1a. VORWORT ZUR NEUFASSUNG VOM OKTOBER 2018

 

 

Ursprünglich war nur geplant, einige Fotos von Hoffelners Bildern durch qualitativ bessere zu ersetzen bzw. das Kapitel 2 über den Maler Franz Hoffelner zu erweitern.

 

Doch dann erreichten den Autor Anrufe von Nachfahren der Familie Kantner und der Familie Endriss, die auf den Artikel „Alte Windmühlgasse“ auf der Homepage www.guenteroppitz.at aufmerksam geworden waren und die weitere Informationen über die Familien und die Häuser und Geschäfte in der Windmühlgasse in Aussicht stellten.

Bei den folgenden Besuchen wurden zahlreiche Fotos, Dokumente und Ausschnitte aus Familienchroniken vorgelegt, die es ermöglichten, einerseits Abschnitte der Familiengeschichte (zwei Generationen ab den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts) zu skizzieren, die Personen zum Teil sogar optisch kennenzulernen, etwas über Menschen zu erfahren, die Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in der Alten Windmühlgasse, aber auch in mittlerweise neu erbauten Häusern gelebt haben. Im Laufe der Arbeit wurde auch deutlich, dass nicht nur die Geschäftsinhaber selbst, sondern auch manche unmittelbare Nachfahren den Bereich der Windmühlgasse um 1900 bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts mitprägten.

Natürlich wurde auf die Wahrung der Privatsphäre geachtet, und daher wurden die Ereignisse der letzten Jahrzehnte ausgespart.

 

Andererseits gab es auch neue Erkenntnisse über notwendigen Wohnungs- bzw. Geschäftswechsel und einige interessante Aufschlüsse bezüglich der Häuser, die früher hier standen, und ihren Abriss.

Von den Nachfahren der Familie Kantner wurden mir zwei besondere Kunstschätze gezeigt, die für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind: das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“, ein Relikt des um 1900 abgerissenen Hauses Windmühlgasse 23, und ein Kunstwerk der Glasmalerei aus dem Atelier „Carl Geyling’s Erben“.

Dem Autor  wurde dankenswerterweise gestattet, die Fotos davon der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Von den Nachfahren der Familie Endriss wurde mir u. a. ein Foto „Alte Windmühlgasse“ zur Verfügung gestellt, das wertvolle Rückschlüsse auf die Schaffensweise des Malers Franz Hoffelner zulässt.

 

An dieser Stelle möchte ich den Nachfahren der Familien Endriss und Kantner meinen herzlichen Dank für die tatkräftige Unterstützung bei der Erweiterung meines Artikels „Alte Windmühlgasse“ aussprechen.

 

Sollten weitere Familien von ehemaligen Geschäftsleuten in diesen zehn Häusern der Alten Windmühlgasse mir Informationen über ihre Vorfahren oder über die Häuser in diesem Abschnitt der Windmühlgasse zur Verfügung stellen wollen, wäre ich gerne zu einem weiteren Update in einem größeren zeitlichen Abstand bereit.

 

Übersicht über die wichtigsten Änderungen an der Erstfassung (Juni 2018) des Artikels „Alte Windmühlgasse“:

 

.) Austauschen verschiedener Fotos, insbesondere der Abbildungen 1 und 2 (also der Gesamtaufnahmen der beiden Exemplare) gegen Bilder mit besserer Qualität

.) Erweiterung des Inhaltsverzeichnisses

.) Vorwort zum Update im Oktober 2018

.) Erweiterung des Kapitels 2. (Die Bildquellen) um einige zusätzliche Informationen über den Maler und seine Schaffensweise

.) Erweiterung des Kapitels 3. (Windmühlgasse 13 – „Bäckenhäusl“) um die Unterkapitel 3.1. (Familie ENDRISS) und 3.2. (Wohnungen und Geschäftslokale der Familie ENDRISS im Bereich des Windmühlviertels)

.) Erweiterung des Kapitels 4. (Windmühlgasse 15 – „Zum grünen Tor“) um die Unterkapitel 4.1. (Familie KANTNER) und 4.2. (Häuser, Wohnungen und Geschäftslokale der Familie KANTNER im Bereich des Windmühlviertels)

.) Erweiterung des Kapitels 8. (Windmühlgasse 23 – „Zur heiligen Dreifaltigkeit“) um die Unterkapitel 8.1. (Die Familie Kantner und das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“), 8.2. (Vergleich von Hoffelners Darstellung auf Exemplar A und Staudas Foto) und 8.3. (Das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“)

.) Neustrukturierung des Kapitels 13. (Städtebauliche Hintergründe), um die nachfolgend geschilderten städtebaulichen Maßnahmen besser nachvollziehbar zu machen

.) Die Umarbeitung des Kapitels 18 (Probleme mit der alten Bausubstanz und der Hanglage – die drei Nachbarhäuser Windmühlgasse 33, 35 und 37 [ab 1908: 11b, 13 und 13a]) soll die zeitliche Dimension bei derartigen Umgestaltungsprojekten und Sanierungsvorhaben in den Vordergrund stellen. Das Unterkapitel 18.5. soll in besonderer Weise an das Gasthaus Petermann und die Familie des Besitzers erinnern, die viele Jahre lang durch den Zustand der „Wohnungsruine“ 13a besonders betroffen war.

.) Im neuen Kapitel 19, gewissermaßen einem Anhang, werden Beziehungen zwischen Personen des Windmühlviertel, insbesondere verwandtschaftliche Verknüpfungen, aufgezeigt und Zusammenhänge zwischen bestimmten Häusern deutlich gemacht.

