Bertha von Suttner, geb. Kinsky.

Ihre heimliche Trauung in der Pfarrkirche Wien 06., Gumpendorf – unter besonderer Berücksichtigung einiger Wohnadressen

 

Ein Artikel von Günter Oppitz für die Homepage www.guenteroppitz.at - verfasst im August 2019

 

Abb. 1. Symbolbild „Blühende Bäume vor wolkenlosem Himmel“, Foto: Günter Oppitz (24.3.2019)

 

Keine trübe Wolke je verhülle

Deinen heit’ren Lebenshorizont,

Deine zarte Liebe ihn beglücke,

Die so engelsmild dein Herz bewohnt.

 

 

(„Hochzeitsgruß“ von Berthas Mutter, Sophie von Kinsky, geb. Körner [1])

 

                                   Abb. 2. „Blumen vor der Pfarrkirche Gumpendorf“.

                              Im Hintergrund, etwas versteckt, der Eingang zur Kirche.

                                                Foto: Günter Oppitz (19.08.2019)

 

 

 

IMPRESSUM 

 

Copyright © 2019 by Günter Oppitz, Wien

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

 

2. Trauungseintragung von Arthur v. Suttner ∞ Bertha v. Kinsky in der Pfarre Gumpendorf

 

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Teil 1. Bräutigam und Braut - ihre Familien und ihre Vorfahren sowie einige wichtige Wohnadressen

 

3. Die adeligen Familien von Bräutigam und Braut

 

4. Wichtige Wohnadressen

4.1. Geburtsadresse Bertha von Kinskys

4.2. Geburtsadresse Arthur von Suttners

4.3. Palais Suttner in der Canovagasse

4.4. Schloss Harmannsdorf

4.5. Grand Hotel in Paris

4.6. Hotel Metropole in Wien

4.7. Webgasse 7

4.8. Übergangswohnung Heugasse 20

4.9. Wohnung in der Zedlitzgasse 7

 

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Teil 2 - Vier Abschnitte im Leben der späteren Nobelpreisträgerin Bertha von Suttner, geb. Kinsky

 

5. Als adelige Gouvernante bei den Töchtern des Freiherrn Karl von Suttner

 

6. Kurzer Aufenthalt bei Alfred Nobel in Paris und heimliche Rückkehr

 

7. Die Zeit zwischen der Rückkehr aus Paris und der Trauung. Geheimhaltung der bevorstehenden Hochzeit.

A) Aufenthaltsort von Bertha von Kinsky in den Wochen bzw.

Monaten vor der Trauung

         B) Organisation der Trauung durch Arthur:

                   B1. Wohnungszeugnis

                   B2. Die Trauzeugen

                   B3. Der Trauungspriester

                   B4. Pfarre Gumpoldskirchen oder Pfarre Gumpendorf?

 

8. Kurze Anmerkungen zum Leben nach der Hochzeit

 

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9. Zusammenfassung

 

10. Abkürzungsverzeichnis

 

11. Quellen

 

Kapitel 1. Einleitung

 

 

Über Bertha von Suttner sind zahlreiche Biografien bzw. biografische Artikel geschrieben worden. Fast alle basieren auf ihren Memoiren [2]. Autobiografien haben den großen Vorteil, dass der Schreiber / die Schreiberin die geschilderten Ereignisse selbst erlebt hat und dadurch viele Details festhalten kann, die nur ihm / ihr bekannt sind.

 

Nachteile dieser Darstellungsform:

 

.) Oft besteht eine große zeitliche Distanz zwischen den Ereignissen und der schriftlichen Fixierung, die zu Erinnerungslücken führen kann. Bertha von Suttners Memoiren wurden erst im Juli 1908 abgeschlossen und 1909 veröffentlicht. [2a]

.) In einer Autobiografie wird oft eine zeitliche oder inhaltliche Auswahl getroffen. Der geschilderte Lebensabschnitt kann willkürlich begrenzt werden. Bertha von Suttners Memoiren reichen beispielsweise nur bis zum Todesjahr Arthurs (1902). Bestimmte Ereignisse können verkürzt dargestellt werden oder überhaupt weggelassen werden.

.) Manche Erlebnisse und Erfahrungen können sehr subjektiv bzw. stark verzerrt wiedergegeben werden.

