2. WOCKENDORF (= JELENI)

 

2.1. Geografische Lage

 

Wockendorf (heute: Jeleni) ist ein Ort, der ca. 4 km östlich von Freudenthal (heute: Bruntal) liegt.

Heute ist das Dorf mit Milkendorf (heute: Milotice) verschmolzen. Im Jahr 2010 hatte Milkendorf (inkl. Wockendorf) 426 Einwohner. [1]

 

Jeleni / Wockendorf sollte nicht mit Jeleni / Hirschberg verwechselt werden, das südlich von Holčovice / Hillersdorf, ca. 18 km nördlich von Bruntal / Freudenthal liegt.

 

 

Abb. 1: Freudenthal und Wockendorf auf der Franziszeischen Landesaufnahme [2]

 

 

2.2.Geschichtliches

 

Die zahlreichen deutschen Ortsnamen in Österreichisch-Schlesien (heute Nordmähren) zeugen davon, dass die meisten Städte und Dörfer von deutschen Siedlern gegründet wurden. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts wurden Bergleute, Handwerker, Bauern und Händler aus fränkischen, thüringischen und obersächsischen Gebieten angeworben. [3]

 

Ursprünglich war Schlesien ein Großherzogtum, bestehend aus vielen kleinen Herzogtümern, die um die Mitte des 14. Jahrhunderts an die böhmische Krone fielen. [4]

In der Zeit der habsburgischen Herrschaft von 1526 - 1742  erreichte Schlesien eine gewaltige Ausdehnung.

Ab  1742  (nach dem Sieg Preußens über Österreich im Ersten Schlesischen Krieg) gehörte der größte Teil Schlesiens zu Preußen, nur südliche Abschnitte (im Norden Mährens, Herzogtum Teschen, südliche Teile der Herzogtümer Jägerndorf und Troppau sowie des Fürstentums Neisse) blieben bei Österreich

(= Österreich Schlesien).

 

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Österreich Schlesien an die Tschechoslowakei angeschlossen, der östliche Teil um Bielitz kam zu Polen. [3]

 

2.3. Grundherrschaft

 

1621 wurde die Herrschaft Freudenthal von Erzherzog Leopold Wilhelm erworben. [5]

Erzherzog Leopold Wilhelm von Habsburg, der jüngste Sohn von Kaiser Ferdinand II., war für die Karriere als Kirchenfürst bestimmt. Er war Bischof, Statthalter der Niederlande, Heerführer und Kunstmäzen. [6] Von 1661 bis 1662 war er Hochmeister des Deutschen Ordens. Als höchster Amtsträger des Deutschen Ordens unterstand er nur dem Papst in Rom. Umgangssprachlich wurde das Amt von 1530 bis 1929 „Hoch- und Deutschmeister“ genannt. [7][8]

 

Man kann jedenfalls von einer Grundherrschaft des Deutschen Ordens sprechen, zu der Freudenthal selbst, aber auch zahlreiche Orte in der Umgebung gehörten, z. B. Altstadt, Lichtewerden, Messendorf und Wockendorf, die auf der höchst informativen Internetseite von Wolfgang Kaps genannt werden. [9]

 

2.4. Pfarrzugehörigkeit von Wockendorf

 

Pfarrlich war Jeleni ab 1784 eigenständig – Digitalisate der Matriken im Archiv Troppau / Opava sind online 

einsehbar. [10]

 

Vor 1784 gehörte Jeleni pfarrlich zu Freudenthal / Bruntal – Digitalisate der Matriken ab 1688 sind im Archiv Troppau / Opava online einsehbar. [11]

 

 

 

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[1] Internetseite „Milotice nad Opavou“

http://www.slezskaharta.eu/en/micro-region/members-of-micro-region/milotice-nad-opavou

 

[2] Franziszeische Landesaufnahme (1806-1869): Gegend um Freudenthal + Wockendorf

http://mapire.eu/de/map/secondsurvey/?layers=osm%2C5%2C42&bbox=1938380.2504993395%2C6440428.278110134%2C1956725.1372877818%2C6448769.468821754

 

[3] Wikipedia: Österreichisch-Schlesien

https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96sterreichisch-Schlesien

 

[4] Wikipedia: Schlesien

https://de.wikipedia.org/wiki/Schlesien

 

[5] Internet-PDF-Datei, S. 6:

Wolfgang Kaps,  Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1664-1732).

Seine Spuren in der schlesischen Deutschordensherrschaft Freudenthal (tschechisch Bruntál)

Stand März 2015.

http://www.franzludwig.de/wp-content/uploads/2010/02/Freudenthal.pdf

 

[6] Wikipedia: Leopold Wilhelm von Österreich

https://de.wikipedia.org/wiki/Leopold_Wilhelm_von_%C3%96sterreich

 

[7] Wikipedia: Liste der Hochmeister des Deutschen Ordens

https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_Hochmeister_des_Deutschen_Ordens

 

[8] Wikipedia: Deutscher Orden

https://de.wikipedia.org/wiki/Deutscher_Orden#Hochmeister

 

[9] Internet-PDF-Datei, S. 7:

Wolfgang Kaps,  Franz Ludwig von Pfalz-Neuburg (1664-1732).

Seine Spuren in der schlesischen Deutschordensherrschaft Freudenthal (tschechisch Bruntál)

Stand März 2015

http://www.franzludwig.de/wp-content/uploads/2010/02/Freudenthal.pdf

 

[10] Online-Zugang für die Matriken der Pfarre Wockendorf / Jeleni:

siehe Quellenverzeichnis 8.1.1.b.

 

[11] Online-Zugang für die Matriken der Pfarre Freudenthal / Bruntal:

siehe Quellenverzeichnis 8.1.1.b.