am 5.10.1810 aber mit Mariahilf Nr. 16 (L7/27). Der Tod eines weiteren Kindes am 13. 2. 1811 steht wieder unter Mariahilf Nr. 15 (L5/44). Es ist also am ehesten anzunehmen, dass die Eintragung mit Nr. 16 auf einem Irrtum beruht.

 

 

 

4.3. Vergleich/Auswertung der Bewohnerlisten 6 und 7

 

Für das Haus Mariahilf Nr. 15 („Rothe Bretzen“) (= Nummerierung vor 1810/heute Mariahilfer Straße 53) gibt es im Zeitraum von 1805 bis 1810 (LISTE 6) zwar viele Kirchenbucheintragungen, vor allem Taufeintragungen, aber nur wenige Namen oder unverwechselbare Berufe, bei denen die Adressen zwischen 1810 und 1817 mit der Nummer Mariahilf 16 angegeben werden (LISTE 7):

·   RIEPEL/RIPPEL L6/15 > L7/20) - Andre/Ander Riepel/Rippel, Schustermeister, verheiratet mit Katharina geb. Bintenwiser.

·   SOLLER (L6/17 > L7/26) - Johann Soller, Fleischselcher, verheiratet mit Barbara geb. Ittersburger.

Es gibt 7 Eintragungen, nach denen die Familie Soller im Zeitraum 1805 – 1810 im Haus mit der Konskriptionsnummer 15 gewohnt hat (L6/17), für den Zeitraum 1810 – 1817 (genauer: zwischen dem 14.11.1810 und dem 24.4.1812) gibt es 3 Eintragungen mit der Konskriptionsnummer 16 (L7/26). Auch bei der Toteneintragung vom 10.10.1811 (L3/14) müsste daher Nummer 16 stehen, es wurde aber irrtümlich 14 eingetragen.

 

 

Vor bzw. nach 1810 werden zwei verschiedene Bierwirte an dieser Adresse genannt, die ihr Lokal in diesem Haus hatten: Hörner (L6/7) und Hebert (L7/8). Weitere Details dazu im Abschnitt 6.4.1.

 

4.4. Vergleich/Auswertung der Bewohnerlisten 8 und 9

 

Beim Haus, das im Zeitraum von 1805 bis 1810 die Bezeichnung Mariahilf 16 trug (LISTE 8/ heute Mariahilfer Straße 55) – das Eckhaus zur Kleinen Kirchengasse (heute Barnabitengasse) – finden wir zwei Namen, die sich nach 1810 der Nr. 17 zuordnen lassen (LISTE 9):

 

· PARSCH/PARTSCH/PARSCHER (L8/06 > L9/03) - Josef von Parsch, Gutsherr, Rittmeister des Kürassierregiments Hohenzollern, verheiratet mit Thekla geb. Braun.

·  WEINGART (L8/11 > L9/05) - Adam Weingart, Maurergeselle, verheiratet mit Eva geb. Speigler, verwitwete Bacher.

 

Schon ab 1805 sind Adelige als Hausbesitzer belegt:

1805[1]: Martin Edler von Leßner,

1808[2]: Ferdinand Graf von Kolloredo,

1812[3]: Graf von Haugwitz sowie

1816[4] und 1821[5]: Sophia Gräfin von Haugwitz, geb. Gräfin von Frieß.

 

Sie selbst scheinen zwar nicht in diesem Haus gewohnt zu haben, es dürfte aber gewissen Interessen der verschiedenen adeligen Inhaber gedient haben. Darauf weist auch die Unterbringung der Familien des Moritz Dauber (L8/03), „gräflichen Ferdinand von Colloredo Mansfeldischen Buchhalters“, hin (Taufeintragung des Sohnes Moritz Heinrich vom 17.8.1807) sowie des „Gutsherrn“ Josef von Parsch hin. Es fällt auf, dass der Schreiber in der Taufeintragung von 1808[6] nicht nur den ihm offenbar nicht sehr geläufigen Namen zu „Parscher“ machte, sondern auch das Wort „Gutsbesitzer“ dazuschrieb, dann aber den zweiten Teil strich und sich für die Bezeichnung „Gutsherr“ entschied. 