 

Im Grunde werden auch bei diesem Artikel die Memoiren sowie die Briefe und Tagebücher, die in Brigitte Hamanns Biografie von Bertha von Suttner [3] verwendet wurden, das Fundament bilden.

 

Doch sollen auch andere Quellen herangezogen werden, die Lücken oder unklare Darstellungen in den autobiografischen Werken korrigieren, ergänzen und verständlich machen können.

 

Im Mittelpunkt dieses Artikels steht keine umfassende Biografie bzw. keine Würdigung der Friedensnobelpreisträgerin Bertha von Suttner, sondern er beschäftigt sich vor allem mit der heimlichen Trauung von Arthur Gundacker Josef Freiherr von Suttner und Comtesse Gräfin Bertha Sofia Felicita Kinsky von Chinic und Settau am 12. Juni 1876 in der Pfarre Gumpendorf. [4]

  

Es stellt sich natürlich die Frage, warum der Sohn der hoch angesehenen adeligen Familie Suttner in der unbedeutenden ehemaligen Vorstadt Gumpendorf heiratete.

  

Viele diesbezügliche Fakten sind bereits bekannt. Bertha von Suttner hat in ihrer Autobiografie vieles festgehalten, was Aufschluss über die Hochzeit selbst und über die Hindernisse gibt. Es wurden aber bemerkenswerte Details in der Trauungseintragung und in der Autobiografie gefunden, die die näheren Umstände dieser Heirat erhellen und den Aspekt der Heimlichkeit unterstreichen: Es handelt sich vor allem um die Angabe von Berthas angeblicher Wohnadresse in der Heiratseintragung und um ihre Angabe in den Memoiren, dass sie in „Gumpoldskirchen“ geheiratet hätte.

 

Methodische Vorgangsweise:

 

Der Autor hat sich entschlossen, nicht einfach nur die einzelnen Rubriken der Heiratseintragung der Reihe nach zu kommentieren, sondern die Erläuterungen, Ergänzungen und fallweise auch Berichtigungen in verschiedene thematisch geprägte Blöcke einzuarbeiten. Um die Orientierung in dieser Arbeit zu gewährleisten, wurden  Hinweise auf die betreffenden Kapitel in Kursivschrift in die Transkription eingefügt, es gibt aber auch in den folgenden Abschnitten immer wieder formal ähnlich gestaltete Quer- bzw. Rückverweise.

 

Die Fußnoten findet man am Ende des jeweiligen Kapitels. Ausnahme: Die zur Titelseite gehörige Fußnote wurde im Anschluss an die Einleitung eingefügt.

 

Der Aufbau der Arbeit:

 

Die Kirchenbucheintragung in der Pfarre Gumpendorf wird im Kapitel 2 als Ausgangspunkt für die Arbeit vorgestellt, und der Text wird hier vorerst kommentarlos transkribiert.

 

Im folgenden Teil I werden zuerst die Familien von Bräutigam und Braut, also die Vorfahren, vorgestellt. (Kapitel 3)

 

Die Zweifel daran, dass Bertha von Kinsky, verheiratete Suttner, tatsächlich an der in der Trauungseintragung angegebenen Adresse Webgasse 7 gewohnt hat, veranlassten den Autor, grundsätzliche Recherchen bezüglich einiger Wohnadressen durchzuführen, die im Leben des Bräutigams Arthur von Suttner und der Braut Bertha von Kinsky eine bedeutende Rolle gespielt haben. Diese Nachforschungen bzw. die entsprechenden Ergebnisse sollen einerseits helfen, die Angaben der Kirchenbucheintragung und die Hintergründe für die Heimlichkeit der Hochzeit besser zu verstehen. Auf diese Weise soll der Leser aber auch in die Lebenszeit des Paares versetzt werden und durch diese lokalen, anschaulichen Eckpunkte über einige biografische Stationen  informiert werden. (Kapitel 4)

 

Die Adressen im Kaukasus werden allerdings aus zeitlichen Gründen ausgespart.

  

Im Teil II werden dem Leser in den Kapiteln 5 - 8  – zum Teil auf der Grundlage von Brigitte Hamanns Biografie – kursorisch vier Lebensabschnitte näher gebracht. Sie bilden gewissermaßen eine Kurzbiografie Bertha von Suttners und dienen als Einbettung der neun Aufenthaltsorte in den Lebenslauf Bertha von Suttners und Arthur von Suttners.

