ZEHN HÄUSER DER WINDMÜHLGASSE

AM ENDE DES 19. JAHRHUNDERTS

 

Abb. 1. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A. Aquarell aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf.

Foto: Autor (2018)

 

IMPRESSUM

 

Copyright © 2018 by Günter Oppitz, Wien

 

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Jeglicher Verkauf oder eine kommerzielle Verwertung ist ausdrücklich untersagt.

 

Die Rechte für einige Fotos liegen bei bestimmten Institutionen, die direkt bei den Abbildungen und im Abbildungsverzeichnis genannt werden. Eine Veröffentlichung dieser Bilder ohne die ausdrückliche Genehmigung der Lizenzinhaber ist verboten.

 

 

 

 

INHALTSVERZEICHNIS

 

 

1a. Vorwort zur Neufassung vom Oktober 2018 

 

1b. Einleitung

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

 

 

Abschnitt A:

 

Bilder der alten Häuser, Informationen über ihre Geschichte und über einige Bewohner,

vor allem über die auf den Schildern genannten Geschäftsleute

 

 

2. Die Bildquellen – „Alte Windmühlgasse“

 

3. Windmühlgasse 13 – „Bäckenhäusl“

    3.1. Familie ENDRISS

    3.2. Wohnungen und Geschäftslokale der Familie ENDRISS im Bereich des Windmühlviertels

 

4. Windmühlgasse 15 – „Zum grünen Tor“

    4.1. Familie KANTNER

    4.2. Häuser, Wohnungen und Geschäftslokale der Familie KANTNER im Bereich des Windmühlviertels

 

5. Windmühlgasse 17 – „Zu den drei Hacken“

 

6. Windmühlgasse 19 – „Zum weißen Lamm“

 

7. Windmühlgasse 21 – „Zum heiligen Josef“

 

8. Windmühlgasse 23 – „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

    8.1. Die Familie Kantner und das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

    8.2. Vergleich von Hoffelners Darstellung auf Exemplar A und Staudas Foto

    8.3. Das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

 

9. Windmühlgasse 25 – „Zum schwarzen Rössel“

 

10. Windmühlgasse 27 – „Zum roten Apfel“

 

11. Windmühlgasse 29 – „Zur weißen Taube“

 

12. Windmühlgasse 31 – „Zum braunen Adler“

 

 

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

 

Abschnitt B:

 

Abriss und Neubau – heutige Verbauung dieses Bereichs der Windmühlgasse

 

13. Städtebauliche Hintergründe

     13.1. Grundlagen für das Verständnis der Dokumentation: Änderungen von Straßenbezeichnungen und 

          Hausnummern sowie Kommentar zu den Stadtplänen 1904 und 1912

     13.2. Zwei Gebäude als Probleme für die Stadtplanung:

          die alte Laimgrubenkirche und das ehemalige Polizeigefangenenhaus (Theobaldkloster)

     13.3. Lang gestreckte Gebäude in Hanglage als Verkehrshindernisse

 

14. Bereich der ehemaligen Nr. 13 (Bäckenhäusel) und der ehemaligen Nachbarhäuser Nr. 11 und Nr. 15

 

15. Bereich der ehemaligen Häuser 17, 19 und 21 (2018: Nr. 7)

 

16. Bereich der ehemaligen Häuser 23, 25 und 27 (2018: Nr. 9)

 

17. Bereich der ehemaligen Häuser 29 und 31 (2018: Nr. 11)

 

18. Probleme mit der alten Bausubstanz und der Hanglage –

      die drei Nachbarhäuser Windmühlgasse 33, 35 und 37 (ab 1908: 11b, 13 und 13a)

     18.1. Drei Nachbarhäuser – Kurzbeschreibung

     18.2. Das Aussehen der drei Häuser

     18.3. Ein alarmierendes Ereignis im Jahr 1908

     18.4. Eigentumsverhältnisse der drei Nachbarhäuser

     18.5. Familie PETERMANN und Gasthaus Petermann

     18.6. Zeitpunkt des Abrisses und des Neubaus für alle drei Häuser:

     18.7. Zur Interpretation der Generalstadtpläne von 1904 und 1912

 

 

 

* * * * * * * * * * * * * * * * * * * *

 

19. Beziehungen zwischen einzelnen Familien und Zusammenhänge zwischen bestimmten Häusern

 

20. Zusammenfassung

 

21. Abkürzungsverzeichnis

 

22. Quellenverzeichnis

 

 

 

 

 

1a. VORWORT ZUR NEUFASSUNG VOM OKTOBER 2018

 

 

Ursprünglich war nur geplant, einige Fotos von Hoffelners Bildern durch qualitativ bessere zu ersetzen bzw. das Kapitel 2 über den Maler Franz Hoffelner zu erweitern.

 

Doch dann erreichten den Autor Anrufe von Nachfahren der Familie Kantner und der Familie Endriss, die auf den Artikel „Alte Windmühlgasse“ auf der Homepage www.guenteroppitz.at aufmerksam geworden waren und die weitere Informationen über die Familien und die Häuser und Geschäfte in der Windmühlgasse in Aussicht stellten.

Bei den folgenden Besuchen wurden zahlreiche Fotos, Dokumente und Ausschnitte aus Familienchroniken vorgelegt, die es ermöglichten, einerseits Abschnitte der Familiengeschichte (zwei Generationen ab den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts) zu skizzieren, die Personen zum Teil sogar optisch kennenzulernen, etwas über Menschen zu erfahren, die Ende des 19. Jahrhunderts bzw. Anfang des 20. Jahrhunderts in der Alten Windmühlgasse, aber auch in mittlerweise neu erbauten Häusern gelebt haben. Im Laufe der Arbeit wurde auch deutlich, dass nicht nur die Geschäftsinhaber selbst, sondern auch manche unmittelbare Nachfahren den Bereich der Windmühlgasse um 1900 bzw. am Anfang des 20. Jahrhunderts mitprägten.

Natürlich wurde auf die Wahrung der Privatsphäre geachtet, und daher wurden die Ereignisse der letzten Jahrzehnte ausgespart.

 

Andererseits gab es auch neue Erkenntnisse über notwendigen Wohnungs- bzw. Geschäftswechsel und einige interessante Aufschlüsse bezüglich der Häuser, die früher hier standen, und ihren Abriss.

Von den Nachfahren der Familie Kantner wurden mir zwei besondere Kunstschätze gezeigt, die für die Öffentlichkeit normalerweise nicht zugänglich sind: das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“, ein Relikt des um 1900 abgerissenen Hauses Windmühlgasse 23, und ein Kunstwerk der Glasmalerei aus dem Atelier „Carl Geyling’s Erben“.

Dem Autor  wurde dankenswerterweise gestattet, die Fotos davon der Öffentlichkeit zu präsentieren.

 

Von den Nachfahren der Familie Endriss wurde mir u. a. ein Foto „Alte Windmühlgasse“ zur Verfügung gestellt, das wertvolle Rückschlüsse auf die Schaffensweise des Malers Franz Hoffelner zulässt.

 

An dieser Stelle möchte ich den Nachfahren der Familien Endriss und Kantner meinen herzlichen Dank für die tatkräftige Unterstützung bei der Erweiterung meines Artikels „Alte Windmühlgasse“ aussprechen.

 

Sollten weitere Familien von ehemaligen Geschäftsleuten in diesen zehn Häusern der Alten Windmühlgasse mir Informationen über ihre Vorfahren oder über die Häuser in diesem Abschnitt der Windmühlgasse zur Verfügung stellen wollen, wäre ich gerne zu einem weiteren Update in einem größeren zeitlichen Abstand bereit.

 

Übersicht über die wichtigsten Änderungen an der Erstfassung (Juni 2018) des Artikels „Alte Windmühlgasse“:

 

.) Austausch verschiedener Fotos, insbesondere der Abbildungen 1 und 2 (also der Gesamtaufnahmen der beiden Exemplare) gegen Bilder mit besserer Qualität

.) Erweiterung des Inhaltsverzeichnisses

.) Vorwort zum Update im Oktober 2018

.) Erweiterung des Kapitels 2. (Die Bildquellen) um einige zusätzliche Informationen über den Maler und seine Schaffensweise

.) Erweiterung des Kapitels 3. (Windmühlgasse 13 – „Bäckenhäusl“) um die Unterkapitel 3.1. (Familie ENDRISS) und 3.2. (Wohnungen und Geschäftslokale der Familie ENDRISS im Bereich des Windmühlviertels)

.) Erweiterung des Kapitels 4. (Windmühlgasse 15 – „Zum grünen Tor“) um die Unterkapitel 4.1. (Familie KANTNER) und 4.2. (Häuser, Wohnungen und Geschäftslokale der Familie KANTNER im Bereich des Windmühlviertels)

.) Erweiterung des Kapitels 8. (Windmühlgasse 23 – „Zur heiligen Dreifaltigkeit“) um die Unterkapitel 8.1. (Die Familie Kantner und das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“), 8.2. (Vergleich von Hoffelners Darstellung auf Exemplar A und Staudas Foto) und 8.3. (Das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“)

.) Neustrukturierung des Kapitels 13. (Städtebauliche Hintergründe), um die nachfolgend geschilderten städtebaulichen Maßnahmen besser nachvollziehbar zu machen

.) Die Umarbeitung des Kapitels 18 (Probleme mit der alten Bausubstanz und der Hanglage – die drei Nachbarhäuser Windmühlgasse 33, 35 und 37 [ab 1908: 11b, 13 und 13a]) soll die zeitliche Dimension bei derartigen Umgestaltungsprojekten und Sanierungsvorhaben in den Vordergrund stellen. Das Unterkapitel 18.5. soll in besonderer Weise an das Gasthaus Petermann und die Familie des Besitzers erinnern, die viele Jahre lang durch den Zustand der „Wohnungsruine“ 13a besonders betroffen war.

.) Im neuen Kapitel 19, gewissermaßen einem Anhang, werden Beziehungen zwischen Personen des Windmühlviertel, insbesondere verwandtschaftliche Verknüpfungen, aufgezeigt und Zusammenhänge zwischen bestimmten Häusern deutlich gemacht.

 

Der Autor hofft, dass – zum Teil durch die Erweiterungen – nicht nur für Nachfahren jener Familien, die in dieser „Alten Windmühlgasse“ gewohnt haben, ein ansprechendes Album entstanden ist, sondern dass bestimmte Kapitel auch für viele andere Leser interessante Informationen oder Anregungen enthalten.

 

Wien, im Oktober 2018                                                                       Günter Oppitz

 

 

1b. EINLEITUNG

 

Den Ausgangspunkt für meinen Artikel stellten zwei fast gleiche Bilder aus dem Bezirksmuseum Mariahilf dar, die zehn Häuser der „Alten Windmühlgasse“ zeigten, wie sie sich in den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts dem Maler präsentierten.

 

Die Arbeit wurde in zwei Abschnitte gegliedert:

 

A) Abschnitt A betrifft die Darstellung der alten Häuser, ihre Geschichte und einige Bewohner gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Vor allem sollten jene Personen nachgewiesen werden, die ihre Geschäfte darin hatten.

 

Im Kapitel 2 wurden die Bildquellen, die wichtigsten Grundlagen der vorliegenden Arbeit, kurz beschrieben.

 

Anschließend wurden die 10 Häuser in einzelnen Kapiteln isoliert vorgestellt. (Kapitel 3 bis 12)

 

Auffällig war, dass fast bei jedem Haus der frühere Hausname genannt wurde, außerdem standen nicht nur die Orientierungsnummern darunter, die Ende des 19. Jahrhunderts aktuell waren, sondern auch die ehemaligen Konskriptionsnummern.

 

Dies erleichterte es, mit Häuserverzeichnissen kleine Tabellen zur Hausgeschichte anzufertigen – mit einigen Namen von früheren Hausbesitzern.

 

Eine Besonderheit stellten aber die Schilder auf den Häusern dar, durch die die hier ansässigen Geschäftsleute, Handwerker und Wirte auf ihre Betriebe aufmerksam machten. Ob diese Gewerbetreibenden auch in diesem Haus wohnten, konnte natürlich nur auf Grund eines Schildes nicht immer gesagt werden.

 

Aber vor allem Eintragungen in Kirchenbüchern, die diese Personen oder ihre Familienmitglieder betrafen, waren in dieser Weise oft sehr eindeutig. Es wurde ein Sterbebuch (1883 – 1891) der zuständigen Pfarre St. Josef ob der Laimgrube nach den Wohnadressen aller zehn betroffenen Häuser durchsucht. Auf diese Weise wurden die Namen aller Personen erfasst, die in diesem Zeitraum in diesen Häusern verstorben waren.

 

Im Sterbebuch 1892 – 1902 wurde nur nach den Namen jener Personen bzw. Familien gesucht, die auf den Schildern standen.

 

Mit Hilfe der Lehmann – Adressbücher von Wien (siehe Quellenverzeichnis) konnten fast alle an diesem Geschäftsort / an dieser Arbeitsstelle angezeigten Personen nachgewiesen sowie einige von ihnen auch mehrere Jahre an anderen Orten begleitet werden.

 

B) Im Abschnitt B sollte gezeigt werden, was aus den alten Häusern geworden ist – es steht ja kein einziges dieser Gebäude mehr. Das Hauptaugenmerk lag also auf Abriss und Neubau.

Um leichter nachvollziehen zu können, wie und warum es zur Demolierung dieser Häuser kam, wurde im Kapitel 13. „Städtebauliche Hintergründe“ die besondere strukturelle Situation des Windmühlviertels möglichst kurz erklärt.

 

Manches davon ist zwar auch (noch genauer) im Artikel „Die Versetzung der alten Laimgrubenkirche von der Mariahilfer Straße in die Windmühlgasse und einige Auswirkungen auf das Verkehrskonzept“ von Günter Oppitz auf der Homepage www.guenteroppitz.at enthalten, aber die vorliegende Untersuchung über die Häuser der Windmühlgasse soll auch ohne Lektüre eines anderen Aufsatzes verständlich sein.

 

Anschließend wurden einige Bereiche in Hinblick auf die heutige Verbauung untersucht. (Kapitel 14 – 17)

Dabei wurde versucht, auch die angrenzenden Häuser in die Betrachtungen mit einzubeziehen, weil an diesen Gebäuden Probleme mit der Bausubstanz und der Hanglage besonders deutlich wurden.

(Kapitel 18)

 

Dieser Artikel richtet sich in erster Linie an Heimatforscher bzw. Personen, die sich für die Bezirksgeschichte von Mariahilf, besonders für die nicht mehr vorhandenen, aber auch für die derzeitigen Häuser des Windmühlviertels interessieren. Es wurde aber auch an jene gedacht, die wissen wollen, welche Personen hier einmal gelebt haben, die vielleicht auf Spurensuche bezüglich ihrer Vorfahren sind und die hoffen, durch diesen Artikel auf einen gesuchten Namen zu stoßen.

 

Ganz besonders herzlich möchte ich mich beim Bezirksmuseum Mariahilf bedanken, das mir die Möglichkeit gegeben hat, die Fotos von den beiden Aquarellen zu veröffentlichen.

Bedanken möchte ich mich aber auch bei allen anderen Institutionen, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten, bei diesem Artikel sind das vor allem die Österreichische Nationalbibliothek mit ihrem Bildarchiv,  Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital und ViennaGIS, aber auch jene Stellen, die die Digitalisate der Kirchenbücher zur Verfügung stellen, in diesem Fall die Erzdiözese Wien und Matricula / Icarus.  

 

 

Wien, im Juni 2018                                                                                            Günter Oppitz

 

 

  

Abschnitt A:

 

Bilder der alten Häuser, Informationen über ihre Geschichte

und über einige Bewohner,

vor allem über die auf den Schildern genannten Geschäftsleute

 

 

 

2. Die Bildquellen – „Alte Windmühlgasse“

 

Abb. 2 – Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar B.

Aquarell mit Widmung aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf.

Foto: Autor (2018)

 

Es gibt zwei nahezu gleiche Aquarelle von diesem Ausschnitt der Alten Windmühlgasse, die in der vorliegenden Untersuchung mit „Exemplar A“ und „Exemplar B“ bezeichnet werden.[1]

 

Beide werden (Stand: Juni 2018) in einem Depot des Bezirksmuseums Mariahilf aufbewahrt und sind normalerweise nicht in den Räumlichkeiten des Bezirksmuseums ausgestellt. Für diesen Artikel wurde dem Autor von der Leitung des Bezirksmuseums eine Fotografiererlaubnis erteilt.