 

Der Autor hofft, dass – zum Teil durch die Erweiterungen – nicht nur für Nachfahren jener Familien, die in dieser „Alten Windmühlgasse“ gewohnt haben, ein ansprechendes Album entstanden ist, sondern dass bestimmte Kapitel auch für viele andere Leser interessante Informationen oder Anregungen enthalten.

 

Wien, im Oktober 2018                                                                               Günter Oppitz

 

 

1b. EINLEITUNG

 

Den Ausgangspunkt für meinen Artikel stellten zwei fast gleiche Bilder aus dem Bezirksmuseum Mariahilf dar, die zehn Häuser der „Alten Windmühlgasse“ zeigten, wie sie sich in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts dem Maler präsentierten.

 

Die Arbeit wurde in zwei Abschnitte gegliedert:

 

A) Abschnitt A betrifft die Darstellung der alten Häuser, ihre Geschichte und einige Bewohner gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Vor allem sollten jene Personen nachgewiesen werden, die ihre Geschäfte darin hatten.

 

Im Kapitel 2 wurden die Bildquellen, die wichtigsten Grundlagen der vorliegenden Arbeit, kurz beschrieben.

 

Anschließend wurden die 10 Häuser in einzelnen Kapiteln isoliert vorgestellt. (Kapitel 3 bis 12)

 

Auffällig war, dass fast bei jedem Haus der frühere Hausname genannt wurde, außerdem standen nicht nur die Orientierungsnummern darunter, die Ende des 19. Jahrhunderts aktuell waren, sondern auch die ehemaligen Konskriptionsnummern.

 

Dies erleichterte es, mit Häuserverzeichnissen kleine Tabellen zur Hausgeschichte anzufertigen – mit einigen Namen von früheren Hausbesitzern.

 

Eine Besonderheit stellten aber die Schilder auf den Häusern dar, durch die die hier ansässigen Geschäftsleute, Handwerker und Wirte auf ihre Betriebe aufmerksam machten. Ob diese Gewerbetreibenden auch in diesem Haus wohnten, konnte natürlich nur auf Grund eines Schildes nicht immer gesagt werden.

 

Aber vor allem Eintragungen in Kirchenbüchern, die diese Personen oder ihre Familienmitglieder betrafen, waren in dieser Weise oft sehr eindeutig. Es wurde ein Sterbebuch (1883 – 1891) der zuständigen Pfarre St. Josef ob der Laimgrube nach den Wohnadressen aller zehn betroffenen Häuser durchsucht. Auf diese Weise wurden die Namen aller Personen erfasst, die in diesem Zeitraum in diesen Häusern verstorben waren.

 

Im Sterbebuch 1892 – 1902 wurde nur nach den Namen jener Personen bzw. Familien gesucht, die auf den Schildern standen.

 

Mit Hilfe der Lehmann – Adressbücher von Wien (siehe Quellenverzeichnis) konnten fast alle an diesem Geschäftsort / an dieser Arbeitsstelle angezeigten Personen nachgewiesen sowie einige von ihnen auch mehrere Jahre an anderen Orten begleitet werden.

 

B) Im Abschnitt B sollte gezeigt werden, was aus den alten Häusern geworden ist – es steht ja kein einziges dieser Gebäude mehr. Das Hauptaugenmerk lag also auf Abriss und Neubau.

Um leichter nachvollziehen zu können, wie und warum es zur Demolierung dieser Häuser kam, wurde im Kapitel 13. „Städtebauliche Hintergründe“ die besondere strukturelle Situation des Windmühlviertels möglichst kurz erklärt.

 

Manches davon ist zwar auch (noch genauer) im Artikel „Die Versetzung der alten Laimgrubenkirche von der Mariahilfer Straße in die Windmühlgasse und einige Auswirkungen auf das Verkehrskonzept“ von Günter Oppitz auf der Homepage www.guenteroppitz.at enthalten, aber die vorliegende Untersuchung über die Häuser der Windmühlgasse soll auch ohne Lektüre eines anderen Aufsatzes verständlich sein.

 

Anschließend wurden einige Bereiche in Hinblick auf die heutige Verbauung untersucht. (Kapitel 14 – 17)

Dabei wurde versucht, auch die angrenzenden Häuser in die Betrachtungen mit einzubeziehen, weil an diesen Gebäuden Probleme mit der Bausubstanz und der Hanglage besonders deutlich wurden.

(Kapitel 18)

 

Dieser Artikel richtet sich in erster Linie an Heimatforscher bzw. Personen, die sich für die Bezirksgeschichte von Mariahilf, besonders für die nicht mehr vorhandenen, aber auch für die derzeitigen Häuser des Windmühlviertels interessieren. Es wurde aber auch an jene gedacht, die wissen wollen, welche Personen hier einmal gelebt haben, die vielleicht auf Spurensuche bezüglich ihrer Vorfahren sind und die hoffen, durch diesen Artikel auf einen gesuchten Namen zu stoßen.

 

Ganz besonders herzlich möchte ich mich beim Bezirksmuseum Mariahilf bedanken, das mir die Möglichkeit gegeben hat, die Fotos von den beiden Aquarellen zu veröffentlichen.

Bedanken möchte ich mich aber auch bei allen anderen Institutionen, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten, bei diesem Artikel sind das vor allem die Österreichische Nationalbibliothek mit ihrem Bildarchiv,  Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital und ViennaGIS, aber auch jene Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und Matricula / Icarus.  

 

 

Wien, im Juni 2018                                                                                            Günter Oppitz