 

Die berufliche Situation der Braut in den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts leitet eine Art Rückblick auf jene Zeit ein, in der Bertha als Gouvernante bei der Familie Suttner einen Sohn der Familie, Arthur von Suttner, kennenlernte (Kapitel 5). Die Lösung Berthas von der Familie Suttner, ihr kurzer Aufenthalt in Paris und ihre Rückkehr nach Wien werden in einem eigenen Abschnitt behandelt (Kapitel 6).

 

Das Kapitel 7 hat eine besondere Funktion. Hier werden ausführliche Überlegungen angestellt, die die Geheimhaltung der Hochzeit betreffen: Einerseits wird die Adressangabe Webgasse 7 für Bertha von Kinsky thematisiert bzw. kritisch hinterfragt, andererseits werden in diesem Zusammenhang auch die Angaben über die Trauzeugen und den hilfreichen Trauungspriester analysiert. Bestimmte Details aus dem Trauungsbuch werden mit den Schilderungen in Bertha von Suttners Memoiren verglichen.

 

Das Leben nach der Trauung wird nur ganz kurz beleuchtet, vor allem, um zu zeigen, welche Schwierigkeiten das Paar nach dem Bruch mit der Familie Suttner erwarteten (Kapitel 8).

 

Mein besonderer Dank gilt Matricula Online für die Bereitstellung der Kirchenbucheintragungen auf digitaler Basis sowie dem Archiv der Erzdiözese Wien, das die Digitalisierung seiner Matriken ermöglicht  hat und die Verwendung gestattet. Sehr herzlich möchte ich mich aber auch bei allen anderenInstitutionen bedanken, die die nicht-kommerzielle Verwertung von Bildern und Digitalisaten für wissenschaftliche Arbeiten gestatten oder durch ihre Online-Angebote diesen Aufsatz ermöglicht oder erleichtert haben: bei den Einrichtungen der Stadt Wien, wie Wienbibliothek digital, dem Wiener Stadt- und Landesarchiv und ViennaGIS, bei der Österreichischen Nationalbibliothek mit den Möglichkeiten der ANNO-Suche und zahlreichen kostenlosen E-Books sowie mit dem Angebot von Bildern aus dem Bildarchiv.

 

Eine Übersicht über allfällige Updates findet man im Anschluss an den Artikel.

 

 

 

Wien, im August 2019                                                                                                       Günter Oppitz

 

 

 

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[1] Titelseite –  „Hochzeitsgruß“ von Berthas Mutter, Sophie von Kinsky, geb. Körner, zitiert nach Hamann, Bertha von Suttner 2016, S. 45.

Bertha von Kinsky verstand sich mit ihrer Mutter gut und informierte sie – im Gegensatz zu Arthurs Eltern – über die Hochzeit und die darauf folgende „Hochzeitsreise“. Sophie von Kinsky hatte eine künstlerische Ader – sie war mit dem Freiheitsdichter Theodor Körner verwandt – und übermittelte mit diesem Gedicht ihre Glückwünsche.

Hamann, Bertha von Suttner 2016, S. 45

 

[2] Kapitel 1. Einleitung – Bertha von Suttner, Memoiren, 1909

Textteil (ab S. 15): http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=665&teil=0403&seite=00000015&zoom=2 (Zugriff: 20.08.2019)

[2a] Kapitel 1. Einleitung – Bertha von Suttner, Memoiren, 1909, S. 542

http://anno.onb.ac.at/cgi-content/anno-buch?apm=0&aid=665&teil=0403&seite=00000542&zoom=2 (Zugriff: 26.08.2019)

 

[3] Kapitel 1. Einleitung – Brigitte Hamann, Bertha von Suttner. Kämpferin für den Frieden, Christian Brandstätter Verlag, Wien 2013,

2. Auflage Januar 2016

 

[4] Kapitel 1. Einleitung – Matricula Online, Erzdiözese Wien, Pfarre 06., Gumpendorf, Trauungsbuch 02-45, 1876, Reihenzahl 128,

Scan 03-Trauung_0048: http://data.matricula-online.eu/de/oesterreich/wien/06-gumpendorf/02-45/?pg=76 (Zugriff: 15.08.2019)