 

Eine Art Katalogkarte bei Exemplar B, dem Aquarell mit der Widmung, gibt folgende Auskunft:

„Windmühlgasse 13 – 31 / Aquarell von F. Hoffelner. Die Jahreszahlen über dem Bild beziehen sich nicht unmittelbar auf das Bild, sondern auf das Jubiläum des Vereines. Die Gasse sah in den 80er Jahren des vorigen Jahrhunderts so aus.“

 

Beschreibung der Bilder:

 

1) Größe der beiden Bilder - ohne Rahmen und Beschriftung: ca. 23,5 cm hoch, 105,5 cm breit

                                             - mit Rahmen und Beschriftung: ca. 42 cm hoch, 117 cm breit        

2) Bildinhalte: 10 Häuser der Alten Windmühlgasse

Die beiden Aquarelle scheinen aus jeweils zwei Teilen zusammengesetzt zu sein:

Windmühlgasse Orientierungsnummer 13 bis 19 und 21 bis 31.

 

3) Erklärungen zu den Bildern:

 

Bei Exemplar A stehen unterhalb der Häuser die Hausnamen sowie die alten KNR und die Orientierungsnummern vom Ende des 19. Jahrhunderts. Darunter steht in dekorativen Buchstaben „Alte Windmühlgasse“. Am linken unteren Bildrand: schwarze Signatur „Wien VI, Windmühlgasse. F. C. Hoffelner.“ (siehe Abb. 4)

 

Bei Exemplar B steht über den Häusern links die Jahreszahl 1889, rechts 1929.

Darunter steht: Zur Erinnerung an den 40jährigen Bestand des Vereines „Windmühler – Kinderfreunde“ gewidmet von der Vereinsleitung dem Gründer des Vereines Ehrenmitglied Herrn Julius Endriß sen.

Am linken unteren Bildrand befindet sich eine rote Signatur „F. Hoffelner“ (siehe Abb. 41).

 

Dass auf den Exemplaren kleine Unterschiede in der Gestaltung festzustellen sind, wird im Kapitel 12. Windmühlgasse 31 beispielhaft erörtert.

  

4) Künstler: F. Hoffelner

Franz Hoffelner war ein österreichischer Landschafts- und Vedutenmaler, geb. am 14. November 1875 in Wien, gestorben am 26. Dezember 1936 in Wien. [2]

Über ihn ist nur wenig bekannt.

Er wurde am 14. November 1875 in der Mariahilferstraße Nr. 111 als Sohn des Johann Hoffelner und der  Karolina geb. Wimmer geboren und am 28. November in der Pfarre Gumpendorf getauft.

Geburts- bzw. Taufeintragung des Franz Hoffelner: [3]

 

geboren am 14. 11., getauft am 28. 11. 1875

Adresse: Mariahilferstraße Nr. 111

Getaufter: Franz (Xaver) Carl Johann Hoffelner

Vater: Hoffelner Johann, katholischer Religion, Buchbinder, Sohn des Johann Hoffelner, bürgerlichen Buchbinders, und der Barbara, geb. Konrad

Mutter: Wimmer Karolina Christina Theresia, katholischer Religion, Tochter des Franz Wimmer, akademischen Malers und Dekorateurs, und der Theresia, geb. Weidmann

Taufpatin: Josefine Wimmer, Mahlers Gattin (sic!)

 

Anmerkung bezüglich der Trauung der Eltern:

Getraut Pfarre St. Johann in der Praterstrasse am 14. November 1871 laut Trauungsschein

 

Ob er verheiratet war, ob er Kinder hatte, ist nicht bekannt. Erst ab 1925 sind präzise Angaben über seine Wohnadresse zu finden. In den Lehmann-Adressbüchern der Jahre 1925 bis 1936 wird angegeben: [4]

Hoffelner –  Franz Karl, Kunstmaler, VI., Dürerg. 5

Im Jahr 1925 fehlt der 2. Vorname Karl noch.

 

In Kirchenbüchern und in der Wiener Zeitung war keine Eintragung zu finden. Im Wiener Stadt- und Landesarchiv gibt es auch keine Todfallsaufnahme bzw. Verlassenschaftsabhandlung.

 

Von der väterlichen Seite könnte das handwerkliche und feinmotorische Geschick stammen (Vater und Großvater Hoffelner waren Buchbinder), von der mütterlichen Seite die künstlerische Begabung und das Interesse für Motive seiner Heimatstadt Wien.

Einige Angaben für Franz Wimmer aus dem Lehmann-Adressbuch:

1870 Franz Wimmer, akademischer Zimmermaler, Gemeinderat, II., Praterstr. 25

1875 Franz Wimmer, Decorateur und Architekt, II., Praterstr. 25 [5]

1880-1890 Franz Wimmer, akad. Maler, Architekt, II., Praterstr. 25

 

In der Morgen-Post / 21. Jg. / Nr. 72 / 13.März 1871 (kostenloses E-Book, digitalisiert von ÖNB) findet man folgende Beschreibung von Franz Wimmer: [6]

Franz Wimmer, Dekorateur, akademischer Maler, Armenvater, Bezirksdirektor des Wiener Kreuzervereins, Mitbegründer des neuen Künstlerhauses etc.: war während der diesjährigen Ueberschwemmung in der Brigittenau bei Tag und Nacht thätig und vertritt überhaupt die Interessen seines Bezirkes mit Eifer.

 

Werke und Schaffensweise:

Heinrich Fuchs führt folgende Werke aus dem Nachlass Anna Ullmann an, die auf der 142. Kunstauktion Albert Kende in Wien am 18.3.1937 versteigert wurden: [2]

„Ruine in Schönbrunn“, „Wien, Neuer Markt, in der Mitte der Donnerbrunnen“, „Franziskanerplatz, vorne der Mosesbrunnen“, „Wien Am Hof mit Mariensäule und dem Standbild Radetzkys vor dem alten Kriegsministerium“, „Bauerngehöft“, Wien Am Peter, „Wien Liechtenthal“, „Wien Ulrichshof“, „Landhaus mit Park und Garten“ , „Wien, Maria am Gestade“

Eine Abbildung von „Der unausgebaute Turm des Wiener Stephansdomes“ ist auf Seite 160 zu sehen.

 

5) Mehrere Exemplare eines Bildes

 

Von einigen Motiven gibt es mehrere Exemplare. Hoffelner scheint bestimmte Vorlagen gehabt zu haben (Bilder, Fotos), die er – eventuell in einem größeren Format – kopierte und nachträglich kolorierte.

 

So findet man beispielsweise bei den Auktionen des Dorotheums mehrmals den Titel „Wien VII, Ulrichshof“:

Auktion am 21.5.2013 "Wien VII, Ulrichshof", betitelt, signiert Hoffelner, Aquarell auf Papier, 23 x 15 cm, gerahmt, beschädigt, (Hu)

Auktion am 3.8.2016 "Wien VI, Ullrichshof", betitelt, signiert F. Hoffelner, Aquarell auf Papier, 27 x 20 cm, Passep., gerahmt, (Hu)

Auktion am 19.4.2017 "Der Ullrichshof", Mischtechnik auf Karton, signiert F. Hoffelner 39 x 29 cm. gerahmt

 

Von „Alte Windmühlgasse“ gibt es – zusätzlich zu den beiden oben vorgestellten Exemplaren des Bezirksmuseums – ein Bild, das sich nach mündlichen Angaben im Besitz der Familie Kantner befindet.

Von der Familie Endriß wurde mir freundlicherweise ein Schwarz-Weiß-Foto mit den Ausmaßen ca. 41 cm x 9, 5 cm mit der Bezeichnung „Alte Windmühlgasse“ vorgelegt. Bei genauer Betrachtung des undatierten Fotos erkennt man, dass es sich um die Ablichtung eines gemalten Bildes handeln muss – entweder des Originals oder einer Kopie davon – mit Sicherheit nicht von Exemplar A oder Exemplar B. Das lässt sich aufgrund der Positionen der dargestellten Personen eindeutig feststellen. Die Relationen von Breite und Höhe stimmen auch auf diesem Foto nicht, wie man aufgrund der Fotos von August Stauda eindeutig feststellen kann (vgl. Kapitel 13 / Windmühlgasse 27 bzw. Kapitel 14 / Windmühlgasse 29).

 

Abb. 3a. Foto „Alte Windmühlgasse“, aus dem Besitz der Nachfahren von Familie Endriss,

möglicherweise nach einer Bildvorlage von Franz Hoffelner – fotografiert vom Autor (2018) 

 

 

6) Entstehungsanlass und Entstehungszeit:

 

Der Entstehungsanlass von Exemplar B war vermutlich das 40jährige Vereinsjubiläum im Jahr 1929; möglicherweise wurde zu diesem Anlass eine Kopie von Exemplar A angefertigt.

 

Entstehungsanlass von Exemplar A war vermutlich der absehbare Abriss der alten Häuser.

Die Angabe der alten Hausnummern und Hausnamen lässt den Willen erkennen, die Erinnerung an die "Alte Windmühlgasse" zu bewahren. Dieses Bild bzw. eine eventuelle Vorlage davon ist möglicherweise viel früher entstanden als Exemplar B.

 

Entstehungszeit der Vorlage:

 

.) Wenn die noch bestehenden „alten“ Häuser dem Künstler als unmittelbare Vorlage dienten und wenn man das Baujahr einiger „neuer“ Häuser berücksichtigt: vor 1898.

.) Entsprechend den Geschäftsschildern kann man auf eine Entstehungszeit der Bildvorlage zwischen 1891 und 1893 schließen.

Fast alle Geschäftsleute hatten in dieser Zeit laut Angaben im Lehmann ihren Betrieb im Haus mit dem aufgemalten Geschäftsschild. Lediglich Ferdinand Rumpel und Wilhelm Töpfer konnten in diesem Zeitraum im Lehmann nicht nachgewiesen werden, aber sie wurden zwischen 1891 und 1893 auch an keiner anderen Adresse genannt. Eine ganz besondere Situation liegt bei Johann Schenkirsch vor, dessen Geschäftsschild auf dem Haus Windmühlgasse zu sehen ist, der aber laut Lehmann seine Fleischselcherei auf der anderen Seite der Gasse auf Nummer 4 hatte.

 

Bei einer Entstehungszeit der Bildvorlage zwischen 1891 und 1893 wäre Franz Hoffelner (Geburtsjahr 1875) allerdings extrem jung gewesen – 16 bis 18 Jahre.

 

Ob jugendliche Unerfahrenheit dazu führte, dass die Häuser in der ursprünglichen Bildvorlage schmäler dargestellt wurden, als sie entsprechend vorhandenen Fotos waren (vgl. dazu Kapitel 10, 11 und 16), oder ob einfach die Absicht dahinterstand, eine größere Anzahl von Gebäuden nebeneinander in einem Bild wiederzugeben, lässt sich nicht feststellen.

 

Das folgende Bild aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf lässt erahnen, warum die Häuser auf Hoffelners Bildern höher wirken, als sie tatsächlich waren: Offenbar wurde die Gasse schräg fotografiert, weil es von gegenüber wegen der kurzen Distanz zwischen den Häuserreihen nicht anders möglich war. Der Maler täuschte auf seinen Bildern eine Frontalsicht vor, behielt aber die Relationen von Höhe und Breite der schräg aufgenommenen Fotos bei.

 

 

 

 

Abb. 3b. Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29) in Schrägsicht. Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf, fotografiert vom Autor (2018).

 

Zur Datierung dieses Fotos zwischen 1895 und 1897 siehe Kapitel 6 (Abb. 23b) bzw. zwischen 1893 und 1897 siehe Kapitel 8.1. (Abb. 27a und 27b).

 

 

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[1] siehe Abbildungsnachweis

[2] Fuchs 1978

Heinrich Fuchs, Die österreichischen Maler des 19. Jahrhunderts. Ergänzungsband 1 (A – K), Wien 1978, K 164

[3] Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Taufbuch 01-059, Nr. 1028, Fol. Bild 03-Taufe_0386/ 14./28. 11. 1875

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/01-059/?pg=415 (Zugriff: 22.10.2018)

[4] Lehmann 1925 – 1936

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/177980?zoom=3&lat=1696.73365&lon=1278.21604&layers=B

(Zugriff: 22.10.2018)

[5] Lehmann 1875

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/33405?zoom=2&lat=1578.55&lon=1180.525&layers=B

[6] Morgen-Post / 21. Jg. / Nr. 72 / 13.März 1871 (kostenloses E-Book, digitalisiert von ÖNB)

https://books.google.at/books?id=91EmdBcryVYC&pg=PP569&dq=%22Franz+Wimmer%22+Gemeinderat+Maler&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwjjy-b3-IfeAhUM2aQKHXjODlUQ6AEINjAD#v=onepage&q=%22Franz%20Wimmer%22%20Gemeinderat%20Maler&f=false (Zugriff: 22.10.2018)

 

3. Windmühlgasse 13 – „Bäckenhäusl“

Abb. 4. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 13 (Bäckenhäusl).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Bei Messner 1982 [1] findet man für den ehemaligen Standort dieses Hauses dieselben Angaben wie für Nr. 11: "Bereich zw. den Nummern 5 und 6 der heutigen Windmühlgasse, südwestl. Teil".

Fotos, die Aufschluss über den früheren Standort geben, findet man im Kapitel 14.

 

 

Hausgeschichte: [2]

 

Windmühlgasse 13 (1863)                                                                       Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 26 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

26

-       / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Spieler, bürg. Beckenmeister

 

 

1786 (Fischer)

26

-       / an der Straße gegen Gumpendorf

Anton Krauß, bürg. Beckenmeister

 

 

1789 (Hofer)

26

-       / an der Straße gegen Gumpendorf

Anton Krauß, bürg. Bäckenmeister

 

 

1796

26

-       / Windmühlgasse

Johann Kerner

1 Stockwerk

 

1816 (Gutjahr)

26

-       / Windmühlgasse

Johann Kerner

 

 

1829 (Behsel)

26

-       / Windmühlgasse

Joseph Körner

 

 

1846 (Messner)

26

-        

 

Durchhaus

 

1852

26

-       / Windmühlgasse

Johann Bapt. Körner

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlgasse 13

Johann Körner

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlgasse 13

Anna Körner

1 Stockw. / 1 Wohn.

Durchhaus

1875 (Schlesinger)

Windmühlgasse 13

Anna Körner

1 Stockw. / 1 Wohn.

 

1877 (Smöch)

Windmühlgasse 13

Anna Körner

1 Stockw. / 1 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlgasse 13

Anna Körner

1 Stockw. / 1 Wohn.

EZ 1103 / Parz. 142

 

In einem Artikel im Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien hat Gustav Andreas Ressel im Jahr 1916 einen Artikel über dieses Haus bzw. seine Besitzer verfasst. [3]

 

Man erfährt aus dieser Untersuchung u.a., dass in diesem Haus von 1616 bis 1901 (ausgenommen der Zeitraum 1626 bis 1667) ein und dasselbe Geschäft, eine Bäckerei, betrieben wurde und dass die Familien Spiel(l)er und Körner eine besondere Rolle gespielt haben.

Als Baujahr kann 1615 angenommen werden.

Der letzte Hausbesitzer war Moritz Körner, der letzte Konzessionsinhaber der Bäckerei, Julius Endriß, der diese von 1889 bis 1901 geführt hatte, übersiedelte im Jahr 1901 mit dem „verkäuflichen Gewerbe“ an die Adresse Windmühlgasse 23 (= ab 1908: Windmühlgasse 9).

