20. Zusammenfassung

 

Ähnlich wie bei den Häusern der Kaunitzgasse hat sich gezeigt, dass das Verschwinden dieser 10 reizvollen Häuser in der Windmühlgasse nicht auf Willkür und Missachtung des alten Stadtbildes erfolgt ist, sondern dass in diesem Fall mehrere Gründe dafür eine Rolle gespielt haben:

a)   Verkehrsmaßnahmen bzw. städtebauliche Erfordernisse – zum Teil in Zusammenhang mit der Versetzung der Laimgrubenkirche von der Mariahilferstraße in die Windmühlgasse

b)   die schlechte Bausubstanz

c)   die Hanglage

 

Mehrere Indizien sprechen dafür, dass es zwischen den Eigentümern bestimmter Liegenschaften und der Gemeinde Wien zähe Verhandlungen und größere Konflikte gegeben hat, bis der Verkauf der Häuser und Grundstücke, der Abriss und der Neubau erfolgen konnte.

 

Es hat sich gezeigt, dass es in der Hanglage des Bezirksteils Windmühle ähnlich lang gestreckte Gebäude bzw. Gebäudeketten gab wie im Bezirksteil Magdalenengrund und dass diese eine Einheit – meist mit dem gleichen Hauszeichen – bildeten. [1]

 

Auffallend war, dass es fast auf jedem Haus mindestens ein Schild eines Gewerbetreibenden gab. Falls die Abbildungen der einzelnen Häuser im gleichen Jahr entstanden sind und der Maler sich an das damalige Aussehen gehalten hat, könnten diese Schilder Aufschluss über das Entstehungsjahr der Aquarelle geben.

 

Gleichzeitig verraten die Angaben über diese Gewerbetreibenden im Lehmann-Adressbuch von Wien, dass manche von ihnen ein örtlich recht abwechslungsreiches Leben hatten (z. B. der Gastwirt Ferdinand Rumpel), dass aber manche Familien über Generationen dem Bezirksteil Windmühle treu blieben (Endriß, Kantner, Schorn).

 

Den Familien Endriss und Kantner wurde, da dem Autor dankenswerterweise viel Informationsmaterial zur Verfügung gestellt wurde, anlässlich eines Updates besonders viel Platz eingeräumt.

 

Es konnten auch einige biografische Details über den akademischen Maler Franz Hoffelner und Hinweise auf seine Schaffensweise gefunden werden. Es scheint sich um einen der zahlreichen Maler gehandelt zu haben, die am Ende des 19. und am Anfang des 20. Jahrhunderts mit großem Geschick sehr ansprechende Gemälde von bestimmten Motiven schufen, diese dann aber oft auch kopierten und manchmal auch variierten, um dadurch ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

 

 

Der Autor hofft, durch die Neubearbeitung bzw. durch die zahlreichen neuen Informationen über bestimmte Personen und Gebäude ein noch lebendigeres und anschaulicheres Bild jener Zeit (Ende des 19. Jahrhunderts / Anfang des 20. Jahrhunderts) vermitteln zu können, in der die Häuser der „Alten Windmühlgasse“ abgerissen und die neuen erbaut wurden.

 

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[1] Vgl. Günter Oppitz, „Magdalenengrund, auch Ratzenstadl genannt – ein Teil des Pfarrbezirks Mariahilf“, Wien 2018, besonders Kapitel 6.3 bzw. Kapitel 8 / Häuserverzeichnis mit vielen Identadressen, auf der Homepage www.guenteroppitz.at