 

 

 

Abb. 9. Taufeintragung (Ausschnitt) in der Pfarre Mariahilf

von Heinrica Maria von Parsch(er) vom 13.2.1808

 

Die Korrektur ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es in der Pfarre Mariahilf bereits in den Jahren 1805 und 1806 Taufen von Kindern des Joseph Edlen von Parsch gegeben hatte, wenn auch mit der Adresse Mariahilf KNR 38. 1805[7] wurde er als „Gutsherr“ bezeichnet, 1806 [8] als „Gutsbesitzer“. Der Schreiber von 1808 wollte aber offenbar diese letzte Bezeichnung absolut nicht gelten lassen. Möglicherweise spielt dabei der Verkauf der Güter in Althöflein (Großhöflein) an Franz de Paula Graf von Cohary (genau in diesem Jahr 1808) eine Rolle.[9]

Bei der nächsten Taufeintragung im Jahr 1809 steht allerdings wieder „Gutsbesitzer“, im Jahr 1810 dagegen „Gutsherr“.

 

 


[1] HV 1805, S. 141; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/355054 (Zugriff: 9.6.2017).

[2] HV 1808, S. 180; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/354457 (Zugriff: 9.6.2017).

[3] HV 1812, S. 150; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/389687 (Zugriff: 9.6.2017).

[4] HV 1816, S. 188; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/413674 (Zugriff: 9.6.2017).

[5] HV 1821, S. 253; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/437523 (Zugriff: 9.6.2017).

[6] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-04, Fol. 13 / 13.2.1808;

03-Taufe_0013 

[7] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-03, Fol. 231 / 20.9.1805;

02-Taufe_0243  

[8] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-03, Fol. 296 / 8.10.1806;

02-Taufe_0312   

[9] Schweickhardt  1834, Band 3, S. 27; online: https://books.google.at/books?id=G0EvAAAAYAAJ&pg=PA27&lpg=PA27&dq=Parsch+Edler+von&source=bl&ots=rPNqYaeG76&sig=GdPRocp9QxoTTG2J4hDU84XOuek&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjT2aSN5rrJAhXGzRQKHcRZCwQQ6AEIGzAA#v=onepage&q=Parsch%20Edler%20von&f=false  (Zugriff: 9.6.2017)

 

 

5. Berufe, Betriebe und Einrichtungen, die diese Häuser prägten

Im Haus mit der heutigen Nummer Mariahilfer Straße 47 befand sich, wie in den Abschnitten 6.1.1. und 6.1.2. noch näher erläutert wird, die Klavierfabrik der Familie Fritz. In Zusammenhang mit diesem Instrumentenerzeugungsbetrieb stehen offenbar auch verschiedene Berufe von anderen Bewohnern: Münzenberger – Orgelbauer (L1/18), Hafner – Klaviermacher (L2/10), Schiebe – Klavierinstrumentenmacher (L7/23), aber wahrscheinlich auch Wimola – Tochter eines Orgelbauers (L3/16), Schweitzar – Musikmeister und Organist (L4/34), Schudy - Tonkünstler (L 1/30=L3/11= L5/34), Frieb/Fries – Klaviermeister (L4/06=L5/12).

 

Im Nachbarhaus (heute Mariahilfer Straße Nr. 49) gab es den Schlossereibetrieb des Franz Starhon (L3/15). Es ist denkbar, dass manche von den in den Listen 1 und 2 angeführten Schlossern in seinem Betrieb tätig waren, der immerhin dem Haus seinen Namen („Zum Gotischen Schlüssel“) gab. Es gab innerhalb der Häuserkomplexe verschiedene kleinere Gebäude, die als Werkstätten gut geeignet waren (vgl. Abschnitt 6.3.3. Hausbeschreibung aus dem Jahr 1833).

 

Es ist auch anzunehmen, dass die Uhrmacher, die in diesen Häusern ziemlich zahlreich vertreten waren, zusammenarbeiteten, auch wenn sie in verschiedenen Gebäuden wohnten. Man findet zum Beispiel Berufsbezeichnungen wie „Uhrblattschmelzer“ oder „Uhrgehäusemacher“, die auf einen arbeitsteiligen Produktionsprozess hindeuten. Hier lebten  auch Gesellen, die wohl nicht selbstständig waren. Uhrmacher (im weiteren Sinn): Glückstein (L6/05), Holzmann (L1/10), Koch (L6/10), Mürle (L7/16), Johann Petronin (L4/25=L5/29), Nikolaus Petronin (L7/18), Roulet (L4/30), Tschopp (L4/36=L5/42/5) und Viehhauser (L5/44=L7/27). Die Zusammenarbeit könnte in einem Fall auch dadurch begünstigt worden sein, dass es sich bei Johann (L4/25=L5/29) und Nikolaus Petronin (L7/18) um Brüder handelte, die mit den Schwestern Roulet verheiratet waren. Daher ist auch anzunehmen, dass Friedrich Roulet (L4/30) ein naher Verwandter war.

