6. Windmühlgasse 19 – „Zum weißen Lamm“

 

Abb. 23a. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 19 („Zum weißen Lamm“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

Standort des Hauses aus heutiger Sicht: [1]

Windmühlg. 7, mittl. Teil + Fillgraderg. 18, mittl. Teil + Fillgraderg. 13, mittl. Teil + Gumpendorfer Str. 30, mittl. Teil 

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlgasse 19 (1863), ab 1908: Windmühlg. 7                                            Frühere Konskriptionsnummer: Windmühl 29 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

29

Weißes Lampel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Berger, Weinwirth

 

 

1786 (Fischer)

29

Weißes Lampel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Berger, Weinwirth

 

 

1789 (Hofer)

29

Weißes Lambel / an der Straße gegen Gumpendorf

Josepha Wolschackin

 

 

1796

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Josepha Wolschackin

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Katharina Reichlin

 

 

1829 (Behsel)

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Mathias Reichel

 

 

1846 (Messner)

29

Zum weißen Lamm

 

Durchhaus

 

1852

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Math. und Anna Reichel

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 19

Anton Reichel

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 27 Wohn.

Zubauten 1825

1877 (Smöch)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 25 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 25 Wohn.

EZ 248, Parz. 115

 

 

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

FERD. RUMPEL, GASTHAUS

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1889 – 1894: keine Eintragung

1895 – 1897: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Windmühlgasse 19

1898: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 14

1899, 1900: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 16, G. I., Getreidemarkt 14

1901: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 13, G. I., Getreidemarkt 14

1902 – 1908: Rumpl Ferd., Gastwirt, IX., Garnisong. 20

1909, 1910: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, XVII., Hernalser Hauptstr. 35

1911: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, IX., Schlickgasse 4

1912, 1913: keine Eintragung

1915 – 1931: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VIII., Blindeng. 8

1932: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Barnabiteng. 10

1933 – 1942: Rumpl Ferdinand, Priv., VIII., Blindeng. 8

 

Dieses Haus ist auch auf dem bereits in Kapitel 2 gezeigten Foto der Windmühlgasse in Schrägsicht (Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf) in Abb. 3b zu sehen.

Es wurde auch im Buch „Zu Gast im alten Wien“ abgebildet. Der Autor Bartel F. Sinhuber weist hier darauf hin, dass es sich um ein spätbarockes Gebäude handelt, dass darin das alte Gasthaus „Zum Lamm“ untergebracht war und dass der letzte Wirt in diesem Haus Josef Adam um 1890 war. [2]

 

Das vorliegende Foto zeigt die Aufschrift „Ferdinand Rumpl Gasthaus“. Darunter ist sehr klein „ZUM LAMM“ zu lesen.

 

 

Abb. 23b. Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29 in Schrägsicht.

Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf:

 

Ausschnitt Haus Nr. 19 („Zum Lamm“), fotografiert vom Autor (2018).

 

Nach den oben recherchierten Daten aus dem Lehmann-Adressbuch dürfte die Aufnahme zwischen 1895 und 1897 entstanden sein und den damaligen Wirten (eventuell Pächter) Ferdinand Rumpl im Eingang des Hauses „Zum Lamm“ zeigen.

Die Angabe zum Foto in Sinhubers Buch „um 1880“ müsste also durch die Information „um 1895“ ersetzt werden.

 

Zur Datierung des Fotos vgl. auch Kapitel 8.1. / Abb. 27a und 27b.

 

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 19 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 24 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 19:

 

1884.12.07 Schober Anna, 70 J., gew. Bedienerin aus Lichtenwörth in N.Ö.

1885.06.27 Bacher Johann, 24 J., ledig, Schriftsetzer

1888.04.01 Hannig Johanna geb. Knösch, 69 ¼ J., Witwe nach dem + Schuhmacher Franz Hannig, geb. v. Meretitz in Böhmen

1888.08.21 Waldhauser Hermann, 7 Wochen, V: Josef Waldhauser, gewesener Chorist

1890.01.24 Innenheiter Anna, 3 Monate, V: Karl Innenheiter, Tapezierergehilfe

1891.09.03 Barta Josef, 27 Stunden, V: Josef Barta, Schuhmacher

 

Gumpendorferstr.  24:

 

1883.05.20 Lutter Anna, 7 J., geb. in Neufünfhaus, M: Angelina Lutter, zust. Prag

1884.05.19 Pechacek Johann, 11 Mon., V: Johann Pechacek, Schneidergehilfe, zust. Domanic in Böhmen

1886.01.21 Bohle Franz, 49 J., ledig

1886.01.28 Pundselius Christian, 69 J., Schauspieler

1887.01.15 Blei Anna, 4 ½ J., unehel. Tochter der Goldarbeitergehilfenswitwe Franziska Brohm geb. Blei

1888.04.26 Batzelt Franziska, 83 J., ledig, Private

1888.04.29 Dallinger Johann, 79 J., gewes. Fragner, geb. von Ober-Stockstall in N.Ö.

1889.08.13 Guber Josef, 3 Wochen, V: Friedrich Guber, Mechanikergehilfe

1890.07.30 Panusch Johann, 2 ½ J., hier geb.

1891.08.12 Plank Maria geb. Mederdorfer, 84 J., Historienmalergattin von Hall in Tirol

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 15. Bereich der ehemaligen Häuser 17, 19 und 21 (2018: Nr. 7)

 

----------------------------------

 

 

[1] s. Messner 1982

[2] Bartel F. Sinhuber, Zu Gast im alten Wien. Erinnerungen an Hotels, Wirtschaften und Kaffeehäuser, an Bierkeller, Weinschenken und Ausflugslokale. München, Verlag Hugendubel 1989, S. 138