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

JULIUS ENDRISS‘ BACKHAUS

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:[4]

 

1887, 1888: keine Eintragung „Endriß“

1889 – 1901: Julius Endriß, Bäcker, VI., Windmühlg. 13

1902 – 1907: Julius Endriß, Bäcker, VI., Windmühlg. 23

1908 – 1925: Julius Endriß, Bäcker, VI., Windmühlg. 9

1942 lassen sich im Lehmann- Adressbuch folgende Personen nachweisen: [5]
Endriß Josef, Bäcker, Windmühlg. 9

Endriß Julius, Gastwirt, VI., Fillgradergasse 9, Wohnung: Fillgraderg. 21

 

Ab 1901/02 wurde also das Geschäft und die Wohnung in ein Haus verlagert, das ganz in der Nähe lag, Windmühlgasse 23. Ab 1908 hatte dieses Haus dann die Adresse Windmühlgasse 9. [6]

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 13 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891: [7]

 

1891.11.25 Schmidt Franz, 75 ½ J., Taglöhner, Witwer, geb. Biedermannsdorf, N.Ö.

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

14. Bereich der ehemaligen Nr. 13 (Bäckenhäusel) u.der ehemaligen Nachbarhäuser Nr. 11 und Nr. 15

 

3.1. Familie ENDRISS

 

 

Julius Endriss und seine Frau Karoline geb. Volk

 

Eröffnung ihrer ersten Backstube im Jahr 1889 in der Windmühlgasse 13

 

1a) Julius David Endriss (sen): evang. A.B.

 

Abb. 5a. Julius David Endriss.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss,

fotografiert vom Autor (2018)

 

Eltern: Christian Gottlob Endriß und Magdalena Karolina Pfisterer

 

Abb. 5 b. Christian Gottlob Endriss.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss, fotografiert vom Autor (2018)

 

Julius David Endriss:

geb. 21. Dezember 1857 in Esslingen / Württemberg, getauft 16. Jänner 1858,

Trauung mit Karoline Bertha Volk am 19. Juli 1888 in der evang. Pfarre Wien VI,

+ 16. Juni 1937 in der Windmühlgasse 9, als Bäckermeister und Bürger, im 80. Lebensjahr, 

begraben auf dem Matzleinsdorfer evangelischen Friedhof

 

 

Abb. 5c. Partezettel von Herrn Julius Endriss. Aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss,

fotografiert vom Autor (2018)

 

1b) Karoline Bertha Endriss, geb. Volk: evang. A.B.

  

Abb. 6a. Karoline Endriss.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss,

fotografiert vom Autor (2018)

 

Eltern: Georg Kaspar Volk, Hutmacher, und Marie Louise, geb. Schell

  

Abb. 6b. Marie Volk, geb. Schell,  mit ihren Enkelkindern

Karoline (Lini), Rudolf, Julius und Josef.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss, fotografiert vom Autor (2018)

 

 

Karoline Endriss, geb. Volk:

geb. 25. September 1865 in Markgröningen, Königreich Württemberg, Neckarkreis, Oberamt Ludwigsburg,

Trauung mit Julius David Endriss am 19. Juli 1888 in der evang. Pfarre Wien VI,

+ 12. August 1936 in der Windmühlgasse 9, als Bäckermeistersgattin, im 71. Lebensjahr,

begraben auf dem Matzleinsdorfer evangelischen Friedhof

 

 

 

Abb. 6c. Partezettel von Frau Karoline Endriss.

Aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss, fotografiert vom Autor (2018)

 

Julius Endriss ∞ Karoline geb. Volk hatten 4 Kinder:

 

.) Karoline

.) Julius

.) Josef

.) Rudolf

 

Die Kinder und ihre Ehepartner:

 

2) Karoline geb. Endriss, verheiratete Thiel

 

geb. 15.6.1884

Trauung am 19.2.1905 mit Bäckermeister Karl Thiel aus Wiener Neustadt

+ 18.4.1974

 

Abb. 7a. Karoline / Lini Endriss, verheiratete Thiel.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss,

fotografiert vom Autor (2018)

 

 

 

 

 

3a) Julius Endriss (jun.)

geb. 27.4.1889 evang. A.B.

Trauung mit Elisabeth Petermann [siehe auch Kapitel 18.5., Familie Petermann],

gestorben am 28. Juni 1975 in der Fillgraderg. 21 als Bäckermeister und Gastwirt i. R. im 87. Lebensjahr,

begraben auf dem Wiener Zentralfriedhof

  

 

Abb. 7b. Julius Endriss jun.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss,

fotografiert vom Autor (2018)

 

 

3b) Elisabeth Petermann

geb. 1.4.1890 (lt. Sterbebuch) kath.,

Trauung mit Julius Endriss,

+ 29.1.1932 (evang.) in IX., Marianneng. 18, Wohnung: VII., Schottenfeldgasse 58 mit 41 Jahren,

begraben auf dem 2.2.1932 am Zentralfriedhof

 

4a) Josef Georg Endriss

evang. A.B.

lt Trauung geb. 19.3.1890 (lt. Staatsbürgerschaftsverleihung geb. 13.9.1890),

Trauung: am 26.11.1928 in der r.k. Pfarrkirche Gumpendorf  mit Mathilde geb. Zipperer,

+ 21.1.1959 Standesamt Wien-Penzing

 

4b) Mathilde Zipperer

katholisch

geb. 14.3.1907, Pfarre Gumpendorf,

Eltern: Johann Leopold Anton Zipperer, Tischlermeister, und Magdalena Justine, geb. Kalous,

Trauung: am 26.11.1928 in der r.k. Pfarrkirche Gumpendorf  mit Josef Georg Endriss (evang.),

+ 16. Juni 1965, Wien XIII., Standesamt Wien-Penzing

  

  

Abb. 8a. Josef Endriss mit seiner Frau Mathilde geb. Zipperer.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss, fotografiert vom Autor (2018)

 

 

Abb. 8b. Bäckermeister Josef Endriss (Bildmitte) in seiner Backstube in der Windmühlgasse 9. Der junge Mann rechts ist vermutlich sein Neffe Rudolf Thiel, geb. 1910, späterer Bäckermeister in Wr. Neustadt. Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss. Foto: Autor (2018)

5) Rudolf Endriss

evang. A.B. 

 

geboren 21.3.1891 – gestorben 1914

 

 

Abb. 9 Vermisstenmeldung in der Reichspost

vom 27. Oktober 1914 / S. 16

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19141027&seite=16&zoom=48

(Zugriff: 24.10.2018)

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 10. Rudolf Endriss.

Foto aus dem Besitz von Nachfahren der Familie Endriss, fotografiert vom Autor (2018)

 

 


 

 

Zu den Quellen für die biografischen Daten

 

Es gab zwei Probleme bei der Suche nach Informationen über die Familie Endriss:

 

1) Julius Endriss sen. und seine Frau Karoline geb. Volk stammten aus Württemberg

2) Sie waren evangelisch A.B.

 

Da es in Deutschland online fast keine Suchmöglichkeiten für den Bereich der Genealogie gibt, war der Autor auf die Dokumente angewiesen, die ihm Nachfahren der Familie dankenswerterweise zur Einsicht vorlegten.

Die evangelischen Kirchenbücher in Österreich sind nur zum Teil digitalisiert. Viele für die Familie Endriss bedeutsame Eintragungen im Bezirk Mariahilf bzw. in der evangelischen Pfarre Gumpendorf sind noch nicht online.

Trotzdem konnten einige wichtige Informationen in den Büchern der evangelischen Diözese  Wien – Innere Stadt (Lutherische Stadtkirche), aber auch in den katholischen Matriken bestimmter Pfarren (z. B. bei gemischt-konfessionellen Trauungen) gefunden werden.

 

 

3.2. Wohnungen und Geschäftslokale der Familie ENDRISS

im Bereich des Windmühlviertels

 

 

a) Windmühlgasse 13:

Ab 1888 führte Julius Endriß in diesem Haus eine Bäckerei.

Laut einer kleinen Chronik von Frau Karoline Endriss geb. Volk, verfasst um 1915, zog man am 28. April 1888 hier ein.

 

b) Windmühlgasse 23, später Windmühlgasse 9:

1901/2 wurde die Bäckerei in das kurz vorher erbaute Haus Windmühlgasse 23 verlegt, das paradoxerweise bis 1907 drei Hausnummern (23, 25, 27) gehabt haben dürfte. 1908 erhielt es die Nummer 9.

Ein Frühstücksbeutel mit dieser Adresse wurde von den Nachfahren der Familie Endriss aufbewahrt und darf den Lesern dieses Artikels gezeigt werden.

 

 

Abb. 10a. Frühstücksbeutel der Bäckerei Julius Endriss, Wien, VI., Windmühlg. 9.

Aus der privaten Sammlung von Nachfahren der Familie Endriss. Foto: Autor (2018)

 

.) Dort ist Julius Endriß sen. als Bäckermeister von 1902 bis 1937 nachweisbar.

.) Von 1932  bis 1942 (letzter Band des Lehmann-Adressbuches)  wird auch Josef Endriss als Bäcker an dieser Adresse genannt

.) Julius Endriss jun. war von 1931 bis 1936 Bäckermeister in der Schottenfeldgasse 58, 1937 – 1940 Bäcker in Wien XIV., Meiselstr. 15 – 17.

 

c) Ab 1942 führte Julius Endriß ein Gasthaus in der Fillgradergasse 9 /Ecke Bienengasse 5, die Wohnung befand sich in der Fillgradergasse 21.

 

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[1] Messner 1982

Robert Messner, Mariahilf im Vormärz. Historisch-topographische Darstellung der westlichen Vorstädte Wiens (südliche Hälfte) auf Grund der Katastralvermessung. Wien 1982

[2] Die verwendeten Häuserverzeichnisse werden im Kapitel 21. Quellenverzeichnis

unter 21.1. Gedruckte Quellen (Häuserverzeichnisse) / Wienbibliothek digital / Häuserschematismen und Straßenverzeichnisse mit den entsprechenden Links angeführt.

[3] Ressel 1916

Gustav Andreas Ressel, Das Winkelbäckerische Haus auf der Windmühle. Ein Beitrag zur Wiener Häuser- und Handwerksgeschichte, in: Monatsblatt des Altertums-Vereines zu Wien, XI. Bd., Nr. 12 / Dezember, 33. Jg. 1916, S. 282 ff.

[4] Lehmann (mit Jahreszahl)

Adolph Lehmann, Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger: nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichshaupt und Residenzstadt Wien und Umgebung. Wien 1859 – 1942; online: https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/structure/5311 (Zugriff: 29.6.2018)

[5] Lehmann 1942

https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/zoom/265016?zoom=3&lat=1221.42354&lon=1812.86569&layers=B (Zugriff: 27.6.2018)

[6] Vgl. dazu auch Kapitel 14 / „Bereich der ehemaligen Nr. 13 (Bäckenhäusel)“ mit Abb. 23 (Nummerierung von 1904)

[7] Matricula, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., St. Josef ob der Laimgrube, Sterbebuch 03-17 von 1883 – 1891; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-st-josef-ob-der-laimgrube/03-17/?pg=1 (Zugriff: 27.6.2018)

 

 

4. Windmühlgasse 15 – „Zum grünen Tor“

 

Abb.11. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A. Bildausschnitt Windmühlgasse 15 („Zum grünen Tor“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Bereich der Capistrangasse, zwischen den Nummern 1 und 2 sowie im Bereich der Nr. 4 [1]

 

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlgasse 15 (1863)                                                             Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 27 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl   

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

27

Grünes Thor / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Kugelmann

 

 

1786 (Fischer)

27

Grünes Thor / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Kugelmann

 

 

1789 (Hofer)

27

Grünes Thor / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Kugelmann

 

 

1796

27

Grünes Thor / Windmühlgasse

Johann Kugelmann

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

27

Grünes Thor / Windmühlgasse

Joseph Röhrenbök

 

 

1829 (Behsel)

27

Grünes Thor / Windmühlgasse

Georg Herzog

 

 

1846 (Messner)

27

Zum grünen Tor

 

Durchhaus

 

1852

27

Grünes Tor / Windmühlgasse

Joseph Katschirek

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 15

Henriette und Selma Seiler, Joseph und Maria Koniakowitzky

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 15 = Theobaldg. 9

Josef und Wilhelmine Konjakowski + Selma Seiler

3 Stockw. / 29 Wohn.

Zubau 1820

1877 (Smöch)

Windmühlg. 15 = Theobaldg. 9

Koniakowsky u. Mtg.

 

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 15 = Theobaldg. 9

Josef Koniakovsky und 5 Mitbesitzer

3 Stockw. / 29 Wohn.

EZ 1104 / Parz. 124

 

1. Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

FRANZ KANTNER, FLEISCHHAUER

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1889, 1890: keine Eintragung

1891 – 1893: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Windmühlg. 15

1894 – 1898: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Windmühlg. 23

1899: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Theobaldg. 9

1900: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Windmühlg. 8

1901 – 1907: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Windmühlg. 2

1908: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Capistrang. 5

1909 – 1914: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Capistrang. 3

1915 – 1922: Kantner Franz, Fleischhauer, Armen-Rat, päpstl. Ehrenkreuz pro Ecclesia et Pontifice, VI. Capistrang. 3

1923: Kantner Franz, Fleischhauer, VI. Capistrang. 3, s. Vertes & Co., Ges. m.b.H.

1924: Kantner Franz, Fleischhauer, VI., Capistrang. 3

1925 – 1933: Kantner Franz jun. Fleischhauer, E., VI., Capistrang. 3

          Kantner Franz sen. Kommerzialrat, VI., Capistrang. 3

1934: Kantner Franz jun. Fleischhauer, E., VI., Capistrang. 3  Kantner Rudolf, Gastwirt, VI., Windmühlg. 28, Wohnung                  Windmühlg. 10

1935: Kantner Franz‘ Witwe (Marie), VI., Capistrang. 3

          Kantner Rudolf, Gastwirt, VI., Windmühlg. 28, Wohnung Windmühlg. 10 

 

 

 4.1. Familie KANTNER

 

Franz Kantner ∞ Franziska Karolina Kaiser hatten folgende Kinder:

 

.) Stefanie

.) Franziska (Fanny)

.) Franz

.) Theresia (Resi)

.) Leopold

.) Josef

.) Karl

.) Rudolf

 

Die Eltern:

 

1a) Franz Kantner

 

Eltern: Franz Kantner, Halblehner in Ketzelsdorf, Pfarre Walterskirchen, und Barbara, geb. Steineder,

geboren am 30. März 1865 in Ketzelsdorf,

Trauung am 7.9.1890 in der Pfarre 06., St. Josef ob der Laimgrube, mit Franziska Karolina Kaiser; Adresse: Wien VI., Windmühlg. 15 [2],

+ 14. Juni 1933 Wien VI., Capistrang. 3,

begraben am 16. Juni 1933 auf dem Hietzinger Friedhof

 

 

 

Abb. 12. Parte für Kommerzialrat Franz Kantner.

Aus dem Besitz der Nachfahren von Familie Endriss.

Fotografiert vom Autor (2018)

 

 

Abb. 13. Umzug anlässlich des Begräbnisses des Mariahilfer Fleischhauermeisters Kommerzialrat Franz Kantner (1865 – 1933).

Foto aus dem Besitz der Nachfahren von Familie Kantner, fotografiert vom Autor (2018)

 

Beschreibung:

 

Blick in die Capistrangasse von der Mariahilfer Straße Richtung Windmühlgasse – rechts im Vordergrund (mit dem Schild Damen-Friseur): Capistrangasse 5, dahinter (mit Balkon, Eckhaus zur Windmühlgasse): Capistrangasse 3, das Wohn- und Sterbehaus von Franz Kantner

 

 

1b) Franziska Karolina geb. Kaiser

geb. 23.11.1866 in der Pfarre Schottenfeld,

Eltern: Paul Kaiser, Riemermeister, und Karoline Theresia geb. Gärtner,

Trauung am 7.9.1890 in der Pfarre 06., St. Josef ob der Laimgrube, mit Franz Kantner [2],

gestorben am 24. Februar 1923, Wien VI., Capistrang. 3, Pfarre Mariahilf [3],

begraben am 27.2.1923 auf dem Hietzinger Friedhof

 

Die Kinder und ihre Ehepartner:

 

2) Stefanie

geb. am 18. Dezember 1887 in Wien 07., Schottenfeldgasse 55, Pfarre Schottenfeld,

gestorben mit 58 Jahren,

begraben auf dem Hietzinger Friedhof

 

3) Fanny/Franziska

geb. am 27. April, getauft am 10. Mai 1891 in Wien 06., Windmühlgasse 15, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

Trauung am 19. August 1909 in Wien VI., Pfarre Mariahilf, mit Anton Käs,

gestorben am 10.12.1975 in 1130 Wien, Versorgungsheimplatz 1, Standesamt Wien-Penzing

 

4a) Franz Josef

Fleischhauer, 

geb. am 22. Dezember 1892, getauft am 1.1.1893 in Wien VI., Windmühlg. 15, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

Trauung am 12.9.1918 mit Maria Pribila in Wien 10., Pfarre St. Anton von Padua,

gestorben am 12. August 1933,

begraben am 16. August 1933 auf dem Hietzinger Friedhof

 

 

Abb. 14. Parte für Franz Kantner (jun.).

