7. HAUSGESCHICHTE – ÜBERSICHTSTABELLE, GRÖSSE BZW. BAUALTER

 

7.1. Altes und neues Haus am Standort Ecke Windmühlgasse 15 / Stiegengasse 20 in Häuserverzeichnissen

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Laimgrube

Hausname/ Straßenname

Besitzer

1778 (Trattnern)

Nr. 92

Johann der Täufer / Durch die Rothgasse auf dem Berg an der Windmühle an dem Ecke r(echter) H(and)

Johann Kreipner, Fleischselcher

1779 (Ponty)

Nr. 92

Durch die Gasse auf dem Berg, an der Windmühl am Eck rechts

Johann Kreipner, bürg. Fleischselcher

1786 (Fischer)

Nr. 92

Durch die Gasse auf dem Berg, an der Windmühl am Eck rechts

Johann Kreipner, bürg. Fleischselcher

1789 (Hofer)

Nr. 92

In dem Windmühlgassel an dem Eck rechts

Johann Kreipner, bürg. Fleischselcher

1796

Nr. 136

Windmühlgasse, 1 Stockwerk

Leonard Amon

1798

Nr. 136, früher 92

Windmühlgasse

Leonhard Amon

1805 (Grosbauer)

Laimgrube und Wien Nr. 136

Windmühlgasse

Leonhard Amon

1808 (Grosbauer)

Laimgrube und Wien Nr. 136

Windmühlgasse

Leonhard Amon

1812 (Fraißl)

Laimgrube und Wien Nr. 136

Johann der Täufer / Windmühlgasse

Leonhard Amon

1816 (Gutjahr)

Laimgrube und Wien Nr. 136

Windmühlgasse

Leonhard Amon

1821 (Gutjahr)

Laimgrube und Wien Nr. 152 (früher 136)

Windmühlgasse

Leonard Amon

1825 (Hormayr)

Laimgrube Nr. 152

Windmühlgasse

Anna Amon

1829 (Behsel)

Laimgrube und Wien Nr. 152 (früher 136, noch früher 92)

Johann der Täufer / Windmühlgasse

Anna Amon

1830 (Ziegler)

Laimgrube Nr. 152

Windmühlgasse

Anna Amon

1833

Laimgrube Nr. 152 (früher Nr. 136)

Windmühlgasse

Anna Amon

1837 (Ziegler)

Laimgrube Nr. 152

Stiegengasse

Karl Amon

1837/39

Laimgrube Nr. 152 (früher Nr. 136)

Windmühlgasse

Karl Amon

1839

Laimgrube Nr. 152 (früher Nr. 136)

Windmühlgasse

Karl Amon

1842 (Ziegler)

Laimgrube Nr. 152

Windmühlgasse

Karl Amon, bürg. Fleischselcher

1843 (Schwab)

Laimgrube Nr. 152 (früher Nr. 136)

Windmühlgasse

Karl Amon

1846 (Messner)

Laimgrube Nr. 152

Windmühl Nr. 39

Zum Heiligen Johannes dem Täufer / Windmühlg. + Stiegengasse

Zur goldenen Kugel / Windmühlg.

 

1847

Laimgrube Nr. 152 (früher Nr. 136)

Windmühlgasse

Karl Scholtzel (= Schölzl)

1852

Laimgrube Nr. 152

Windmühlgasse

Anna von Joelson

1861 (Ziegler)

Laimgrube Nr. 152

Untere Windmühle Nr. 39

Windmühlgasse

Zur goldenen Kugel / Windmühlgasse

Anna Johlsamm (=Joelson)

Anna Jolsam (= Joelson)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr. (event. alte KNR)

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Vergleichungstabelle)

Windmühlg. 39 + Stiegengasse 20

(alt: Windmühle 39 + Laimgrube 152)

 

 

 

1863 (Winkler)

Windmühlg. 39 + Stiegengasse 20

(alt: Laimgrube 152 und 39)

Anna von Joelson

 

 

1869 (Czapek)

Stiegeng. 20 / identisch mit Windmühlg. 39

(alt: Laimgrube KNR 152 + Windmühle 39)

Anna von Joelson

5 Stockwerke, 30 Wohnungen, 256 Quadratklafter verbaut

Neubau 1845

1875 (Smöch)