 

Unter den Bewohnern findet sich eine hohe Anzahl von Tischlern: Frank (L1/06), Fröhlich (L1/07), Brauner (L2/02), Kreuzmayr (L2/15), Winkler (L2/29), Maurer (L4/24), Refli (L4/29), Sänger (L5/32), Stader (L8/09).

 

Schuster bzw. Schuhmacher sind ebenfalls stark vertreten:

Plattika (L1/21), Reisinger (L1/23), Mihlhofer (L3/06), Frost (L4/07), Holzdorfer (L4/14), Hubatschek (L4/16, L5/20), Lechner (L4/20, L5/25), Rankl (L4/27), Bruckmayr (L5/06), Friedl (L5/11), Riepel/Rippel (L6/15), Egger (L7/06), Lang Gabriel (L7/13), Lang Johann (L7/14), Wanke (L7/28).

 

Auch eine größere Anzahl von Schneidern lebte in diesen Häusern:

Eisengreber (L2/03), Laborta (L2/16), Sobotka (L3/13), Huber (L4/17), Lehr (L4/21), Sigmund (L5/36), Walter (L5/45), Wiede (L6/20), Mayer (L7/15).

 

Bei den Berufen, die sich mit Metallverarbeitung oder Metallbearbeitung beschäftigen, zeigt sich eine große Vielfalt:

Schlosser: Scharl (L1/27), Gärtner (L2/07), Stumpp (L2/26), Starhon (L3/15)

Spengler: Mittellehner (L2/19)

Mechaniker: Sattler (L4/31)

Gelbgießer: Bundrock (L7/03)

Gürtler (Hersteller von Gebrauchs- und Schmuckgegenständen aus Metall): Piller (L4/26)

Graveur: Schnidt (L1/28), Purghart (L5/30)

Drahtzieher: Reinhardt (L1/22), Rausch (L3/08), List (L5/26)

Zinngießer: Satory (L3/10), Oppitz (L7/17)

Bronzearbeiter: Böhler (L4/02)

Kupferdrucker: Hofbauer (L 4/12, L5/19), Wenzl (L4/37)

Silberarbeiter: Sommos (L1/32), Sailler (L4/32), Thurner (L5/41)

Vergolder: Zach Franz (L1/38), Zach Anton (L2/30, L3/17), Zentner (L1/39, L3/18) Goldarbeiter: Isak (L2/12), Frey (L3/01), Klein (L6/09), Delgeur (L7/04)

 

 

6. Informationen zu den einzelnen Häusern, ihren Besitzern und besonderen Einrichtungen

 

Zur leichteren Orientierung wird die heutige Nummerierung verwendet.

 

6.1. Mariahilfer Straße 47 (ehemals "Zum grünen Kranz")

 

 

(vor 1810 Mariahilf 13 / ab 1810 Mariahilf 13) (= Listen 1 und 2)

 

Abb. 10. Mariahilfer Straße 47 (Doppelhaus) im Jahr 2017

mit dem alten Hauszeichen "Zum grünen Kranz", Fassade von 1910

 

Abb. 11. Fassade des Hauses Mariahilferstraße Nr. 47 im Jahr 1903

Foto: August Stauda (1903)

ÖNB Bildarchiv / Inv. ST 1425F / Stauda

 

6.1.1. Bürgerliche Hausbesitzer als Bewohner

 

Auch wenn es für manche Besitzer dieses Hauses keine Kirchenbucheintragung für die Jahre 1805-1817 mit der entsprechenden KNR gibt, so kann man aus den Häuserverzeichnissen doch einige Einzelheiten rekonstruieren (siehe Abschnitt 2.1. und 2.2.). Als Besitzer des Hauses sind nach den HV   dokumentiert:

· um 1798 Magdalena Jagatitsch, die nach dem Sterbeeintrag in der Pfarre Mariahilf als „bürg. Handelsmannes Wittwe“ am 12. 10. 1808 in Mariahilf Nr. 79 im Alter von 74 Jahren verstorben ist.

·   um 1808 eine Susanna Franz

·   und schließlich ab 1812 die Familie Fritz.

Diese Familie ist in den Jahren 1811 bis 1817 mit insgesamt sechs Kirchenbucheintragungen vertreten (siehe Nachweis zu L2/04 in Abschnitt 9).       

Johann Fritz wurde 1772 (lt. Heiratseintragung) oder 1774 (lt. Sterbeeintragung) in Salmünster in Hessen-Kassel geboren. Seine Eltern waren Johann Fritz und Christina geb. Harnischfeger. Am 20. November 1808[1] heiratete er mit 36 Jahren in der Pfarre Wien, 02., St. Josef, die 21-jährige Viktoria Solderer, geb. am 23.3.1787 in Zöbing Nr. 15 (Pfarre Zöbing), Tochter des verstorbenen Weinhauers Johann Solderer und seiner ebenfalls verstorbenen Frau Anna Maria geb. Liebl [2].

Johann Fritz wurde bei seiner Hochzeit jedenfalls als „Instrument Macher“ bezeichnet und wohnte damals „Nr. 62 an der Wienn“. Viktoria Fritz geb. Solderer starb am 28.2.1856 an der Adresse Mariahilf 16.[3] Der Hausinhaber Johann Fritz starb am 25.5.1864 mit 90 Jahren an der heutigen Adresse Mariahilferstr. 47.[4] Johann und Viktoria Fritz hatten acht Kinder, von denen einige allerdings früh verstarben:

1) Das erste Kind, Josefa Viktoria, kam am 31.8.1809 noch an der Adresse Laimgrube Nr. 62 zur      

    Welt[5]. Es starb am 18.2.1817 mit 7 ½ Jahren an der Adresse Mariahilf 13 (Pfarre Mariahilf).

    Die folgenden Kirchenbucheintragungen beziehen sich auf die Adresse Mariahilf Nr. 13 (Pfarre           Mariahilf):

2) Aloisia Josefa, geboren am 11.5.1811, gestorben am 23.1.1812 (mit 8 Monaten)

3) Aloisia Rosina, geboren am 7.6.1812

4) Adolf Johann, geboren am 5.4.1814, gestorben am 5.4.1814 (mit 4 Jahren)

5) Gustav, geboren am 21.5.1815

6) Adolf Franz, geboren am 16.12.1818

7) Josef Franz, geboren am 13.2.1820

8) Karl Franz, geboren am 9.6.1824

 

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[1] Trauung: Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 02., St. Josef, Trauungsbuch 02-02, Folio 369 / 20.11.1808 / 03-Trauung_0186

[2] Taufe von Viktoria Solderer:Diözese St. Pölten, Pfarre Zoebing, Taufbuch 01-06, Fol. 4 / 23.3.1787 / Taufe_0004 

[3] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-07, Fol. 306 / 28. 2. 1856 / 03-Tod_0309 

[4] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-09, Fol. 34 /25. 5. 1864 / 03-Tod_0034 

[5] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., St. Josef ob der Laimgrube, Taufbuch 01-10, Fol. 46 31.8.1809 / 02-Taufe_0246 

 

 

 

Abb. 12. Firma Johann Fritz, Grand Piano, um 1815

 

 

 

6.1.2. Werkstätte bzw. Firma im Haus

 

Johann Fritz (L2/04) eröffnete in seinem Haus eine Klavierfabrik, die mehr als 100 Jahre bestand. In den ersten Jahrzehnten leitete er sie selbst, dann scheint er aber nur mehr als Hausinhaber auf, und ein gewisser Josef Fritz dürfte den Instrumentenbau übernommen haben.

 

Wer war dieser Josef Fritz?

 

Am 20.8.1838 heiratete an der Adresse Mariahilf Nr. 16 (vor der Nummernänderung von 1829/30: Mariahilf Nr. 13) ein gewisser Kaspar Joseph Fritz aus Salmünster in Hessen, 30 Jahre alt, Klavierinstrumentenmacher, Sohn des verstorbenen Johann Fritz und der Elisabeth geb. Wirthmann, die 25-jährige Katharina Mayer aus Zöbing.[1] Es handelte sich um einen Neffen des Hausinhabers, der nun auch in Wien lebte. Es kann sich jedenfalls nicht, wie immer wieder fälschlich behauptet wird [2], um den Sohn des Wiener Hausbesitzers Johann Fritz handeln, da dessen Kind namens Josef erst 1820 geboren wurde[3] und zum Zeitpunkt der Trauung erst 18 Jahre, nicht aber 30 Jahre alt war.

(Kaspar) Josef Fritz wird z. B. im Jahr 1864[4] als Klaviermacher im Haus „Zum grünen Kranz“ genannt und scheint 1875[5] unter Josef Fritz & Sohn im Lehmann-Adressverzeichnis in der Mariahilferstr. 47 auf. Josef Fritz starb am 18.10.1877 mit 69 Jahren in der Mariahilferstr. 47 als „bürg. Claviermacher, Witwer, von Salmünster in Churhessen gebürtig“[6]. Als Hauseigentümer wurden 1885 jedoch Gustav, Adolf und Karl, drei Söhne des mittlerweile verstorbenen Johann Fritz, genannt, die mit Instrumentenbau nichts zu tun hatten.[7] Im Jahr 1900 gab es die Firma „J. Fritz & Sohn“ als Pianoforte-Fabrik an der Adresse Mariahilferstr. 47 noch immer.[8] Als Inhaber wurde der Sohn des verstorbenen (Kaspar) Josef Fritz, der am 20.10.1844 in diesem Haus geborene Wilhelm Fritz[9], genannt. Über das berufliche Wirken von Johann Fritz bzw. über seine Klavierfabrik ist nur wenig bekannt. Der Klavier- und Cembalobauer Detmar Hungerberg schreibt über ihn:

Einer der berühmtesten und bedeutendsten Klavierbauer zu Beginn des 19. Jahrhunderts war Johann Peter Fritz. Fritz gehörte zur Elite der Wiener Klavierbauer. Das von ihm im Jahre 1806 gegründete Unternehmen hat über ein Jahrhundert bestanden. Seine Klaviere waren berühmt für die Eleganz ihrer Klangfarben, die schönen Proportionen und die handwerkliche Sorgfalt in der Ausführung des Möbels.[10]

 

 

Weitere Fragen über verwandtschaftliche Beziehungen innerhalb der Familie Fritz und über die Klavierfirma (z. B. Gründungsjahr, Beziehungen zur Stadt Graz) können in diesem Rahmen nicht beantwortet werden.

 

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[1] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Trauungsbuch 02-07, Fol. 112, 20.8.1838, 02-Trauung_0030

[2] Hopfner 1999, S. 141 f.

[3] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-06, Fol. 244 / 13.2.1820; 03-Taufe_0287 

[4] Lehmann 1864, S. 168; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/25369 (Zugriff: 9.6.2017).

[5] Lehmann 1875, S. 173; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/32986 (Zugriff: 9.6.2017).

[6] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-10, Fol. 130 / 18.10.1877; 04-Tod_0132 

[7] Schlesinger 1885, S. 320; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/pageview/408366 (Zugriff: 9.6.2017).

[8] Lehmann 1900 Bd. 2, S. 28; online: http://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/87654 (Zugriff: 9.6.2017).

[9] Erzdiözese Wien, Pfarre Wien Stadt, 06., Mariahilf, Taufbuch 01-11, Fol. 439 / 20.10.1844; 03-Taufe_0493 

 

 

Abb. 13. Klavier der Firma Fritz 1815

 

6.2. Mariahilfer Straße 49 (ehemals "Zum gotischen Schlüssel")

 

(vor 1810 Mariahilf 13/ ab 1810 Mariahilf 14) ( = Liste 1 und 3)

 

 

Abb. 14. Mariahilfer Straße Nr. 49 im Jahr 2017, Fassade von 1910

 

 

Abb. 15. Fassade des Hauses Mariahilferstraße Nr. 49 (Haus "Zum gotischen Schlüssel") im Jahr 1903

Foto: August Stauda (1903)

ÖNB Bildarchiv / Inv. ST 1426F / Stauda

 

6.2.1. Bürgerliche Hausbesitzer als Bewohner

Auch für die Familie STARHON, Besitzer des Hauses mit der „neuen“ Nummer 14, gibt es im Zeitraum von 1811 bis 1814 sechs Eintragungen. Franz Xaver Starhon (L3/15) stammte aus Boskowitz in Mähren. Er war der Sohn des Ziegelbrennermeisters Johann Starhon und seiner Frau Maria Anna geb. Badal. Er war mindestens drei Mal verheiratet.