Aus dem Besitz der Nachfahren von Familie Endriss.

Fotografiert vom Autor (2018)

 

 

4b) Maria geb. Pribila

geb. am 7.12.1896 in Wien 10., Rothehofg. 7,

Eltern: Paul Pribila, Fleischhauermeister, und Emilia geb. Zehentner,

Trauung am 12.9.1918 mit Franz Josef Kantner in Wien 10., Pfarre St. Anton von Padua,

gestorben am 2.12.1958 / lt. Standesamt Mödling mit 61 Jahren,

begraben am 9.12.1958 auf dem Hietzinger Friedhof [4]

 

5) Theresia (Resi)

geb. am 2. Mai 1894 in Wien 06., Windmühlg. 23, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

gestorben 1898 [5]

 

6) Leopold

geb. am 15. 11. 1895 in Wien 06., Windmühlg. 23, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

gestorben am 5. 6. 1896 in Wien 06., Windmühlg. 23, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube

 

7) Josef Ferdinand

geb. 30.5.1897, getauft am 6.6.1897 in Wien 06., Windmühlg. 23, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

gestorben mit 42 Jahren,

begraben am 19.8.1939 auf dem Hietzinger Friedhof

 

8a) Karl Gustav

Ingenieur

geb. 22. 7. 1898 in Wien 06., Windmühlg. 23, Pfarre St. Josef ob der Laimgrube,

Trauung am 7. 11. 1920 mit Maria Augesky in der Pf. St. Josef ob der Laimgrube,

3. Ehe am 7.11.1946 am StA Mariahilf geschlossen,

gestorben am 4.12.1957 mit 59 Jahren in Wien II., Obere Donaustr. 12, StA Wien-Brigittenau,

begraben auf dem Hietzinger Friedhof

 

8b) Maria geb. Augesky

geb. am 20.4.1896 Pfarre Votivkirche,

Trauung am 7. 11. 1920 mit Karl Kantner in der Pf. St. Josef ob der Laimgrube

 

9a) Rudolf

Rudolf Kantner war ursprünglich Fleischhauermeister, zumindest einige Zeit aber Gastwirt im Haus Windmühlgasse 28, im sogenannten Geyling-Haus (siehe Nachweis bei Lehmann 1935),

geb. 10.4.1900, getauft 16.4.1900 in Wien VI., Windmühlgasse 8, Pfarre Mariahilf,

Trauung am 2. März 1924 mit Adele Zipperer in der Pfarre Gumpendorf,

gestorben am 21. 10. 1986 in Perchtoldsdorf, Herzogbergstr. 72

 

9b) Adele geb. Zipperer

geb. 23.12.1902, getauft 1.1.1903 in Wien VI., Mollardg. 52, Pfarre Gumpendorf,

Eltern: Johann Leopold Anton Zipperer, Tischlermeister, und Magdalena Justina geb. Kalous,

Trauung am 2. März 1924 mit Rudolf Kantner in der Pfarre Gumpendorf,

gestorben am 4.3.1961 in Perchtoldsdorf

 

 

Zu den Quellen für die biografischen Daten:

 

Manche biografische Angaben stammen aus dem Auszug der Familienchronik von Kommerzialrat Kantner. [6]  

Viele Daten über die Familie Kantner waren in den katholischen Kirchenbüchern der Pfarren St. Josef ob der Laimgrube zu finden.

Manche Sterbedaten stammen von nachträglichen Anmerkungen bei Taufen oder Trauungen bzw. von der Grabstellensuche [4]

Im Sinne der Übersichtlichkeit wurde darauf verzichtet, Links zu den Kirchenbucheintragungen in den Artikel aufzunehmen, aber die Hinweise auf die Pfarre, auf die Art des kirchlichen Ereignisses und auf das Datum sollte es ermöglichen, die jeweilige Eintragung relativ rasch zu finden.

 

Bemerkenswert ist, dass die Sterbeeintragungen von Kommerzialrat Franz Kantner und seinem Sohn Franz Josef Kantner, beide gestorben im Jahr 1933, in den Kirchenbüchern nicht gefunden werden konnten – weder in der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube noch in der Pfarre Mariahilf. Beide waren laut Parte vor ihrem Tod versehen worden, für beide wurden Seelenmessen in der zuständigen Pfarre St. Josef ob der Laimgrube gelesen. KR Franz Kantner war zudem Patronatskommissär der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube und Träger hoher kirchlicher Auszeichnungen. Es gibt eine ausdrückliche Danksagung für die Beweise der Anteilnahme am 22.6.1933 in der Reichspost, in der fünf hohe geistliche Herren in Zusammenhang mit dem Begräbnis bzw. mit dem „Leichenbegängnis“ sogar namentlich genannt werden, die also zeigt, dass keinesfalls eine Entfremdung zur Kirche erfolgt ist, sondern dass es für die fehlenden Sterbeeintragungen andere Gründe geben muss. [5]

 

Der Tod von Franziska Kantner, geb. Kaiser, im Jahr 1923 ist dagegen in der für die Capistrang. 3 damals zuständigen Pfarre Mariahilf eingetragen. [3]

 

Die Pfarrzugehörigkeit: [11]

 

An dieser Stelle soll die Frage der Pfarrzugehörigkeit kurz angesprochen werden:

Es gibt die merkwürdige Situation, dass die Häuser auf einer Seite der Windmühlgasse zur Pfarre St. Josef ob der Laimgrube gehörten, jene auf der anderen Seite zur Pfarre Mariahilf.

 

1916 gehörten laut Lehmann die Häuser der Windmühlgasse mit den ungeraden Orientierungsnummern sowie die Häuser Capistrang. 3-5 zur Pfarre St. Josef ob der Laimgrube, jedoch die Häuser der Windmühlgasse mit den geraden Orientierungsnummern sowie die Häuser Capistrang. 1 sowie 2-12 zur Pfarre Mariahilf.

 

Jedenfalls war die unterschiedliche Pfarrzugehörigkeit von Häusern, die in unmittelbarer Nachbarschaft waren, der Grund dafür, dass Franz Josef Kantner 1893 (Geburtsadresse Windmühlgasse 15) in der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube getauft wurde [7], sein Bruder Rudolf im Jahr 1900 (Geburtsadresse Windmühlgasse 8; das wäre heute das Haus Nr. 14) in der Pfarre Mariahilf [8].

 

Nicht nachvollziehbare Angaben im Lehmann:

 

Laut Lehmann hätte 1917 jedoch eine pfarrliche Umstrukturierung, eine Änderung bzw. ein Wechsel in der Pfarrzugehörigkeit stattgefunden, die dann auch in den Lehmann-Adressbüchern der folgenden Jahre auf ähnliche Weise dokumentiert ist:

 

Ab 1917 (bis zumindest 1930) hätten demnach die Häuser der Windmühlgasse mit den Orientierungsnummern 8-32 sowie die Häuser der Capistrang. mit den geraden Nummern zur Pfarre St. Josef ob der Laimgrube gehört, jedoch die übrigen Häuser der Windmühlgasse (also vor allem die Häuser mit ungeraden Nummern) sowie die Häuser der Capistrang. mit ungeraden Nummern zur Pfarre Mariahilf.

 

Diese Angaben dürften zum Teil auf einem Irrtum beruhen. Eine Überprüfung der Sterbebücher 1922 – 1938 der Pfarre Mariahilf und der Sterbebücher 1919 – 1928 sowie 1929 – 1938 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube in Hinblick auf Adressen in der Capistrangasse und in der Windmühlgasse hat ergeben, dass nur in der Capistrangasse die Pfarrzugehörigkeit der beiden Seiten gewechselt hat, dass aber in der Windmühlgasse gegenüber 1916 keine Änderung erfolgt ist. Es gibt nur ganz wenige Ausnahmen gegenüber der Regelung von 1916.

 

Hier die Sterbeeintragungen im Einzelnen:

 

Pfarre Mariahilf

 

Sterbebuch Mariahilf (1922-38):

 

1922: Capistrang. 3, Windmühlg. 26

1923: Capistrang. 3 (3x),

1924: Windmühlg. 32, Windmühlg. 30

1925: Capistrang. 3 (3x), Windmühlg. 20

1926: Windmühlg. 10, Windmühlg. 16 (2x)

1927: Capistrang. 3, Windmühlg. 20, Windmühlg. 32

1928: ---

1929: Capistrang. 3 (3x)

1930: Windmühlg. 12, Windmühlg. 30, Capistrang. 3

1931: Capistrang. 5 (2x), Capistrang. 3

1932: Windmühlg. 24, Windmühlg. 28, Capistrang. 3, Windmühlgasse 30, Windmühlg. 28

1933: Capistrang. 3, Windmühlg. 10 (2x), Windmühlg. 20

1934: Capistrang. 3, Windmühlg. 22, Windmühlg. 16, Windmühlg.28, Windmühlg. 30

1935: Windmühlg. 20, Windmühlg. 24, Windmühlg. 10

1936: Windmühlg. 20, Capistrang. 5

1937: Capistrang. 3, Windmühlg. 22

1938: Capistrang. 5, Windmühlg. 12, Windmühlg. 22

 

 

Pfarre St. Josef ob der Laimgrube

 

Sterbebuch 1919-1928

 

1919: Windmühlg. 25, Windmühlg. 15

1920: Capistrang. 3, Capistrang. 8, Windmühlg. 13 a

1921: Windmühlg. 12, Capistrang. 2, Capistrang. 4, Windmühlg. 7b, Windmühlg. 27

1922: Capistrang. 2

1923: Windmühlg. 15

1924: Windmühlg. 9, Windmühlg. 6, Windmühlg. 15

1925: Windmühlg. 27, Windmühlg. 13a

1927: Windmühlg. 27

1928: Capistrang. 2, Windmühlg. 15 (4x), Capistrang. 4, Windmühlg. 3, Windmühlg. 7

 

Sterbebuch 1929-1938

 

1929: Capistrang. 8, Windmühlg. 7, Windmühlg. 13a

1930: Windmühlg. 15, Windmühlg. 3, Capistrang. 2

1931: -

1932: Windmühlg. 25, Windmühlg. 3, Windmühlg. 22, Windmühlg. 7

1933: Windmühlg. 25, Windmühlg. 6

1934: -

1935: Windmühlg. 15

1936: Windmühlg. 7

1937: -

1938: Capistrang. 2

 

 

 

4.2. Häuser, Wohnungen und Geschäftslokale der Familie KANTNER im Bereich des Windmühlviertels

 

a) Windmühlgasse 15: Diese Adresse scheint beim Bräutigam Franz Kantner bei der Trauung im September 1890 auf, ab 1891 wurde sie auch im Lehmann genannt.

1893, als es von der Gemeinde Wien gekauft und anschließend demoliert wurde, musste die Familie das Haus verlassen [6]

b) Windmühlgasse 23: Es war dies das Haus „Zur heiligen Dreifaltigkeit“, siehe Kapitel 8.

Hier kaufte Franz Kantner im Jahr 1893 ein Gemischtwarengeschäft, das in eine Fleischbank umgewandelt wurde; im 1. Stock war die Wohnung. [6]

c) Doch auch dieses Gebäude musste wegen Baufälligkeit verlassen werden.

Das Geschäft war in den folgenden Monaten kaum benützbar, als Ersatzquartier musste man mit Theobaldg. 9 vorlieb nehmen. Das im rasch fertiggestellten Neubau (heute Windmühlgasse 9) angemietete Geschäftslokal war zu klein.

d) Im Jahr 1899 übersiedelte die Familie Kantner in das Haus Windmühlgasse Nr. 2 (heute: Windmühlgasse 8) = Capistrang. 3.

 

Hier entstand auch eine künstlerisch wertvolle Geschäftsfassade, die man mit Hilfe des folgenden Links bewundern kann.

https://baudenkmaeler.wordpress.com/2016/05/02/geschaftsfassade-wien-vi/ [9]

 

Leider bietet sich dem Betrachter heute ein nicht so erfreulicher Anblick, da die Skulpturen zum Teil überklebt sind.

 

 

 

 

 

 

Abb. 15. Geschäftsfassade Capistrangasse 3 – Foto: Autor (2018)

 

 

Abb. 16. Geschäftsfassade Capistrangasse 3, Detail – Foto: Autor (2018)

 

 

 

 

Ein Papiersäckchen aus jener Zeit, als es hier eine Fleischhauerei gab, wurde dem Autor freundlicherweise geschenkt und darf an dieser Stelle abgebildet werden.

 

 

 

 

 

 

 

 

Abb. 17. Papiersäckchen aus der Zeit, als es am Haus Capistrangasse 3 noch die Aufschrift "Fleischhauer Franz Kantner Fleischselcher" gab.

Foto: Autor (2018)

 

 

 

 

Im Innenhof des Hauses Capistrang. 3 befindet sich heute die Statue „Madonna mit Jesuskind“ von einem Haus auf der gegenüberliegenden Straßenseite, das um 1904 abgerissen wurde. (Vgl. Kapitel 8 / Abb. 26 und 26a)

 

e) Im Jahr 1905 kaufte Franz Kantner das Haus Windmühlgasse 4 (heute: Windmühlgasse 10). In diesem Gebäude wurden die Eisgrube und ein Pferdestall für drei Pferde eingerichtet. [6][10]

 

Es ist noch immer im Besitz der Familie Kantner. Nachfahren des Kommerzialrats Franz Kantner führen in diesem Haus ein Buchantiquariat und ein Schallplattenantiquariat.

 

 

Abb. 18. Umzug anlässlich des Begräbnisses des Mariahilfer Fleischhauermeisters Kommerzialrat Franz Kantner (1865 – 1933).

Foto aus dem Besitz der Nachfahren von Familie Kantner,

fotografiert vom Autor (2018)

 

Beschreibung: Trauerzug vor dem Haus Windmühlgasse 10 (mit schwarzer Fahne)

 

 

Das Haus Windmühlgasse 10 birgt drei besondere Raritäten bzw. Kostbarkeiten. Vom jetzigen Besitzer wurde dem Autor des Artikels dankenswerterweise gestattet, Bilder davon zu veröffentlichen.

 

 

 

1) Als das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ abgerissen wurde, rettete Herr Kantner von diesem Gebäude, in dem sich sein Geschäft und die Wohnung befunden hatten, das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“. Es wurde im Flur des Hauses angebracht.

Die Höhe des Hauszeichens beträgt ca. 74 cm, inklusive  Fliesenrahmen 93 cm, die Breite 66 cm, inklusive Fliesenrahmen 80 cm.

 

(Weitere Details dazu im Kapitel 8. Windmühlgasse 23 – „Zur heiligen Dreifaltigkeit“)

 

 

 

Abb. 19. Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ vom Haus Windmühlgasse 23,

das um 1900 abgerissen wurde.

Foto: Autor (2018)

 

2) Im Hausflur mit Blick zum Garten gibt es auch ein Glasfenster mit Monogramm F K (= Franz Kantner), ein Werk  aus dem Glasmalerei - Atelier Geyling („Carl Geyling`s Erben“), das im Haus Windmühlgasse 28 (vor 1908 hatte das Haus Nr. 22) seinen Sitz hatte.

 

 

Abb. 20a. Monogramm F(ranz) K(antner) –

Glasmalerei aus dem Atelier „Carl Geyling’s Erben“ im Haus Windmühlgasse 10. Foto: Autor (2018)

 

 

Abb. 20b. Monogramm F(ranz) K(antner) –

Glasmalerei aus dem Atelier „Carl Geyling’s Erben“ im Haus Windmühlgasse 10.