Stiegeng. 20 / identisch mit Windmühlg. 39

(alt: Laimgrube KNR 152 + Windmühle 39)

Anna von Joelson

5 Stockwerke, 28 Wohnungen, 256 Quadratklafter verbaut

 

1875 (Schlesinger, Kataster)

Stiegeng. 20 / identisch mit Windmühlg. 39

(alt: Laimgrube KNR 152 + Windmühle 39)

Anna von Joelson

5 Stockwerke, 28 Wohnungen, 256 Quadratklafter verbaut

Neubau 1845

1877 (Smöch)

Stiegeng. 20 / identisch mit Windmühlg. 39

(alt: Laimgrube KNR 152 + Windmühle 39)

Anna von Joelson

5 Stockwerke, 28 Wohnungen, 256 Quadratklafter verbaut

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Stiegeng. 20 / identisch mit Windmühlg. 39

(alt: Laimgrube KNR 152 + Mariahilf(?) 39)

Moriz Ritter von Ivelson (= Joelson)

verbaut: 921 m2, 5 Stockwerke, 28 Wohnungen

EZ: 1122, Parzellen-Nr. 361, erbaut 1845

1905 (Kataster Lenobel)

Windmühlg. 39 / Stiegengasse 20

Robert Ritter von Joelson und Mitb.

verbaut: 920 m2, 5 Stockwerke, 46 Wohnungen

EZ: 1122, erbaut 1844

1908 (Lenobel, Häuser u. Hausbesitzer)

Windmühlgasse 15

Robert Ritter von Joelson und Mitb.

 

 

1914 (Lenobel, Adressbuch)

Windmühlgasse 15 = Stiegengasse 20

Robert Freiherr von Joelson u. Mitbes.

inkl. Bewohnerliste [1]

EZ: 1122

1929 (Salzberg)

Windmühlgasse 15

Egon Hock und Mitbes., erworben 1919

verbaut: 920 m2, 3 Stockw., 9 Geschäftslokale, 19 Wohn.

Eckhaus, EZ: 1122, erbaut 1844

1936 (Lehmann /  Bezirksfachregister)

 

Windmühlg. 15 = Stiegengasse 20

Hock E. u. Mitbes.

inkl. Bewohnerliste [2]

EZ: 1122

1942 (Lehmann / Häuserverzeichnis)

Windmühlg. 15 = Stiegengasse 20

Kolanovic A. (Breitenseer Str. 50)

inkl. Bewohnerliste [3]

EZ: 1122

1976 (Messner)

Windmühlg. 15, südwestl. Teil (früher: Laimgrube KNR 152)

+ Windmühlg. 15, südöstl. Teil (früher: Windmühl KNR 39)

 

 

 

 

 

 

7.2. Größe und Baualter der Häuser

 

Jenes Haus, in dem die Familien Kreipner und Amon wohnten, hatte im Vergleich mit dem heutigen wesentlich geringere Ausmaße.

 

Das soll ein Vergleich der Karten von 1780, 1812 und 1825 mit der aktuellen Karte zeigen. Der Standort ist jeweils mit einem roten Kreuz oder einer roten Markierung gekennzeichnet.

 

 

Größe und Baualter des alten „Amon-Hauses“

 

Man darf annehmen, dass auf Behsels exakter Karte von 1825 die Gebäude-Umrisse und die Größe der Grundfläche sehr genau bzw. richtig wiedergegeben werden.

Die rote durchbrochene Linie zeigt die Grenze zwischen der Vorstadt Laimgrube, in der das alte Amonhaus lag, und der Vorstadt Windmühle an.

Vergleicht man mit dem Nagel-Plan von 1780, dann erkennt man, dass bereits 45 Jahre früher der Bereich im Wesentlichen genauso ausgesehen hat. Das Amon-Haus hat hier dieselbe prägnante Form, zur Vorstadtgrenze hin ist eine unverbaute Fäche, und erst daran schließt sich das Haus mit der Nummer Windmühl 39.

Es zeigt sich, dass die drei ausgewählten historischen Karten den Bereich unterschiedlich genau zeigen.