Nahaufnahme. Foto: Autor (2018)

 

 

3) Im Haus, das heute die Orientierungsnummer Windmühlgasse 10 hat, befindet sich beim Abgang zum Keller eine kunstvolle Gittertür, auf der das Baujahr des Hauses (1850) und das Monogramm des ersten Besitzers (J. E.) festgehalten ist. Im HV 1852 findet man als Eigentümer von Mariahilf KNR 8 Johann und Cäcilia Ernst [12], laut Vergleichungstabelle 1863 erhielt dieses Haus die Orientierungsnummer Windmühlgasse 4 [13], laut Generalstadtplan 1904 wurde dieses Haus im Jahr 1850 erbaut [14], und laut Generalstadtplan 1912 hatte das Gebäude danach (eigentlich schon seit 1908) die Nummer Windmühlgasse 10 [15]. (Vgl. zur letzten Nummernänderung auch den Artikel „Die Versetzung der Laimgrubenkirche…“ / Kapitel 6b „Windmühlgasse“ auf der Homepage www.guenteroppitz.at  ) [16]

 

Bei der Trauung von Johann Baptist Ernst und Cäcilia Schuller im Jahr 1848 in der Pfarre Gumpendorf wird als Beruf des Bräutigams „Schmidmeister(sic!) und Hausinhaber“ angegeben. Er muss also bereits Besitzer des Gebäudes gewesen sein, das sich vor 1850 am Standort   Mariahilf KNR 8 befand. [17] 

Laut  „Firmenbuch“ dürfte Johann Ernst im Jahr 1854 ein Hufschmied gewesen sein. [18]

 

Der Neubau des Hauses Windmühlgasse 10 im Jahr 1850 erfolgte durch den Baupolier/Baugeschäftsführer/Baumeister Karl Schölzl [19], über den im Artikel „Die Amonstiege in Mariahilf“ vor allem im Kapitel 8.3. einige Informationen festgehalten sind. [20]

 

 Abb. 21. Kunstvolle Gittertür aus dem Jahr 1850 mit dem Monogramm „J E“

im Haus Windmühlgasse 10. Foto: Autor (November 2018)

 

 

2. Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

JOSEF KRAFT

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1888: Josef Kraft, Tapezierer, VI., Fillgraderg. 8

1889: Josef Kraft, Tapezierer, VI., Fillgraderg. 8 

1890: Josef Kraft, Tapezierer, VI., Fillgraderg. 8

1891 – 1893: Josef Kraft, Tapezierer, VI., Windmühlg. 15

1894: Kraft Josef, Tapezierer, VI., Stiftg. 25

1895: Kraft Josef, Tapezierer, VI., Magdalenenstr. 32

1900: Kraft Josef, Tapezierer, V., Kriehuberg. 23

 

Josef Kraft hatte also seinen Betrieb nur drei Jahre lang an der Adresse Windmühlg. 15.

 

3. Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

JOHANN SCHENKIŘ, FLEISCHSELCHER

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1888, 1889: keine Eintragung

1890: Johann Schenkirsch, Selchwarenverschl., VI., Windmühlg. 3

1891 – 1894: Schenkirsch Johann, Selchwarenverschl., VI., Windmühlg. 4

1895: Schenkirsch Johann, Selchwarenverschl., VI., Windmühlg. 14

1896: Schenkirsch Johann, Selchwarenverschl., VI., Windmühlg. 14, G: VI., Windmühlg. 4

1897: Schenkirsch Johann, Selchwarenverschl., VI., Windmühlg. 14

1898: Schenkir Johann, Fleischhauer, II., Rothe Kreuzg. 5, G. II., Gr. Pfarrg. 9

1900: Schenkir Johann, Fleischhauer, II., Leopoldsg. 11, G. II., Gr. Pfarrg. 9

1925: Schenkir Johann, Fleischhauer, XVI., Ottakringer Str. 17, Wohnung: IX., Sechsschimmelg. 10

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 15 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 15:

 

1883.03.14 Kollar Karl, 2 ¼ J.,  V: Emmerich, Strohhutappreteur

1883.05.07 Katlein Christine, 4 Monate, V: Friedrich Katlein, Spengler

1883.06.03 Ulbricht Viktoria, 2 Mon., V: Florian U., Schneidergehilfe aus Niedergrün in Böhmen

1883.06.15 Sager Friedrich Josef, 4 Monate, V: Josef Sager, Musikdirektor

1884.02.08 Dolezal Pauline, 8 J., V: Jakob Dolezal, Geschäftsdiener aus Mödritz in Mähren

1884.12.23 Innenheiter Theresia geb. Schenk, 62J., Gattin des Franz Innenheiter, Bürger und Goldsticker

1885.02.04 Innenheiter Barbara, 4 Monate, M: Aloisia Innenheiter, Stickerin

1885.03.06 Karl Anton, 2 ¾ J., geb. in Neulerchenfeld, V: Josef Karl, Schlossergehilfe

1885.05.29 Schmid Friedrich, 67 J., Tapezierermeister

1885.09.12 Dolezal Johanna geb. Scherer, Gattin des Geschäftsdieners Jakob Dolezal, geb. in Wien, zust. Mödritz in Mähren

1886.04.17 Reinl Ludwig, 18 Monate, V: Anton Reinl, Geschäftsdiener

1886.04.22 Klonner Anna, 4 J., V: Gregor K., Ledergalanteriearbeiter

1886.07.24 Hayn Alfred, 2 1/3 J., geb. Pf. Schottenfeld, V: + Josef Hayn, Privatbeamter

1886.07.30 Klonner Josef, 4 Monate, V: Gregor K., Ledergalanteriearbeiter

1886.08.11 Plankl Marie, 2 Tage, V: Gottlieb Plankl, Commis, zust. Schweinbarth N.Ö.

1886.09.01 Dolezal Johanna, 25 J., ledig, geb. in Wien, zust. nach Mödritz in Mähren

1887.05.27 Katlein Rosa, 13 Tage, V: Friedrich Katlein, Spenglermeister

1887.07.01 Innenheiter Josef, 2 ½ J., V: Karl Innenheiter, Hausbesorger

1887.12.01 Innenheiter Franz, 1 J. 11 Mon., V: Karl Innenheiter, Hausbesorger

1888.01.25 Wachert Eduard, 28 Tage, V: Eduard W., Postamts-Diener, zust. Brüx in Böhmen

1888.03.26 Innenheiter Johann, 7 Wochen, M: Barbara Innenheiter, led. Handarbeiterin

1888.05.12 Lechner Walburga, 73 J., Näherin, geb. in Preßburg in Ungarn

1888.08.14 Hanke Alois, 11 Wochen, V: Josef Hanke, Geschäftsdiener

1889.01.12 Innenheiter Anna, 6 Monate, M: Aloisia Innenheiter, ledige Näherin

1889.07.31 Klonner Johanna, 7 Monate, V: Gregor Klonner, Ledergalanteriearbeiter

1890.01.15 Walla Anna, 10 Mon., M: ledige Grünwarenhändlerin Maria Walla

1890.04.11 Hiebner Barbara, 11 ½ Monate, V: Karl Hiebner, Buchbindergehilfe

1890.05.19 Cech Friedrich, 4 J. 10 Mon., geb. Pf. Mariahilf, V: Franz Cech, Schuhmachermeister aus Pawlowitz in Böhmen

1891.03.23 Wienner Karl, 9 Monate, V: Cyrill Wienner, Theaterdiener

1891.07.20 Parney Maria Julia geb. Prem, 36 J. 5 Mon., Witwe nach dem Tischlermeister Ludwig Parney

1891.09.24 Innenheiter Helene, 2 ¾ Monate, M: Barbara Innenheiter, ledige Stickerin

 

Mögliche Identadresse Theobaldgasse 7:

 

1891.04.12 Sager Christine, Private, 16 ¼ J.

 

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

siehe Kapitel 14. / Bereich der ehemaligen Nr. 13 (Bäckenhäusel) und der ehemaligen Nachbarhäuser Nr. 11 und Nr. 15

 

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[1] s. Messner 1982

[2] Trauung von Franz Kantner und Franziska Karolina Kaiser

Matricula, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., St. Josef ob der Laimgrube, Trauungsbuch 02-20, Fol. 73, 7.9.1890; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-st-josef-ob-der-laimgrube/02-20/?pg=102 (Zugriff: 27.6.2018)

[3] Sterbeeintragung von Franziska Karolina Kantner geb. Kaiser:

Matricula, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Mariahilf, Sterbebuch 03-17, Fol. 22, 04-Tod_0023, 24.2.1923; online: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-mariahilf/03-17/?pg=37 (Zugriff: 23.10.2018)

[4] Grabstellensuche / Friedhöfe Wien

https://www.friedhoefewien.at/grabsuche_de (Zugriff: 23.10.2018)

[5] Danksagung für die Anteilnahme anlässlich des Ablebens von Kommerzialrat Franz Kantner in der Reichspost vom 22.6.1933, S.14:

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno?aid=rpt&datum=19330622&seite=14&zoom=33 (Zugriff: 27.10.2018)

[6] lt. handgeschriebener Familienchronik von Kommerzialrat Franz Kantner

[7] Taufeintragung v. Franz Josef Kantner – Erzdiözese Wien, Pfarre 06., St. Josef ob der Laimgrube, Taufb. 01-44, Fol. 206, Bild 03-Taufe_0208

[8] Taufeintragung von Rudolf Kantner – Erzdiözese Wien, Pfarre Mariahilf, Taufbuch 01-24, Fol. 89, Bild 03-Taufe_0091

[9] Baudenkmäler in Österreich, Geschäftsfassade, Wien VI; online:

https://baudenkmaeler.wordpress.com/2016/05/02/geschaftsfassade-wien-vi/ (Zugriff: 27.6.2018)

[10] Laut Lenobel, Ergänzungsblatt zum Häuserkataster, Nr.10, August 1906, Besitzveränderungen, erfolgte der Kauf erst 1906: Windmühlg. Or.-Nr. 4, EZ 1094 Franz Kantner

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/periodical/pageview/789745 (Zugriff: 27.6.2018)

[11] Lehmann (mit Jahreszahl)

Adolph Lehmann, Lehmann’s Allgemeiner Wohnungs-Anzeiger: nebst Handels- und Gewerbe-Adreßbuch für die k. k. Reichshaupt und Residenzstadt Wien und Umgebung. Wien 1859 – 1942; online: https://www.digital.wienbibliothek.at/periodical/structure/5311 (Zugriff: 29.6.2018)

Für die Frage der Pfarrzugehörigkeit wurden die Straßen- bzw. Häuserverzeichnisse samt Pfarrangaben von folgenden Jahrgängen durchsucht: 1900, 1910, 1915 - 1920, 1925 und 1930.

[12] HV 1852

Neuester, verbesserter Häuser-Schema der kaiserl. königl. Reichshaupt- und Residenzstadt Wien : mit allen Vorstädten, der Brigittenau, den Zwischenbrücken und den Praterhütten ; Mit genauer Angabe der Hausnummern, Hauseigenthümer, Hausschilder, Gassen, Plätze, Gerichts-, Stadthauptmannschafts- und Pfarrbezirke ; Für das Jahr 1852. Wien: Dorfmeister, 1852

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/338010?zoom=1&lat=461.04167&lon=499.7619&layers=B (Zugriff: 2.12.2018)

[13] HV 1863 (Vergleichungstabelle)

Vergleichungs-Tabelle der alten und neuen Hausnummern der Stadt Wien und deren Vorstädte. Wien:  Förster und Bartelmus, 1863

https://www.digital.wienbibliothek.at/wbrobv/content/zoom/355550?zoom=2&lat=363.853&lon=877.507&layers=B (Zugriff: 2.12.2018)

[14] 1904 Generalstadtplan;

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public / Historische Stadtpläne / Generalstadtplan 1904

[15] 1912 Generalstadtplan;

online: https://www.wien.gv.at/kulturportal/public / Historische Stadtpläne / Generalstadtplan 1912

[16] Artikel „Die Versetzung der Laimgrubenkirche…“ auf der Homepage www.guenteroppitz.at  

[17] Matricula, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-20, Fol. 188, Aufnahme 03-Trauung_0190, 21.11.1848

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/02-20/?pg=193

[18] Pernold 1866

Emanuel Pernold, Firmenbuch. Enthaltend nach alphabetischer Ordnung alle bei dem hohen k.k. Handelsgerichte in Wien protokollirten Handels-, Fabriks- und Gewerbe-Firmen mit Angabe ihrer Domicile. Abgeschlossen am 31. December 1854. Leopold Sommer, 1866

(E-Book, digitalisiert von ÖNB am 29.6.2016), S. 53

https://books.google.at/books?id=sDNpAAAAcAAJ&pg=PA53&dq=Johann+Ernst+Hufschmied+Mariahilf&hl=de&sa=X&ved=0ahUKEwi_puuurIPfAhVExIUKHUYTDDUQ6AEIKDAA#v=onepage&q=Johann%20Ernst%20Hufschmied%20Mariahilf&f=false

[19] Wiener Fassaden des 19. Jahrhunderts: Wohnhäuser in Mariahilf (= Bd. 10 von Studien zu Denkmalschutz und Denkmalpflege).

Hg. von Kunsthistorische Arbeitsgruppe GeVAG, Böhlau 1976, S. 134

(Original: University of Michigan, digitalisiert: 20.12.2007)

[20] Günter Oppitz, „Die Amonstiege in Mariahilf. Hintergründe für die Bezeichnung einer Stiege“ auf der Homepage www.guenteroppitz.at

 

5. Windmühlgasse 17 – „Zu den drei Hacken“

 

Abb. 22. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A. Bildausschnitt Windmühlgasse 17

(„Zu den drei Hacken“ bzw. „Zu den drei goldenen Hackeln“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

 


Standort des Hauses aus heutiger Sicht: [1]

Windmühlg. 7, nordöstl. Teil + Capistrang. 1 + Fillgraderg. 18, nordöstl. Teil + Fillgraderg. 13, nordöstl. Teil + Gumpendorfer Str. 30, nordöstl. Teil

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlg. 17 (1863), ab 1908: Windmühlg. 7                                                   Frühere Konskriptionsnummer: Windmühl  28 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühle 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

28

3 goldene Hackel / an der Straße gegen Gumpendorf

Elisabetha Fellmerin

 

 

1786 (Fischer)

28

Drey goldene Hackel / an der Straße gegen Gumpendorf

Mathias Kirzinger

 

 

1789 (Hofer)

28

Drey goldene Hackeln / an der Straße gegen Gumpendorf

Mathias Kirzinger

 

 

1796

28

Drey goldene Hackeln / Windmühlgasse

Mathias Kirzinger

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

28

3  Hackeln / Windmühlgasse

Joseph Keiner

 

 

1829 (Behsel)

28

Drey Hacken / Windmühlgasse

Josepha Schuyer

 

 

1846 (Messner)

28

Zu den drei Hacken

 

 

Gasthaus

1852

28

Drei Hacken / Windmühlgasse

Walburga Schuyer und Karl Seifert

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

 

 

 

 

1863 (Winkler)

Windmühlg. 17

Franz und Agnes Schimko

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 17 = Gumpendorfer Str. 22

Karl und Maria Candolini

3 Stockw. / 26 Wohn.

Zubauten 1862

1877 (Smöch)

Windmühlg. 17 = Gumpendorfer Str. 22

J.& M. Gosterer

3 Stockw. / 14 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 17 = Gumpendorfer Str. 22

Karl Gagstätter

3 Stockw. / 14 Wohn.

EZ 247,

Parz. 116, 117

 

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

Keine Aufschrift vorhanden, die auf ein Geschäft oder ein Gasthaus hindeutet.

 

Es gab aber am anderen Ende der Gebäudekette, an der Adresse Gumpendorferstraße 22 (heute: Gumpendorferstr. 30) ein Gasthaus mit dem gleichen Hauszeichen: „Zu den drei Hacken“

 

Einige Daten zur Gastwirtsfamilie Ma(h)rhofer:

 

Lt. Branchenverzeichnis Wirte 1890:

Mahrhofer Anton, Gastwirt „Zu den 3 Hackeln“, Gumpendorfer Straße 22

 

1. Trauung in der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube am 19.11.1878: [2]

Anton Mahrhofer, Gastwirt, geb. und zuständig zu Dornfeld, Pfarre Irritz in Mähren, Gumpendorferstr. 22 ∞ Monika Glatzl, Haushälterin, geb. von Schlag, Pfarre Dechantskirchen in der Steiermark, Gumpendorferstr. 22

 

2. Trauung in St. Josef ob der Laimgrube am 2.6.1887: [3]

Anton Mahrhofer, geb. 12.6.1844 in Dornfeld Pf. Irritz, Gastwirt in Gumpendorferstr. 22, Witwer ∞ Anna Maria Fenk, Köchin in Gumpendorferstr. 22, geb. 11.8.1862 in Irritz, Mähren

 

Geburt/Taufe von Anton Mahrhofer am 16./23.2.1890 / Gumpendorferstr. 22 [4]

Anton Leopold, V. Anton Mahrhofer, Gastwirt von Dornfeld, Pfarre Irritz in Mähren; M: Anna Maria Fenk v. Irritz in Mähren

 

Zwei Sterbefälle der Familie Ma(h)rhofer (grün gekennzeichnet) befinden sich bei den folgenden Sterbeeintragungen von Gumpendorferstr. 22.

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 17 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 22 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 17:

 

1883.01.23 Marschik Josefa, 9 Mon., M: Franziska

1883.04.17 Reischl Leopold, 1 ½ J., V. Johann, Lohndiener, zust. Schwarzenbach/Krain

1883.06.07 Csmerich Helene, 9 Mon., M: Maria Csmerich, zust. Zillingtal, Ungarn (Bild 12)

1883.06.10 Milfait Justine, geb. Derkovits, 46 J., Bäckerswitwe, geb. Rothanthurin in Ungarn zust. in Steinamanger

1883.07.08 Handler Alois, 6 Wochen, M: Anna Handler, Handarbeiterin aus Ödenburg

1885.09.10 Zehetgruber Leopold, 69 J., Profoß in Pension, zust. Mördersdorf N.Ö.

1887.03.29 Zuson Richard, 1 J., V: Josef Z., Rauchfangkehrergehilfe, zust. Feldsberg

1888.10.28 Breuer Josef, 36 J., gewesener Webergehilfe, geb. v. Deutsch-Liebau in Mähren, zust. Schönberg

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Identadresse Gumpendorferstraße 22:

 

1883.01.26 Axmann Therese geb. Zischer, 43 J.

1883.05.07 Bucco Julius Oswald, 1 ¾ J., V. Oswald, Steinmetzgehilfe aus Andreis in Italien

1885.03.21 Gruber Marianne, 4 Tage, V: Josef Gruber, Vergoldergehilfe, zust. in Waldprechting in Salzburg

1885.09.26 Weishaupt Josef, 8 Monate, V: Adalbert Weishaupt, Dienstmann, zust. Wiener Neudorf N.Ö.

1885.10.17 Pojar /Bayer Franziska geb. Letsch, 67 J., Armeedienerswitwe aus Schwandorf in Bayern

1885.11.07 Lerch Totgeburt M: Katharina Lerch, Näherin

1886.08.09 Marhofer Monika geb. Glatzl, 45 J., Gastwirtsgattin, geb. von Schlag in der Steiermark

1888.08.02 Axmann Eduard, 4 2/3 Monate, V: Eduard Axmann, Feuerbursch aus Bergen in Mähren

1889.08.19 Wessely Wenzel, 63 10/12 J., Schlossermeister, geb. von Pilgram in Böhmen, zust. Wien

1890.01.03 Bucco Oswald, 53 J., Steinmetzgehilfe v. Andreis in Italien

1890.01.08 Schmuckerschlag Josef, 41 J., Geschäftsdiener, von Hofedl in N.Ö.

1890.01.30 Schmuckenschlag Totgeburt, V: Josef Schmuckenschlag, Geschäftsdiener

1890.03.17 Empachor notgetauftes Mädchen, 10 Min., M: Wilhelmine Empachor, Köchin

1890.05.10 Marhofer Anton, 2 ¾ Monate, V. Anton Marhofer, Gastwirt

1890.10.19 Tauber Maria geb. Kraker, 29 J., Gattin des Taglöhners Leopold T., geb. Gottschee / Krain, zust. Wien

 

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

siehe Kapitel 15. Bereich der ehemaligen Häuser 17, 19 und 21 (2018: Nr. 7)

 

----------------------------------------------------------------

[1] s. Messner 1982

 

[2] 1. Trauung Anton Mahrhofer ∞ Monika Glatzl am 19.11.1878 in der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-st-josef-ob-der-laimgrube/02-17/?pg=219 (Zugriff: 27.6.2018)

 

[3] 2. Trauung Anton Mahrhofer ∞ Monika Glatzl am 2.6.1887 in der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-st-josef-ob-der-laimgrube/02-19/?pg=170 (Zugriff: 27.6.2018)

 

[4] Geburt/Taufe von Anton Mahrhofer am 16./23.2.1890; online:

http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-st-josef-ob-der-laimgrube/01-44/?pg=40 (Zugriff: 27.6.2018)

 

 

 

6. Windmühlgasse 19 – „Zum weißen Lamm“

 

Abb. 23a. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 19 („Zum weißen Lamm“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

Standort des Hauses aus heutiger Sicht: [1]

Windmühlg. 7, mittl. Teil + Fillgraderg. 18, mittl. Teil + Fillgraderg. 13, mittl. Teil + Gumpendorfer Str. 30, mittl. Teil 

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlgasse 19 (1863), ab 1908: Windmühlg. 7                                            Frühere Konskriptionsnummer: Windmühl 29 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

29

Weißes Lampel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Berger, Weinwirth

 

 

1786 (Fischer)

29

Weißes Lampel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Berger, Weinwirth

 

 

1789 (Hofer)

29

Weißes Lambel / an der Straße gegen Gumpendorf

Josepha Wolschackin

 

 

1796

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Josepha Wolschackin

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Katharina Reichlin

 

 

1829 (Behsel)

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Mathias Reichel

 

 

1846 (Messner)

29

Zum weißen Lamm

 

Durchhaus

 

1852

29

Weißes Lamm / Windmühlgasse

Math. und Anna Reichel

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 19

Anton Reichel

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 27 Wohn.

Zubauten 1825

1877 (Smöch)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 25 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 19 = Gumpendorfer Str. 24

Anton Reichel

2 Stockw. / 25 Wohn.

EZ 248, Parz. 115

 

 

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

FERD. RUMPEL, GASTHAUS

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1889 – 1894: keine Eintragung

1895 – 1897: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Windmühlgasse 19

1898: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 14

1899, 1900: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 16, G. I., Getreidemarkt 14

1901: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Getreidemarkt 13, G. I., Getreidemarkt 14

1902 – 1908: Rumpl Ferd., Gastwirt, IX., Garnisong. 20

1909, 1910: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, XVII., Hernalser Hauptstr. 35

1911: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, IX., Schlickgasse 4

1912, 1913: keine Eintragung

1915 – 1931: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VIII., Blindeng. 8

1932: Rumpl Ferdinand, Gastwirt, VI., Barnabiteng. 10

1933 – 1942: Rumpl Ferdinand, Priv., VIII., Blindeng. 8

 

Dieses Haus ist auch auf dem bereits in Kapitel 2 gezeigten Foto der Windmühlgasse in Schrägsicht (Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf) in Abb. 3b zu sehen.

Es wurde auch im Buch „Zu Gast im alten Wien“ abgebildet. Der Autor Bartel F. Sinhuber weist hier darauf hin, dass es sich um ein spätbarockes Gebäude handelt, dass darin das alte Gasthaus „Zum Lamm“ untergebracht war und dass der letzte Wirt in diesem Haus Josef Adam um 1890 war. [2]

 

Das vorliegende Foto zeigt die Aufschrift „Ferdinand Rumpl Gasthaus“. Darunter ist sehr klein „ZUM LAMM“ zu lesen.

 

 

Abb. 23b. Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29 in Schrägsicht.

Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf:

Ausschnitt Haus Nr. 19 („Zum Lamm“), fotografiert vom Autor (2018).

 

Nach den oben recherchierten Daten aus dem Lehmann-Adressbuch dürfte die Aufnahme zwischen 1895 und 1897 entstanden sein und den damaligen Wirten (eventuell Pächter) Ferdinand Rumpl im Eingang des Hauses „Zum Lamm“ zeigen.

Die Angabe zum Foto in Sinhubers Buch „um 1880“ müsste also durch die Information „um 1895“ ersetzt werden.

 

Zur Datierung des Fotos vgl. auch Kapitel 8.1. / Abb. 27a und 27b.

 

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 19 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 24 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 19:

 

1884.12.07 Schober Anna, 70 J., gew. Bedienerin aus Lichtenwörth in N.Ö.

1885.06.27 Bacher Johann, 24 J., ledig, Schriftsetzer

1888.04.01 Hannig Johanna geb. Knösch, 69 ¼ J., Witwe nach dem + Schuhmacher Franz Hannig, geb. v. Meretitz in Böhmen

1888.08.21 Waldhauser Hermann, 7 Wochen, V: Josef Waldhauser, gewesener Chorist

1890.01.24 Innenheiter Anna, 3 Monate, V: Karl Innenheiter, Tapezierergehilfe

1891.09.03 Barta Josef, 27 Stunden, V: Josef Barta, Schuhmacher

 

Gumpendorferstr.  24:

 

1883.05.20 Lutter Anna, 7 J., geb. in Neufünfhaus, M: Angelina Lutter, zust. Prag

1884.05.19 Pechacek Johann, 11 Mon., V: Johann Pechacek, Schneidergehilfe, zust. Domanic in Böhmen

1886.01.21 Bohle Franz, 49 J., ledig

1886.01.28 Pundselius Christian, 69 J., Schauspieler

1887.01.15 Blei Anna, 4 ½ J., unehel. Tochter der Goldarbeitergehilfenswitwe Franziska Brohm geb. Blei

1888.04.26 Batzelt Franziska, 83 J., ledig, Private

1888.04.29 Dallinger Johann, 79 J., gewes. Fragner, geb. von Ober-Stockstall in N.Ö.

1889.08.13 Guber Josef, 3 Wochen, V: Friedrich Guber, Mechanikergehilfe

1890.07.30 Panusch Johann, 2 ½ J., hier geb.

1891.08.12 Plank Maria geb. Mederdorfer, 84 J., Historienmalergattin von Hall in Tirol

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 15. Bereich der ehemaligen Häuser 17, 19 und 21 (2018: Nr. 7)

 

----------------------------------

 

 

[1] s. Messner 1982

[2] Bartel F. Sinhuber, Zu Gast im alten Wien. Erinnerungen an Hotels, Wirtschaften und Kaffeehäuser, an Bierkeller, Weinschenken und Ausflugslokale. München, Verlag Hugendubel 1989, S. 138

 

7. Windmühlgasse 21 – „Zum heiligen Josef“

 

Abb. 24. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 21 („Zum heiligen Josef“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)


Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Windmühlg. 7, südwestl. Teil + Fillgraderg. 18, südwestl. Teil + Fillgraderg. 13, südwestl. Teil [1]

 

Hausgeschichte:

 

 

Windmühlgasse 21 (1863), ab 1908: Windmühlg. 7                                Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 30 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

30

St. Joseph / an der Straße gegen Gumpendorf

Andreas Fenk, bürg. Vergolder

 

 

1786 (Fischer)

30

St. Joseph / an der Straße gegen Gumpendorf

Mathias Karl Ficker

 

 

1789 (Hofer)

30

St. Joseph / an der Straße gegen Gumpendorf

Mathias Karl Ficker

 

 

1796

30

St. Joseph / Windmühlgasse

Mathias Ficker

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

30

Heiliger Joseph / Windmühlgasse

Anna Baßlinger

 

 

1829 (Behsel)

30

Heiliger Joseph / Windmühlgasse

Elisabeth Janda und Anna Korber

 

 

1846 (Messner)

30

Zum heiligen Josef

 

 

 

1852

30

Heiliger Josef / Windmühlgasse

Anna Korber’sche 5 Kinder

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 21

August und Johanna Mayer

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 21

Augustin Mayer

 

 

1877 (Smöch)

Windmühlg. 21

August. Mayvo (sic!)

2 Stockw. / 16 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 21

Johanna Mayer und 3 Mitbesitzer

2 Stockw. / 16 Wohn.

EZ 1108 / Parz.113

 

 

1. Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

ROBERT GEBAUER

BINDERMEISTER

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1888 und 1889: keine Eintragung

1890 – 1897: Gebauer Robert, Binder, VI., Windmühlg. 21

1898: Gebauer Robert, Binder, VI., Fillgraderg. 8

 

1900: -

 

Zwei Sterbefälle der Familie Gebauer (grün gekennzeichnet) befinden sich bei den folgenden Sterbeeintragungen von Windmühlgasse 21.

 

2. Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

MATHIAS PLÜGLER

JALOUSIEN – ERZEUGUNG

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1870: Pflügler Mathias, Appreteur, VI., Stiegeng. 20

1871, 1872: keine Eintragung

1873: Pflügler Mathias, Stohhutappreteur, VI., Windmühlg. 21

1874 und 1875: Pflügler Mathias, Hutmacher und Strohhutappreteur, VI., Windmühlg. 21

1875: Pflügler Mathias, Hutmacher und Strohhutappreteur, VI., Windmühlg. 21

1880 – 1897: Pflügler Mathias, Hutmacher, VI., Windmühlgasse 21

1898 – 1900: Pflügler Mathias, Hutmacher, VI., Fillgraderg. 8

1901: keine Eintragung

 

Ein Sterbefall der Familie Pflügler (grün gekennzeichnet) befindet sich bei den folgenden Sterbeeintragungen von Fillgradergasse 8.

 

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 21 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 26 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlg. 21:

 

1883.05.05 Trittenwein Aloisia, 14 Mon., V. Josef, Fuhrmann, zust. Guntersdf. N.Ö

1883.05.08 Tomassich Anna, 58 J., Zinkographenswitwe

1883.12.06 Szokol Emerich, geb. St. Josef ob d. L., 5 Wochen, V: Johann, Grünwarenhändler aus Bur St. Georgen

1884.09.19 Wlach Barbarageb. Bradna, 63, J., Pfeifenbeschlägerswitwe von Lhotta in Böhmen

1885.05.08 Castelli Karl, 43 J., Vergoldermeister, geb. in Brünn

1885.05.27 Spandl Karl, 3 Monate, geb. Pf. Reindorf, M: Franziska Spandl, Näherin aus Großherrlitz in Schlesien

1885.12.02 Gerstenecker Leopold, 14 Monate, geb. Pf. St. Leopold, V: Leopold Gerstenecker, Hausdiener

1886.01.26 Laczusch Knabe, einige Minuten, M: Susanna Laczusch aus Hunsdorf o. Hausdorf in Ungarn

1887.04.27 Tomassich Heinrich Johann, 61J.  4 Mon., pens. Faktor der k.k. Staatsdruckerei

1887.06.06 Lakner Hermine, 1 Monat, V: Albin Theodor Lakner, Geschäftsdiener

1888.01.18 Kawan Totgeburt, M: Franziska Kawan, Köchin, aus Boskowitz in Mähren

1888.05.17 Blechschmid Friedrich, 1 Monat, geb. Pf. Mariahilf, V: Friedrich B., Schneider

1889.01.01 Blechschmid Totgeburt, V: Friedrich Blechschmid, Schneidergehilfe

1889.03.05 Kavan notgetauft, Zwilling, 1 Stunde, M: Franziska Kavan, Wäscherin

1890.04.05 Gebauer Robert, 3 Mon., V: Robert Gebauer, Bindermeister

1890.07.01 Mayer Emilia, 74 J., Pfründnerin, ledig geb. in Wien

1890.11.21 Planitz, Albine Edle von der, 21 J., geb. in Graz, V: Alban v.d. Planitz, k.k. Hauptmann

1890.12.16 Sartori notgetaufter Knabe, 20 Min., M: Elise Sartori, ledige Goldprägerin

1891.02.22 Dutz Totgeburt der Gattin des gewesenen Schlossers Karl Dutz

1891.03.28 Gebauer Johann, 6 Wochen, V: Robert Gebauer, Bindermeister

1891.08.20 Sekera Franz, 64 J., Schuhmacher, von Prerau in Mähren

-------------------------------------

 