Es ist aber auch offensichtlich, dass der Stadtplan 1812 im Vergleich zu den beiden anderen historischen Plänen sehr ungenau ist: Es wird hier nur das Grundstück selbst angedeutet, Umrisse der Gebäude bzw. unverbaute Flächen sind hier nicht detailliert eingezeichnet worden. Außerdem sieht der Bereich des Amon-Hauses auf dieser Karte noch kleiner aus als auf den anderen Plänen.

 

Das Haus bestand, wie die Pläne Huber 1773 [8] und Mapire Wien 1770 [9] zeigen, jedenfalls bereits 1770 –allerdings vermutlich mit KNR 58. Wann es errichtet wurde, war jedoch nicht feststellbar. Leider reicht der Steinhausen-Plan von 1710 nicht bis zur heutigen Stiegengasse.

Es soll jedoch festgehalten werden, dass weder auf dem Nagel-Plan von 1780 noch auf dem Behsel-Plan von 1825 unmittelbar daneben Häuser eingezeichnet sind. Das Haus hatte somit eine markante Position.

 

 

Größe und Baualter des neuen Hauses an diesem Standort

 

 

 

Abb. 21. Das Haus Windmühlgasse 15 / Stiegengasse 20 bei der Amonstiege – Standort des früheren „Amon-Hauses“; Foto: Autor (2018)

 

Für den Neubau des Hauses (heute Windmühlgasse 15 / Stiegengasse 20), das man im Jahr 1844 oder 1845 errichtete (die Angaben in Karten und Häuserverzeichnissen sind nicht ganz einheitlich), wurde jedenfalls auch der Nachbargrund, Windmühle KNR 39, erworben und genutzt.

Es ist völlig klar, dass es durch die Verschmelzung von zwei Bauparzellen möglich war, dort ein Haus zu errichten, das ganz andere Dimensionen hatte.

 

Zur Geschichte des Hauses Windmühl Nr. 39:

 

Dieses Haus war mehrere Jahrzehnte im Besitz der Weinwirts-Familie Dietz, erst in den HV 1842 (Winkler) und HV 1843 (Schwab) wird als Eigentümerin Barbara Fellner genannt.

 

Karl Schölzl, der im HV 1847 als Eigentümer beider Gebäude (Laimgrube KNR 152 und Windmühl KNR 39) aufscheint, hat die beiden alten Häuser erworben, sie abreißen lassen und ein neues, viel größeres Haus errichten lassen. (Vgl. dazu Kapitel 8.3. Familie Schölzl)

Die beiden verschiedenen KNR, die danach fallweise verwendet werden, scheinen nur mehr die Funktion von Identadressen gehabt zu haben.

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[1] Lenobel 1914:

Lenobel’s Adressbuch der Häuser, Hausbesitzer und Hausbewohner von Wien, 6. Bd. 1914

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/419898?zoom=2&lat=2002.864&lon=2190.25&layers=B (Zugriff: 15.11.2018)

[2] Lehmann 1936 / Band 2 / Bezirksfachregister / Windmühlgasse 15:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/220725 [Zugriff: 15.11.2018]

[3] Lehmann 1942 / Band 2 / Häuserverzeichnis / Windmühlgasse 15:

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/267789 [Zugriff: 15.11.2018]

[4] Das Amon-Haus auf dem Nagel-Plan von 1780 (Abb. 17)                               

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public /  Historische Stadtpläne / Nagel 1780

[5] Das Amon-Haus auf dem Stadtplan 1812 (Abb. 18)

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public /  Historische Stadtpläne / Stadtplan 1812

[6] Das Amon-Haus auf dem Plan von Behsel 1825 (Abb. 19)

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public /  Historische Stadtpläne / Plan von Behsel – Mariahilf, Spittelberg 1825                        

[7] Standort des Amon-Hauses auf dem aktuellen Stadtplan (Abb. 20)

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public /

[8] 1773 Huber / Vogelschauplan

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public / Historische Stadtpläne / Huber 1773

[9] 1770 Mapire / Stadtplan Wien

Grundriss der k.k. Residenz-Stadt Wien, ihrer Vorstädte und der anstoßenden Orte, unter der Direction des Hof-Mathematici aufgenommen von den Ingenieuren Joseph Neusner und Karl Braun, 1770

online: https://mapire.eu/de/map/vienna-1770/?layers=osm%2C48&bbox=1820569.021215443%2C6139924.820553792%2C1821137.223031172%2C6140103.969838834

(Zugriff: 10.11.2018)