Fillgraderg. 8:

 

1900.01.15 Flugler recte Pflugler Matthäus, 57 J., geb. 17.9.1842 in Zlapings Bez. Datschitz / Mähren; verehel. 28.2.1876, zust. Wien

 

 

Gumpendorferstr. 26:

 

1887.11.21 Chyba Anna geb. Krauhs, 44 J., Gattin des Schneidergehilfen Josef Chyba

1889.06.16 Böhm Karl, 8 J., geb. St. Stephan, V: Eduard Böhm, Hausbesitzer

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 15. Bereich der ehemaligen Häuser 17, 19 und 21 (2018: Nr. 7)

 

---------------------------------------

[1] s. Messner 1982

 

 

8. Windmühlgasse 23 – „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

 

 

Abb. 25. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 23 („Zur heiligen Dreifaltigkeit“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)


Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Windmühlg. 9, nordöstl. Teil + Fillgraderg. 20, nordöstlicher Teil [1]

 

Hausgeschichte:

 

 

Windmühlgasse 23 (1863), ab 1908: Windmühlgasse 9                                     Frühere Konskriptionsnummer: Windmühl 31 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl 

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

31

Heilige Dreyfaltigkeit / an der Straße gegen Gumpendorf

Maria Anna Heidlin

 

 

1786 (Fischer)

31

Heilige Dreyfaltigkeit / an der Straße gegen Gumpendorf

Maria Anna Heidlin

 

 

1789 (Hofer)

31

Heilige Dreyfaltigkeit / an der Straße gegen Gumpendorf

Maria Anna Heiblin

 

 

1796

31

Heilige Dreifaltigkeit / Windmühlgasse

Andreas Kratz

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

31

Heilige Dreyfaltigkeit / Windmühlgasse

Johann Knechtl

 

 

1829 (Behsel)

31

Heilige Dreyfaltigkeit / Windmühlgasse

Johann Knechtl

 

 

1846 (Messner)

31

Zur heiligen Dreifaltigkeit

 

 

 

1852

31

Heilige Dreifaltigkeit / Windmühlgasse

Theresia Rust und Karl Knechtl

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlgasse 23

Michael und Magdalena Fest

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlgasse 23

Georg Stessel

2 Stockw. / 6 Wohn.

Zubauten 1811, 1825

1877 (Smöch)

Windmühlgasse 23

Georg Stessel

2 Stockw. / 6 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlgasse 23

Anna Maria Stessel u. 8 Mitbesitzer

2 Stockw. / 6 Wohn.

EZ 1110 / Parz 112

erbaut 1811

 


Aufschrift bzw. Schild am Haus
:

 

WILHELM TÖPFER

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1889 - 1892: keine Eintragung

1893 – 1999: Töpfer Wilhelm, Friseur, VI., Windmühlgasse 2

1900 – 1907: Töpfer Wilhelm, Friseur, VI., Windmühlg. 2, G. VI., Windmühlg. 5 und 7;

1908 – 1914: Töpfer Wilhelm, Friseur, VI., Capistrang. 5, G. VI., Capistrang. 8

1915 – 1930: Töpfer Wilhelm, Friseur, VI., Capistrang. 3, G. VI., Capistrang. 8

 

Capistrang. 3 ist jenes Haus, in dem auch die Familie Kantner Wohnung und Geschäft hatte.

Bis 1907 war die Adresse für dieses Haus: Windmühlgasse 2 bzw. 2A.

 

 

Der Friseur Wilhelm Töpfer konnte zwar nicht an der Adresse Windmühlgasse 23 nachgewiesen werden, aber auf einem Foto von August Stauda von 1902 ist die Aufschrift „Wilhelm Töpfer Friseur“ am Haus Windmühlgasse 5 (ab 1908 war das Capistrang. 8) sehr gut zu lesen – eine Bestätigung für die obigen Lehmann-Eintragungen:

 

 

Abb. 26. „Wien VI, Windmühlgasse 5“, Gassenfront etwas von rechts.

Autor: August Stauda, Glasplatte, 1902. Inv.-Nr. ST 988F / ÖNB

http://www.bildarchivaustria.at/Preview/1912669.jpg (Zugriff: 27.6.2018)

 

Vermutlich hat Wilhelm Töpfer von dem Haus Windmühlg. 5 (spätere Nummer Capistrang. 8), wo er sein Geschäft hatte, im Zuge des Abbruchs (im Jahr 1904 entstand hier lt. Lenobel HV 1905 ein Neubau) die Statue („Maria mit Jesuskind“), die an der Fassade angebracht war, in den Innenhof des Hauses Capistrangasse 3 (dort hatte er seine Wohnung)  geschafft und dort aufgestellt.

An dieser Stelle konnte sie vom Autor im November 2018 fotografiert werden. Sie ist mit Sockel ca. 120 cm, ohne Sockel 90 cm hoch und ungefähr 40 cm breit. 

 

Abb. 26a. Madonna mit Jesuskind.

Statue im Innenhof des Hauses Capistrang. 3

von der Fassade des abgerissenen Hauses Windmühlgasse 5

(spätere Adresse: Capistrang. 8); Foto: Autor (November 2018)

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 23 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 28 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 23:

 

1886.02.09 Fuchs Anna, 4 J., 10 Mon., V: Ferdinand Fuchs, Friseur

1886.06.11 Weinzetl Elisabeth, 8 Mon., unehel. Tochter der Steuereinnehmerswitwe Maria Petrosi geb. Weinzetl

1887.12.02 Hlawatz Vinzenz, 53 J., ledig, Diurnist der k.k. Staatsbahnen

1891.04.29 Schädle Klemens, 4 Wochen, V: Klemens Schädle, Mechaniker, geb. von Wilflingen in Württemberg

--------------------------------------

Im Sterbebuch 03-18:

1896.06.05 Kantner Leopold, hier geb. 15.11.1895, V: Franz Kantner, Fleischhauer, zust. in Ketzelsdorf N.Ö.

(Die Fleischhauerfamilie Kantner wohnte ursprünglich an der Adresse Windmühlgasse 15 – siehe Kapitel 4)

 

Gumpendorferstr. 28:


1883.10.01 Jung Josef, 53 J., Etuitischler

1884.03.06 Prohaska Totgeburt, M: Josefa Prohaska, Wirtschafterin aus Wießkirchen

1885.03.01 Wallenstein Josefa, 8 Monate, V: Karl Wallenstein, Drechslergehilfe, zust. Olmütz / Mähren

1886.02.05 Rath Karl. 1 ¼ J., V: Johann Rath, Maurergehilfe

1886.04.18 Jung Maria, 17 J., Goldschleiferin

1886.07.08 Schober Friedrich, 8 Tage, irrig Tomsch, V: Josef Schober, Friseurgehilfe

1886.11.16 Wallenstein Aloisia, 8 Monate, V: + Karl Wallenstein, Drechslergehilfe

1889.03.09 Petrasek Maria, 3 Wochen, V: Franz Petrasek, Schuhmachergehilfe

1890.06.07 Lutschak Rosalia geb. Brunner, 56 J. 2 Mon., Witwe des Schuhmachergehilfen Josef Lutschak, geb. von Schrattenberg in N.Ö.

1890.11.30 Bohac Rudolf, 5 Monate, V: Johann Bohac, Schneidergehilfe

1891.12.22 Paris Albertine, 13 ½ J., V: Robert Paris, Geschäftsdiener

 

 

8.1. Die Familie Kantner und das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

 

Es ist kein Zufall, dass bei den Sterbeeintragungen der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube in Zusammenhang mit diesem Haus im Jahr 1895 der Name Kantner erscheint – immerhin hatte die Familie Kantner hier von 1891 bis 1897 das Fleischhauergeschäft im Parterre und eine Wohnung im 1. Stock. (Vgl. Kapitel 4.2.)

Ein kleiner Auszug aus der Chronik:

 

„Im Jahre 1897 wurden die alten kleinen Häuser Nr. 17, 19 und 21 umgebaut […] Durch schlechtes Pölzen unseres Hauses wurde es baufällig und für die Bewohner direkt lebensgefährlich.

An einem Septemberabende war ich bei einem meiner Kunden (Gastwirt), als mich ein Wachmann herausrief und mir nahelegte sofort nach Hause zu gehen. Voll Aufregung, es war ½ 11 Uhr nachts eilte ich heim, wo ich zu meiner grössten Überraschung die Feuerwehr damit beschäftigt fand meine Wohnung wegen Einsturzgefahr auszuräumen. Meine Wohnung befand sich im I. Stock. Vom zweiten Stock war ein Zimmer samt Einrichtung auf den Bauplatz gestürzt. Um 11 Uhr nachts musste ich mich mit fünf Kindern auf Wohnungssuche begeben.“ [2]

 

Auf den Fotos Abb. 27a und 27b (Ausschnitt Haus 23) aus dem Bestand des Bezirksmuseums ist sogar die Aufschrift „F. Kantner . Fleischhauer“ zu lesen:

 

 

 

Abb. 27a. Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29 in Schrägsicht.

Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf:

Ausschnitt Haus Nr. 23,  fotografiert vom Autor (2018).

 

 

Abb. 27b. Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29 in Schrägsicht.

Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf:

 

Ausschnitt Haus Nr. 23 / Geschäftsschild „F. Kantner . Fleischhauer“,  fotografiert vom Autor (2018).

 

Zur Datierung des Fotos Die Windmühlgasse. Häuser Nr. 19 (Gasthaus) bis Nr. 29 in Schrägsicht. Aufnahme aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf:

 

Das Geschäftsschild des Fleischhauers F. Kantner gibt einen Hinweis darauf, dass dieses Foto zwischen 1893 und 1897 entstanden sein muss. Vgl. Kapitel 4.1. (Häuser, Wohnungen und Geschäftslokale der Familie KANTNER im Bereich des Windmühlviertels) und 8.1. (Die Familie Kantner und das Haus Windmühlgasse 23 „Zur heiligen Dreifaltigkeit“)

Franz Kantner hatte nur in diesem Zeitraum sein Geschäft in diesem Haus.

 

Im Kapitel 6 (Gasthaus „Zum Lamm“ von Ferdinand Rumpel) konnte der Zeitraum, in dem die Aufnahme gemacht wurde, sogar auf 1895 bis 1897 eingeengt werden. 

 

 

8.2. Vergleich von Hoffelners Darstellung auf Exemplar A und Staudas Foto

 

Beim Vergleich von Hoffelners Bild mit Staudas Foto (links Nr. 23, rechts Nr. 25) fällt nicht nur ein Missverhältnis von Breite und Höhe auf (siehe auch Kapitel 16), sondern auch die vergleichsweise oberflächliche Fassadengestaltung des Hauses Windmühlgasse 23.

Bei Hoffelner wird Wilhelm Töpfer als Geschäftsinhaber genannt, bei Stauda dagegen „Friedrich Mergler, Bau- und Kunstschlosser“.

 

Es ist zwar fraglich, ob Friedrich Mergler jemals ein Geschäft an der Adresse Windmühlgasse 23 besaß, aber eine enge Beziehung zu diesem Haus ist nachweisbar: Im Lehmann-Adressbuch wird an der Identadresse Gumpendorferstraße 28 diese Schlosserei von 1899 bis 1901 angeführt, im Jahr 1902 allerdings in der Theobaldgasse 25

Lehmann:

1896: Mergler Friedrich, J. M. Baierlein’s Nachf., Schlosser, Gumpendorferstr. 28 – 30

1899: Mergler Friedrich, Bau- und Kunstschlosser, IX., Nadlerg. 3, Fil. VI., Gumpendorferstr. 28

1900: Mergler Friedrich, Bau- und Kunstschlosser, IX., Nadlerg. 3, Fil. VI., Gumpendorferstr. 28

1901: Mergler Friedrich, Bau- und Kunstschlosser, IX., Nadlerg. 3, Fil. VI., Gumpendorferstr. 28

  

 

1902: Mergler Friedrich, Bau- und Kunstschlosser, IX., Nadlerg. 3, Fil. VI., Theobaldgasse 25

 


 

Abb. 27c. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Ex. A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 23 („Zur hl. Dreifaltigkeit“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

Abb. 28. „Wien 6, Windmühlgasse 23/25“. Staffage. Autor: August Stauda, Glasplatte, 1899; Inv.-Nr. ST 255F / ÖNB

http://www.bildarchivaustria.at/Preview/1910917.jpg 

(Zugriff 28.6.2018)

 


 

Jedenfalls scheint der zweite Stock dieses Hauses laut den Schilderungen von Herrn Kantner ab 1897 zum Teil gefehlt zu haben. Auch der erste Stock war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr bewohnbar. Zur Windmühlgasse hin sind auf dem Foto von Stauda Fenster im ersten Stock geöffnet.

Entweder betrafen die Schäden nur den hinteren Teil des Hauses, oder Staudas Foto ist bereits früher entstanden als angegeben.

 

 

8.3. Das Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“

 
Es handelt sich eindeutig um jenes Relikt des Hauses Windmühlgasse 23, das heute im Haus Windmühlgasse 10 aufbewahrt wird (vgl. auch Kapitel 4.2.)Insbesondere aber ist bemerkenswert, dass jenes Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“, das auf Staudas Foto in der Fassadenmitte zwischen den Fenstern des ersten und des zweiten Stocks relativ gut zu erkennen ist, auf Hoffelners Gemälden nicht einmal angedeutet ist.

 

 

 

 

Abb. 29. Hauszeichen „Zur heiligen Dreifaltigkeit“ vom Haus Windmühlgasse 23, das um 1900 völlig abgerissen wurde. Foto: Autor (2018)

 

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 16. Bereich der ehemaligen Häuser 23, 25 und 27 (2018: Nr. 9)

 

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[1] s. Messner 1982

 

[2] Laut Auszug aus einer Chronik, verfasst von Kommerzialrat Franz Kantner

 

 

 

9. Windmühlgasse 25 – „Zum schwarzen Rössel“

 

Abb. 30. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar B.

Bildausschnitt Windmühlgasse 25 („Zum schwarzen Rössel“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)


Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Windmühlg. 9, mittl. Teil + Fillgraderg. 20, mittl. Teil + Fillgraderg. 15, mittl. Teil [1]

 

Hausgeschichte:

 

 

Windmühlg. 25 (1863), ab 1908: Windmühlgasse 9                                            Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 32 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR 

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

32

Das schwarze Rößel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Uriel, bürg. Goldarbeiter

 

 

1786 (Fischer)

32

Das schwarze Rößel / an der Straße gegen Gumpendorf

Ottilia Dyrscherin

 

 

1789 (Hofer)

32

Schwarzes Rössel / an der Straße gegen Gumpendorf

Ottilia Urellia

 

 

1796

32

Schwarzes Roß / Windmühlgasse

Ottila Dürschnerin

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

32

Schwarzes Rössel / Windmühlgasse

August. Ditl

 

 

1829 (Behsel)

32

Schwarzes Rössel / Windmühlgasse

Augustin Dittel

 

 

1846 (Messner)

32

Zum schwarzen Rößl / Windmühlgasse

 

Gasthaus mit Kegelbahnen

 

1852

32

Schwarzes Rößel / Windmühlgasse

Auguste und Josefa Hohenadel

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 25

Josefine Vernay

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 25

Josefine Vernay

2 Stockw. / 16 Wohn.

 

1877 (Smöch)

Windmühlg. 25

Josefine Vernay

2 Stockw. / 16 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 25 = Gumpendorferstr. 30

Josefine Vernay, geb. Hochenadl

2 Stockw. / 16 Wohn.

EZ 1112 / Parz 109

 

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

KOVAROVICZ 

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1887: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., Gaudenzdorf, Jakobstr. 45

1888: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., Gaudenzdorf, Lainzer Straße 68

1889, 1890: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., VI., Windmühlg. 25

1891: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., Gaudenzdorf, Lainzer Straße 68

Johann Kowarowitz, Grünwhdl., VI., Windmühlg. 25

1892, 1893, 1894: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., XII., Gaudenzdorf, Lainzer Straße 68

Johann Kowarowitz, Grünwhdl., VI., Windmühlg. 25

1895: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., XII., Gaudenzdorf, Lainzer Straße 68 (Arndtstr.)

1896: Johann Kowarowitz, Grünwhdl., XII., Arndtstr. 72

 

Es ist zwar unwahrscheinlich, dass Johann Kowarowitz aus Gaudenzdorf (12. Bezirk) und Johann Kowarowitz aus der Windmühlg. identisch sind, es kann aber nicht ausgeschlossen werden.

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 13 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 25:

 

1883.02.05 Kovarovics Karl, 5 Tage, V: Johann, Grünwarenhändler aus Bur St. Georgen, Ungarn

1883.05.14 Tichy Marie, 7 Monate, M. Katharina Tichy, led. Dienstmagd zust. Klaster Zdar Böhmen

1884.01.27 Reindl Anton, 70 ½, ehem. Maurer, aus Jolleschau in Böhmen

1884.02.17 Koblinger August, 13 Monate, V. Karl Koblinger, Hausdiener

1884.04.27 Swoboda Antonia, geb. Hateka, 41 J., Schneidergehilfensgattin aus Teltsch in Mähren

1884.07.07 Kovarovics Rudolf, 11 Wochen, V: Johann, Grünwarenhändler aus Bur St. Georgen, Ungarn

1884.09.05 Richter Karl, 5 Monate, M: Franziska Richter, led. Kleidermacherin

1885.02.05 Bojanowsky Alfred, 5 Wochen, V: Franz B., Schneidergehilfe aus Krizanau in Mähren

1886.02.03 Kutschera Franz, 4 Monate, V: Johann Kutschera, Schneidergehilfe

1886.08.31 Klikar Totgeburt, M: Maria Klikar, Dienstmagd aus Wolesnic in Böhmen

1886.09.17 Swoboda Franz, 3 ½ Monate, V: Franz Swoboda, Schneidergehilfe

1886.02.15 Swoboda Hermine, 13 J., V: Franz Swoboda, Schneidergehilfe

1887.08.04 Kovarovics notgetauftes Mädchen, 5 Minuten, V: Johann Kovarovics, Grünzeughändler

1887.10.16 Skutil Totgeburt, V: Franz Skutil, Schneidergehilfe

1887.10.27 Kovarovics Aloisia geb. Matiasovich, 30 J., geb. von Bur St. Georgen in Ungarn, Gattin des Grünwarenhändlers Johann K.

1887.12.12 Kutzer Regina geb. Röhrich, 67 J., Gattin des Schneidermeisters Anton Röhrich, geb. zu Ebersdorf in Böhmen, zust. nach Wien

1888.09.10 (?) Krutisch Gustav, 13 Monate, geb. in Währing, V: Johann Krutisch, Steindruckergehilfe

1888.12.21 Neunteufel Franz, 1 Jahr, geb. Alservorstadt, Sohn der ledigen Wirtschafterin Katharina Neunteufel aus Drosendorf

1889.04.01 Skutil Maria, 6 Monate, V: Franz Skutil, Schneidergehilfe

1889.12.26 Beck Jakob, 48 J., Buchdruckereihilfsarbeiter geb. Muschau in Mähren

1891.04.14 Pfitzner Franz, 8 Monate, V: August Pfitzner, Taglöhner, zust. Rockendorf in Preuß. Schlesien

1891.09.08 Balicki Franz, 21 J., ledig, Schriftsetzer, geb. in St. Pölten N.Ö.

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 16. Bereich der ehemaligen Häuser 23, 25 und 27 (2018: Nr. 9)

 

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[1] s. Messner 1982

 

10. Windmühlgasse 27 – „Zum roten Apfel“

 

Abb. 31. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar B.

Bildausschnitt Windmühlgasse 27 („Zum roten Apfel“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

Beim Vergleich mit dem Foto von August Stauda aus dem Jahr 1907 (linkes Haus) wird deutlich, dass die Relationen von Höhe und Breite stark voneinander abweichen:

Bei einer Breite von 7 Zentimetern ist das Haus im Aquarell von Hoffelner 19 Zentimeter hoch, im Foto jedoch nur 10 Zentimeter. 

 

 

Abb. 32. „Wien 6, Windmühlgasse 27/29“. Frontalaufnahme vor dem Umbau. Autor August Stauda, Glasplatte, 1899 /

Inv.-Nr. ST 259F / ÖNB / online: http://www.bildarchivaustria.at/Preview/2896574.jpg (Zugriff: 4.6.2019) [2]

  


Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Windmühlg. 9, südwestl Teil + Fillgraderg. 20, südwestl. Teil + Fillgraderg. 15, südwestl. Teil + Gumpendorfer Str. 32, südwestl. Teil [1]

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlgasse 27 (1863), ab 1908: Windmühlgasse 9                                      Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 33 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

33

Der rothe Apfel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Kalchgrueber

 

 

1786 (Fischer)

33

Der rothe Apfel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Fäckgruber

 

 

1789 (Hofer)

33

Der rothe Apfel / an der Straße gegen Gumpendorf

Johann Georg Kalchgruber

 

 

1796

33

Der rothe Apfel / Windmühlgasse

Georg Kalchgruber

2 Stockwerke

 

1816 (Gutjahr)

33

Rother Apfel / Windmühlgasse

Konrad Veth

 

 

1829 (Behsel)

33

Rother Apfel / Windmühlgasse

Konrad Veth

 

 

1846 (Messner)

33

Zum roten Apfel

 

 

 

1852

33

Roter Apfel / Windmühlgasse

Karoline Fink

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlg. 27

Andreas und Karolina Fink

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlg. 27 = Gumpendorfer Str. 32

Andreas Fink

2 Stockw. / 32 Wohn.

 

1877 (Smöch)

Windmühlg. 27 = Gumpendorfer Str. 32

Finks Erben

2 Stockw. / 32 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlg. 27 = Gumpendorfer Str. 32

Charlotte Fink

2 Stockw. / 32 Wohn.

EZ 254; Parz. 108

 

 

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

A. SZURMER

JALOUSIEN-ERZEUGUNG

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1889, 1890: keine Eintragung

1891 Surma Josef, Luftzugverdichtung-Erzeugung, VI., Windmühlg. 27

1892 – 1896: Surma Josef, Luftzugverdichtung-Erzeugung, VI., Windmühlg. 27

            Surma Therese, Flaschenweinhändlerin, VI., Windmühlg. 27

1897 – 1900: Surma Josef, Luftzugverdichtung-Erzeugung, VI., Windmühlg. 27

1901 – 1908:  Surma Josef, Luftzugverdichtungs-Erzeugung, VI., Magdalenenstr. 28

1909: Surma’s Josef Nachfolger Franz Stuchlik, Jalousien-, Rolleau- und Luftzugverdichtungs-Erzeugung, VI., Magdalenenstr. 28

1910: Eintragung für Surma fehlt

 

Für die Familie Szurmer / Surma konnten zwar im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube keine Nachweise erbracht werden, in den Sterbebüchern 03-18 / 1892-1902 und  03-20 / 1906-1911 konnten jedoch mehrere Eintragungen an einer anderen Adresse gefunden werden. Sie sind grün gekennzeichnet.

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 27 und an der Identadresse Gumpendorferstr. 32 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891:

 

Windmühlgasse 27:


1883.02.17 Hawlu Johann, 2 J. 10 Mon., V. Johann, Fleischselchergehilfe aus Mrakotin in Mähren

1883.03.16 Kral, Josef, 71 J., Taglöhner v. Beronic in Böhmen

1883.03.25 Podeck Franz, 37 J., Geschäftsdiener von Brunn am Gebirge

1883.05.19 Kupka Anna, 50 Tage, V: Johann K., Sesselflechter, zust. Kokor / Mähren

1883.11.16 Urban Gisela, 5 Monate, V: Johann Urban, Schneidergehilfe, zust. Dcenowitz in Böhmen

1884.07.21 Langmayer Totgeburt, V: Leopold Langmayer, Hausdiener, zust. Kaiser Ebersdorf

1885.02.11 Kupka Maria, 6 J. 11 Mon., V: Johann Kupka, Sesselflechter aus Kokor in Mähren

1885.02.22 Hartl Maria, 1 Jahr, V: Franz Hartl, Maurergehilfe

1886.02.09 Paul/Pawel Alois, 36 J., Goldarbeitergehilfe, von Königgrätz, zust. nach Dobruschka in Böhmen

1886.09.21 Schöpp Rudolf Ferdinand, 6 Monate, M: Franziska Schöpp, Dienstmagd

1886.11.05 Reischl Johann, 9 8/12 Jahre, geb. Alservorstadt, V: Johann Reischl, Taglöhner, zust. Schwarzenbach/ Krain

1886.12.07 Sauer Theresia, 21 J., Federnschneiderin

1887.09.04 Haid Viktoria, 5 Monate, unehel. Tochter der Schuhmachergehilfenwitwe Rosalia Flegl geb. Haid

1887.12.13 Lukas Totgeburt, M: Maria Lukas, Dienstmagd

1888.03.16 Flegl Josef, 7 ¾ J., geb. Maria Treu, V: + Julius Flegl, Schuhmacher

1888.07.02 Sartori Eduard, 58 J., Appreteurgehilfe,

1888.08.27 Riegl Josef, 5 Tage, M: Juliana Riegl, Weißnäherin

1889.01.10 Sartori Elisabeth, 2 J., M: Elisabeth Sartori, ledige Handarbeiterin

1889.03.28 Korner Maria, 5 J. 10 Mon., M: Skontistenswitwe Anna Bayer geb. Korner aus Weitenegg in N.Ö.

1891.07.31 Sauer Katharina, 63 J., Wäscherin, ledig, geb. von Pfraumberg in Böhmen

-----------------------------------------

Sterbebuch 03-18 / 1892-1902

1895.01.15 Surma Josef, 3 Wochen, V: Josef Surma, Jalousienmacher

1898.11.28 Surmer Theresia, geb. 5.9.1898, 2 Mon, V. Josef Surmer, Jalousienmacher

--------------------------------

Sterbebuch 03-20 / 1906-1911:

1907.05.10 Surma Theresia, 53 J., Jalousienmachersgattin, geb. 27.4.1854 zu Groß Enzersdorf in N.Ö. / VI., Magdalenenstr. 28

 

Gumpendorferstr. 32:

 

1884.05.12 Innenheiter Johann, 4 Mon., M: Bertha Innenheiter, Goldstickerin

1884.10.15 Hofer Maria, ?, V: Friedrich Hofer, Tapezierergehilfe

1885.07.26 Trunk Leopold, 7 Monate, V: Leopoldine Trunk, Handarbeiterin aus Pyhra bei Mistelbach

1885.08.17 Lukas Totgeburt, M: Maria Lukas, Köchin

1885.09.23 Gimpl Karl, 20 Monate, V: Karl Gimpl, Buchbindergehilfe

1886.02.08 Gimpl Totgeburt, V: Karl Gimpl, Buchbindergehilfe

1886.11.02 Reischl Totgeburt,  V: Johann Reischl, Taglöhner

1888.12.26 Koblinger Auguste, 4 Stunden, V: Karl Koblinger, Geschäftsdiener

1889.03.06 Stiedl August, 11 J. 7 Mon., M: Johanna Stiedl, Wäscherin aus Zlabings in Mähren

1889.06.03 Weishaupt Augustine, 6 Wochen, V: gewesener Dienstmann Adalbert Weishaupt, zust. Wr. Neudorf

1890.02.27 Nowak Franziska, 3 J., V: Anton Nowak, Schuhmachergehilfe

1890.04.23 Nowak Rudolf, 14 Mon., V: Anton Nowak, Schuhmachergehilfe

 

Die rot gekennzeichneten Eintragungen beweisen, dass die Kirchenbuchschreiber manchmal zwischen Adresse und Identadresse wechselten.

 

Weitere Entwicklung der Hausgeschichte:

 

siehe Kapitel 16. Bereich der ehemaligen Häuser 23, 25 und 27 (2018: Nr. 9)

 

-----------------------------------------------

 

[1] s. Messner 1982

[2] Zur Änderung des Aufnahmedatums von Abb. 32 und 34 siehe „3. Update vom 4. Juni 2019“ im Anschluss an den Artikel 

 

11. Windmühlgasse 29 – „Zur weißen Taube“

 

Abb. 33. Franz Hoffelner, „Alte Windmühlgasse“, Exemplar A.

Bildausschnitt Windmühlgasse 29 („Zur weißen Taube“).

Aus dem Bestand des Bezirksmuseums Mariahilf. Foto: Autor (2018)

 

 

 

Beim Vergleich mit dem Foto von August Stauda aus dem Jahr 1907 (rechtes Haus) zeigt sich, dass die Relationen von Höhe und Breite bei Nr. 29 nicht so stark voneinander abweichen wie bei Nr. 27:

 

Bei einer Breite von 7 Zentimetern ist das Haus im Aquarell von Hoffelner 13, 5 Zentimeter hoch, im Foto jedoch nur 10, 5  Zentimeter. 

 

 

 

Abb. 34.“Wien 6, Windmühlgasse 27/29“. Frontalaufnahme vor dem Umbau.

Autor August Stauda, Glasplatte, 1899 / Inv.-Nr. ST 259F / ÖNB

http://www.bildarchivaustria.at/Preview/2896574.jpg (Zugriff: 4.6.2019) [2]

 

 

Standort des Hauses aus heutiger Sicht:

 

Windmühlg. 11, nordöstl. Teil + Fillgraderg. 22, nordöstl. Teil + Fillgraderg. 17, nordöstl. Teil [1]

 

Hausgeschichte:

 

Windmühlgasse 29 (1863), ab 1908:                                  Frühere Konskriptionsnummer:  Windmühl 34 (1846)

 

Jahr / Häuserverzeichnis

KNR

Windmühl

Hausname/ Straßenname

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1779 (Ponty)

34

Weiße Taube / an der Straße gegen Gumpendorf

Andreas Bayer, Weinwirth

 

 

1786 (Fischer)

34

Weiße Taube / an der Straße gegen Gumpendorf

Maria Anna Bayerin, Wirtswitwe

 

 

1789 (Hofer)

34

Weiße Taube / an der Straße gegen Gumpendorf

Maria Anna Bayerin, Wirtswitwe

 

 

1796

34

Weiße Taube / Windmühlgasse

Anna Bayerin

2 Stockw.

 

1816 (Gutjahr)

34

Weiße Taube / Windmühlgasse

Johann Rucsitzka

 

 

1829 (Behsel)

34

Weiße Taube / Windmühlgasse

Jakob Hargenröder

 

 

1846 (Messner)

34

Zur weißen Taube

 

 

 

1852

34

Weiße Taube / Windmühlgasse

Friedrich und Eva Walther

 

 

Jahr / Häuserverzeichnis

Orientierungsnr.

Besitzer

Größe

EZ, Parz.-Nr., Baujahr

1863 (Winkler)

Windmühlgasse 29

Eva, Ferdinand und August Walther

 

 

1869 (Czapek)

Windmühlgasse 29

Eva Walther

 

 

1877 (Smöch)

Windmühlgasse 29

Walthers Erben

2 Stockw. / 11 Wohn.

 

1885 (Kataster Schlessinger)

Windmühlgasse 29

Theresia Bieder

2 Stockw. / 11 Wohn.

EZ 1115 / Parz 106

 

Aufschrift bzw. Schild am Haus:

 

GEMISCHTWARENVERSCHLEISS

ADALBERT KLECKA

 

Nachweis im Wiener Adressbuch von Adolph Lehmann:

 

1883, 1884: keine Eintragung

1885 – 1907: Klecka Adalbert, Gemischtwaren-Verschleiß, VI., Windmühlg. 29

1908 – 1912: Klecka Adalbert, Gemischtwaren-Verschleiß, VI., Windmühlg. 11

1913 – 1918: Klecka Adalbert, VII., Kandlg. 27

1919: keine Eintragung

 

Für die Familie Klecka konnten im Sterbebuch 03-17 und im Sterbebuch 03-18 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube Nachweise erbracht werden, die im Folgenden grün gekennzeichnet wurden.

 

Nachweis aller Verstorbenen an der Adresse Windmühlgasse 29 im Sterbebuch 03-17 der Pfarre St. Josef ob der Laimgrube von 1883 – 1891: